Ingeborg Wressnig - Der Balancierer – Mein Leben mit Epilepsie

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1976 erhält Ingeborg Wressnig aus heiterem Himmel die Diagnose: Epilepsie. Der Inhalt des Buches spiegelt ihren eigenen therapeutischen Prozess wider. Sie hat ihre realen Träume, die sie in einem Tagebuch niedergeschrieben hat, dazu verwendet, eine fiktive Autobiografie aus der Sicht der Psychotherapeutin zu entwickeln. Es ist die Geschichte einer Frau, der man gerne zuhört, wenn sie nicht nur von ihrem Alltag und ihren Träumen erzählt, sondern diese als Psychotherapeutin als Inspiration für ihr Leben nutzt. Begleitet wird die Protagonistin vom Balancierer, Symbol für ein gefühltes Verständnis, das der Mensch von seinen Problemen im Körper hat. Die Geschichte beschreibt einerseits die öffentliche Welt, die Protagonistin und ihre Familie, die Medizin und die Ärzte und andererseits die Welt der Psychotherapie in der Zeit von 1974–1994 in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Protagonistin versucht sich im Chaos des damaligen psychotherapeutischen Feldes zu orientieren.

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„Hilfe!“

Ich läutete nach der Schwester. Sie kam und streichelte mir über den Kopf. „Es ist alles gut, Sie haben nur geträumt. In ein paar Tagen können Sie sicher nach Hause gehen.“ Sie hatte recht. Nach einigen Tagen durfte ich mit einem genauen Therapieplan das Spital verlassen. Den Oberarzt habe ich nie mehr gesehen.

Alltag: Glücksmomente

Noch nie war das Wiedersehen mit Georg und den Kindern so schön gewesen. Ich achtete auf jeden Gegenstand im Raum, freute mich über den gedeckten Tisch und das von Georg liebevoll zubereitete Mittagessen.

Ich wunderte mich über meine Fähigkeit, die Angst vor dem Tod zu unterdrücken und nicht ununterbrochen an die Möglichkeit zu denken, so unglücklich zu stürzen, dass ich meinen Verletzungen mehr oder minder langsam oder, wenn ich Glück hatte, schnell erlag. Und doch – der Gedanke an den Tod kam immer wieder.

Mitten in der Nacht stand er da mit seiner schlaffen, schwarzgrauen Haut, unendlich mächtig, erfüllt von seiner Mission. Ich fragte ihn immer wieder, wer wohl sein Auftraggeber sei? Er verweigerte die Antwort, benahm sich wie einer, dessen Job unkündbar ist.

Noch funktionierten meine Abwehrstrategien. Todesangst ist umgekehrt proportional zur Lebensbefriedigung, hämmerte es durch meinen Kopf. Das Leben muss dich befriedigen, dann ist das Sterben weniger schwierig. Was kann mich jetzt befriedigen?

Ich rief meine Freundin Fini an.

„Fini, hilf mir.“

„Mach ich, was kann ich tun?“

„Spazieren gehen.“

„Wann, wo?“

„12 Uhr, Café am Domplatz.“

„Ich komme.“

Ich redete und redete, Fini hörte mir geduldig zu.

„Zuerst gehst du in Psychotherapie, dann kannst du immer noch sterben. Zuerst kommt die Erfahrung und dann der Tod.“

Gesagt, getan.

Was wohl Gott über die Psychotherapie denken mag?

Warum flüchtete ich vor Gott? Warum bat ich ihn nicht um Hilfe? Ich war trotzig. Warum bemühte sich Gott nicht um mich? Das hatte er natürlich nicht nötig. Auch eine Form von Arroganz, die ich verabscheute.

Ich dachte: Du bist Mensch geworden? Wo ist deine Mensch-zu-Mensch-Beziehung?

Ich verstand ihn nicht. Für mich war das Leben mehr und mehr zu einer Autobahn geworden. Der Mensch hatte es selbst in der Hand, wo er abbiegen musste.

Mein Weltbild entsprach der Schule der humanistischen Psychologie von Carl Rogers, Charlotte Bühler, Maslow. Sie waren der Ansicht, dass Menschen als grundsätzlich gut angesehen werden können. Der Mensch sei in seiner Ganzheit nicht durch niedere Triebe gesteuert, sondern werde durch ein angeborenes Wachstumspotenzial angetrieben, um sein höchstes Ziel – die Selbstverwirklichung – zu erreichen.

Vielleicht war es mir zu gut gegangen, vielleicht hatte ich meine Grenze noch nicht erreicht, an der ich Gott wieder brauchte. Eines war mir klar geworden: So wie es war, konnte es nicht bleiben. Ich musste die Autobahn verlassen und auf eine Reise gehen, eine Reise nach innen, es wäre eine Reise der Erkenntnis und des Lernens. Ich musste mein verlorenes ICH wiederfinden.

Woran werde ich erkennen, dass mein neues ICH ich bin? Was mache ich mit dem alten ICH? Auf den Sturzplatz kippen, recyceln, verbrennen, begraben? Wo finde ich die Menschen, die mir sagen, dass ich gleichwertig bin? Dass ich auch als Epileptikerin ein Recht habe, am Leben teilzuhaben wie eine Normale? Dass ich ein Recht habe, lebendig zu bleiben, meinen Führerschein zu behalten, lieber Schuld auf mich zu laden und die Konsequenzen zu tragen, als zu leben wie tot.

„Niemand kann dir geben, was du dir selber nicht gibst“, hatte mein Vater gesagt, als ich noch ganz klein war. Was er wohl damit gemeint hatte? Ob ich mir selbst geben sollte, was mir zusteht? Wertschätzung, Liebe? Zu spüren, was stimmt und nicht stimmt, besser oder schlechter sich anfühlt und dies auch zu artikulieren, mit meinem Balancierer singen und tanzen und mich vor dem Wunder Universum verneigen?

Ich gehörte lange Zeit zu den Glückspilzen, hatte weder Krieg noch Mord oder Totschlag, Machtmissbrauch oder Vergewaltigung erlebt. Damals gehörte ich zu den Auserwählten, Bevorzugten in dieser Welt. Dann wurde ich bestraft. Die Götter schickten mir die Epilepsie. Welche Sünden habe ich begangen? Die Austreibung des Bösen in mir? Ich lebe im 20. Jahrhundert und nicht im Mittelalter! Oder steckt in jedem Menschen eine tickende Zeitbombe?

Rache war mein erster Gedanke. So wie Klytämnestra sich an Agamemnon rächte, so wollte ich mich an der Krankheit rächen, an dem Schicksal, das mir die Krankheit schickte. Ich musste wie Klytämnestra die Axt schwingen; wie ein Mann vor Gewalt nicht zurückschrecken. Überlebensstrategien spinnen wie Odysseus, denken wie ein Krieger, einen Plan bis zur letzten Konsequenz durchdenken.

Oder aber annehmen, was ist, und mit dem Blutvergießen aufhören. Noch war ich entschlossen zu kämpfen, gegen Gott, das Schicksal, die Krankheit, die Ärzte, egal, wie viel Blut fließen würde.

Ich ging auf die Suche nach dem Mysterium meines Nervensystems. Ich fieberte nach Antworten auf die Fragen, die sich in meinem Kopf um ihre Achse drehten. Es war nicht so sehr der Anfall, der mein Leben plötzlich verändert hatte, sondern die Gleichstellung der Epileptikerin mit meinem ICH. Ich war mehr als nur Epileptikerin. Ich war – wie jeder Mensch – eine Tänzerin zwischen Leben und Tod.

Auch früher habe ich nie sehr viel gesprochen, aber viel gelacht. Nun gingen die wenigen Worte und Töne im Meer der Sprachlosigkeit unter. Die wenigen Worte, die aus meinem Mund stolperten, drehten sich um Krankheit. Ich war in eine Opferrolle geschlüpft. Dieser Körper mit seinen Händen, Füßen, seinem Po und Bauch wurde Opfer des Schicksals. Oder war es der Zufall? Ein Zusammentreffen von Umständen, die ich noch nicht durchschaute? Höhere Gewalt? Ist Gott ein Gewalttäter? Wer gibt ihm das Recht, über mich zu bestimmen? Ich war zu einer Frau geworden, die weder sich noch die anderen noch Gott verstand. Ich suchte einen neuen Erlöser, einen Retter in der Not. Ich begann, mich im Spiegel zu betrachten, mich zu suchen.

Bin ich die, die ich sehe, oder bin ich die, die andere in mir sehen? Der Arzt, der Mann, die Kinder, Freunde, Fremde. Bin ich eine vom Dämon Besessene? Eine zu bemitleidende Frau? Eine verstummte Frau, deren Körper im Inneren kurz vor einem Vulkanausbruch steht?

Es herrschte eine Atmosphäre des allgemeinen Aufbruchs in der sozialen Szene - фото 5

„Es herrschte eine Atmosphäre des allgemeinen Aufbruchs in der sozialen Szene. Psychotherapie war eher etwas Anrüchiges. Ikonen wie Erwin Ringel und Viktor Frankl waren Werbeträger für die Psychotherapie weltweit.“

(aus: Dr. Norbert Wißgott: „Die Interessenskonflikte bei der Entstehung des Psychotherapiekonfliktes“. Dipl.arb. i.d.F. zitiert als Wißgott)

Bergstraße 19: Wer ist dieser Mann?

Es war am 10. Oktober 1975, als ich aus dem Zugfenster schaute, um den Bahnhof von Siegdorf zu erspähen. Der Bahnhof war kaum zu sehen, so klein war das Bahnwärterhäuschen. Die einzige Person, die aus dem Regionalzug ausstieg, war ich. Die Stille erschreckte mich. Eine so lange Reise! Eine Nacht und einen halben Tag war ich von Salzburg nach Siegdorf zu einem Psychiater und Psychotherapeuten gefahren.

„Berühmt kann der wohl nicht sein“, schoss es mir durch den Kopf, „sonst würde er in New York leben.“ Ich schleppte mich die Dorfstraße hinauf.

Ob Dr. Rossmann überhaupt in der Bergstraße wohnte? Vielleicht gab es gar keine Bergstraße, geschweige denn einen Dr. Rossmann? Ich konnte niemanden fragen, denn es gab weit und breit keine Menschenseele.

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