Heinz Nauer - Fromme Industrie

Здесь есть возможность читать онлайн «Heinz Nauer - Fromme Industrie» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Fromme Industrie: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Fromme Industrie»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Der Benziger Verlag prägte über mehr als zwei Jahrhunderte die Schweizer Verlagslandschaft. Bereits im 18. Jahrhundert etablierte die Verlegerfamilie im Wallfahrtsort Einsiedeln einen Handel mit Rosenkränzen und religiösen Souvenirs.
Im 19. Jahrhundert weitete das Unternehmen seine Aktivitäten aus. Benziger wurde international tätig, mit Filialen in den USA, Frankreich und Deutschland. In enger Wechselwirkung mit der katholischen Kirche entwickelte sich der Verlag zu einem global agierenden, katholischen Medienkonzern.
Mit massenproduzierten Gebetbüchern, Andachtsbildern, Devotionalien und Zeitschriften trug der Verlag massgeblich dazu bei, den katholischen Glauben im Alltag der Gläubigen zu verankern und die Bedeutung der Kirche zu stärken. Heinz Nauers Publikation beleuchtet die Geschichte des Benziger Verlags von seinen Anfängen bis zum Verkauf in den 1990er-Jahren. Die Publikation stützt sich insbesondere auf das umfangreiche und bislang wenig bekannte Nachlassarchiv des Verlags in Einsiedeln.

Fromme Industrie — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Fromme Industrie», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Im August 1799 emigrierte die Familie Benziger für beinahe ein Jahr nach Feldkirch. Französische Truppen besetzten damals erneut Einsiedeln, nachdem sie im Frühling 1799 von österreichischen Truppen aus der Innerschweiz verdrängt worden waren. In dieser Zeit musste die Familie ihr Geschäft wohl vorübergehend aufgeben. Eine tiefere Zäsur scheint es aber nicht gegeben zu haben. Nach dem Tod von Johann Baptist Karl B.-Schädler im Jahr 1802 übernahm sein Sohn Joseph Karl B.-Fuchs das Geschäft als alleiniger Besitzer und erweiterte es kontinuierlich.

Aus den Jahren 1810 bis 1812 haben sich Warenlisten erhalten, die einen Einblick in das damalige Devotionaliengeschäft ermöglichen. Aufgelistet werden zunächst Rosenkränze aus gefärbtem Kokosholz, gefärbten Glasperlen oder Meerschaum-Stein, die in mehreren Dutzend verschiedenen Variationen – etwa mit kreuz- oder herzförmigem Anhänger – feilgeboten wurden und von denen mehrere Tausend Stück an Lager waren. Dann bemalt oder unbemalt vorrätige Holz-, Metall- und Messingkreuze in verschiedenen Grössen und Ausarbeitungen. Zum Angebot gehörten weiter verschiedene Medaillen mit Heiligenabbildungen, vergoldete oder versilberte Ringe und Schlüssel, Michaels- und Benediktuspfennige sowie gipserne Heiligenfiguren. Einen vergleichsweise geringen Stellenwert hatte zu dieser Zeit der Bilderhandel, wenn auch Kupferstiche und kleinere religiöse Gemälde zum Sortiment gehörten. Josef Karl B.-Fuchs bezeichnete sich stolz als einziger Verleger Einsiedelns, der von «allen Gattungen geistlicher Waaren» etwas anzubieten habe. 107

Ein zweiter Strang zur Entstehung des Verlagunternehmens führt über die Druckerei, die seit 1664 im Kloster betrieben wurde. Die ehemaligen Angestellten der Klosterdruckerei hatten ihre Beschäftigung verloren, als das Kloster 1798 aufgehoben wurde. Sie gelangten mit der Bitte an die helvetische Regierung, ihnen die Bücher aus dem Klosterverlag zu überlassen, um damit ein Einkommen finden zu können. Noch im selben Jahr entstand ein fünfköpfiges Konsortium, dem Franz Sales B.-Fuchs, der ehemalige Klosterfaktor, und sein Bruder Joseph Karl B.-Fuchs, der Devotionalienhändler, sowie ein Buchsetzer und zwei Buchbinder aus der ehemaligen Klosterdruckerei angehörten. Das Konsortium verkaufte die Bücher aus dem ehemaligen Klosterverlag. Zudem erhielt das Geschäft eine Druckerpresse aus der Klosterdruckerei zugesprochen, die zuvor an den Aargauer Buchdrucker Remigius Sauerländer verkauft worden war. Verlag und Druckerei des Klosters wurden sozusagen «privatisiert» und gingen in die Hände von Dorfbewohnern über, die ihre Chance wahrnahmen, selbst unternehmerisch tätig zu werden.

Ihr Geschäft beschränkte sich zunächst auf den Nachdruck und den Verkauf der Bücher aus dem Klosterverlag. Ein achtseitiger Bücherkatalog aus dem Jahr 1800 zählte 42 verschiedene Titel auf Deutsch, die alle aus dem Klosterverlag stammten. Neben der populären Einsiedler Chronik, der Benediktsregel und einer lateinischen Grammatik enthielt der Katalog vor allem Gebet-, Pilger- und Andachtsbücher. Einige der Titel, etwa der «Grosse Baumgarten», der «Goldene Himmelsschlüssel» oder das «Himmlische Palmgärtlein», waren sehr populär und wurden noch Jahrzehnte, teilweise bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts nachgedruckt. 108Hinzu kamen in den ersten Jahren einige Druckaufträge der helvetischen Verwaltungskammer sowie der Gemeinden in Einsiedeln und Schwyz. 109

Die ersten beiden Jahrzehnte prägten wechselnde Geschäftsverbindungen das Unternehmen. 1818 übernahm Franz Sales B.-Fuchs die Buchdruckerei als alleiniger Besitzer. Der ehemalige Partner Johann Baptist Eberle gründete im selben Jahr eine zweite Druckerei in Einsiedeln, die bis 1832 bestand. Joseph Karl B.-Fuchs übernahm 1818 den Buchverlag, den er mit seinem Devotionaliengeschäft zusammenführte, das er bislang unabhängig vom Buchverlag betrieben hatte. Druckaufträge liess Joseph Karl weiterhin von seinem Bruder Sales und später von dessen Sohn Marianus ausführen. 1833 richteten seine Nachfolger, Josef Karl B.-Meyer und Nikolaus B.-Benziger (1808–1864), erstmals eine eigene Druckerei ein. Mit dem Generationenwechsel um 1830 setzte auch der Aufschwung ein. Das Druckereigeschäft von Franz Sales B.-Fuchs bestand daneben weiter, erlebte aber nie eine grössere Ausdehnung.

Für diese frühe Phase der Entwicklung des Geschäfts erscheint es besonders wichtig, dass die Familie Benziger im ausgehenden 18. Jahrhundert offensichtlich über gute Kontakte ins Kloster verfügte. Aus den revolutionsartigen Aufständen gegen das Kloster, die vor allem in den 1760er-Jahren verschiedentlich vorkamen, wusste man sich herauszuhalten. 110Wie andere Gewerbetreibende litten die Benziger zwar unter der Monopolstellung des Klosters, schafften es aber, sich gewerbliche Freiräume zu schaffen und schliesslich gar eine geschäftliche Verbindung mit dem Kloster einzugehen. Verschiedentlich unterstützte das Kloster die unternehmerischen Tätigkeiten von Mitgliedern der Familie Benziger auch mit grösseren Krediten. 111

Eine blühende Industrie – die Firma Benziger 1833–1897

Josef Karl B.-Fuchs und seine Söhne und Nachfolger im Verlagsgeschäft, Josef Karl B.-Meyer und Nikolaus B.-Benziger, betrieben, wie schon die Generationen vor ihnen, mehrere Erwerbszweige nebeneinander. Josef Karl B.-Fuchs gründete 1821 in Einsiedeln zusammen mit Heinrich Wyss die mechanische Baumwollspinnerei «Schöngarn», an der vorübergehend auch seine Söhne beteiligt waren. In den 1830er-Jahren zogen sich die Benzigers aus diesem Geschäft zurück. Josef Karl B.-Meyer betrieb bis in die 1850er-Jahre eine Tabakstampfe bei Einsiedeln sowie ein Wirtshaus in seinem Wohnhaus «Hirschen» am Klosterplatz. Den «Hirschen» wandelte Josef Karl 1853 in ein Geschäftshaus für den Verlag um. Sein Bruder Nikolaus unterrichtete in den 1830er-Jahren Zeichnen und Buchhaltung an der Schule im Dorf, bevor er sich ausschliesslich auf die Tätigkeit im Verlag konzentrierte. 112

In der ersten Phase ihrer Geschäftstätigkeit im 19. Jahrhundert konzentrierte sich die Verlegerfamilie Benziger also zunehmend auf das Kerngeschäft: den Buchverlag und den Devotionalienhandel, zu denen sich ab den 1830er-Jahren die Druckerei und der Bilderverlag gesellten. In einer zweiten, sich mit der ersten überschneidenden Phase diversifizierten sie innerhalb des Kerngeschäfts stark. Zum Gebetbuchhandel kamen Schulbücher, Zeitschriften und Kalender, der Bilderhandel, später die Belletristik sowie der Handel mit Paramenten und Kirchenornamenten.

Die Entwicklung der Verlags- und Fabrikgebäude, der technischen Innovationen sowie der Zahl und Herkunft der Angestellten verschafft uns im Folgenden einen Überblick über das Verlagsgeschäft zwischen dem Generationenwechsel von 1833 und dem Jahr 1897, als der Verlag in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Die drei Indikatoren sollen uns verschiedene Blickwinkel auf die Unternehmensgeschichte ermöglichen und verschiedene Phasen und Konjunkturen sichtbar machen.

Geschäftsgebäude sind das «Gesicht eines Unternehmens» und haben repräsentative Zwecke. Als erster Indikator dient uns deshalb die Entwicklung der Verlags- und Fabrikgebäude. Der Benziger Verlag zeigte in den eigenen Verlagsprodukten regelmässig Ansichten seiner Industrie- und Geschäftsanlagen. Ab 1821 (Ankauf Haus Hirschen) hatte das Unternehmen seinen Sitz in einem repräsentativen Wohnhaus direkt am Klosterplatz. 1834 (Adler) und 1846 (Ochsen) wurden weitere Häuser am Klosterplatz hinzugekauft. Bis in die Jahrhundertmitte war die Firma, inklusive der Druckerei, in diesen Wohnhäusern untergebracht und verfügte nur über bescheidene Platzverhältnisse. 1853/54 bezogen die Buchbinderei, die Setzerei und die Druckerei ein barockes Wohnhaus (Wildmann) in unmittelbarer Nähe des Klosterplatzes, das zu einem Fabrikgebäude umfunktioniert worden war. Im Nekrolog von Nikolaus B.-Benziger I (1808–1864) heisst es zu diesem Fabrikgebäude: «Mit Staunen sieht das Auge an der Stelle des frühern Hauses zum ‹wilden Mann›, einer alten zerfallenen Barake, ein stattliches weitläufiges Fabrikgebäude, das allabendlich wie ein Feenpalast illuminirt ist und aus dessen Innern das schnurrende Geräusch von kunstvollen Werken tönt, die täglich, getrieben von der allmächtigen Kraft des Dampfes, tausend und tausend Druckbogen produziren.» 113

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Fromme Industrie»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Fromme Industrie» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Fromme Industrie»

Обсуждение, отзывы о книге «Fromme Industrie» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x