Christine Kraus - Lintu

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Ihre außergewöhnliche Gabe ist zugleich ihre große Leidenschaft: Im Wind liegen, die Erde von oben betrachten, ein Ziel pfeilschnell erreichen – in jedem unbeobachteten Moment bewegt sich Elli schwebend durch die Welt. Doch sie kann ihre Freude mit niemandem teilen: Schon früh musste sie lernen, ihre Fähigkeit vor anderen zu verbergen. Auch die Frage, warum sie fliegen kann, bleibt unbeantwortet – in ihrer Familie wird nicht darüber gesprochen. Am Rand einer großen Stadt versucht die junge Frau, ein unauffälliges Leben zu führen, bis der Überfall auf eine geliebte Freundin alles verändert. Nicht ganz freiwillig weiht Elli ihren besten Freund in ihr Geheimnis ein und entdeckt gleichzeitig Hinweise zu ihrer Herkunft. Elli schöpft Hoffnung, dem Rätsel endlich auf die Spur zu kommen. Entschlossen, Menschen zu finden, die so sind wie sie, macht sie sich auf die Suche und nimmt mutig jede Herausforderung an, die auf ihrem Weg liegt.

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Ich wurde nachdenklich. Irgendetwas war komisch an der Geschichte. Warum waren die Bücher auf einmal weg gewesen? Damals hatte ich vermutet, dass meine Eltern dahintersteckten. Aber warum sollten sie Bücher beiseiteschaffen, die offensichtlich niemand vermisste und die ich nicht einmal lesen konnte?

Meine Nachfragen hatten nur das berühmte Schweigen hervorgerufen, das auch über Großmutter und meinem Fliegen lag. Sie hatten eine Technik entwickelt, nicht über Dinge zu reden, gegen die ich nicht ankam. Nicht als Kind und auch heute noch nicht. Vielleicht waren es diese Bücher, die ich finden musste.

Vielleicht hatte ich gar nicht so falsch gelegen, und es waren tatsächlich Aufzeichnungen von Großmutter.

Ich erinnerte mich dunkel an die Miene meines Vaters, als ich von dem Karton erzählt hatte. Besorgnis hatte darin gelegen. Das war für mich nichts Neues gewesen – wenn man meinem Vater einen Gesichtsausdruck zuschreiben konnte, dann war es Besorgnis. Deshalb hatte ich mir damals nichts weiter dabei gedacht. Doch jetzt nahm ich mir vor, diesen Karton noch einmal zu suchen, und zwar gründlich und sehr bald. Heute Nacht, genauer gesagt. Frau Schmidt hatte deutlich genug gemacht, dass ich keine Zeit verlieren durfte.

„Ich habe Frau Schmidt versprochen, noch einen Blick in ihren Laden zu werfen“, sagte ich.

„Wenn du mir alles erzählt hast, was ich wissen will, können wir gemeinsam hinfahren“, meinte Julien. „Ich wollte mich sowieso noch einmal dort umschauen, vielleicht fällt mir noch etwas auf.“

„Oder mir.“

„Oder dir. Aber jetzt erstmal zurück. Du hast mir noch nicht erzählt, wie es dir in der Schule ergangen ist.“

Ich zuckte mit den Schultern. „Da gibt es nichts Besonderes zu berichten. Die Schule war langweilig, wie für jeden normalen Menschen. Ich hatte ein paar lose Freundschaften, doch im Grunde blieb ich immer Einzelgängerin. Was sollte ich auch mit Menschen anfangen, denen ich verschweigen musste, was mich interessierte?“

„Hast du dich nie verplappert?“, wollte Julien wissen.

„Nie. Das Einzige, was wirklich schwierig war, war Sport. Ich musste mich immer sehr darauf konzentrieren, nicht in den Schwebezustand zu gehen, damit ich nicht auffiel. Ich vermied Sport, so oft es ging. Ich galt als unsportlich.“

„Typisch Schule“, kommentierte Julien. „Mich nannten sie Weiberheld, weil die Mädchen mich reihenweise anmachten und ich mich für keine entscheiden wollte.“

„Arme Mädels“, grinste ich, „heute wären sie wohl mit ihrem harten Schicksal versöhnt.“

„Sag das nicht“, seufzte er, „es gibt genug Frauen, die meinen, wenn sie sich nur ein bisschen anstrengen würden, könnten sie mich schon umdrehen.“

„Bis heute hattest du es auch echt schwer“, stimmte ich ihm zu. „Doch ab jetzt kannst du dich immer mit mir vergleichen, einem fliegenden Einzelgängersingle. Das müsste dich wirklich trösten.“

„Hast du denn nie jemanden gefunden, der es auch kann?“ Julien ging nicht auf meinen Versuch ein, die Sache ins Lächerliche zu ziehen.

Ich schüttelte den Kopf. „Ich habe alles versucht, was mir eingefallen ist: Jeden Zirkus abgeklappert, der fliegende Akrobaten beschäftigt, sämtliche Büchereien durchstöbert nach Hinweisen in der Literatur, meine Eltern solange mit Fragen genervt, bis sie schon ‚Nein‘ sagten, wenn ich nur den Mund aufmachte, jeder älteren Frau ins Gesicht geguckt und versucht, meine Großmutter in ihr zu erkennen. Ich bin kein Stück weitergekommen. Natürlich habe ich meine Theorien, aber Beweise habe ich keine, geschweige denn Bestätigungen.“

„Erzählst du sie mir?“

„Lieber nicht. Du weißt jetzt schon so gut wie alles von mir, irgendwas muss ich noch für mich behalten. Außerdem ist es mir peinlich.“

Julien nahm meine Antwort tatsächlich an, das hieß jedoch nicht, dass er nichts mehr wissen wollte. „Erzähl mir, was du jede Nacht treibst, wenn du ausfliegst, wie du es genannt hast. Wie lange bist du unterwegs?“

„Ich fliege gegen zwei Uhr los, da ist so gut wie niemand mehr auf der Straße, und komme dann gegen halb fünf wieder heim, bevor die Ersten zur Arbeit fahren. Seit ich nicht mehr bei meinen Eltern wohne, habe ich es ein bisschen leichter. Der Weg in den Wald fällt praktisch weg. Meine Eltern haben immer schon mitten in der Stadt gewohnt, am liebsten dort, wo es am belebtesten ist. Da war die Strecke bis zum Stadtrand nicht so einfach, selbst mitten in der Nacht. Immer von Dach zu Dach und immer auf der Hut. Nicht gerade entspannend.“

„Und was machst du dann, wenn du draußen im Wald bist?“

„Fliegen. Einfach nur so, wie wenn jemand gern rennt oder schwimmt. Und Kunststücke üben, Fertigkeiten trainieren.“

„Ist das nicht blöd, wenn es dunkel ist? Kannst du überhaupt etwas sehen?“

„Ich sehe ziemlich gut, wenn ich im Schwebezustand bin. Bestimmt nicht so gut wie Nachttiere, aber ungefähr so, als wäre Dämmerung. Das ist absolut ausreichend zum Fliegen. Klar wäre es mir lieber, ich könnte tagsüber fliegen, mach ich ja auch bei jeder Gelegenheit. Aber es reicht halt nicht. Also bleibt mir nichts anderes übrig. Ich bin froh, dass es überhaupt geht.“

„Wann bist du eigentlich bei deinen Eltern ausgezogen?“

Meine Güte, gingen dem Mann denn die Fragen nicht langsam mal aus? Ich näherte mich einer Art Erschöpfungszustand. Normalerweise sprach ich nicht sehr viel. Schon gar nicht über mich. „Als ich das Studium anfing. Es war eine gute Gelegenheit. Ich wollte schon länger weg. Auf die Dauer ist es nicht zu ertragen, wenn man sich seinen eigenen Eltern gegenüber verleugnen muss.“

„Wem sagst du das …“, warf er ein.

„Aber du hast es doch erst viel später entdeckt?“, fragte ich verwundert.

„Wäre vielleicht auch anders gewesen, wenn ich nicht versucht hätte, meinen gestrengen Eltern zu gefallen. Und so richtig verleugnen musstest du dich doch auch nicht.“

„Nein, nicht wirklich, aber sie machten immer so deutlich, dass es ihnen nicht recht war. Dass sie es gern sähen, wenn ich das Fliegen endlich aufgäbe. Das quälte mich. Und es wurde über nichts gesprochen. Egal, was ich fragte, es kamen immer ausweichende Antworten oder gar keine. Ich war manchmal so wütend auf meine Eltern, dass es nicht zum Aushalten war. Seit ich nicht mehr bei ihnen wohne, komme ich besser klar damit.“ Trotz meiner locker dahingesagten Worte merkte ich, wie Wut und Traurigkeit in mir aufstiegen. Jetzt wünschte ich mir regelrecht die nächste Frage herbei, bevor es mich ganz ergriff.

Julien ließ mich nicht im Stich. „Als ich mir selbst endlich eingestanden habe, dass ich schwul bin, hab ich ziemlich mit meinem Schicksal gehadert. Nicht wegen der ausgesprochen unangenehmen Begleiterscheinung, dass mir seitdem jede Menge Menschen Gespräche über meine Sexualität aufzwingen oder wenigstens irgendeine Bemerkung dazu loswerden müssen. Das gehört halt jetzt zu meiner Gegenwart. Es war eher die Vergangenheit, die ich beweint habe. Ich hatte das Gefühl, so viel Zeit verschwendet zu haben mit Unzufriedenheit und Unglücklichsein und klagte meine Eltern an, dass sie mir so wenig innere Freiheit gelassen hatten. Aber inzwischen bin ich so weit, dass ich glaube, ich kann frühestens am Ende meines Lebens erkennen, wie alles zusammenhängt und was wofür notwendig war. Wenn meine Eltern nicht solche Moralapostel gewesen wären, hätte ich jetzt keine Martha, und wer weiß, ob ich Gus jemals kennengelernt hätte. Wahrscheinlich auch dich nicht. Ich bin glücklich jetzt – und auch das wird nicht für immer bleiben. Alles ist in Bewegung und es ist ganz schön anmaßend von uns, jede Bewegung zu beurteilen, ohne den Gesamtzusammenhang zu kennen.“

Ich staunte. „Wow, Julien, bist du unter die Erleuchteten gegangen? Du klingst ja wie meine alte Frau Schmidt! Die schwingt auch immer solche Reden.“

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