Bernd Buchner - Wagners Welttheater

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Die Bayreuther Festspiele sind ein einzigartiges Phänomen: Wagner baute sich ein Opernhaus, in dem ausschließlich seine eigenen Werke aufgeführt werden, das Unternehmen ist bis heute in Familienhand, die Kartennachfrage riesig. »Hier gilt's der Kunst«, so das ›Meistersinger-Motto‹ – und doch spielte die Politik auf dem Grünen Hügel seit jeher eine tragende Rolle. Denn Wagner war ein eminent politischer Kopf, holte sich seine Opernstoffe aus dem Germanenmythos und war ein Verfechter des Antisemitismus. Bayreuth war Wagners Form von Weltpolitik. Dieses Buch analysiert die Festspielgeschichte von der Kaiserzeit bis zur frühen Bundesrepublik. Der Autor zeigt, wie der Grüne Hügel im Kaiserreich zum Sammelpunkt der völkischen Bewegung, danach zur Hochburg der Weimarer Republikfeinde und schließlich zu ›Hitlers Hoftheater‹ (Thomas Mann) wurde. Und wie in der Adenauerzeit dennoch die vermeintlich unpolitische Wiedergründung der Festspiele gelang.

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Aus Gründen der Lesbarkeit wurden alle zeitgenössischen Zitate an die moderne Orthographie angepasst.76 Das gilt auch für die „revolutionäre“ Kleinschreibung, die Richard Wagner zeitweise praktizierte. Im Anmerkungsapparat werden Kurztitel verwendet. Das vollständige Literaturverzeichnis sowie das Personenverzeichnis finden sich aus Platzgründen nicht im Buch. Sie sind in den E-Book-Fassungen sowie online unter www.wbg-wissenverbindet.de(Service/Downloads) zugänglich. Das Buch endet chronologisch in der frühen Bundesrepublik und enthält lediglich einen summarischen Ausblick auf die Festspielgeschichte der vergangenen fünf Jahrzehnte. Dies hat in erster Linie Materialgründe. Die Archivalien bis 1945 sind in öffentlichen Einrichtungen zugänglich, hauptsächlich im Richard-Wagner-Archiv. Das Material aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg liegt hingegen nach wie vor im Festspielhaus selbst, Umfang und Zustand sind unklar. Trotz nachdrücklicher Bemühungen ist dem Autor der vorliegenden Studie bisher kein Zugang zu diesen Beständen gewährt worden – verbunden mit dem Hinweis, es gebe im Festspielhaus überhaupt kein Archiv.77 Bei ihrem Amtsantritt 2008 hatten die gegenwärtigen Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier noch signalisiert, sie wollten offener als bisher mit Forschungen zu Bayreuth umgehen. Der Umgang mit dem Nachlass von Wolfgang Wagner spricht allerdings eine andere Sprache und folgt eher den Gepflogenheiten des Verstorbenen als einem neuen Kurs.78 Auch die Nachlässe von Siegfried und Winifred, einschließlich fast des gesamten Briefwechsels mit Hitler, sind der Forschung weiterhin nicht zugänglich, da sie von der in München lebenden Winifred-Enkelin Amélie Hohmann unter Verschluss gehalten werden. Ohne vollständigen Zugang zu den Akten lässt sich aber eine bis in die Gegenwart reichende politische Festspielgeschichte vorerst nicht schreiben.

An einer grundlegenden Erkenntnis über Bayreuth ändert dies vermutlich wenig. Eine wesentliche Bedingung für das Überleben und die Verstetigung der Festspiele über alle äußerlichen Brüche hinweg war die Anpassungsfähigkeit der Bayreuther Repräsentanten an die jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Umstände.79 Schon mit Blick auf Wagner selbst spricht Hans Mayer von den „Lebenserfahrungen eines geistigen Mitläufers“, der die verschiedensten geistigen Strömungen seiner Zeit „in fast unschuldvoller Gleichzeitigkeit“ in sich habe aufbewahren können.80 Hermann Hieber hatte es kurz nach dem Zweiten Weltkrieg schärfer formuliert: Privat wie politisch sei Wagner treulos gewesen. „Welch eine Wandlung (…) vom Dresdner Barrikadenkämpfer zum geschmeidigen Höfling bei dem geisteskranken, schon in den sechziger Jahren wahnsinnigen, und homosexuellen König Ludwig II. von Bayern und zum Komponisten des Kaisermarsches von 1871 als Huldigung für den ‚sieggekrönten‘ preußischen Wilhelm I.! Von Bakunin über Schopenhauer zum Grafen Gobineau, dem Propheten des Pangermanismus, und von dem Vater des deutschen Materialismus, Ludwig Feuerbach, zum mystischen Gralswunder geht die Reise. Alles, was nur irgend Erfolg verspricht, wird aufgegriffen, jeder, der ihm nützlich sein kann, umschmeichelt und ausgebeutet. Das urteutsche Reckentum, an dem die Welt genesen soll, die überschwengliche Liebe zum heiligen Vaterland, dem er ‚mit Tränen in den Augen ewige Treue gelobt‘, all das entdeckt er erst, nachdem er wiederholt in Paris durchgefallen ist.“81 Der Begriff des Mitläufers stammt indes aus einer anderen Zeit. Winifred Wagner wurde nach zwei Entnazifizierungsverfahren schließlich per Gesetz als Mitläuferin eingestuft. In gewisser Weise gilt dies für alle Wagners in allen Epochen. Mag der Grüne Hügel auch zuweilen quer zum Zeitgeist gestanden haben, die Fähigkeit zur Anpassung an die jeweiligen staatlichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten hat dem Unternehmen sein Überleben bis in die Gegenwart gesichert. Auch in diesem Mitläufertum mit all seinen Motiven und Ausdrucksformen ist Bayreuth ein Spiegel der deutschen Geschichte.

Kapitel 1

Richard Wagner in Bayreuth (1870–1883)

„Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können“, verkündet Nietzsches Zarathustra. „Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch.“ 1 In das Jahr 1870 fällt die erste Überlegung Richard Wagners, Bayreuth zum Schauplatz seiner Festspiele zu machen. Seitdem ist er gedanklich in der oberfränkischen Stadt. Doch lange vor Bayreuth ist bereits die Festspielidee entstanden. Ihrer Verwirklichung widmet Wagner nun seine ganze Lebenskraft, der rastlose Bohémien wird dabei zum guten Stadtbürger. Bei der Finanzierung geht er revolutionäre Wege. Politisch-gesellschaftlich sind die ersten Festspiele ein Erfolg, wirtschaftlich und künstlerisch ein Desaster. Das ändert sich bereits bei den zweiten, den Parsifal- Festspielen von 1882. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Die Bayreuther Festspiele haben von vornherein einen politischen Charakter, wie auch Wagner selbst ein politischer Kopf war. Als er 1883 in Venedig stirbt, hat der Kampf um die Interpretation von Leben und Werk längst eingesetzt. Unbestritten ist, dass der Komponist zu den herausragenden Leitfiguren Deutschlands im 19. Jahrhundert gehört. Was Bismarck für die Politik bedeutete, stellte Wagner für die Kunst dar.

Wagner und Bismarck

Richard Wagner kam am 22. Mai 1813 zur Welt, wenige Monate vor der Völkerschlacht, die vor den Toren seiner Geburtsstadt Leipzig tobte. Otto von Bismarck erblickte zwei Jahre später das Licht der Welt, am 1. April 1815 in Schönhausen bei Stendal. Das Ende der Hoffnungen von 1813 war erreicht, der Wiener Kongress beendete vorerst die Träume von einem freiheitlichen Nationalstaat in der Mitte Europas und stellte die Weichen für die Restauration. Die Geburtsjahre haben symbolische Bedeutung.2 1813 war die Welt aus den Fugen, 1815 fügte sie sich wieder zusammen. Was Wagner, den Gärenden, und Bismarck, den Ordnenden, verband, war eine „epochale Unbeziehung“ (Dieter Borchmeyer)3. Dass die beiden Persönlichkeiten später gemeinsam zu Leitfiguren des 19. Jahrhunderts gekürt wurden, ist eine Ironie der Geschichte. „Sie hatten nichts miteinander zu tun und wollten letztlich nichts miteinander zu tun haben“, resümiert Lothar Gall, „und doch markierten sie bis zu ihrem Tode polare Spannungen in der deutschen Gesellschaft und im geistig-kulturellen Leben Deutschlands.“ 4 Dionysos und Apoll, der sächsische Musikant und der Alte aus dem Sachsenwald, der Gnom mit Samtbarett und der weißbärtige Mann mit Fistelstimme: Während sich Wagner musikalisch ausbilden lässt, studiert Bismarck Jura. Während Wagner auf den Dresdner Barrikaden steht und die Aristokratie zum Teufel wünscht, bekämpft der adelige Bismarck die Revolution als „Sünde“. Während der Kapellmeister ins Exil weicht, stellt der werdende Staatsmann energisch die Weichen für die deutsche Zukunft. Während Wagner die großen Städte als „Cancer [Krebs] eines Volkes“5 bezeichnet und seinem Förderer Ludwig II. gar empfiehlt, die königliche Residenz aus München in die fränkische Provinz zu verlegen, bereitet Bismarck Berlin auf seine Rolle als Reichshauptstadt vor. Während der Künstler Wagner nach eigenem Bekunden seinen „dreißigjährige[n] Zukunftsmusik-Krieg“6 austrägt, baut der Politiker Bismarck mit Eisen und Blut das europäische Machtgefüge um. Und während der Komponist zu seinen ersten Bayreuther Festspielen zahllose hochwohlgeborene Prominenzen begrüßen kann, bleibt der Reichskanzler dem Bayreuther Schauspiel demonstrativ fern und verweigert auch finanzielle Unterstützung.

Einige Jahre vor der Festspieleröffnung war das Deutsche Reich gegründet worden, und wenige Wochen nach dem Akt von Versailles kam es zur ersten und einzigen Begegnung Wagners mit Bismarck. Der Komponist hatte dem Kanzler im Januar 1871 das Gedicht An das deutsche Heer vor Paris zukommen lassen, in dem er die Armee beziehungsreich als „Siege-Fried“ rühmt.7 Bismarcks Antwort ist verhalten diplomatisch, bringt Skepsis gegenüber Wagners Musikdramen zum Ausdruck und enthält nicht zuletzt eine denkwürdige Analogie von Politik und Kunst: „Auch Ihre Werke, denen ich von jeher mein lebhaftes, wenn auch zuweilen mit Neigung zur Opposition gemischtes Interesse zugewandt, haben nach hartem Kampfe den Widerstand der Pariser überwunden, und ich glaube und wünsche, dass denselben noch viele Siege, daheim und draußen, beschieden sein werden.“8 Das Treffen fand am 3. Mai 1871 in Berlin statt. Bismarck empfing den Künstler „mit derselben ausgesuchten Courtoisie, wie wenn er etwa den Minister eines verbündeten Staates zu begrüßen gehabt hätte“, hieß es später verklärend.9 Die Wahrheit war wohl etwas profaner. Bismarck und Wagner sprachen, wie sollte es anders sein, über Politik und Kunst. Der Komponist, so hielt Cosima in ihrem Tagebuch fest, sei „ganz entzückt von der echten Liebenswürdigkeit dieses Naturells“ gewesen und habe Bismarcks „herzlichste Mitteilsamkeit“ gerühmt. „Aber (…) wir können uns nur gegenseitig beobachten, jeder in seiner Sphäre, mit ihm etwas zu tun haben, ihn für mich zu gewinnen, meine Sache zu unterstützen ihn zu bitten, käme mir nicht bei.“10 Wenige Tage vor dem Treffen hatte Wagner endgültig beschlossen, sein Nibelungentheater in Bayeuth zu bauen, und die ersten Festspiele für 1873 angekündigt. Doch er wollte den Reichskanzler nicht offen um Geld bitten. „Ein Petitum hatte er nicht vorgebracht“, äußerte Bismarck später über die Begegnung. „Man setzte uns zusammen auf ein Sofa, und da dachte er wohl, dass sich zwischen uns ein Duett entspinnen würde, aber es kam anders. Der Meister der Töne erntete wohl von mir nicht genug Elogen, er kam nicht zur Entfaltung und ging enttäuscht.“11

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