Magnus Dellwig - 1918 - Wilhelm und Wilson

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1918 - Wilhelm und Wilson: краткое содержание, описание и аннотация

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Der Erste Weltkrieg gilt als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Das wurde er vor allem durch sein Ende, das seit 1918 viele neue Konflikte schuf. «1918-Wilhelm und Wilson» spielt in der großen Politik. Es geht um die Fiktion eines Verhandlungsfriedens. Warum erst 1918? Erst dann lagen mit Wilsons 14 Punkte-Programm und dem Ende des Krieges zwischen Deutschland und dem bolschewistischen Russland neue Chancen vor, um die festgefahrenen Kriegsziele von Entente und Mittelmächten zu überwinden.

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18. März 1917. Vor zwei Tagen hatte Zar Nikolaus II. in Petrograd abgedankt. Als mich die Nachricht am frühen Abend erreichte, griff ich sofort zum Telefonhörer und rief meinen Freund Albert Ballin in Hamburg an. Albert wirkte auf mich verstört, sogar verwirrt. Dann gab er unumwunden zu, sich noch keinen rechten Reim auf die neue Lage machen zu können. Er würde dennoch oder gerade deshalb gerne mit mir sprechen. Ich lud ihn spontan nach Berlin ein, da ich hier derzeit nicht abreisen könne. Albert nahm sogleich an und wünschte unser Treffen um Walther Rathenau zu erweitern. Selbstverständlich war ich einverstanden. So kam es, dass wir drei am frühen Nachmittag des 18. März zusammenkamen.

Und plötzlich werden aus Gedanken Bilder. Jetzt habe ich die Erinnerung wie im Film vor mir: Als ich in Walthers Villa in der Koenigsallee 65 in Grunewald eintreffe, zündet sich Albert Ballin im Wintergarten erst einmal eine Zigarre an. Bei Kaffee und Kuchen sitzen wir etwas wortkarg beisammen - und benötigen erst einmal ein wenig Zeit, um ins Gespräch zu kommen. Nach ein paar belanglosen Sätzen über das Wetter, die Reichsbahn und den Sport kommt Albert dann zur Sache.

„Vielleicht hast du, lieber Gustav, es bemerkt, als wir miteinander telefonierten: Ich war vollkommen perplex. Die Nachricht von der Revolution in Petersburg nahm ich am 14. März recht euphorisch auf, weil ich mir davon zuallererst eine größere Aussicht auf Frieden versprach. Als dann aber der Zar abdankte und sein Bruder gleich mit auf den Thron verzichtete, da war ich erschüttert. Ich empfand das so, als bräche eine Welt, unsere moderne Welt, gepaart mit ihren zugleich alten, ehrwürdigen Dynastien plötzlich auseinander.”

„Was hast du denn geglaubt? Bist du so erschreckt, Albert, weil du dich fragen musstest, ob unser Kaiser denn überhaupt noch fest im Sattel sitze?”

Walther Rathenau trägt seine Bemerkung mit einem verschmitzten Lächeln und einem süffisant-oppositionellen Tonfall vor. Albert Ballin blickt ihn unvermittelt betroffen und niedergeschlagen an.

„Ja genau. Unter uns dreien darf ich das ja wohl sagen, was ich in Gesellschaft niemals so zugeben würde. Alles, woran ich glaube, die große preußische Monarchie, unser Staat, der getreu dem Geiste Hegels als fairer Sachwalter über den niederen Interessen gesellschaftlicher Gruppen steht, ja dieses Königtum und unser Reich spürte ich Wanken, und den Boden unter meinen Füßen gleich mit. Ich dachte mir, das überlebst du nicht, falls auch bei uns in Deutschland die Revolution und das Chaos ausbrechen sollten. Für solche Fälle hast du in deiner Schreibtischschublade zu Hause in Hamburg, im Arbeitszimmer im ersten Stock deines Hauses an der Elbe, deinen kleinen, handlichen Damenrevolver liegen. Ich meine, falls ich einmal nicht mehr ertragen möchte, was aus unserer Welt zu werden droht.”

„Na, na, lieber Albert. Werde doch nicht zum Defätisten! Das passt doch ganz und gar nicht zu dir. Ich bin ja nun auch zwanzig Jahre jünger als du. Aber bei aller vaterländischen Liebe zum Hause Hohenzollern denke ich immer nur an die Zukunft und wie ich zu ihr beitragen kann. Ich denke indes niemals an mein Ende.”

„Jawohl, mein lieber Gustav. Das macht nun einmal den guten Politiker aus, dass du immer nur an deine Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme denkst. Albert und ich sind da wohl doch noch etwas mehr Männer der Wirtschaft, um zuvörderst die Folgen für die Welt der Arbeit zu erblicken, falls es zur Revolution in Deutschland kommen sollte. Aber ich gebe euch unter den aktuellen Umständen unumwunden Recht: Die Verhältnisse sind ganz besondere. Und weil das so ist, erfordern sie ebenfalls sehr besondere Handlungen. Ich habe deshalb auch etwas unternommen, dass ich mir nur eine Woche zuvor wohl kaum zugetraut hätte.”

Walther Rathenau lehnt sich in dem bequemen, dick gepolsterten Strohsessel zurück und lächelt uns ein wenig herausfordernd an.

„Ihr kommt einfach nicht darauf, wen ich gestern Mittag angerufen habe.”

Walther lässt die Stille einige Sekunden im Raum stehen, und uns regelrecht vor Spannung schmoren. Doch ich bleibe ganz ruhig, und still. Auch Albert strahlt völlige Ruhe aus, obgleich das Leuchten in seinen Augen mir die Spannung verrät, unter der er steht.

„Na schön, meine Freunde. Ihr seid richtige Spielverderber, dass ich euch so wenig aus der Reserve zu locken vermag. Ich habe bei einem prominenten Mitglied der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion angerufen.”

„Nein! Das kann doch nicht wahr sein.” So entfährt es mir vor Überraschung.

„Wer war es denn und was wolltest du von ihm?”

„Na, jetzt habe ich euch aber doch neugierig gemacht, nicht wahr? Selbst der stets sehr beherrschte Albert kann seine Neugierde kaum verbergen. Tja, ich habe mit Scheidemann gesprochen.”

„Ausgerechnet der, der unseren Kaiser vor dem Krieg gleich mehrmals im Reichstag auf derart unverschämte Weise beleidigt hat!”

Albert Ballin vermag aus seiner Geringschätzung der Person Philipp Scheidemanns, des Vorsitzenden der SPD-Reichstagsfraktion, keinen Hehl zu machen. Doch das ruft nur erneut Walther auf den Plan.

„Das habe ich mir schon gedacht, lieber Albert, dass du von Scheidemann nichts wissen willst. Aber ich habe mal gedacht wie ein Politiker, und ich glaube, unser Freund Gustav wird mir gleich recht geben müssen:

Philipp Scheidemann ist neben dem Parteivorsitzenden Ebert allen verbalen Attaken der Vergangenheit zum Trotz der Mann der Zukunft innerhalb der deutschen Sozialdemokratie. Er kann nicht nur reden, er hat das nötige pragmatische Gespür für die Notwendigkeiten der Situation. Er hat ferner den nötigen Ernst, um die durchaus prekäre Lage zu erkennen, in welcher Reich und Monarchie sich befinden. - Und ich habe ihn angerufen, weil ich darauf vertraue, dass Scheidemann allen Vorwürfen vom vaterlandslosen Gesellen zum Trotz doch der Mann ist, der als deutscher Patriot in der Stunde der Not zum Reich steht und bereit ist, die von ihm geführte Arbeiterschaft in der nun beginnenden Entscheidungsphase des Krieges vollends in den Dienst der Nation zu stellen. - Aber das gilt sehr wohl nur dann, wenn hier ein Handel auf Gegenseitigkeit gelingt. Kannst du dir vorstellen, was Scheidemann verlangt, lieber Gustav?”

Ich bin tief in die Polster meines Sessels gesunken und starre Walther mit offenkundigem Erstaunen im Gesicht an. Das hindert mich allerdings nicht daran, den Ausführungen Rathenaus zu folgen und insgeheim blitzschnelle Auswertungen vorzunehmen.

„Scheidemann hat sich im Jahr 14 für die Bewilligung der Kriegskredite eingesetzt. Ich kann mir vorstellen, dass er seinen Beitrag dazu leisten würde, den Krieg von nun an für das Reich zu gewinnen. Ich habe auch eine persönliche Vermutung, dass es ihm neben der höchst bescheidenen Lebensmittelversorgung um etwas anderes, größeres für die Gestaltung der Nachkriegszeit geht. Machtvolle Entscheidungen, zum Beispiel über die öffentlichen Finanzen, fallen gar nicht im Reichstag, sondern im Preußischen Abgeordnetenhaus. Ein Staat, der zwei Drittel aller Bürger, der Wirtschaftskraft und aller Steuern des Reiches stellt, wird auch in Zukunft so mächtig sein, dass die Sozialdemokratie auf respektablen Einfluss dort drängen muss. Und was finden wir dann vor? Das preußische Dreiklassenwahlrecht. Selbst wenn alle Arbeiter die SPD wählten, käme die Partei realistisch betrachtet auf weniger als 30 Prozent der Mandate im Abgeordnetenhaus. Denn ein Arbeiterlohn reicht einfach nicht aus, um in der zweiten Steuerklasse wählen zu dürfen. Das ist für Ebert und Scheidemann unter keinen Umständen akzeptabel.”

„So ist es, Gustav. Ich habe Scheidemann gerade heraus gefragt: Was verlangen sie von Adel und Bürgertum, von den herrschenden Eliten in Deutschland, damit der deutsche Arbeiter weiter kämpft und arbeitet, damit unser Reich den Krieg zumindest im Osten gewinnt und einen ehrenvollen Frieden erlangt? Seine Antwort folgte wie aus der Pistole geschossen: Das allgemeine und gleiche Wahlrecht in Preußen natürlich.”

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