Bernd Buchner - Wagners Welttheater

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Die Bayreuther Festspiele sind ein einzigartiges Phänomen: Wagner baute sich ein Opernhaus, in dem ausschließlich seine eigenen Werke aufgeführt werden, das Unternehmen ist bis heute in Familienhand, die Kartennachfrage riesig. »Hier gilt's der Kunst«, so das ›Meistersinger-Motto‹ – und doch spielte die Politik auf dem Grünen Hügel seit jeher eine tragende Rolle. Denn Wagner war ein eminent politischer Kopf, holte sich seine Opernstoffe aus dem Germanenmythos und war ein Verfechter des Antisemitismus. Bayreuth war Wagners Form von Weltpolitik. Dieses Buch analysiert die Festspielgeschichte von der Kaiserzeit bis zur frühen Bundesrepublik. Der Autor zeigt, wie der Grüne Hügel im Kaiserreich zum Sammelpunkt der völkischen Bewegung, danach zur Hochburg der Weimarer Republikfeinde und schließlich zu ›Hitlers Hoftheater‹ (Thomas Mann) wurde. Und wie in der Adenauerzeit dennoch die vermeintlich unpolitische Wiedergründung der Festspiele gelang.

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Meistersinger, Götterdämmerung oder Parsifal können sich über fünf Stunden erstrecken, die das Publikum auf vergleichsweise unkomfortablen Sitzen zu verbringen hat – um was zu erleben? In beißender Ironie weist George Bernard Shaw auf die Längen und Wiederholungen etwa in der Ring -Tetralogie hin: „Siegfried hat von Wotan eine starke Vorliebe für Autobiographisches geerbt, die ihn dazu verführt, jedem, dem er begegnet, die Geschichte von Mime und dem Drachen aufzudrängen, obwohl das Publikum einen ganzen Abend damit zugebracht hat, die von ihm erzählten Ereignisse mitzuerleben. Hagen erzählt Gunther die Geschichte, und in der gleichen Nacht erzählt Alberich als Geist sie auch noch Hagen, der sie genauso kennt wie das Publikum. Siegfried erzählt sie den Rheintöchtern so lange, wie sie zuhören wollen, und hört nicht auf, sie dann auch seinen Jagdgenossen zu erzählen, bis sie ihn umbringen.“7

Doch das tut der anhaltenden Begeisterung für die Festspiele keinen Abbruch. Die Verbindung einer Stadt mit einem Künstler, zumal wenn dieser eine so „herausfordernde Mischung aus Parvenu, Großbürger und Bohémien“ (Hans Küng)8 darstellt, ist bei Bayreuth und Richard Wagner kulturgeschichtlich sehr viel enger als in vergleichbaren Fällen, wie Hans Mayer zu Recht festgestellt hat. Denn während etwa Kafkas Prag, Thomas Manns Lübeck oder das Dublin von James Joyce eine Realität jenseits der Künstler hätten, sei das im Fall Wagner anders: „Die Geschichte Bayreuths ist seitdem zur Wagnergeschichte geworden, zur Festspielgeschichte, auch zu einer Geschichte von politischen Metastasen des Wagnertums. Glanz und Elend der Familie Wagner und der Festspiele wirkten sich aus als Glanz und Elend dieser oberfränkischen Mittelstadt.“9 Eine Besonderheit des Phänomens Bayreuth liegt mithin darin, dass eine ganze Stadt von einer herausragenden Kulturinstitution absorbiert worden ist. So hat die internationale Bedeutung der Festspiele zur Folge, dass der eher abgelegene Ort in diesem Zusammenhang gar nicht mehr als peripher wahrgenommen wird. Als ein deutscher Kulturjournalist jüngst eine Reise durch die vielfältige Opernprovinz der Bundesrepublik unternahm, erwähnt er in seinem Buch zwar permanent Wagner und die Wagnerstadt, doch einen Besuch in Bayreuth selbst spart er glatt aus.10 Der Ort zählt für ihn nicht mehr zur Provinz. Der Komponist ist daran nicht ganz unbeteiligt, denn schließlich war er es, der Bayreuth zum Schauplatz seines Welttheaters11 gemacht hat. Die Vorstellung eines Theatrum mundi, in dem die Menschen ihre Rollen vor Gott zu spielen haben, als Marionette oder in freier Selbstbestimmung, war schon in der Antike und im frühen Christentum verbreitet. Pedro Calderón de la Barca (1600–1681) hat sie 1675 in El gran teatro del mundo (Das große Welttheater) wieder aufgegriffen und popularisiert. Wie zahlreiche Erwähnungen in Wagners Schriften zeigen, schätzte er den berühmten spanischen Barockschriftsteller und dessen Autos sacramentatles sehr. In seiner Dresdner Bibliothek hatte er selbstverständlich auch eine achtbändige Ausgabe von Calderóns Werken – auch wenn der Spanier im 19. Jahrhundert als Inbegriff der katholischen Dichtung galt, was dem protestantischen Agnostiker und notorischen Jesuitenhasser Wagner suspekt erscheinen musste.12

Der Komponist deutete Welttheater ohnehin anders. Er ersetzte dessen ursprünglich religiösen Grundgedanken durch Kunstpolitik und politische Kunst. Bayreuth – das unterscheidet den Ort am Roten Main auch von Hofmannsthals „Großem Salzburger Welttheater“ von 1922 – war Wagners Form von Weltpolitik. Seine Idee war: Kunst ist die eigentliche Politik und Religion, und Musik ist die höchste Form der Kunst. Ich errichte ein Theater, und das, was dort aufgeführt wird, soll der Welt nicht nur erklären, was sie ist, sondern sogar die Welt selbst sein. Meine Kunst tritt als zentrales Medium einer neuen Gesellschaft an die Stelle der Politik.13 So wurde der Komponist zum „Paradigma welterobernden Künstlertums“ (Thomas Mann)14. Die Vorstellungen Wagners entsprangen der politischen Romantik des 19. Jahrhunderts und weisen zurück auf den Idealisten und Anarchisten, der in der freiheitlich-nationalen Revolution von 1848/49 auf den Dresdner Barrikaden stand und alle gesellschaftlichen und politischen Institutionen scharf ablehnte.15 Den Gedanken, Kunst könne Politik ersetzen, wird man indes damals wie heute schlichtweg als irrational bezeichnen. Ohnehin hat sich der Komponist selbst über die Wechselwirkungen von Kultur und Politik zeitlebens widersprüchlich geäußert. Wie in vielen anderen Dingen hatte er auch hier keine klare Philosophie, sondern passte sich den jeweiligen Umständen und Erfordernissen an. In der Mitteilung an meine Freunde von 1851 etwa klassifizierte er die Menschen in unkünstlerisch-politische und künstlerisch-unpolitische Typen.16 Später schrieb er hingegen in Deutsche Kunst und Deutsche Politik über das „nicht uninteressante Problem des Verhältnisses der Kunst zur Politik im allgemeinen, der deutschen Kunstbestrebungen zu dem Streben der Deutschen nach einer höheren politischen Bedeutung im besonderen“.17 Im Denken und Schaffen Wagners lassen sich ästhetische und politisch-gesellschaftliche Momente nicht trennen. Der Komponist hat Kunst und Gesellschaftstheorie stets zusammengedacht und ihre Verflechtungen intensiv wie kein anderer reflektiert.18 Absicht und Wirkung von Wagners Bayreuther Welttheater sind deshalb weit über die Oper hinaus auch als ein politisches Phänomen zu verstehen – zumal der Künstler selbst eine beträchtliche politische Wirkungsgeschichte hat, zu der auch die Festspiele gehören.

Kultur und Politik

Das Verhältnis von Kultur und Politik, mithin von Geist und Macht, gilt in Deutschland aus historischen Gründen als brisant. Kulturelle Ausdrucksformen verstanden sich seit dem romantisch-biedermeierlichen Rückzug des 19. Jahrhunderts gerne als unpolitisch, zumal im staatlich zersplitterten Deutschland das Konzept der Kulturnation eine wesentlich größere Bedeutung erlangte als die französisch konnotierte Staatsnation. Im Zeitalter der Industrialisierung mit ihren massiven sozialen und gesellschaftlichen Umwälzungen waren die Künste Ausdrucksmittel von Verunsicherung und Antimodernismus bis hin zur schlichten Verneinung der Gegenwart.19 Politik wiederum wurde oft in demonstrativer Kunstferne betrieben wie im Kaiserreich von 1871 und konnte im Zeitalter des Nationalsozialismus in kulturlose Barbarei münden. Doch strebt Kunst in ihrer Funktion, gesellschaftliche Entwicklungen abzubilden, sie kritisch zu begleiten und zu transzendieren, von vornherein nach Öffentlichkeit und damit in den politischen Raum. Die Politik ist umgekehrt zur eigenen gesellschaftlichen Legitimierung und Rückversicherung auf ein Mindestmaß ästhetischer Grundierung, auf stabile Beziehungen zur Kulturwelt und die Herausbildung einer politischen Kultur angewiesen. Zugleich steuert sie durch die Vergabe öffentlicher Gelder wichtige Teile des Kunstbetriebs. Eine kulturfreie Herrschaft gibt es deswegen ebenso wenig wie eine unpolitische Kunst. Das galt schon in der Antike. Wenn Sokrates vor übertriebenen kulturellen Neuerungen warnt, begründet er dies mit der Sorge um das staatliche Gleichgewicht: „Denn eine neue Art Musik einzuführen muss man sich hüten, da hierbei das Ganze auf dem Spiele steht. Werden doch nirgends die Tonweisen verändert ohne Mitleidenschaf der wichtigsten staatlichen Gesetze“.20 Unter umgekehrten Vorzeichen hat Friedrich Nietzsche diesen Gedanken in seiner Schrift Richard Wagner in Bayreuth aufgegrifen, mit der er die ersten Festspiele von 1876 kulturphilosophisch untermauern wollte: „Es gibt Menschen, welche diesen Zuruf verstehen, und es werden ihrer immer mehr; diese begreifen es auch zum ersten Male wieder, was es heißen will, den Staat auf Musik zu gründen“.21

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