Uwe Törl - Hurra, wir dreh’n uns noch
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Nur dass das nicht die Zeit ist, die man bräuchte, um für eine junge und, sagen wir mal, nicht mehr ganz so junge Frau das Besondere zu finden. Wobei: Zu finden ist so nicht richtig. Weder bin ich auf der Suche, noch will ich was finden. Es muss mich finden! Es muss mich anspringen, dass ich nicht anders kann und es gar nicht anders mehr geht und ich es mitnehmen muss. Und siehe da, in einem Einkaufszentrum nahe dieser Randanhaltinischen Großstadt(?) sprangen mir tatsächlich für meine beiden Frauen zugunsten ihrer beider Ohren Ringe direkt ins Auge. Ausgerechnet vor einer osmanischen Zirkuszeltimitation, am Rand eines kleinen Weihnachtsmarktes, welcher mit vielerlei Licht in bunt und unnütz-alberner Deko in das Atrium dieses Konsumtempels eingearbeitet. Hätte ich nicht damit gerechnet, dass meinen beiden dieses Glück hold und mir selbst noch irgendetwas meinen Sichtwinkel erhellt. Erhellt – wie untertrieben. Es blendete regelrecht mein Augenlicht aus dieser drehbaren Kreolen-Vitrine heraus. Im reinsten Silber waren sie mit diesen sündhaft teuren Juwelen nicht zu übersehen. Doch gönnt man sich sonst nichts. Zumal es eh das letzte Mal wär, dass ich mich in so unangenehme Unkosten stürzte. Geht doch, wenn man den Majanesen Glauben schenken darf, am Freitag (was dann wie schon festgestellt Übermorgen) die Welt unter. Hat hier jetzt so noch Niemand für voll genommen. Alles andere als Endzeitstimmung. Stattdessen dröhnte „Morgen Kinder wird’s was geben“ aus dem Lautsprecher von dem kleinen Kleinkind-Kettenkarussell, welches mittig auf diesem türkisch angehauchten Weihnachtsmarkt stand, durch die Einkaufshallen. Was wird es denn da morgen wohl wollen geben? Im schlimmsten Fall unser aller Ende! Davon lass ich mir doch nicht den Tag versauen, so gut wie das an dem Tage lief.
Die bunte junge Frau, welche sich hinter dem Tresen stabilisierte … Halt, nein, ich muss das erklären! Genaugenommen waren es zwei und beide hatten für diese Veranstaltung die komplett falsche Kostümierung. Auch wenn diese eine der beiden Schmuckwarenverkäuferinnen mindestens einen ganzen Kopf größer, hatten sie doch etwas von nicht-eineiigen Zwillingen. Was der einen ein gestreckter Irokese in Regenbogen über ultrakurz gemähte grüne Stoppeln, überdeckelte der Kürzeren rechtes Haupt ein nachtschwarzer Scheitel, welcher streng nach hinten gezurrt in einem geflochtenen Zopf nach zirka dreißig Zentimetern sein jähes ausgefranstes Ende fand. Die andere, die linke, Schädelseite lag bis auf eine grimmig dreinblickende Maus, welche sich als Tattoo durch die Schädeldecke ins Freie fraß, blank. Der dazu passende Schmuck, der das visuelle Antlitz beider bereicherte, zeugte von Kreativität und war so gar nicht der eigenen Auslage Herkunft. Hing der Fräulein Irokese der Halbjahresverbrauch eines ausgewachsenen Großvaters an Rasierklingen nebst abgebrochener Näh- und Stopfnadeln aus dem Gesicht, baumelte der Gruftine ein nicht geringer Teil eines Metallbaukastens vom Haupt. Einzig einig waren sie sich bei den Sicherheitsnadeln, welche vom linken Ohre tropften. Am rechten baumelte zusätzlich, außer etwas Altmetall, eine daumengroße Vodoopuppe. Witziger Weise ähnelte diese der jeweiligen Freundin. Auf Schminke wollte das Duo natürlich auch nicht verzichten. War der Punkine die ganze bunte Vielfalt eines Schulmalfarbkastens behilflich, stand Nosferatus femininem Ebenbild die eingeschränkt-abstrakte Farbenwelt des Schwarzweißen in Gänze zur Seite. Vollendung fand das Gesamtbild beider, in der wohlgewählten Kostümierung. Eingeschnürt bis Oberkante Hals in schwarzes Leder, hing der kleinen blassen eine weise Rüschenrosette aus dem gen Nord gekrempelten Kragen. Gleiches zeigte sich aus beiden Ärmeln. Zirka einen viertel Meter unter den kurzen Hosen endeten ihre Schnürstiefel. Diese, wie alles andere an ihr, farbig analog abgestimmt. Was auch sonst!
Bei der Bunten – wie nicht anders erwartet – bunt in fast allen Farben. Eine schon übertrieben-dezente Mischung aus Flower Power und den Kellys Mitte der Neunziger. Nur nicht so zugeknöpft wie die kleine Gruftine. Offenherzig präsentierte sie ihr noch im Wachstum befindliches Dekolleté, auf dem sich eine starkbehaarte Tarantel auf dem Weg befand, sich zwischen den noch leeren Milchtüten zu verstecken. Derselbe grimmig dreinblickende Gesichtsausdruck wie schon bei der Maus verriet die Kunst und das Geschick eines Fachkundigen Tattooteurs.
Also wie schon erwähnt, die junge bunte Frau, welche mich, außer dass sie die Schmuckstücke noch weihnachtlich schick eintütete, zu diesem Einkauf fast überschwänglich beglückwünschte, musste noch kichernd erwähnen, dass diese beiden Stücke einmalig seien. „Unikate“, wie sie mir versicherte: „Weil, wie sie sehen, sehen sie diese nicht mehr. Würden sie jene aber noch hängen sehen, hier irgendwo, dann würden sie diese Jenen doppelt sehen und hätten somit was an Augen.“ Dazu schenkte sie mir ihr schönstes Lächeln, was ein Zahnarzt mit Hilfe von Draht und Epox hatte versucht so gut wie es ihm eben möglich, intern beisammenzuhalten. Die dazugehörige Glühweinfahne mit einem Hauch abgestandenem Amaretto verriet eine schon länger anhaltende Weihnachtsstimmung. Ja, dachte ich mir, die Mischung macht’s.
Ich wollte mich darüber nicht aufregen. Ist Übermorgen doch eh Schluss, vielleicht. Und ein Schnäppchen hätt ich wohl auch gemacht, wie sie mir in ihrem Jingle-Bells-Modus versicherte. Dazu zeigte sie ein letztes Mal ihre Zahnspange und wünschte mir schon mal vorbeugend:
„Happy New Year!“
„Wie belieben?“
„Nen’ guten Rutsch noch!“
„Dito!“
„Häh?“
„Auch!“
„Aha hahaha!“, lachte sie albern.
Die Kleine minder farbenfrohe Freundin hatte bis jetzt noch kein Wort gesprochen. Doch wie ich sie ansah, schien sie sich von mir genötigt. Ich erschrak vor zwei gelben … oder eher grauen – nein, doch mehr gelben Zahnreihen. Oder? Ich weiß auch nicht so recht. Wenn ein Schimmel auf einer weit abgelegenen Koppel umfällt, tot. Also tot umfällt im Sommer und wird, so in etwa übern Daumen, vielleicht acht Wochen vergessen … Was wollt ich jetzt, …? Egal!
„Wir sehen uns auf der anderen Seite!“ Ich erinnerte mich eines ehemaligen Kameraden, der die Unsitte beherrschte, eine Büchse Scomber Mix mit seinen Zähnen zu öffnen. Jedenfalls antwortete ich verdutzt fragend: „Auf der anderen Seite?“
„Genau …“, raunte sie geheimnisvoll, als wenn man ihren Gaumen mit Sandpapier tapeziert hätte. Unheimlich würde es jetzt werden, würde die Kerze, welche ein zum Teelichthalter degradierter giftgrüner Drache auf dem Tresen trug, von einem plötzlich durchrauschenden Windzug ausgeblasen.
Nach diesem Zusammentreffen mit der doch etwas anderen Art, zog es mich weiter. Der Reihe nach rum, war ich doch wirklich neugierig, was es in diesem weihnachtlichen Zirkuszelt-Rondell noch so zu bestaunen gab. Auch wenn ich hatte, was mich fand, zog dieser eigenwillige Weihnachtsmarkt magisch an. Zehn Stück dieser Osmanischen Feldunterkünfte, welche eine Bühne am Kreolen-Zelt beschloss, tummelten sich großzügig ausgerichtet um das kleine schon erwähnte Kinderkettenkarussell. Auf dessen Spitze ein Derwisch, der bei jeder Fahrt mit wehendem Rock wie wild sich drehte. In den Zelten präsentierte sich nicht nur die Auslage, sondern auch gleich der scheinbar nur noch aus Resten bestehende Lagerbestand gewinnbringend. Öffnete man weit die …? Türen waren es ja nicht. Doch wenn ich sage: „Mach auf das Tuch, den Vorhang weit!“, weiß man doch was ich meine? (Dann ist ja gut. Denn als zweiflügelig-aufklappbare Zeltlappen wollte ich diesen Einlass nicht betiteln. Wer weiß, wie der muselmanische Sponsor dieser mit Mondsichel bestückten Campingbehausungen auf solches reagiert?)
Und in jedem dritten Zelt duftete es nach Jasmin wie aus Tausend und einer Nacht. Roch es nach fremdartigen Gewürzen orientalischer Welten, … Sollte man zumindest glauben. Stattdessen hing das Aroma eingeschlafener Füße eines (vielleicht) Exbürgermeisters von Istanbul, welcher sich zum Ministerpräsidenten empor terrorisiert hatte, in der Luft. (Ein Typ, welcher mit den Mitteln von heute noch in der Welt von Konstantinopel sein eigen Volk von oben herab zu seinem Gunsten in die Knie regieren wird. Wenn dieser geldgeile Sack so weitermacht, zum Gespött ganzer Kontinente, wenn ich mal orakeln darf. Der Kim Jong-Unsinn vom Bosporus.) Zurück zu den Aromen dieses eigenen Universums. Gleich in Zelt drei, nachdem ich Nummer zwei, welches voll mit Spenden von Waldorfschülern … nein, noch mal … welches bis unters Dach voll von Spielzeug- und Kleiderspenden von Waldorfschülern, hatte ich ausgelassen, entkam dem Dritten ein Odeur von Weihrauch und Myrre. Das muss es sein, das heilige Zelt vom osmanischen Weihnachtsbasar. Krippen, Engel, Kreuze und alles in Groß und Klein. Und aus allen Ecken räucherte und qualmte es nur so vor sich hin. Doch irgendwie war ein Geruch dazwischen, der so gar nicht passen wollte. Selbst der junge Verkäufer, dessen Teint nicht unpassender konnte sein, verriet die Rasta-Matte den versteckten Irrtum.
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