Heinz Nauer - Fromme Industrie

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Der Benziger Verlag prägte über mehr als zwei Jahrhunderte die Schweizer Verlagslandschaft. Bereits im 18. Jahrhundert etablierte die Verlegerfamilie im Wallfahrtsort Einsiedeln einen Handel mit Rosenkränzen und religiösen Souvenirs.
Im 19. Jahrhundert weitete das Unternehmen seine Aktivitäten aus. Benziger wurde international tätig, mit Filialen in den USA, Frankreich und Deutschland. In enger Wechselwirkung mit der katholischen Kirche entwickelte sich der Verlag zu einem global agierenden, katholischen Medienkonzern.
Mit massenproduzierten Gebetbüchern, Andachtsbildern, Devotionalien und Zeitschriften trug der Verlag massgeblich dazu bei, den katholischen Glauben im Alltag der Gläubigen zu verankern und die Bedeutung der Kirche zu stärken. Heinz Nauers Publikation beleuchtet die Geschichte des Benziger Verlags von seinen Anfängen bis zum Verkauf in den 1990er-Jahren. Die Publikation stützt sich insbesondere auf das umfangreiche und bislang wenig bekannte Nachlassarchiv des Verlags in Einsiedeln.

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Heute ebenfalls weitgehend vergessen ist, dass Einsiedeln am Ende des 19. Jahrhunderts ein schweizweites Zentrum der Herstellung und Verbreitung religiöser Statuen war. In der Firma Lienhardt, einem der grösseren Unternehmen dieser Art am Platz, produzierten und verkauften um 1880 zwölf Angestellte religiöse Statuen. Das Unternehmen, das der ehemalige Klosterbuchdrucker Matthäus Lienhardt 1798 gegründet hatte, war spezialisiert auf Einsiedler- und Lourdes-Madonnen, Herz-Jesu- und Herz-Mariä-Statuen. Es belieferte sowohl Geschäfte im Dorf als auch auswärtige Kunden. 97

Genaue Angaben zur Zahl der Personen zu machen, die einer direkt von der Wallfahrt abhängigen Arbeit nachgingen, ist freilich kaum möglich. Wo soll man den Bauern einordnen, der über den Winter in Heimarbeit Devotionalien herstellte? Wo seine Frau, die in Heimarbeit Seide wob oder Rosenkränze kettelte? 98Der Rechenschaftsbericht des Regierungsrats von 1882 nannte für Einsiedeln die Zahl von 976 Personen, die mit der Produktion von Andachtsartikeln beschäftigt waren. Demgegenüber stand die Zahl von 630 Seidenweberinnen und Seidenwebern. 99Etwa ab der Jahrhundertmitte, so darf man annehmen, überflügelte die Wallfahrts- die Textilindustrie, was die Zahl der Beschäftigten betraf, und wurde nach der Landwirtschaft zum wichtigsten Wirtschaftszweig der Region. Vermutlich wandten sich nicht wenige Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter, die infolge der Mechanisierung des Spinnprozesses in den 1820er- und 1830er-Jahren ihren Verdienst verloren, einer neuen Tätigkeit in der Wallfahrtsindustrie zu. Bis zu einem gewissen Grad dürften sich die beiden Industrien auch ergänzt haben, zumal die Pilger vor allem im Sommerhalbjahr nach Einsiedeln kamen und im Winterhalbjahr Zeit blieb, einer anderen Tätigkeit wie dem Seidenweben nachzugehen.

Halten wir an dieser Stelle einige zentrale Punkte fest: In Einsiedeln entwickelte sich im 19. Jahrhundert auf der Grundlage der Wallfahrt eine Industrie, die Bücher, Bilder, religiöse Statuen, Rosenkränze, Kerzen und Devotionalien hervorbrachte sowie weitere Dienstleistungen für die Pilger erbrachte. Der Benziger Verlag und weitere Einsiedler Druckerei- und Verlagsunternehmen haben sich aus dieser Wallfahrtsindustrie heraus entwickelt.

Die Nähe zu Zürich spielte bei dieser Entwicklung, vor allem in der Textilindustrie, sicherlich eine grosse Rolle. Wichtiger waren aber Impulse durch die Wallfahrt sowie die Stellung des Klosters als traditionelles Gewerbezentrum. Die Wallfahrer stammten ohnehin nicht aus dem protestantischen Zürich und nicht nur aus den umliegenden katholischen Kantonen. Das Einzugsgebiet umfasste sämtliche katholischen Orte der Schweiz sowie das umliegende Ausland. Schon im 18. Jahrhundert stammten die Pilger zu einem Drittel bis zur Hälfte aus dem Ausland. 100Die Wallfahrt brachte Verdienst ins Dorf und brachte einigen Familien das notwendige Kapital für weitere geschäftliche Investitionen.

Es wäre lohnenswert, Einsiedeln in einem internationalen Kontext mit anderen Wallfahrtsorten in Europa zu vergleichen. Bildeten sich dort ähnliche Industrien heraus? Solches ist zumindest zu vermuten. Im bayerischen Wallfahrtsort Altötting beispielsweise blühte im 19. Jahrhundert der Devotionalienhandel, in Kevelaer an der deutsch-niederländischen Grenze entwickelte sich ebenfalls eine bemerkenswerte Verlagsbranche, und Lourdes und Paray-le-Monial in Frankreich waren im ausgehenden 19. Jahrhundert Zentren der Produktion von religiösen Statuen. Die Liste liesse sich fortsetzen.

Entstehung und Entwicklung der Firma Benziger (1750–1897)

Der Benziger Verlag entwickelte sich aus mehreren Strängen. Ein erster Strang ist der Devotionalienhandel. Die Familie Benziger gehörte zwar nicht zu den traditionellen Buchhändlerfamilien Einsiedelns, das Devotionaliengeschäft hingegen hatte in der Familie Tradition. 101Eine wichtige Figur in der Frühphase der Unternehmensgeschichte war Johann Baptist Karl B.-Schädler, der in jungen Jahren den Beruf des Metzgers ergriff. Nach einigen Wanderjahren, während derer er sich länger in Solothurn und offenbar vorübergehend auch in Österreich und Ungarn aufhielt, eröffnete er um die Jahrhundertmitte einen Devotionalienladen in Einsiedeln. 102Da das Kloster das Gewerbe einschränkte und im Handel mit Devotionalien ein Monopol beanspruchte, sah sich Johann Baptist Karl gezwungen, seine Waren ausserhalb des Einflussbereichs des Klosters abzusetzen. Als Kolporteur zog er durch die katholischen Kantone der Schweiz. Seinen grössten Absatz fand er allerdings im umliegenden Ausland, vor allem im Elsass. 103

Johann Baptist Karl betrieb seinen Handel bald als Familiengeschäft zusammen mit seiner Frau Katharina Barbara Schädler und seinen vier Söhnen. Alle vier Söhne begleiteten ihren Vater schon früh auf Handelsreisen. Der älteste Sohn Adelrich (1751–1834) diente in jungen Jahren in der Schweizergarde in Paris und war anschliessend ein Leben lang im väterlichen Geschäft tätig. Der zweite Sohn Joseph Ignaz (1756–1792) lernte zunächst das Handwerk der Schuhmacherei, verheiratete sich um 1780 mit einer Elsässerin und war bis zu seinem Tod ebenfalls im Devotionalienhandel tätig. Eine wichtigere Rolle für die weitere Entwicklung des Unternehmens spielten der dritte Sohn Jakob Franz Sales (1758–1837), der während 15 Jahren das Amt des Leiters («Faktors») in der Klosterdruckerei bekleidete und später an der Gründung der ersten Druckerei im Dorf beteiligt war, und Joseph Karl (1762–1841), der das Geschäft seines Vaters übernahm und weiterführte.

Die Familie scheint das Geschäft mit einem gewissen Erfolg betrieben zu haben. Immerhin konnte sie bald einige Hilfskräfte, insbesondere Träger für die Hausiererreisen, beschäftigen. Auch betrieb sie im 18. Jahrhundert eine kleine Produktion von Rosenkränzen, die Familienmitglieder, Verwandte und vielleicht auch weitere Personen in Einsiedeln in Heimarbeit herstellten und per Hausiererhandel verkauft wurden. Offenbar waren die Klöster im Elsass gute Abnehmer für die Rosenkränze aus der Fabrikation Benziger. Von diesen Klöstern bezog man im Gegenzug wahrscheinlich andere religiöse Waren wie Statuen oder Kruzifixe zum Weiterverkauf. Ob das Familienunternehmen in dieser Zeit weitere Waren bereits selbst produzierte und welche Produkte es sonst noch verkaufte, lässt sich nicht mehr genau eruieren.

Das Geschäft etablierte sich in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts und konnte vom Kloster nicht länger ignoriert werden. Im Februar 1792 schlossen Johann Baptist Karl B.-Schädler und zwei seiner Söhne einen Assoziationsvertrag mit dem für den Handel mit Wallfahrtsartikeln zuständigen Bruder («Wechselbruder») des Stifts und führten ihr Geschäft mit jenem des Klosters zusammen. Die gemeinsam zu vertreibenden Waren beschränkten sich auf Devotionalien. Die Buchdruckerei, der Buch- und der Wachshandel waren vom Vertrag nicht betroffen. 104

Das Kloster war in dieser Geschäftsverbindung mit dreissig Prozent am Gewinn beteiligt, agierte aber in erster Linie als Kapitalgeber. Die Verbindung kann zum einen als eine Geste des Wohlwollens des Klosters gegenüber der Familie Benziger interpretiert werden, vor allem wenn man sich vor Augen führt, wie strikt es andere Konkurrenten im Dorf bekämpfte, die seine wirtschaftlichen Monopole infrage stellten. Wohl haben auch familiäre Beziehungen, welche die Familie Benziger mit dem Kloster verbanden, die geschäftlichen Beziehungen begünstigt. Adam Rupert Schädler, der Schwiegervater von Johann Baptist Karl, war ehemaliger Faktor der Klosterdruckerei, sein Schwager Franz Sales Schädler Mönch im Kloster und ehemaliger Direktor der Druckerei. 105

Letztlich waren es aber auch spekulative Interessen, die das Kloster zu diesem Schritt bewogen: Die Familie Benziger verfügte über ein gutes Handelsnetzwerk und hatte sicherlich Quellen für den direkten Einkauf von religiösen Waren ausfindig gemacht, die das Kloster für sich selbst gewinnbringend zu nutzen hoffte. Die Verbindung war allerdings von kurzer Dauer und wurde vom Kloster bereits 1796 wieder aufgelöst. 106

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