Christine Kraus - Lintu

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Ihre außergewöhnliche Gabe ist zugleich ihre große Leidenschaft: Im Wind liegen, die Erde von oben betrachten, ein Ziel pfeilschnell erreichen – in jedem unbeobachteten Moment bewegt sich Elli schwebend durch die Welt. Doch sie kann ihre Freude mit niemandem teilen: Schon früh musste sie lernen, ihre Fähigkeit vor anderen zu verbergen. Auch die Frage, warum sie fliegen kann, bleibt unbeantwortet – in ihrer Familie wird nicht darüber gesprochen. Am Rand einer großen Stadt versucht die junge Frau, ein unauffälliges Leben zu führen, bis der Überfall auf eine geliebte Freundin alles verändert. Nicht ganz freiwillig weiht Elli ihren besten Freund in ihr Geheimnis ein und entdeckt gleichzeitig Hinweise zu ihrer Herkunft. Elli schöpft Hoffnung, dem Rätsel endlich auf die Spur zu kommen. Entschlossen, Menschen zu finden, die so sind wie sie, macht sie sich auf die Suche und nimmt mutig jede Herausforderung an, die auf ihrem Weg liegt.

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„Erzähl weiter“, forderte Julien mich auf, „ich will alles wissen. Es ist zu spannend.“

„Ich machte nichts anderes mehr als fliegen und nach meiner Großmutter fragen“, nahm ich den Faden wieder auf. „Im Sommer sollte ich in den Kindergarten gehen, doch meine Mutter meldete mich wieder ab. Sie hatte Angst, ich würde das Fliegen dort nicht lassen. Wenn sie mit mir einkaufen ging, hielt sie mich immer fest an der Hand. Überhaupt nahm sie mich nicht mehr oft mit. Ich durfte auch nicht mehr allein nach draußen zum Spielen. Das fand ich zwar blöd, aber da waren meine Eltern eisern. So flog ich halt in meinem Zimmer herum und führte meiner kleinen Schwester Kunststückchen vor. Sie war damals ein Jahr alt und schaute mir immerfort zu, wenn sie wach war. In der restlichen Wohnung durfte ich nicht fliegen. Meine Eltern meinten, ich müsste üben, mich normal zu verhalten, damit ich nicht auffiele. Sie missbilligten meine Freude am Fliegen, aber sie ließen mich gewähren. Eines Tages, meine Schwester war ungefähr zwei Jahre alt, streckte sie ihre Ärmchen nach mir aus, als ich mal wieder in der Luft vor ihr herumhampelte. Sie wollte auch fliegen. Ich fasste ihre Hände an und verband mich mit ihr. Dann war sie auch leicht und ich konnte sie nach oben ziehen. Wir schwebten durch das Zimmer. Sie war ganz still und sah mich mit großen Augen an.“

Ich hörte einen Moment auf zu erzählen, weil die Erinnerung so stark wirkte. Das war ein unglaublicher Augenblick gewesen. Ich hatte keine Vorstellung davon, wie mir die Verbindung gelungen war, doch das war nicht wichtig. Ich war nicht mehr allein. Olivia war zwar kein Ersatz für Großmutter, aber sie teilte doch immerhin meine Freude am Fliegen.

„Von da an flogen wir bei jeder Gelegenheit gemeinsam, aber ich achtete, so klein ich war, darauf, dass meine Eltern es nicht mitbekamen. Ich hatte Angst, sie würden es uns verbieten. Meine Schwester schien das zu merken, sie war immer ganz leise. Wir schwebten eigentlich nur, unser Zimmer war zu klein, um wirklich zu fliegen. Es ging bestimmt ein halbes Jahr gut, dann wollte sie schneller fliegen und Kunststückchen mit mir machen. Sie quengelte so lange herum, bis ich mit ihr Purzelbäume in der Luft schlug. Das fand sie großartig. Wir kullerten und kullerten und sie fing plötzlich laut zu jauchzen an. Meine Mutter stürzte ins Zimmer und sah uns in der Luft. Sie versteinerte auf der Stelle. Während ich mit Olivia landete, erschrocken von ihrer Reaktion, starrte sie uns nur an. Sie sagte keinen Ton und ging hinaus. Am nächsten Tag räumten meine Eltern ihr Schlafzimmer. Dort wurde ich einquartiert. Meine Eltern schliefen von da an im Wohnzimmer und Olivia blieb in unserem Kinderzimmer. Gemeinsame Zeit verbrachten wir nur noch unter Aufsicht meiner Mutter. Wir litten alle. Ich, weil ich allein spielen musste, Olivia, weil sie nicht mehr fliegen konnte, meine Eltern, weil sie nicht wussten, wie sie mir das Fliegen abgewöhnen könnten. Denn das war es, was sie wollten. Ohne mich zu zwingen. Ein Jahr, bevor ich in die Schule kam, fingen sie ein intensives Training mit mir an. Sie nahmen mich jeden Tag ins Gebet und trichterten mir ein, dass ich niemals, unter keinen Umständen, jemandem davon erzählen oder es gar zeigen durfte. Das hatte ich ja schon lange vorher begriffen, doch sie waren so ängstlich, dass sie mir einfach nicht trauten. Es war die reinste Gehirnwäsche. Nur die Erinnerung an meine Großmutter bewahrte mich davor, mir schlecht vorzukommen.

Danach ließen sie mich wieder mit Olivia allein spielen. Damals begriff ich nicht, dass es ein Test war. Ich bestand ihn, doch es war unglaublich hart. Abgesehen von meinem eigenen Verlangen, mich wieder mit ihr zu verbinden und zu fliegen, drängte sie mich, sobald wir allein waren. Ich ignorierte ihre Fragen, weil ich nicht wusste, was ich antworten sollte. Es war alles so ungerecht. Ich versuchte, sie abzulenken. Es half nicht. Sie bestand darauf, bis ich sie irgendwann anschrie, ich hätte es verlernt. Sie glaubte mir nicht und war von da an böse mit mir. Sie wandte sich von mir ab. Mit den Jahren vergaß sie, dass ich fliegen konnte. Doch die Distanz ist bis heute geblieben.“ Ich hörte auf zu sprechen, hatte einen Kloß im Hals. Meine kleine Schwester war ein schwieriges Thema für mich. Ich hing an ihr und konnte sie doch nicht erreichen.

Julien ging still neben mir her. Dann legte er seinen Arm um meine Schultern und fragte: „Und wie ging es weiter?“ In seiner Stimme lag Mitgefühl und gleichzeitig die Aufforderung, nicht in meinem Schmerz zu versinken. Vielleicht rief ich mich auch nur selbst dazu auf.

„Kurz bevor ich in die Schule kam, zogen wir in das Haus, in dem meine Eltern jetzt noch wohnen. Sie hatten endlich wieder ein Schlafzimmer. Mein neues Zimmer war ein ganzes Stück größer als mein altes, dennoch reichte es mir nicht mehr, immer nur dort herumzufliegen. Ich kam mir vor wie eines der wilden Tiere im Zoo. Immer nur im Kreis herum. In meiner Verzweiflung hatte ich die Idee, nachts abzuhauen, um geradeaus fliegen zu können. Unglücklicherweise lag mein Zimmer zwischen dem Wohnzimmer und dem Schlafzimmer und ging auf die Straße hinaus, wo abends die Laternen leuchteten. Doch ich fand einen Weg über den Dachboden. Dort gab es ein kleines Dachfenster für den Schornsteinfeger. Man konnte den Fensterflügel komplett nach außen klappen und es war so hoch oben, dass man auf die Leiter steigen musste, um es zu öffnen. Das wurde nie kontrolliert. Genau das Richtige für mich. Ich blieb also jeden Abend wach, bis es ganz dunkel war, und schwebte dann leise und schnell zum Dach hinaus. Meine Eltern haben es nie mitbekommen. Sie saßen abends vor dem Fernseher und wenn ich zurückkam, schliefen sie schon. Zum Glück hatten sie nicht diese dumme Angewohnheit, nachts nochmal ihre schlafenden Kinder zu betrachten. Das machen sowieso nur Eltern im Film, glaube ich. Ich habe das bis heute beibehalten, nachts auszufliegen.“

„Und wie ging das mit der Schule?“, unterbrach mich Julien, „warst du nicht müde am Tag?“

„Ein paar Stunden Schlaf hatte ich ja noch bis zum Morgen. Und außerdem verbrauche ich im Schwebezustand nicht viel Energie“, antwortete ich. „Es ist sehr praktisch, ich werde nicht müde, habe keinen Hunger oder Durst, meine Sinne funktionieren besser und ich bin ziemlich stark und schnell.“

„Also doch Superwoman“, neckte er mich.

„Nein, da hab ich echt keine Ambitionen.“ Ich schüttelte mich. Das gestern war zwar aufregend gewesen, aber ob ich das wirklich jeden Tag brauchte? Das Verbrecherjagen überließ ich lieber Julien und seinen Kriminalkollegen. Detektiv spielen ginge da schon eher in meine Richtung. Hauptsächlich in eigener Sache. Was mich wieder zu den ominösen Aufforderungen von Frau Schmidt brachte und meiner Hoffnung, bei meiner Schilderung etwas zu entdecken. Ich war beim Dachboden stehengeblieben.

„Der Dachboden wurde mein Lieblingsort“, erzählte ich weiter. „Dort standen lauter Sachen, die nicht in die Wohnung passten. ‚So wie ich‘, dachte ich damals. Ich verkleidete mich oft und spielte Buchhandlung mit den ganzen alten Büchern. Es gab einen Karton, in dem lagen ein paar Bücher, die mich besonders faszinierten. Eines hatte geheimnisvolle Ornamente und war in einer anderen Sprache geschrieben. Dann gab es noch mehrere handgeschriebene Bücher. Die Schrift konnte ich nicht lesen, vermutlich Sütterlin, ich konnte nur ganz wenige Buchstaben entziffern. Ich spielte immer, es seien die Tagebücher meiner Großmutter und dachte mir die Heldentaten aus, die sie aufgeschrieben hatte.“

„Hast du herausgefunden, wer sie verfasst hat?“, frage Julien.

„Nein, ich habe meine Eltern gefragt, aber die wussten es auch nicht. Sie mutmaßten, dass der Vorbesitzer des Hauses sie zurückgelassen hat. Irgendwann waren die Bücher weg. Ich habe sie gesucht, doch sie blieben verschwunden. Hab sie dann auch aus den Augen verloren. Ehrlich gesagt, erinnere ich mich erst jetzt wieder an sie.“

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