Birgit Pölzl - Von Wegen

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Was tun nach dem Scheitern alternativer Lebensentwürfe? In ihrem letzten Roman «Das Weite suchen» erzählte Birgit Pölzl die Geschichte von Anna, Klaus und Georg, die gemeinsam ein Jahr in einer Kommune leben. Nun gehen sie getrennte Wege, um ihre Vision von einem Leben zu verwirklichen, das Gier und Optimierungszwang hinter sich lässt. Nachdem Annas von allen geliebte Adoptivtochter Maja bei einem tragischen Unfall stirbt, reist Anna nach Nepal, um sich in Majas Geburtsland trauernd von ihr zu verabschieden. Klaus hat als Finanzberater das Geld von Bekannten verzockt. Pointiert erzählt er davon, wie nah Idealismus an Fundamentalismus und Naivität liegt. Georg arbeitet weiter als Künstler auf dem Hof, bricht dann aber nach Griechenland auf, um seine erotische und politische Erlösung bei einer Frau zu finden.
"Von Wegen" besticht durch seinen stilistischen Reichtum, erzählt in drei ineinander verschränkten Erzählschichten, in sehr verschiedenen Tonlagen, von rhythmischer Prosa bis zu Aphorismen im Twitter-Format. Der Roman macht so den Erfahrungsraum der Hauptfiguren für die Leser sinnlich zugänglich – und eröffnet neue Perspektiven auf uns und über uns hinaus. Darin liegt das Besondere dieses außergewöhnlichen Romans in einer Zeit, die den Bewusstseinswandel braucht.

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Aufruhr an den Wänden, Explosion an den Wänden, Revolution, fuck EU, Leidensmänner Leidensfrauen, gebückt, bemützt, mit großen Augen, Zocker, Fies- und Finsterlinge, zynisch grinsend; das A im Kreis ging wie ne Saat auf an den Wänden, rot und schwarz und weiß; ans Herz gingen die Schönen aus Spiralen und Wellen, die ihre Lider über teichgroße Augen senkten; Molotow-Cocktails explodierten, Stiefel zertraten Männer und Frauen, Granaten wurden gezündet, Clowns jonglierten, verwandelten sich in Monster, töteten Kinder, Roboter sprengten Häuserzeilen, Roboter standen Kopf, ließen Schrauben, Muttern, Lager, Kabelteile sausen, Herzen daneben, Parolen, Blümchen, Kürzel, Balken und – peng peng – explodierte die Welt, griffen Chimären, Mutanten nach Menschen, verleibten sie ein, schwangen Arbeiter Fahnen, die das Konterfei von Marx berührten; grinsten kapitalistische Fratzen, lächelten neoliberale Ikonen mit Säcken voll Euroscheinen, reckten Kapitalisten obszön ihre Wänste, Weltkugeln gleich, steckten Mönche ineinander, gierig, geil, Pinguin, Pinguin lachte und nirgends tauchte Superman auf, riesig die A, verzogen, verzerrt – die Schenkel ragten über den Kreis. Ruinen standen zwischen besprayten Fassaden, die Dächer eingefallen, die Öffnungen verplankt, Sträucher wuchsen aus den dachlosen Teilen, Brennnessel, Kräuter.

Vor Plakaten, die beschrieben, wer an der Krise verdient und wie man sich vor Tränengas schützt, blieb Irene stehen und übersetzte – so ungefähr – für mich. Augen am besten durch eine dicht schließende Brille schützen. Linsen raus. Und eine Maske nehmen, um die Atemwege zu schützen oder fein gewebte Tücher – sie müssen trocken sein und oft genug gewechselt werden.

Den Arm hätte ich gerne um Irene gelegt, wäre gern stehengeblieben, hätte mein Gesicht gern an ihres gelegt. Irene blieb stehen, wir wollen die ganze Scheiße nicht, wir wollen das schöne Leben. Und das ist im Kapitalismus nicht zu haben. Wir wollen den scheiß kapitalistischen Alltag nicht, du jeden Tag aufstehen, Untertan; du jeden Tag arbeiten von früh bis spät, Untertanin, und essen, wenn wir sagen und scheißen, wenn wir sagen und Liebe machen, wenn wir sagen und am Sonntag länger schlafen, damit du fit bist für den Montag, Untertan; du bist emanzipiert, wenn du dich unterwirfst, Untertanin, wie blöd ist der Feminismus eigentlich, dass er die Volltime-Arbeitskacke als Befreiung sieht.

Und ich. Auf dem Ginthof haben wir das schöne Leben versucht, Irene. Und sie. Euch ging es nur um euer eigenes schönes Leben.

Weihnachtsmänner mit Sprengstoffgürtel, Clowns mit Bomben und Arbeiter mit starrem Blick, ein Weihnachtsmann am Feuerchen mit amputiertem Bein, ERHEBT EUCH, KÄMPFT, Schlieren, Kürzel, Linien, REVOLUTION, groß ein Polizist mit Schweinskopf, Kappe und Knüppel, Gesichter hinter Masken, Merkel mit Mickymaus-Ohren, Eurodisney darunter, ein Auge, riesig, daneben, hyperreal, und Leidende in pathetischen Posen aus den Herzschlag-Fantasy-Zonen mit Zeichen auf der Stirn, Leidende, die gebückt den Schlag erwarteten, Kinder, auf die ne Mauer stürzte, und Marilyn Monroe und Putin darüber.

It’s me, sagte Irene und zeigte auf eine Figur ohne Gesicht mit einem Molotow-Cocktail in der erhobenen Linken, die habe sie letzte Woche gesprayt, das Schwarz rinne leider aus dem Gesicht. Wir werden siegen, Georg, wir werden uns mit den Ausgebeuteten vernetzen und siegen. Ja, sagte ich, das ist so ein Ding mit der Solidarität. Und sie. Für die meisten gehe es ums Überleben. Das sei die Scheiße, dass die meisten ums nackte Überleben kämpften und dabei glaubten, sie müssten schön brav sein, dann bekämen sie ein paar Brosamen ab. Sie leisteten viel Aufklärungsarbeit.

-70% stand auf dem Täfelchen, das an einer süßlich lächelnden Nymphe mit blauviolett verfärbter Brust und blauviolett verfärbtem Schenkel hing; echt krass, ich berührte die Marmorfigur, wie’n Riesenhämatom; Irene beobachtete mich, hob ihren Arm, legte ihn der Nymphe um die Schulter, kommt, ihr Mächtigen, ich mache die Beine breit, und wenn ihr mich prügelt, mache ich sie breiter, schlagt ein auf mich, da ist noch was drin, schlagt weiter ein auf mich.

Wie ein Aufziehgeschöpf wiederholte sie die Sätze, schmiegte sich an die steinerne Schöne, hör bitte auf, sagte ich und sie grinste abschätzig, deklamierte auf Griechisch weiter. Passanten blieben stehen, ich berührte sie, komm, bitte, sie schüttelte mich ab, schrie ihre Botschaft weiter die Gasse hinunter, hör endlich auf. Ein Grüppchen bildete sich, eine Traube von Hörlustigen, zustimmend grinsend manche, ablehnend die meisten, neugierig alle auf einen Skandal, ein Skandälchen.

Kam ein Herr aus dem Geschäft, untersetzt, gepflegt, packte Irene, stieß sie von der Figur, die unverändert süßlich lächelte. Ich legte den Arm um sie, gehen wir, Irene stieß mich weg. Der Taschenriemen rutschte mir von der Schulter, ich blieb kurz stehen, Irene ging alleine weiter.

Die Wohnung erinnerte an die Creative Power von low-cost Zonen und an die Eleganz von etwas, das nicht groß inszeniert ist, Superwoman spazierte aus den Wänden, Superwoman stand auf Lichtschaltern und Steckdosen, flog über den Plafond, stand lässig auf den schmalen Simsen. Da versteht wer was von Perspektive. Hat ne Freundin gemalt, sie lebt in Iraklio. Die Regale waren aus Ziegeln und Brettern improvisiert und überall Bücher, CDs und Pläne von Städten mit anarchistischem Drive, Berlin, Madrid, Locarno, Barcelona, Bologna; die Sessel, der Esstisch waren grün und blau lackiert, auch das Tischchen weiter links im Raum vor der durchgesessenen Couch, Zyperngras stand auf dem Tisch, im Regal, auf der Fensterbank. Auf der Fensterbank. Auf der Fensterbank. Saß dort ein Puppenpaar Hand in Hand, die Nabel rosarot gestickt.

Käse, Joghurt, Wasser, Brot – sei alles für mich, auch den Schrank im Schlafzimmer könne ich verwenden, Handtücher und Bettwäsche lägen dort, sonst sei er leergeräumt.

Sie nahm den Plan, der auf dem Esstisch lag, ringelte Granikou ein, da seien wir jetzt, ringelte Thissio ein, da seien wir ausgestiegen, hinter der Station lägen der Thissio Park, die Agora, die Akropolis, Filopappou – alles, was Touristenherzen höher schlagen lasse, da sei Monastiraki, die Central Station, da sei ein Spar-Markt und da Exarchia, wo sie wohne. Ist das nicht deine Wohnung? Nein, die Wohnung gehöre einer Freundin, die zu ihr gezogen sei, dafür bekomme sie die Hälfte der Mieteinnahmen. Das Zimmer neben dem Eingang sei versperrt, da habe ihre Freundin persönliche Sachen gelagert. Sie müsse jetzt weg, wir könnten übermorgen gemeinsam frühstücken. Ja, gern. Okay. Und wo? Sie komme um zehn.

Von der Fensterbank winkte das Puppenpaar, grinste. Superwoman flog an der Zimmerdecke, Superwoman lehnte an der Wand, ich konnte Irene riechen, ihr Duschgel, ihr Deodorant, Salbei, Citrus, oder es war Scheuermilch – sie haben geputzt, wahrscheinlich haben sie geputzt und gevögelt, sicher haben sie geputzt und gevögelt. Warum hat sie mich eingeladen, warum hat sie gesagt, ich könne gerne kommen. Okay, ich hatte gefragt. Aber sie hat ja gesagt, ja, gern, klar, und auch ne Wohnung habe sie für mich.

In die Markise fuhren, dass es knatterte, die Böen, ein Gewehr war die Markise, ein Markisengewehr; zu Schichten hatte der Wind den Dreck geblasen, zu Wellen und Kürzeln, einen Frauenkörper aus Dreck hatte der Wind geblasen und mit Taubenkot schraffiert, jetzt wars ein Männerkörper, Blätter hingen an den Untersetzern wie Treibgut im Lee und Tauben gurrten, ohne dass sie Ästchen, Blättchen brachten wie dem Noah nach der Flut; dafür brachte der Wind ein Amalgam aus Rauschen, Quietschen, Hupen von den Straßen rauf, Sirenen auf und ab, und zerrte am Lorbeer, an der Bougainvillea, am Oleander, an Pflanzen, die ich nicht kannte, zerrte er stärker.

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