Magnus Dellwig - 1918 - Wilhelm und Wilson
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Wie sehr ein Bündnis ganz anderer Art zum Wohle unseres Vaterlandes würde gedeihen mögen, darüber spekulierte ich mit völlig anderen Herren: Wieder war es ein vertrauter Dreier-, dann Viererkreis, in dem sehr geheime Gespräche über die Zukunft der politischen Ordnung unseres Landes geführt wurden. Matthias Erzberger vom Zentrum, Conrad Haußmann von der Fortschrittlichen Volkspartei, also den Liberalen links von uns Nationalliberalen, und Philipp Scheidemann von der Sozialdemokratie trafen sich im März 1917. Als ich davon erfuhr, beantragte ausgerechnet ich, der Nationalliberale, im Reichstag hoch offiziell die Einrichtung des Verfassungsausschusses. Ich war mir sicher, dass eine tragfähige Übereinkunft der demokratischen Mehrheit im Parlament mit uns Nationalliberalen eben nur über die behutsame Reform des preußischen Dreiklassenwahlrechtes zu erzielen war. In jenem März 1917 zogen mich die drei Fraktionsführer zu ihren Gesprächen hinzu, weil sie für ihr Vorhaben der Unterstützung meiner Fraktion dringend bedurften. Die drei Kollegen Reichstagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende einte die Erwartung, dass die soeben begonnene Revolution in Russland nicht ohne Folgen für die beiden Kaiserreiche der Mittelmächte bleiben würde. Wir vier dachten ähnlich. Wir befürchteten ein Erlahmen der Kriegsunterstützung bei den Massen an der Heimatfront. Und sehr bald bestätigten sich unsere Erwartung. Vom 6. Bis zum 8. April fand der Gründungskongress der so genannten „Unabhängigen“ SPD statt, getragen von 20 Abweichlern aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion samt ihres Anhangs.
Wenn nun aber die Männer und Frauen in den Fabriken nicht mehr ihr Bestes gaben, um zehn Stunden am Tag Munition und Waffen, Uniformen und alles Weitere herzustellen, ja wie sollten wir dann diesen brutalen Material- und Abnutzungskrieg gegen einen materiell und zahlenmäßig überlegenen Gegner gewinnen? Unsere Gespräche kreisten um zwei Themen, das Wahlrecht in Preußen und eine denkbare Friedensinitiative des Reichstages. Jeder von uns hatte wiederum in seinen Reihen wichtige Gesprächspartner, die uns stets das Gefühl vermittelten, in unseren Parteien jeweils nicht alleine da zu stehen. Für Scheidemann war sein Parteivorsitzender Friedrich Ebert wohl ein genau so bedeutender Rückhalt wie mein noch Parteivorsitzender Ernst Bassermann für mich. Dieser gute alte Freund, so gebrechlich er in seinen letzten Lebensmonaten bis zum Juli 1917 auch wurde, so uneingeschränkt hat er mir Mut zugesprochen, zum Wohle des Reiches eine große Koalition aus linken wie rechten Liberalen, Zentrum und eben auch SPD zu erreichen.
Doch erneut springe ich von den inneren Kreisen der Macht zu den Inhalten der Politik in jenem Schicksalsjahr 1917. Also will ich nur die wichtigsten Ereignisse einmal der Reihe nach zusammen bringen.
Februar 1917, der Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krieges des Deutschen Reiches gegen Großbritannien, anschließend werden die diplomatischen Beziehungen durch die USA gegenüber dem Reich abgebrochen.
März 1917, Sankt Petersburg, in der Hauptstadt des Russischen Reiches bricht die Revolution aus. Die Liberalen, die Demokraten und die Menschewikí als die gemäßigten Sozialdemokraten bilden in der Folge eine Regierung. Russland bleibt zwar an der Seite der Entente, doch seine Kampfkraft sinkt rapide, nicht zuletzt durch Massendesertationen der einfachen Soldaten, die endlich wieder nach Hause, auch die Ernte einfahren wollen.
März 1917, die Sozialdemokraten im Deutschen Reichstag fordern unter dem Eindruck der revolutionären Ereignisse in Russland so vehement wie niemals zuvor die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes in Preußen. Wer millionenfach für sein Vaterland als Soldat sein Leben riskiere oder diszipliniert bis zur Erschöpfung in den Fabriken arbeite, so die Argumentation, habe das uneingeschränkte Wahlrecht verdient - ein Wahlrecht, das übrigens ja seit 1871 für die Wahlen zum Deutschen Reichstag bereits Gültigkeit besitze.
7. April 1917. Kaiser Wilhelm II. kündigt auf erheblichen Druck Bethmann-Hollwegs hinter den Kulissen der Reichshauptstadt in seiner Osterbotschaft die Aufhebung des Preußischen Drei-Klassen-Wahlrechtes für die Zeit nach dem Kriege an.
April 1917, 20 Abgeordnete der SPD im Reichstag gründen die USPD. Der Parteiführer der radikalen russischen Sozialdemokraten, der Bolschewiki, Lenin, durchquert im berühmt gewordenen blombierten Eisenbahnwaggon - Ausdruck der Exterritorialität seines Verkehrsmittels - aus dem Schweizer Exil kommend Deutschland bis zur Ostseeküste, um dann über Schweden und Finnland ankommend ab Ostern in die Russische Innenpolitik einzugreifen.
Ebenfalls April 1917, die Vereinigten Staaten von Amerika erklären dem Deutschen Reich den Krieg. Im Juni beginnt die Mobilmachung von Truppen, deren erste Verbände im Juli in Frankreich eintreffen.
Juli 1917, am 2. des Monats weicht der Reichskanzler uns vier Fraktionsführern gegenüber in der Frage der Wahlrechtsreform und des Friedens auf unerträgliche Art und Weise aus. Mit der Friedensresolution des Deutschen Reichstags vom 16. Juli befürwortet die Parlamentsmehrheit aus Zentrum, Sozialdemokraten, Fortschrittlichen und einem Teil der Nationalliberalen die Aufnahme von Friedensverhandlungen, im Grundsatz auf der Grundlage des Status quo ante Bellum.
Zeitgleich im Juli 1917, nach acht Jahren Kanzlerschaft wird Theobald von Bethmann-Hollweg als Kanzler des Deutschen Reiches entlassen. Wegen seiner Sympathien für eine Wahlrechtsreform und seiner - angesichts der Debatten um die Friedensresolution sichtbar werdenden - Distanz zu Kriegszielen, die mit der Entente wegen ihrer Maßlosigkeit schlicht nicht verhandelbar sind, betreiben Konservative und Schwerindustrie, Oberste Heeresleitung und der Kronprinz den Vertrauensentzug durch den Kaiser. Aber auch wir von der Reichstagsmehrheit stehen nicht mehr hinter ihm, nachdem er uns noch im Gespräch am 2. Juli jede Unterstützung versagt hatte. Gewonnen hatten wir dadurch leider nichts, denn die OHL alleine bestimmte mit Michaelis den neuen Kanzler. Auch ich war noch nicht reif, oder besser gesagt abgebrüht genug, um schon damals klug modellierte, selbst für Kaiser und OHL unabweisbare Forderungen nach einer Regierungsbeteiligung meiner Partei und der drei demokratischen Fraktionen zu erheben.
September 1917, Gründung der Deutschen Vaterlandspartei unter dem Vorsitz von Admiral Alfred von Tirpitz. Mit der Parteigründung verfügen die Alldeutschen erstmals über eine parteipolitische Organisation zur Verfolgung ihrer maximalen Kriegsziele zur Annexion großer Gebiete in West- und Osteuropa.
November 1917, Wilhelm II. ernennt den bayerischen Zentrumspolitiker Georg Graf von Hertling als Nachfolger von Georg Michaelis zum Reichskanzler. Oktober - Revolution in Russland, die Bolschewiki an der Macht.
Dezember 1917, Beginn von Friedensverhandlungen zwischen Russland, dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn in Brest-Litowsk.
Denke ich an jene rasante Abfolge zukunftsträchtiger Entwicklungen aus dem Jahre 1917 zurück, so scheint eine gewisse Zwangsläufigkeit vorgeherrscht zu haben und alles auf den Zeitpunkt der großen Entscheidung über Krieg und Frieden, Sieg oder Niederlage im Folgejahr 1918 zugesteuert zu sein. Aber das stimmt so selbstverständlich nicht! Aus der Warte eines der Beteiligten fehlte dem Jahre 1917 über lange Zeit die klare Richtung, die Tendenz, wohin uns der Weg tragen werde. Umschwünge, Rückschläge, Ratlosigkeiten herrschten immer wieder vor. Genau so lösten Hochgefühle Tage oder Wochen von überwiegender Niedergeschlagenheit ab. An alles erinnere ich mich auch tatsächlich nicht mehr. Doch es bleiben mir Szenen von erheblicher Bedeutung als Schlüsselereignisse in meinem Leben und im Leben meiner Nation tief ins Gedächtnis eingebrannt. An sie werde ich immer aufs Neue denken, solange unser Herrgott mir vergönnt, jeden Morgen wieder die Sonne am Himmel über Berlin aufsteigen zu sehen.
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