Eine Aufbrennkeramikkrone 36 hat mangelhafte Approximalkontakte und soll deshalb abgenommen, repariert und rezementiert werden ( Abb. 3). Dazu wird das Zentrum der Okklusalfläche mit einem roten Faserstift markiert ( Abb. 4). Eine Schicht Keramik um diesen zentralen Punkt soll abgetragen werden, damit die entstehenden Spannungen bei der Kronenabnahme möglichst keine Keramikbrüche verursachen. Dieser Bereich wird mit einem grünen Faserstift markiert ( Abb. 5). Anschließend wird der gesamte markierte Keramikanteil mit einem Diamantzylinder abgeschliffen ( Abb. 6aund bsowie 7).

Abb. 3Die Aufbrennkeramikkrone 36 muss wegen mangelhafter Approximalkontakte abgenommen werden und soll im Labor verbessert und rezementiert werden

Abb. 4Das Zentrum der Kaufläche wird mit einem roten Faserstift markiert

Abb. 5Der geplante Keramikabtrag wird mit einem grünen Faserschreiber als Kreis markiert

Abb. 6aMit einem Diamantzylinder wird die Keramik zentral abgetragen

Abb. 6bQuerschnitt

Abb. 7Das freigeschliffene Metall
Mit einem Spezialspiralbohrer, dem so genannten Multidrill, wird das Metall nun axial durchbohrt ( Abb. 8aund b). Der Multidrill kann je nach Härte des Metalls ca. dreimal verwendet werden ( Abb. 9). In der Aufsicht ist die zentrale Bohrung erkennbar. die nur wenig unterhalb des Metalls erfolgen sollte ( Abb. 10). Um ein Festschrauben der Krone mit der Abdrückschraube zu vermeiden, ist es notwendig, das Bohrloch mit einem kleinen Rosenbohrer oder einem umgekehrten Kegelbohrer zu unterminieren ( Abb. 11aund b). Dabei sollten nur horizontale Bewegungen mit dem Winkelstück durchgeführt werden ( Abb. 12). Es empfiehlt sich, die Unterminierung mit der Lupenbrille zu kontrollieren ( Abb. 13). Unter Einsatz eines zuvor mit einem Tropfen Vaselineöl benetzten maschinellen Gewindeschneiders wird zentral das Gewinde geschnitten ( Abb. 14 aund bsowie 15aund b). Es muss darauf geachtet werden, nur so tief wie nötig zu schneiden, denn die Gewindegänge sollen lediglich ins Metall geschnitten werden. Dazu ist der Gewindeschneider im Winkelstück mit Hilfe einer Drehmomentmaschine auf eine langsame Drehzahl und ein Drehmoment von 20 Ncm einzustellen.

Abb. 8aMit dem Multidrillbohrer wird die Krone axial perforiert

Abb. 8bQuerschnitt

Abb. 9Der spezialgehärtete Spiralbohrer Multidrill

Abb. 10Die zentrale Perforation

Abb. 11aMit einem umgekehrten Kegel oder einem Rosenbohrer wird die Bohrstelle sorgfältig unterminiert

Abb. 11bQuerschnitt

Abb. 12Horizontale Bewegungen zur Unterminierung

Abb. 13Das unterminierte Bohrloch

Abb. 14Mit dem Gewindeschneider wird bei langsamer Drehzahl und einem Drehmoment von 20 Ncm das Gewinde geschnitten

Abb. 15aDer Gewindeschneider versenkt sich

Abb. 15bQuerschnitt
Der Gewindeschneider wird nun gegen die Abdrückschraube ausgetauscht. Diese hat im Bereich der letzten 2 mm keine Gewindegänge, um ein Festschrauben im darunter liegenden Dentin zu vermeiden. Langsam und stetig wird die Abdrückschraube eingedreht ( Abb. 16aund bsowie 17), wobei unter der Lupenbrille der zervikale Kronenrand beobachtet wird. Das Abheben der Krone erfolgt ebenfalls langsam und stetig ( Abb. 18aund bsowie 19). Schließlich wird die am Winkelstück befestigte Krone abgenommen ( Abb. 20). Der Kronenstumpf weist den Bohrstollen mit der unterminierten Fläche auf, ist aber ansonsten unbeschädigt ( Abb. 21). Die abgenommene Aufbrennkeramikkrone kann nun im Labor repariert, korrigiert und rezementiert werden ( Abb.22).

Abb. 16aMit der Abdrückschraube im Winkelstück, welche im unteren Bereich keine Gewindegänge hat, soll die Krone abgenommen werden. Der zervikale Kronenrand wird mit Hilfe der Lupenbrille beobachtet

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