Christiane Barckhausen - Tina Modotti

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'Fotografin und Revolutionärin' so ist das Etikett auf Tina Modotti seit den siebziger Jahren.
Christiane Barckhausen näherte sich dieser beeindruckenden 'Frau des 20. Jahrhunderts' aus dem mit ihr empfundenen Widerstreit zwischen Kampf und Kunst.
Tina Modotti lebte beides.
Als Fotografin schuf sie Kunstwerke in Licht und Schatten, als Revolutionärin tauschte sie die Kunst gegen den organisierten Kampf für eine menschliche Welt.

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Aber gerade jetzt, da es eine greifbar nahe Perspektive für die Realisierung aller Träume gab, war Tina mit anderen Dingen beschäftigt. Anfang 1921 hatte sich dem Freundeskreis ein Mann angeschlossen, den sie von der ersten Begegnung an bewunderte und für den sie bald eine ganz anders geartete Liebe empfand als die, die sie für Robo verspürte.

Der Fotograf Edward Weston war zehn Jahre älter als Tina und beeindruckte sie durch seine Entschlossenheit, zugunsten künstlerischer Experimente auf die sichere Einnahmequelle der Porträtfotografie zu verzichten. Anders als Robo, der Träumer, war Weston ein Mann voller Energie und Lebensfreude, und zu einem erfüllten Leben zählte für ihn auch die ausgelebte, ungefesselte Sexualität als Quelle und Spenderin von Kreativität.

Die Liebe zu Weston stürzte über Tina herein wie eine Naturgewalt, der sie sich nicht entziehen konnte und wollte. Die freie Liebe und ein Geschlechterverhältnis ohne Besitzanspruch waren auch von der russischen Revolutionären Alexandra Kollontai bei einer Vortragsreise durch die USA propagiert worden. Sie gehörten zu den Maximen, nach denen Robo, Tina und die Freunde lebten. Die Liebe zu Weston hatte nichts zu tun mit der Liebe zu Robo und konnte sie auch nicht verdrängen. Wenn Tina diese neue Liebe auslebte und sich ihr stellte, dann akzeptierte sie einfach eine andere, bisher noch nicht entdeckte Seite ihrer Persönlichkeit. Es scheint sicher, dass das Verhältnis zwischen Tina und Weston Robo nicht verborgen blieb, dass er es akzeptierte und dass nicht einmal seine Freundschaft zu dem Fotografen darunter litt. Und da Weston verheiratet war und vier Söhne hatte, stand eine feste Bindung an Tina auch niemals auf der Tagesordnung.

Als Robo im Dezember 1921 den Zug nach Mexiko nahm, um herauszufinden, ob der Plan einer definitiven Übersiedlung tatsächlich realisiert werden konnte, blieb Tina in Kalifornien und entschloss sich erst Anfang Februar 1922, ihrem Mann nach Mexiko zu folgen, aber im Augenblick der Abreise erhielt sie die telegrafische Nachricht, dass Robo am 9. Februar an Pocken gestorben sei. Sie reiste dennoch zusammen mit ihrer Schwiegermutter Rose Richey nach Mexiko, um Robo in dem Land zu beerdigen, in dem er sich der Verwirklichung seiner Träume nahe gefühlt hatte.

Der kurze Aufenthalt in Mexiko und die Begegnung mit Künstlern wie Diego Riviera, Xavier Guerrero und Clemente Orozco überzeugten Tina davon, dass sie in diesem Land ihre Kreativität freisetzen und einen Weg finden konnte, der ihrer Veranlagung und ihren Ideen entsprach. Die Tatsache, dass einen Monat nach dem Tode Robos auch ihr Vater starb, muss ihren Entschluss noch gefestigt haben. Im Sommer 1923 gelang es ihr, Edward Weston zur Abreise zu bewegen. Um sich vor seiner Frau zu rechtfertigten erklärte der Fotograf, Tina würde in Mexiko sein Studio betreuen und ihm den Haushalt führen. Als »Gegenleistung« würde er sie im Fotografieren unterrichten.

Die Zeit, die Tina Modotti und Edward Weston gemeinsam in Mexiko verbrachten, ist in Westons Tagebüchern ausführlich dokumentiert. Gemeinsame Erkundungen von Land und Leuten, Begegnungen mit mexikanischen Künstlern, Intellektuellen und Politikern, die Anerkennung, die ihre fotografischen Arbeiten in der Öffentlichkeit fanden, ihre unterschiedlichen Haltungen gegenüber den politischen Ereignissen im Lande, das ständige Auf und Ab ihrer Beziehung – all dies könnte ein ganzes Buch füllen.

Besonders auffällig ist die Tatsache, dass Tinas Entwicklung sich in dieser Zeit nicht nur unter dem Einfluss, sondern auch in der Auseinandersetzung mit dem Lehrer und Geliebten vollzog. Ihre ersten Fotografien zeigen, dass sie seine Erfahrung und sein Können als Fotograf schätzte und ihn als unbestrittenen Lehrmeister betrachtete. Aber es dauerte nicht lange, bis sie eine eigene Haltung zum fotografischen Sujet entwickelte und – im Gegensatz zu ihrem Lehrer – Menschen als wichtiges Element ihrer Bilder betrachtete. Dank ihrer Aufgeschlossenheit und dank der Tatsache, das sie leicht Zugang zu den Menschen auf der Straße fand, gelang ihr eine stärkere und dauerhaftere Identifikation mit Mexiko und den Mexikanern, die für Weston stets unergründlich und irritierend blieben.

Anfang 1924 bildeten die mexikanischen Maler, die zu dieser Zeit die ersten Werke des später weltberühmt gewordenen Muralismus schufen, eine Gewerkschaft, die ihre Aufnahme in die Kommunistische Internationale beantragte. Ab März 1924 gaben sie die Zeitschrift EL MACHETE – wenig später offizielles Organ der Kommunistischen Partei Mexikos – heraus. In dieser Zeitschrift findet sich bereits im August 1924 der erste von Tina Modotti übersetzte Artikel über den italienischen Faschismus. Anders als Edward Weston diskutierte sie mit den mexikanischen Freunden nicht nur über die Kunst und ihre gesellschaftliche Rolle, sondern auch über die politischen Verhältnisse im Lande und in der Welt.

Die Kommunistische Partei Mexikos war zu jener Zeit zahlenmäßig unbedeutend, aber zu ihren Mitgliedern und Führern gehörten einige der bekanntesten Künstler des Landes, fast alle enge Freunde Tinas. Auch die Freundschaft mit dem in Mexiko lebenden deutschen Wirtschaftswissenschaftler Alfons Goldschmidt, der die Sowjetunion aus eigenem Erleben kannte, sollte mitbestimmend für ihre politische Entwicklung sein, ebenso wie die Bekanntschaft mit Ella und Bertram Wolfe. Der Nordamerikaner Bertram D. Wolfe unterstützte die Mexikaner damals beim Aufbau der Kommunistischen Partei, und seine Frau Ella leitete die im Frühjahr 1924 gegründete mexikanische Sektion der Internationalen Roten Hilfe (IRH).

Zwischen Dezember 1924 und August 1925 besuchte Edward Weston seine Familie in Kalifornien. Es ist auffällig, dass aus dieser Zeit nur wenige Briefe erhalten blieben, die Tina ihm aus Mexiko schrieb. Diese sieben Monate sind die am wenigsten dokumentierte Zeit in Tinas Leben, und mehrere Fakten scheinen die Hypothese zu untermauern, Tina könnte schon zu diesem frühen Zeitpunkt eine Reise nach Moskau unternommen haben.

Leo M. Matthias, ein deutscher Schriftsteller, der im Jahre 1924 zu den ständigen Besuchern des Hauses Weston-Modotti gehört hatte, erinnert sich in seinen Memoiren an eine Begegnung mit Tina Modotti in Berlin im Jahre 1925, als sie »auf der Durchreise nach Moskau« war. Matthias versuchte, sie von der Sinnlosigkeit einer Weiterreise zu überzeugen und nannte als Argument »den Machtkampf zwischen Stalin und Trotzki«, bei dem Tina, wie er meinte, »leicht zwischen die Räder geraten« könnte. Es ist zwar möglich, dass sich Matthias im Jahre 1970, als er seine Memoiren schrieb, um fünf Jahre geirrt hat und dass er Tina erst 1930 in Berlin begegnete, aber zu diesem Zeitpunkt war der Hinweis auf den Machtkampf zwischen Stalin und Trotzki fehl am Platz, da Trotzki längst aus der UdSSR ausgewiesen worden war.

Erstaunlich ist auch die Tatsache, dass Tina im Dezember 1924 ein Testament verfasste, das später unter Westons Papieren gefunden wurde:

»Ich – Tina Modotti – vermache hiermit im Falle meines Todes an Edward Weston meinen gesamten persönlichen Besitz: Möbel, Bücher, Fotografien usw. sowie die gesamte Fotoausrüstung: Objektive, Kameras etc. Er kann für sich behalten, was er mag, und den Rest unter meinen Angehörigen und Freunden verteilen. Hiermit bekunde ich auch meinen Willen, verbrannt zu werden.«

Was konnte eine Frau von nicht einmal 30 Jahren bewogen haben, ihr Testament zu machen? Der Gedanke an eine Reise nach Moskau liegt nahe, zumal Tina bereits im Jahre 1925 in der Einheitsfront für Sacco und Vanzetti und in der antifaschistischen Liga aktiv war. Aber hätte sie in Moskau einen politischen Kursus – etwa an der Universität der Völker des Westens – absolviert, so hätte sie Jahre später, als sie bei der Komintern ihre Kaderakte ausfüllte und ihren Lebenslauf schrieb, einen solchen Fakt auf keinen Fall verschwiegen. In ihrem 1932 verfassten Lebenslauf erwähnte sie auf die Frage nach ihrer politischen Bildung jedoch nur »die Bildung, die man sich aus revolutionären Büchern, bei Parteidiskussionen und auf Konferenzen erwirbt«. Und, wie sie besonders hervorhob, das, was sie von ihrem Mann Vittorio Vidali gelernt hatte, »der politisch viel weiter entwickelt ist als ich«. Wenn Tina also schon 1925 eine Reise nach Moskau gemacht hat, dann kommt als Anlass nur die Teilnahme an irgendeinem Kongress in Frage. Eine definitive Antwort können hier aber nur die Komintern-Archive in Moskau geben.

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