Christian Schürer - Der Traum von Heilung

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Noch vor 100 Jahren war Tuberkulose die häufigste krankheitsbedingte Todesursache.
Damals hatte sich die Auffassung durchgesetzt, dass die Behandlung im
Höhenklima die Lungentuberkulose heilt. Die Schweiz und insbesondere der
Kanton Graubünden boten günstige Voraussetzungen, um gesamteuropäisch zum
"Sanatorium" für Lungenkranke zu werden – gerade weil das Bild der Schweizer
Alpen in der Gesellschaft überaus positiv war.
Ausgehend von Thomas Manns «Zauberberg» zeichnet Christian Schürer nach,
wie der Glaube an die heilsame Wirkung der Alpenluft hoch gelegene Orte in der
Schweiz zu weltberühmten Kurorten machte und wie sich die Suche nach dem
Heilfaktor für die angenommene therapeutische Wirkung des Höhenklimas
gestaltete. Das Buch beschreibt die Höhenkur als lukratives Betätigungsfeld und
zeigt, warum diese Erfolgsgeschichte keineswegs zwingend war.

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Viel frische Luft, reichliche Ernährung, Ruhe und Bewegung und häufig auch der Aufenthalt in einem als heilsam erachteten Klima waren die Eckpfeiler der Therapie. Verschiedene Ärzte propagierten diese Behandlung, während andere sie verwarfen. «Wie ich helfen soll, weiss ich nicht, aber was Sie meinen, Herr Kollege, ist Unsinn», gab der Davoser Arzt Friedrich Jessen die verfahrene Situation wieder. 1Das berühmteste Beispiel von Kritik am Sanatoriumsbetrieb ist Thomas Manns Roman Der Zauberberg von 1924. In Roman entpuppt sich Hofrat Behrens, ärztlicher Leiter des fiktiven Davoser Sanatoriums Berghof, als gewiefter Geschäftsmann, der sich seine Patientennachfrage gleich selbst schafft: «Früher hätten im Sommer nur die Treuesten der Treuen in diesem Tale ausgeharrt», heisst es im Roman. Diesen für die Davoser Sanatorien unerfreulichen «Missstand» verstand der Arzt zu korrigieren. «Er habe die Lehre aufgestellt», so die Erzählung eines langjährigen Kurgasts, dass «die sommerliche Kur nicht nur nicht weniger empfehlenswert, sondern sogar besonders wirksam und geradezu unentbehrlich sei. Und er habe dieses Theorem unter die Leute zu bringen gewusst, habe populäre Artikel darüber verfasst und sie in die Presse lanciert. Seitdem gehe das Geschäft im Sommer so flott wie im Winter.» 2Der wirtschaftliche Erfolg des Sanatoriums im Zauberberg war also auf eine Reihe von Artikeln zurückzuführen.

Die Passage aus dem Zauberberg umreisst anschaulich den Gegenstand dieses Buches: Ärzte empfahlen und bekräftigten in (populär-)wissenschaftlichen Schriften und Artikeln die Behandlung der Lungentuberkulose im Höhenklima und beschrieben dessen Heilkraft. Diese publizistischen Bemühungen waren sehr erfolgreich. Die Theorie, dass das Höhenklima die Lungentuberkulose heilt, konnte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der medizinischen Diskussion festsetzen und bis weit ins 20. Jahrhundert behaupten, obwohl sie von Anfang an infrage gestellt wurde. Eine entscheidende Rolle spielten dabei Artikel in Fachzeitschriften, worauf auch ein medialer Schlagabtausch unter «realen» Kurärzten hinweist: 1886 kritisierte der Arzt Andreas Siebenmann in der Zeitschrift Correspondenz-Blatt für Schweizer Aerzte, dass Davos wegen heftiger Lokalwinde und Schattenarmut als Sommerkurort nicht geeignet sei. 3Obwohl Siebenmann, der im nahe gelegenen Klosters praktizierte, Davos als Luftkurort für Lungenkranke insgesamt lobte, lösten seine Bemerkungen bei Davoser Ärzten helle Empörung aus. Der Davoser Arzt Alexander Volland versuchte, die Kritik zu parieren, indem er Siebenmann und einem weiteren Kritiker Unwissenheit vorwarf. Er schrieb im Fachblatt Deutsche Medicinische Wochenschrift, dass der Kurerfolg in Davos «eine auf langjährigen Erfahrungen beruhende Tatsache» sei. Bemerkenswert ist, dass Volland gegenüber den Kritikern explizit wirtschaftliche Argumente ins Feld führte und vor den wirtschaftlichen Folgen eines Verfalls des damals erfolgreichen Höhenkurorts warnte. 41887 veröffentlichte Siebenmann im Correspondenz-Blatt eine Replik auf Vollands Artikel. Siebenmann wunderte sich angesichts der in seinen Augen geringfügigen Kritik über die empörten Reaktionen aus Davos. «Warum nun dieser Sturm im Glase Wasser?», fragte Siebenmann. Die Antwort war für ihn in den finanziellen Interessen der Davoser zu finden: Die dortigen Ärzte hätten Angst um ihr Geschäft. Mit ihren Stellungnahmen für Davos würden sie versuchen, die Werbetrommel für ihren Kurort zu rühren. 5Vertreter der Tuberkulosebehandlung im Höhenklima massen, das wird hier deutlich, einer positiven Berichterstattung in der Fachpresse grosse Bedeutung zu. Das Correspondenz-Blatt für Schweizer Aerzte oder die Deutsche medicinische Wochenschrift spielten für die ärztliche Meinungsbildung eine entscheidende Rolle. Und die Meinung der Ärzte war für die Kurorte in wirtschaftlicher Hinsicht entscheidend: Es waren die Ärzte, die ihren Patientinnen und Patienten den Aufenthalt in einem bestimmten Kurort empfahlen oder ihnen davon abrieten.

Die Thesen der Mediziner in Fachartikeln blieben nicht graue Theorie, sondern prägten das Handeln von Ärzten und von Patientinnen und Patienten: Immer mehr tuberkulosekranke Menschen strömten zur Höhenkur in eine steigende Zahl selbst ernannter Höhenkurorte. Die Schweiz habe von der Tuberkulose profitiert, schreibt der Medizinhistoriker Francis Barrymore Smith: Verarmte Bergtäler wurden durch die Behandlung der Lungentuberkulose zu Goldgruben. 6Wichtigster Schauplatz dieser Entwicklung war die Landschaft Davos im Landwassertal. 7Der Davoser Landschaftsarzt Alexander Spengler griff um 1860 geschickt die in der medizinischen Diskussion zirkulierenden Theorien über eine heilsame Wirkung des Höhenklimas auf und erkannte als einer der Ersten das Potenzial einer hoch gelegenen Landschaft in den Alpen als Höhenkurort. Spengler tat sich mit Financiers und Unternehmern zusammen. Der Bündner Kurort entwickelte sich in der Folge zum Inbegriff der Tuberkulosebehandlung und erlebte von 1890 bis 1914 seine Glanzzeit. 8Den Höhenkurorten kam zugute, dass die Schweizer Alpen seit dem 18. Jahrhundert auf ein steigendes Interesse von Künstlern, Naturforschern oder Reisenden gestossen waren und eine vorteilhafte, bisweilen geradezu erhabene Wahrnehmung der Alpen entstehen konnte. Es ist die These dieser Arbeit, dass Davos und später andere Orte in den Schweizer Alpen – anders als in der Fachliteratur häufig beschrieben – nicht wegen eines der Natur innewohnenden Heilfaktors zu berühmten Luftkurorten wurden, sondern weil sie sich clever als Orte der Gesundheit vermarkteten. Der Aufenthalt in Schweizer Höhenkurorten erschien wohlhabenden Patientinnen und Patienten in Europa dadurch beinahe als selbstverständlich: «Es war Sitte, wenn man die Mittel dazu hatte, wurde man nach Davos oder Arosa geschickt», berichtet Katia Mann im Buch Meine ungeschriebenen Memoiren. 9Sie weilte 1912 wegen einer vermeintlichen Lungentuberkulose ein halbes Jahr in Davos und ein Jahr später in Arosa und gab mit ihren Berichten über den Kurbetrieb ihrem Ehemann Anregungen für den Zauberberg. 10

In der Schweiz wurden zahlreiche Sanatorien in hoch gelegenen Ortschaften gebaut. Doch auch Sanatorien und Kurhäuser im Flachland oder am Mittelmeer boten lungenkranken Patienten ihre Dienste an. Schweizer Höhenkurorte wie Arosa, Leysin, Crans-Montana oder eben Davos, die ebenfalls um eine zahlungskräftige ausländische Klientel buhlten, waren ständig bestrebt, sich gegen diese zu behaupten, und setzten alles daran, die Wirkung des Höhenklimas mithilfe von wissenschaftlichen Studien und eigenen Forschungsinstitutionen zu belegen. Beispielhaft ist die Stellungnahme des Davoser Arztes und Sanatoriumseigners Rudolf Wolfer von 1933: Die wissenschaftliche Ergründung der Kuren im Höhenklima stelle die beste Förderung der Höhenkurorte «auch in wirtschaftlicher Hinsicht dar». Insbesondere müsse mit wissenschaftlichen Studien dafür gesorgt werden, dass die Ärzte von einer Behandlung im Höhenklima überzeugt würden, denn diese seien die «Berater» ihrer Patienten. Als Höhenklima im medizinischen Sinn definierten Forscher den Höhenbereich zwischen 1200 und 1800 Meter über Meer. 11Tatsächlich vermochten Vertreter der Klimatherapie Ärzte von der Wichtigkeit des Höhenklimas zu überzeugen. Die Beschreibungen eines heilsamen Effekts des Hochgebirges auf die Tuberkulose trugen ab den 1860er-Jahren dazu bei, dass hoch gelegene Ortschaften in den Schweizer Bergen geradezu als Quelle der Gesundheit erschienen. Das Klima und die Ortschaften selbst erhielten einen «heilträchtigen Nimbus», der immer weitere Patientinnen und Patienten in Höhenkurorte lockte. 12Berge wurden mit der «magischen Eigenschaft» versehen, Körper und Seele zu regenerieren, was auch die Entwicklung von Tourismuszentren in den Alpen beförderte. Die Entstehung des Wintertourismus in der Schweiz vor 150 Jahren ist denn auch eine Folge der Behandlung von Lungenkranken. 13Exemplarisch kommt die Vorstellung des heilenden Bergs im Slogan von Otto Morachs oft reproduziertem Werbeplakat für Davos aus dem Jahr 1926 zum Ausdruck: «Der Weg zur Kraft u. Gesundheit führt über Davos». 14

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