Nach der Sitzung mit ihm wollte ich der ganzen Welt von parallelen Leben erzählen, aber noch zögerte ich. Wie konnte ich es mir anmaßen, unser Verständnis der Reinkarnation zu revolutionieren? Ich war doch eine Anwältin, die börsennotierte Firmen vertrat, und kein spiritueller Guru!
Doch bei jeder sich bietenden Gelegenheit erzählte ich von meinen Erkenntnissen. Man konnte meiner Stimme die Begeisterung anhören, wenn ich von gleichzeitigen Leben sprach. Was ich mitzuteilen hatte, löste überall inspirierende Gespräche aus. Wenn ich von Johns Rückführung sprach und davon, wie unser Leben wirklich funktioniert, war ich total aufgeregt. In diesen Momenten, so fühlte ich, verband ich mich mit der Energie meines wahren Selbst, erfüllte meine Lebensaufgabe, die darin bestand, Menschen zu inspirieren und Licht in ihr Leben zu bringen.
Wie ich mit der Zeit erkannte, waren ich und die Welt bereit für diese Informationen. Und ich weiß jetzt, dass mir immer das gegeben wird, wofür ich bereit bin, und nur dann, wenn ich dafür bereit bin. Ich teilte meine Entdeckungen anderen Menschen mit, und dadurch wurde ich zu der Person, die ich heute bin – zu einer Person, die sich hinstellen und der Welt neue Ideen präsentieren kann. Spirit hatte nie Zweifel an mir und wartete nur liebevoll auf mich, bis ich mir zutraute, das Gelernte weiterzugeben.
Für mich ist eines klar: Das Universum sehnt sich nach diesem Wandel des Denkens. Überall bewegen sich Menschen auf das Licht zu. Wir machen große Fortschritte darin, subtiles metaphysisches Wissen zu assimilieren und anzuwenden. Und vor allem verlassen wir unsere Komfortzone, um das Leben auf neue und aufregende Art wiederzuentdecken. Die Gleichzeitigkeit des Lebens zu verstehen, kann uns allen bei unserer spirituellen Weiterentwicklung helfen und uns besser begreifen lassen, wie wir unsere Realität erschaffen.
Bewusste Wahrnehmung gleichzeitiger Leben
Sie fragen sich vielleicht, warum Sie sich Ihrer anderen gleichzeitig stattfindenden Leben nicht bewusst sind. Das hat mit der Fähigkeit des Gehirns zu tun, Informationen zu verarbeiten. Auf neurologischer Ebene können wir uns immer nur auf das uns bekannte gegenwärtige Leben einstimmen; so behalten wir ein kohärentes Selbstgefühl. Wie verwirrt und durcheinander wäre unser Ego, wenn es gleichzeitig Input von all seinen GegenstückSeelen empfangen könnte! Unser Gehirn filtert einen Großteil der Informationen aus der Umwelt heraus: Von den 400 Milliarden Informations-Bits, die das Gehirn pro Sekunde verarbeitet, gelangen gerade einmal 2000 in unser Gewahrsein.
Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn der Input auch nur ein Vielfaches dieser 2000 Bits wäre! Wir würden von Informationen überschwemmt und überfordert, wären unfähig, sie zu verarbeiten. Womöglich würde sich uns die Frage stellen: »Bin ich ein Fabrikarbeiter in Harbin, China? Oder ein auf einem Kamel reitender Beduine? Ein Kahuna im alten Hawaii? Wer bin ich denn nun?«
Nur sehr wenige Menschen nehmen bewusst ihre anderen Existenzen wahr. Kinder können sich manchmal ganz spontan mit anderen Leben verbinden, aber selbst dann nur für eine kurze Zeitspanne, in der sie wenig Input erhalten. Einen Augenblick lang kommt bei ihnen vielleicht ein Informationsschub an, und im nächsten Moment richten sie sich schon wieder auf die Realität aus, die sie als ihre eigene kennen. Auch in Träumen verbinden wir uns manchmal mit anderen Leben, denn im Traumzustand kann das Ego in Sicherheit auf Forschungsreise gehen.
Obwohl wir uns dessen nicht bewusst sind, kommunizieren wir dennoch ständig mit unseren Gegenstück-Seelen und unserer Überseele. Unterbewusst stehen wir ständig in Verbindung und kommunizieren in unseren Träumen. Und auch wenn uns das auf der bewussten Ebene nicht klar ist, werden wir ständig von den Leben unserer Gegenstück-Seelen beeinflusst. Ihre Vorlieben, Erfahrungen, Gedanken und Schlussfolgerungen haben Auswirkungen auf uns. Aus der Art und Weise, wie sie ihre Themen erforschen, lernen auch wir, und sie lernen von uns. Wir stehen einander bei. Das zeigt sich womöglich als die unerklärliche Anziehungskraft, die ein bestimmter Musikstil, fremde Länder oder Lebensmittel auf uns haben.
Ich esse zum Beispiel furchtbar gerne Miso-Suppe, am liebsten zum Frühstück, Mittag- und auch Abendessen, und das tagtäglich; ich kann einfach nicht genug davon kriegen. Als ich dann herausfand, dass meine Überseele auch ein Leben in Japan geschaffen hatte, mit dem ich mich stark verbinde und das mit Themen zu tun hat, die auch mein Leben im Hier und Jetzt prägen, überraschte mich das nicht wirklich.
Übung: Der Einfluss Ihrer Gegenstück-Seelen
Hat man einmal verstanden, dass Gegenstück-Seelen gleichzeitige Leben führen, ist ihr Einfluss sehr leicht erkennbar. Bestimmte Gefühle, Vorstellungen, Momente der Inspiration und unterschiedliche Standpunkte erweisen sich auf einmal als Verbindungen zu Ihren anderen Leben.
In dieser Übung erforschen Sie solche Einflüsse mithilfe eines Journals (Notizbuch) und eines Stifts, die Sie zur Hand haben sollten. Zunächst suchen Sie sich einen ruhigen Platz, wo sie mindestens 20 Minuten bequem sitzen können.
Atmen Sie ein paarmal tief ein und aus und verbinden Sie sich mit Ihrem Körper. Achten Sie darauf, was Sie gerade fühlen. Gehen Ihnen jede Menge Gedanken durch den Kopf oder sind Sie emotional aufgewühlt? Dann beobachten Sie diese Gedanken oder Emotionen einfach und lassen sie los.
Sobald Sie das Gefühl haben, bereit zu sein, nehmen Sie Ihr Notizbuch zur Hand und schreiben Antworten auf die folgenden Fragen auf.
• Welche unerklärlichen Vorlieben und Abneigungen hegen Sie? Etwas, das Ihre Eltern an Ihnen interessant fanden und was bei Ihren Geschwistern und Freunden nicht auftrat?
• Verfügen Sie über bestimmte Fähigkeiten, die nicht durch Ihre Lebensgeschichte zu erklären sind?
• Fühlen Sie sich zu einer bestimmten Sprache oder Kultur hingezogen? Zu bestimmten Nahrungsmitteln? Zu einer bestimmten Art von Musik?
• Zieht Sie ein bestimmter Ort an? Und wenn Sie dann an diesem Ort sind, fühlt er sich vertraut an, als würden Sie sich dort zurechtfinden?
• Übt eine bestimmte geschichtliche Epoche auf Sie eine große Faszination aus?
• Engagieren Sie sich leidenschaftlich für eine bestimmte Sache?
• Welche Bücher haben Sie als Kind besonders gerne gelesen?
• Haben Sie als Kind Ihren Eltern von Ihren anderen Familien und anderen Leben erzählt?
• Leiden Sie unter unerklärlichen schlimmen Phobien und Ängsten?
• Träumen Sie immer wieder dasselbe?
Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Worauf könnten diese einzelnen Einflüsse hinweisen? Welche Leben führen die Gegenstück-Seelen Ihrer Überseele womöglich in diesem Moment? In welchen Zeitabschnitten? In welchen Ländern? Üben Sie keinerlei Kritik oder Zensur; erforschen Sie einfach, was möglich ist. Und haben Sie Spaß dabei, sich vorzustellen, wie anders Ihre anderen Leben vielleicht sind.
Zum Abschluss schreiben Sie ein paar Minuten lang auf, welche Gedanken und Emotionen in Ihnen aufsteigen bei der Überlegung, dass diese Einflüsse womöglich von den Gegenstück-Seelen Ihrer Überseele ausgeübt werden. Sind Sie aufgeregt? Oder vielleicht erleichtert? Haben Sie Angst? Sind Sie verunsichert? Egal, was Sie empfinden – benennen Sie dieses Gefühl und notieren Sie es.
Es gibt nur ein Leben
Wenn bei einer Rückführung Bilder, Gefühle und Eindrücke hochkommen, identifizieren wir uns intuitiv mit der Person, die wir in diesem parallelen Leben sind, das wir gerade erleben. Wir werden zu dieser »anderen« Version unserer selbst. Wir sehen, hören, riechen, spüren, wissen und fühlen so wie diese andere Person. Meine Klienten beantworten meine Fragen in der »Ich«- Form. Wir können unsere Gegenstück-Seelen sofort erkennen und identifizieren uns mit ihnen, weil Seelen, die derselben Überseele entspringen, mit der gleichen, ganz unverwechselbaren und eindeutigen Frequenz schwingen.
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