Ingeborg Wressnig - Der Balancierer – Mein Leben mit Epilepsie

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1976 erhält Ingeborg Wressnig aus heiterem Himmel die Diagnose: Epilepsie. Der Inhalt des Buches spiegelt ihren eigenen therapeutischen Prozess wider. Sie hat ihre realen Träume, die sie in einem Tagebuch niedergeschrieben hat, dazu verwendet, eine fiktive Autobiografie aus der Sicht der Psychotherapeutin zu entwickeln. Es ist die Geschichte einer Frau, der man gerne zuhört, wenn sie nicht nur von ihrem Alltag und ihren Träumen erzählt, sondern diese als Psychotherapeutin als Inspiration für ihr Leben nutzt. Begleitet wird die Protagonistin vom Balancierer, Symbol für ein gefühltes Verständnis, das der Mensch von seinen Problemen im Körper hat. Die Geschichte beschreibt einerseits die öffentliche Welt, die Protagonistin und ihre Familie, die Medizin und die Ärzte und andererseits die Welt der Psychotherapie in der Zeit von 1974–1994 in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Protagonistin versucht sich im Chaos des damaligen psychotherapeutischen Feldes zu orientieren.

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Die Suche nach des Rätsels Lösung begann.

Ich kam ins Schleudern. Was ist in meinem Gehirn passiert? Ich muss meinen Kopf untersuchen lassen, in die Psychiatrie, Neurologie fahren? Hatten die Polizisten damals recht gehabt?

Ich sah mich, die anderen, die Welt aus einem neuen Blickwinkel. Nun gehörte ich nicht mehr zu den „Normalen“. Ich hatte meine Unschuld verloren.

Ich werde für längere Zeit von der übrigen Gesellschaft abgeschnitten sein. In der „Klappsmühle“ ein reglementiertes Leben führen.

Nein, noch war alles offen. Die Diagnose nicht gestellt. Ich träumte von den Kindern, der Sonne, dem Meer, Korsika, Griechenland, Kitzbühel. Meine Augen füllten sich mit Tränen.

Nur nicht aufgeben, Inge, du hast Kinder, eine Familie. Die Kunst der Ärzte wird dich heilen.

Ich starrte aus dem Fenster der kleinen Maschine. Der Lärm der rotierenden Propeller quälte meine Ohren. Ich sah weiße Wolken, graue Bergspitzen. Mein Kopf war leer. Ich weigerte mich zu denken. Vielleicht war mein Kopf auch zum Bersten voll mit Bildern, Gedanken, Erinnerungen, Zukunftsvisionen. Die Fülle fühlte sich wie Leere oder die Leere wie Fülle an.

Lawinen von Gedanken und Wellen von Emotionen überrollten mich. Mein Erinnerungsvermögen schwand, die vielen Informationen verwirrten mich. Wenn die Emotionen aufhörten zu leben, war meine Seele tot.

Ich erinnerte mich an einen Vortrag, den ich vor einiger Zeit über das Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie in Gugging gehört hatte. Vor meinem inneren Auge tauchte das Bild eines Patienten auf. Seine Emotionen waren für ihn nicht mehr existent. Die Psychose trat an ihre Stelle. Der Patient wurde von inneren Stimmen geführt. Sie halfen ihm, Handlungen zu setzen, um Halt zu bekommen. Er hatte täglich Hunderte gleiche Zahlen, Zeichen, Farbflecken perfekt nebeneinandergesetzt. Unendliche Linien, Schriftzeichen täglich aufs Neue geschrieben, gepinselt. Die Kunst trieb ihn täglich an, weiterzuleben. In ihr erkannte er einen Sinnzusammenhang. – Inge, das musst du dir merken!!!

Gott sei Dank, meine Emotionen waren noch vorhanden.

„Geht’s dir gut?“, fragte Georg besorgt.

„Ja, danke.“

„Alles in Ordnung?“

„Ja, danke.“

„Möchtest du etwas zu trinken?“

„Nein, danke.“

So ging es weiter, bis der Flieger seine letzten Zuckungen und Bremsbewegungen vollendet hatte. Die fürsorglichen Worte von Georg hatten etwas mit Liebe zu tun, mit Sicherheit und Hoffnung und Geborgenheit, wie damals im Bauch meiner Mutter. Es klang wie eine Symphonie von harmonischen Melodien.

Es war mehr als ein körperliches Gefühl. Es war eine Art Weisheit, die ich den „Balancierer“ nannte. Ein gefühltes Verständnis, das ich von meinen Problemen im Körper hatte. Ich spürte und erlebte den Balancierer als ruhige, nicht intellektuelle Mitte des Seins.

Während der Taxifahrt in die Klinik war es totenstill im Auto. Ich wollte lieber nach Hause und erst am nächsten Tag ins Krankenhaus fahren. Gleichzeitig wusste ich, dass Georg mich in Sicherheit bringen wollte. Sich oder mich – oder beide? Ich sagte kein Wort, wollte ihn auf keinen Fall noch mehr belasten.

So ließ ich alles über mich ergehen und versuchte einfach, nicht zu existieren. Nickte mit dem Kopf, ohne zu wissen, wie die Frage gelautet hatte.

Alles lief reibungslos. Ich war ein Notfall. Die Schranke ging auf, der Taxifahrer parkte vor der Neurologie. Die Schwester nahm meine Daten auf, mir wurde ein Bett zugewiesen. Ich bedankte mich ununterbrochen, in der Hoffnung, dadurch gesünder zu wirken, als ich war. Man schob mich auf einem Wagen ins Untersuchungszimmer. Rechts und links Plastikvorhänge. Der Arzt im weißen Mantel kam, klopfte alle möglichen Körperstellen ab. Er murmelte vor sich hin, stellte einige Fragen und ich antwortete sehr artig, wie ich es als Schulmädchen gelernt hatte. Innerlich hatte ich aufgegeben, ich wollte nur mehr eines: schlafen und von nichts mehr wissen.

Einen besseren Tod als den Verlust der Bewusstheit ohne Schmerzen gibt es nicht. Vielleicht hatte ich Glück und der Dämon würde mich heute Nacht überraschen, dann wäre alles vorbei. Ich wollte keine Untersuchungen, ich wollte die Diagnose nicht hören. Lasst mich in Ruhe!

„Möchten Sie vielleicht noch einen Kräuter- oder Pfefferminztee?“, fragte die Nachtschwester.

„Ja, bitte.“

Vielleicht musste ich doch noch die Nacht bei vollem Bewusstsein in diesem kahlen Zimmer ausharren. Ich hasste Einsamkeit, ein warmer Tee wäre da schon ein angenehmer Zimmergenosse. Da stand sie nun, die Teetasse, neben mir auf dem weißen Tischchen. Die Schwester redete mir gut zu, die Augen zu schließen und die Glocke zu läuten, falls ich die Nachtschwester bräuchte. Alle waren sehr freundlich zu mir, von der Nachtschwester bis zur Putzfrau.

Es war sieben Uhr am Morgen Die Türe öffnete sich der Herr Professor in Weiß - фото 3 Es war sieben Uhr am Morgen Die Türe öffnete sich der Herr Professor in Weiß - фото 4

Es war sieben Uhr am Morgen. Die Türe öffnete sich, der Herr Professor in Weiß mit seinem ganzen Schwarm von Untertanen betrat den Raum.

„Wie geht es Ihnen heute Morgen, Frau Doktor? Sie sehen gut aus!“

„Oh, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Was geschieht mit mir?“

„Wir haben alles im Griff.“

Ich wusste nur nicht, was „alles“ war. Meinte der Herr Professor, dass er meinen Körper, meine Seele, meinen Geist unter Kontrolle hatte? Gab es da noch anderes zu beachten? Worte können alles lösen und alles vernichten. Wie ein Blitz, der in die Erde einfährt, in Sekunden Leichtigkeit schaffen, Todesängste heraufbeschwören, Panik auslösen, Schweißausbrüche, Atemnot, Erstickungsanfälle, sämtliche inneren Bilder, Töne, Drehungen, Wendungen ausschalten kann. Ich weiß, wovon ich spreche.

„Frau Doktor, ich muss Ihnen leider mitteilen, dass die Untersuchungen ergaben, dass Sie Epileptikerin sind.“

„Nein, das bin ich nicht, das will ich nicht sein!“ Ich hatte keine Ahnung, was diese Diagnose bedeutete. Ich hasste sein mitleidsvolles Lächeln und hatte eine betäubende Angst, meine Freiheit zu verlieren. „Verzicht“ war das Wort, das wie ein Kanonenschuss in mein Ohr einschlug. Ich war zu einer Frau geworden, die keine Kontrolle mehr über sich hatte.

Der Kopf war leer, der Körper gefühllos, die Freiheit der Wahl war mir entglitten. Ich verwandelte mich in eine Entleerte, eine Frau, die sich selbst verloren hatte. Im Unterschied zu den Ärzten hatte ich nichts mehr im Griff.

Wie bin ich so weit gekommen? Warum bin ich so weit gekommen? Wie werde ich sein?

Warum werde ich sein? Jetzt sein, nicht ewig sein.

Wie kann ich verstanden werden?

Wo ist der Mensch, der mich versteht?!

Den weißen Mantel kenne ich: sauber, steril. Der Mantel hat keine Arme, die mich auffangen, wenn meine Knie versagen; keine Schulter, auf die ich meinen Kopf legen kann, während die Tränen fließen.

Ein Analphabet, der Herr in Weiß.

Beten muss ich lernen, wie damals, als Vaters Bett leer war.

„Möchten Sie Kaffee, eine frische Semmel mit Butter und Marmelade?“

Ja, das war es, was ich jetzt brauchte. Während ich die frische Buttersemmel zerkaute, kam ich wieder zurück auf die Erde. Die Geschmacksnerven gaben mir ein wenig Hoffnung, dass das Leben normal weitergehen könnte.

Während der Nacht hatte ich einen Albtraum. Ich fuhr singend mit meinem Auto auf der Autobahn, dann kam der Knall. Ich wachte im Operationssaal auf, erlangte mein volles Bewusstsein wieder – und hatte eine ganze Familie ausgerottet. Ich lebte, die Familie war tot. Mein Körper verharrte in einer Starre.

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