Christian Schürer - Der Traum von Heilung

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Noch vor 100 Jahren war Tuberkulose die häufigste krankheitsbedingte Todesursache.
Damals hatte sich die Auffassung durchgesetzt, dass die Behandlung im
Höhenklima die Lungentuberkulose heilt. Die Schweiz und insbesondere der
Kanton Graubünden boten günstige Voraussetzungen, um gesamteuropäisch zum
"Sanatorium" für Lungenkranke zu werden – gerade weil das Bild der Schweizer
Alpen in der Gesellschaft überaus positiv war.
Ausgehend von Thomas Manns «Zauberberg» zeichnet Christian Schürer nach,
wie der Glaube an die heilsame Wirkung der Alpenluft hoch gelegene Orte in der
Schweiz zu weltberühmten Kurorten machte und wie sich die Suche nach dem
Heilfaktor für die angenommene therapeutische Wirkung des Höhenklimas
gestaltete. Das Buch beschreibt die Höhenkur als lukratives Betätigungsfeld und
zeigt, warum diese Erfolgsgeschichte keineswegs zwingend war.

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Der erste Hauptteil mit den Kapiteln «Die Theorie des immunen Klimas», «Eine Landschaft wird zum Sanatorium» und «Die Liegekur und die Bazillen» befasst sich mit den für Mediziner des 19. Jahrhunderts wichtigen Vorstellungen der antiken Diätetik, welche Umweltfaktoren als Ursache von Krankheit und Gesundheit betrachtete. So gingen Ärzte in der Antike wie auch im 19. Jahrhundert davon aus, dass das «richtige» Klima Krankheiten heilen könne. Im Kapitel über das «immune Klima» wird gezeigt, wie Wissenschaftler und Forschungsreisende in der Tradition dieser Vorstellungen auf verschiedenen Kontinenten Belege dafür entdeckten, dass in grossen Höhen lebende Menschen weniger oder gar nicht an Tuberkulose litten. Das Höhenklima machte gemäss diesen Beobachtungen gleichsam «immun» gegen Tuberkulose. 1853 verkündete der schlesische Arzt Hermann Brehmer die Heilbarkeit der Tuberkulose und knüpfte sie an die Behandlung in hoch gelegenen, «immunen» Ortschaften, in denen Lungentuberkulose nicht vorkam. Im darauffolgenden Kapitel wird dargestellt, wie der Davoser Arzt Alexander Spengler in den 1860er-Jahren Brehmers Theorie des heilsamen Höhenklimas erfolgreich in die Schweizer Alpen verpflanzte und wie in Davos ein weltbekannter Höhenkurort entstehen konnte. Das Kapitel über «Die Liegekur und die Bazillen» beschäftigt sich mit den Folgen von Robert Kochs Nachweis im Jahr 1882, dass die Tuberkulose eine Infektionskrankheit ist, für die Höhenkur: Es entstanden geschlossene Heilanstalten und Sanatorien, in denen bakteriologische Hygieneregeln zur Anwendung kamen. Die Höhenkurorte profitierten in den folgenden Jahren vom Scheitern der Bakteriologie, ein wirksames Medikament gegen die Tuberkulose auf den Markt zu bringen. Das folgende Kapitel «Sanatorium, Exzess, Tod» ist sozialgeschichtlich ausgerichtet und stellt die Situation von Patientinnen und Patienten im Höhensanatorium in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg dar. Das Kapitel zeigt auch, welche Rolle die Theorie des heilsamen Höhenklimas beim Bau von Volkssanatorien für weniger bemittelte Kranke spielte. Zudem wird dargelegt, dass der Erfolg der Sanatoriumsbehandlung schon früh in Zweifel gezogen wurde und dass die Wirkung der Höhenkur durch lungenchirurgische Eingriffe verbessert werden sollte.

Beim zweiten Wissensgebiet mit den Kapiteln «Mieschers Traum» und «Ein Forschungsinstitut für die Höhenkur» handelt es sich um die Höhenphysiologie, die sich ab 1870 intensiv mit der Frage beschäftigte, welche Wirkung das Höhenklima auf Blut und Körper hat. In «Mieschers Traum» stelle ich dar, wie Physiologen begannen, die Auswirkung der dünnen Höhenluft auf das Blut zu erforschen, vorerst unter dem Aspekt der «Bergkrankheit». Der Basler Medizinprofessor Friedrich Miescher stellte 1893, wenige Monate vor seinem Tod in einem Davoser Sanatorium, eine zentrale Begründung auf, warum es im Höhenklima zu einer Blutvermehrung und zur Heilung von Lungentuberkulose komme. Sein Text nahm in der Diskussion über die Wirkung des Höhenklimas auf Blut, Körper und Tuberkulose eine wichtige Position ein. 1922 wurde der Berliner Physiologe Adolf Loewy zum ersten Leiter des neu gegründeten Forschungsinstituts für Hochgebirgsphysiologie und Tuberkuloseforschung in Davos berufen, wie das folgende Kapitel zeigt. Mit dem Institut vermochten die Davoser Behörden und Ärzte die höhenphysiologische Forschung im Höhenkurort zu institutionalisieren. Das Institut suchte nach Belegen für die behauptete Heilwirkung des Höhenklimas und veröffentlichte zahlreiche Studien.

Beim dritten Wissenskomplex handelt sich um die sogenannte Bioklimatologie, die im Kapitel über «Licht und Luft des Hochgebirges» behandelt wird: Ab 1900 untersuchten Naturwissenschaftler systematisch die Wirkung der Sonnenstrahlung und verschiedener Klimafaktoren auf den Körper. 1907 gründete Carl Dorno in Davos das Physikalisch-Meteorologische Observatorium (PMOD) und vermass in den folgenden Jahren das Licht und die Luft des Hochgebirges mit grosser Akribie. Er veröffentlichte Studien über die Sonnenstrahlung und die sogenannte Abkühlungsgrösse und suchte auf diesem Gebiet nach der für ihn gegebenen Heilwirkung auf die Tuberkulose. Das Davoser Observatorium führte auch nach der Zeit von Dorno Untersuchungen zur Strahlungsforschung und zur klimatischen Medizin weiter und versuchte, einen Heilfaktor zu identifizieren. Als 1946 mit Streptomycin das erste wirksame Medikament gegen Tuberkulose verfügbar wurde, reagierten viele Ärzte in den Höhenkliniken mit Skepsis. Gleichzeitig gingen die Patientenzahlen zurück. Im sozialgeschichtlich ausgerichteten Kapitel über den «Herbst der Höhenkur» zeige ich, wie das Streptomycin in Davos eingeführt wurde und das Ende der Höhenkur begann: Aus Tuberkulosesanatorien wurden Hotels oder Mehrzweckkliniken. Zudem lege ich in einem Exkurs dar, dass auch Nationalsozialisten an eine Wirkung des Höhenklimas glaubten und in Davos verschiedene Institutionen der Höhenkur nationalsozialistisch ausgerichtet waren.

Die gesunde Schweizer Alpenluft

Kathedralen der Erde

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vertrat eine steigende Zahl von Ärzten und Medizinunternehmern die Auffassung, dass das Höhenklima die Lungentuberkulose heilen könne. In der Folge entstand in der Schweiz eine stattliche Zahl von prosperierenden Kurhäusern und Luftkurorten. Diese Entwicklung war nur möglich, weil ein vorteilhaftes Bild der Alpen vorherrschte. Auf die geänderte Wahrnehmung der Berge gehe ich in diesem Kapitel ein. Das einnehmende Bild der Alpen im 19. Jahrhundert schufen insbesondere Künstler und Literaten wie der englische Schriftsteller, Kunsthistoriker und Sozialreformer John Ruskin (1819–1900), der im Abschnitt «The Mountain Glory» seiner einflussreichen Buchreihe Modern Painters 1856 ein erhabenes Bild der Berge zeichnete, welche für ihn den Anfang und das Ende aller natürlicher Szenerie darstellten. Je gebirgiger eine Landschaft, desto schöner wird sie gemäss Ruskin. Als Beweis für diese These zählte Ruskin die Faktoren auf, welche den Alpen Schönheit verleihen würden, etwa die Farben in den Felsen oder die vornehme Wirkung der Bäche und der Wolken. 1Seine Ausführungen münden in seine berühmte Beschreibung der Berge als «Kathedralen der Erde»: «… these great cathedrals of the earth, with their gates of rock, pavements of cloud, choirs of stream and stone, altars of snow, and vaults of purple traversed by the continual stars …» 2Diese Schilderung der erhabenen Alpennatur machte grossen Eindruck auf Ruskins Leserschaft; einige wurden geradezu «infiziert» mit Enthusiasmus für die Alpen. 3

Die Wertschätzung der unberührten Alpenwelt war indes nicht immer und überall gleich gross. Die Geschichte der Alpenwahrnehmung ist sehr vielschichtig, wie der Schweizer Historiker Jon Mathieu schreibt, wobei die Alpen nie einfach nur furchterregend oder attraktiv waren. Den Übergang vom alten zum neuen, positiven Alpenbild sieht Mathieu in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als die Zahl der Reisen in die Schweiz und der Reiseberichte sprunghaft anstieg. 4Im Zeitalter des Barocks galten die «chaotischen Bergesmassen» bisweilen als Ärgernis, ihre Bewohner wurden als krank und ärmlich wahrgenommen, und ihr übernatürlich erscheinendes Naturgeschehen gab über das Mittelalter hinaus Anlass zu Befürchtungen. Der berühmte Kunstgelehrte Johann Joachim Winckelmann (1717–1768) soll bei der Alpenüberquerung in der Postkutsche die Vorhänge zugezogen haben, «um die schauerliche Landschaft nicht sehen zu müssen». 5Infolge eines neuen Naturgefühls veränderte sich jedoch diese Wahrnehmung. Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) verband die neue Wertschätzung der Natur mit einem Loblied auf die Alpen und warb äusserst erfolgreich für die Schweizer Berge. Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte der englische Dichter Joseph Addison (1672–1719) eine Ästhetik der Unregelmässigkeit propagiert und soll beim Anblick der unberührten Bergnatur einen angenehmen Schauer verspürt haben, während später Romantiker wie der Engländer George Gordon Lord Byron (1788–1819), welche die Schönheit in den Formen der Natur fanden, das Alpenbild weiter transformierten. 6Auch französische Gelehrte wie der Historiker Jules Michelet (1798–1874) trugen mit ihrer romantischen Beschreibung der Berge zu einer «Religion des Gebirges» bei und zum Glauben an dessen Heilkraft. 7Englische, deutsche und französische Maler wirkten zunehmend in der Schweiz. Der bekannteste unter ihnen, der Engländer Joseph Mallord William Turner (1775–1851), war erstmals 1802 in der Schweiz tätig. 8In England galt es im 19. Jahrhundert geradezu als Zeichen des guten Geschmacks, die Schweizer Alpen zu besuchen, «the great love affair of the English with the mountains had begun». 9Doch waren es nicht nur Romantiker, welche die Reputation der Alpen veränderten und diese ästhetisierten – mit der Renaissance waren die Alpen auch ins Blickfeld von Naturforschern gerückt. Humanisten untersuchten die Pflanzenwelt, sammelten Fossilien und Mineralien, erforschten Geschichten von Teufeln und Ungeheuern und ergründeten Klima und Gebirgsformationen. 10So priesen gelehrte Schweizer Ärzte schon früh die Vorzüge der Berge, etwa der Zürcher Stadtarzt und Naturforscher Konrad Gessner (1516–1565), der die Alpen als wertvollen Teil der göttlichen Schöpfung erlebte, oder Johann Jacob Scheuchzer (1672–1733), ebenfalls Stadtarzt von Zürich und Naturforscher, der die Alpenwelt positiv bewertete und sich intensiv um deren Erforschung bemühte. 11Der Berner Arzt, Dichter und Naturwissenschaftler Albrecht von Haller (1708–1777) vermochte schliesslich mit seinem Gedicht «Die Alpen» von 1729 eine europaweite Bewunderung für die Alpenwelt zu entfachen. Das Gedicht idealisierte das glückliche und frei lebende Schweizervolk und gab diesem Glück eine alpine Konnotation. 12Die Alpen wurden konstitutiver Bestandteil der schweizerischen Identität. Der heute immer noch bedeutsame Alpenmythos entstand, und auch im Ausland etablierten sich die Alpen im 18. und 19. Jahrhundert als Symbol für politische Freiheit. 13

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