Brückenpfeiler gehen verloren – was tun ?
Die aufzementierte Überkrone Die aufzementierte Überkrone Problem: An einer intakten festsitzenden Brücke ist die Verblendung des Brückengliedes ausgebrochen An einer Seitenzahnbrücke aus dem Jahre 1989 ist die Verblendung am Zahn 46 ausgebrochen ( Abb. 1 ). Ansonsten ist die Brücke intakt – Kronenränder, Okklusion und Verblendungen im anterioren Bereich sind in Ordnung. Der Patient kommt seit Jahren mit der Brücke sehr gut zurecht. Die ausgebrochene Verblendung stört ihn aber sehr. Was ist zu tun? Abb. 1 Ausgebrochene Keramikverblendung an einer festsitzenden Brücke Muss diese intakte Brücke neu angefertigt werden? Was ist die Ursache für den Bruch der Verblendung ( Abb. 2 )?Abb. 2 Abrasionsgebiss mit ausgeprägten Schlifffacetten Kann dies erneut passieren? Gibt es eine Reparaturmöglichkeit?
Die abgebrochene Teleskopkrone Die abgebrochene Teleskopkrone Problem: Ein Teleskopkronenpfeiler ist abgebrochen – was tun? Ein langjähriger Patient kam in unsere Praxis, weil bei seiner abnehmbaren Brücke der Teleskoppfeiler 23 abgebrochen war. Im Rahmen des zahnärztlichen Notdienstes war die Wurzel am Wochenende trepaniert und offen gelassen worden. Der Patient hatte die abnehmbare Brücke mit horizontalen Schwenkriegeln im Jahr 1982 erhalten. Seit dieser Zeit kam er problemlos zurecht und war von diesem Langzeiterfolg begeistert ( Abb. 1 bis 4 ). Abb. 1 Abnehmbare Brücke mit Schwenkriegeln Baujahr 1982 (Okklusalansicht) Abb. 2 Abnehmbare Brücke (Basalansicht) Abb. 3 Der frakturierte Kronenstumpf 23 Abb. 4 Der frakturierte Kronenstumpf 23 (Detailansicht) Wie kann die prothetische Versorgung dauerhaft wiederhergestellt werden?
Bruch einer Implantatschraube
Die verklemmte Teleskopprothese
Die gingivale Verblendung
Veneerversorgung von Kronen
Der direkte Notaufbau
Ästhetische Erste Hilfe
Bruchreparatur von Prothesen
Die gerettete Implantatbrücke
Die spontane provisorische Brücke
Die verschluckte Teleskopkrone
Der zerstörte Kugelkopfanker
Bruch einer Keramikverblendung
Problem: Bruch einer Keramikverblendung
Immer wieder passiert es, dass die Verblendung einer Metallkeramik ausbricht oder abplatzt. Wenn eine solche Situation vorliegt, muss zunächst die Frage geklärt werden, warum und wie es zu diesem Bruch gekommen ist. Gründe hierfür können sein:
1 Trauma (Unfall, Schlag, Sturz etc.),
2 mangelhafte Verarbeitung im zahntechnischen Labor oder
3 Okklusionsstörungen, meist verbunden mit Parafunktionen.
Zu 1.: Bei einem Trauma kann sofort mit der Reparatur begonnen werden.
Zu 2.: Bei mangelhafter zahntechnischer Verarbeitung wird die Metallkeramikkrone anstandslos im Labor erneuert. Wenn beim Abbruch der Keramikverblendung keine Keramikreste auf dem Metall zu erkennen sind, also ein blanker Abbruch vorliegt, kann von einer fehlerhaften Verarbeitung ausgegangen werden.
Zu 3.: Bei einer okklusalen Störung sollte diese eruiert und durch selektives Einschleifen, Beschleifen der Kronenkontur und eventuell Verstärkung der Disklusion (Aufbau der Eckzahnführung) eliminiert werden. Bei umfangreichen, im Mund nicht eindeutig zu identifizierenden Störungen sollte eine Funktionsanalyse im Artikulator an montierten Modellen durchgeführt werden.
Die erprobte Lösung: Direkte Reparatur im Mund
Im vorliegenden Fall ( Abb. 1) war der mesiale Anteil der labialen Verblendung beim Zahn 12 ausgebrochen. Als Ursache wurde die inzisal-distal aufgestellte Ecke am Zahn 42 ermittelt. Zusätzlich war noch eine Mediotrusionsstörung kontralateral zwischen den Zähnen 27 und 37 vorhanden. Beide Störungen wurden markiert und selektiv ausgeschliffen.

Abb. 1Durch Okklusionsstörung verursachter Bruch bei Zahn 12
Nach Platzierung von Kofferdam mit Ligatur ( Abb. 2) wurde als zusätzliche Retention ein untersichgehender Kasten mit einer Fräse in das Metall eingeschliffen ( Abb. 3). Die Keramik wurde mit einem Diamantschleifer im Sinne eines Federrandes beschliffen.

Abb. 2Absolute Trockenlegung mit Kofferdam

Abb. 3Präparation der Retentionskavität
Anschließend erfolgte die Anätzung der Keramik mit 9,5%iger, gepufferter Flusssäure (Porcelain Etch) für 1 Minute ( Abb. 4bis 6). Mit Phosphorsäure, wie sie den meisten Reparatursets beiliegt, ist eine Ätzung von Dentalkeramik nicht möglich. Als Alternative wäre noch die Anwendung eines Minisandstrahlers zu überlegen, aber damit wird nur das Metall konditioniert.

Abb. 4Porcelain Etch
Abb. 5Applikationsspritzen Porcelain Etch und Silane

Abb. 6Ätzung
Warnhinweis: Das Präparat Porcelain Etch ist 9,5%ige, stark gepufferte Flusssäure, welche die Haut (Epidermis) auch bei minutenlangem Auftrag nicht verletzt, aber die Schleimhaut (Gingiva, Augen) verätzen kann. Es sollten dieselben Schutzmaßnahmen wie bei herkömmlicher Ätzung mit Phosphorsäuregel getroffen werden (Patientenaufklärung, Abdecken der Augen, Tragen von Schutzbrillen etc.).
Nach sorgfältigem Abspülen mit Wasserspray und anschließender Trocknung erfolgte die Silanisierung für 1 Minute ( Abb. 7). Die Krone war nun zur Neuverblendung analog einem Kantenaufbau mit Mikrofeinhybrid-Kompositmaterial vorbereitet. Dabei wurden folgende Schritte durchgeführt:

Abb. 7Silanisierung
1 Benetzung mit Bonding ( Abb. 8);Abb. 8 Auftragen des Bonding
2 Abdeckung des Metalls mit Dentinopaker in mehreren Schichten (Zwischenhärtung 40 Sekunden) ( Abb. 9);Abb. 9 Auftragen des Opakers
3 Auftragen und Aushärtung der Dentinmasse für 40 Sekunden ( Abb. 10und 11);Abb. 10 Schichtung der DentinmasseAbb. 11 Zwischenhärtung mit der Polymerisationslampe
4 Auftragen und Aushärtung der Schmelzmasse für 40 Sekunden ( Abb. 12);Abb. 12 Schichtung der Schmelzmasse
5 Ausarbeitung, Politur und Entfernen des Kofferdams ( Abb. 13);Abb. 13 Politur und Abnahme des Kofferdams
6 Überprüfung der Ästhetik ( Abb. 14);Abb. 14 Kontrolle der Ästhetik
7 Kontrolle von Okklusion und Artikulation ( Abb. 15).Abb. 15 Kontrolle von Okklusion und Artikulation
1 Porcelain Etch und Silane (Fa. Ultradent, South Jordan, USA; Vertrieb in Deutschland: Fa. Dental Liga, Köln).
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