Was fehlt?

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In einer wirklich existentiellen Krise scheint die wissenschaftliche Theologie in unseren Breiten nicht zu sein. Sie funktioniert kirchlich wie universitär ebenso gut wie weitgehend geräuschlos.
Gerade dieser Normalbetrieb lässt fragen: «Was fehlt?» Was fehlt, bezogen auf ihren Gegenstand und ihre grundlegende Aufgabe? Dieser Frage gingen zu Ehren des emeritierten Eichstätter Philosophen und Theologen Alexius Bucher im Herbst 2014 Schüler, Freunde und Kollegen beider Fächer nach. Es geht darum, wie man sich Theologie auch anders vorstellen könnte und welche Themen dann anstünden. Es geht darum, über das gegebene Design der Theologie hinaus zu denken und einen Möglichkeitsraum zu eröffnen, der sich nicht an dem orientiert, was ist, sondern an dem, was sein könnte und begründet sein sollte.
Dass der Blick in den Rücken der eigenen Arbeit nur versuchsweise, exemplarisch und mit großem Risiko möglich ist, ist offenkundig. Der vorliegende Band zeigt, dass er sich dennoch lohnt.

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Die Philosophin Gesa Ziemer zeigt diese Prozesse für die Entwicklung einer praktischen Ästhetik auf. „Theoria wird gemeinhin als das rein gedankliche Betrachten, das An- oder Zuschauen, die Schau auf etwas definiert. Gewöhnlich wird der Terminus Theorie in den Gegensatz zur Praxis gestellt […]. Vor allem aber liegt dieser Definition eine klare Trennung zwischen Zuschauenden und den zu betrachtenden Gegenständen zugrunde, welche die Distanz herstellt, die für die Theorie notwendig zu sein scheint. Die Zuschauenden ( theoros ) widmen sich der Anschauung und erstellen aus eben dieser Schau durch abstrahierende Betrachtungsweisen Systeme wissenschaftlich begründbarer Aussagen, die uns bestimmte Phänomene erklären […]. Derjenige, der den Gegenstand betrachtet, soll Wissen generieren und dieses über seine Gegenstände ausbreiten. Der Zuschauer nimmt mit kühler Distanz die Position des Betrachtenden ein, die ihn dazu ermächtigt, das Systematische, dem Einzelfall selten gerecht werdende, dafür Universale zu erkennen und es in begriffliche Sprache zu verwandeln.“ 40

Die Frage der Wissenschaftlichkeit der Theologie konzentriert sich im verletzbarsten Punkt der Theologie – der Praktischen Theologie. Diese Achillesferse birgt zugleich ihre größte Stärke: die Angreifbarkeit, die Verwundbarkeit der Theorie durch die Lebenswelten der Menschen von heute. 41Die Fähigkeit, sich betreffen zu lassen, sich irritieren zu lassen, abduktive Wissenschaft zu sein, weist den Weg für die Theologie insgesamt und die Praktische Theologie im Speziellen, sich als Wissenschaft neu zu erfinden, Praxis und Theorie in ein selbstbewusstes und kontinuierliches Spiel miteinander zu bringen. Analog zur praktischen Ästhetik in der Kunsttheorie verlässt aber auch die Praktische Theologie als Exposure-Wissenschaft den Platz der Zuschauerin. Es bleibt nicht beim theoretischen Schauen auf Situationen, der Blick der Praktischen Theologie wird reflektiert, verändert zurückgeworfen, in ein Wechselspiel hineingezogen. Das Verhältnis zwischen WissenschaftlerInnen und Forschungsgegenstand definiert sich nicht mehr in einer klaren Hierarchie, sondern in der Frage nach der Art und Weise des Involviertseins, des Verhältnisses zwischen ForschungspartnerInnen. Theologische Exposure-Forschung setzt sich der Ungewissheit und Heimatlosigkeit aus, kann sich aussetzen in der Denkbarkeit und Sagbarkeit Gottes, im Wissen um sein Wort als Ereignis der Begegnung voll von Beziehung. In diesem risikoreichen Gegensatzraum, im Moment der Differenz, des Schon und Noch-Nicht kann Theologie im Denken des Glaubens und dessen Geglaubten aus sich herausgehen, sich selbst bestimmen, eigene Wege gehen. Theologie erfindet sich in diesem Exposure-Prozess als Spiel- und Transformationsraum, der aus Annäherung und Unschärfe heraus lebt – im Vollziehen von Gegensätzen, die existentiell aufeinander verwiesen sind.

Bisher ist Theologie in diesem Sinne weitgehend Brachland, eine Leerstelle, die der Leere der wissenschaftlichen Landschaft in diesem Kontext eine weitere hinzufügt. „Als Hindernis für die [dafür notwendige] Denkbarkeit Gottes hatte sich sowohl der traditionelle Gottesgedanke als auch das neuzeitliche Selbstverständnis des Denkens als Sicherstellen herausgestellt. Gott wurde diesem Denken als Rückversicherung des eigenen Sicherstellens zunächst notwendig (Descartes), im Prozeß des sich als Sicherstellen immer mehr durchschauenden Denkens aber zum Ungedanken (Nietzsche). Der für die Rückversicherung des Denkens notwendige Gottesbegriff erwies sich in der Konsequenz des sicherstellenden Denkens als undenkbar (Fichte). Die Einstellung, die das sicherstellende Ich sowohl sich selbst als auch allem anderen gegenüber bezogen hat, mußte Gott gegenüber entweder zu einem Zusammenbruch des Denkens oder aber zu einem Zerbrechen des vorausgesetzten Gottesgedanken, wenn nicht sogar zu beidem, führen. […] Der Theologie fällt in dieser Situation die Aufgabe zu, sowohl dem vorausgesetzten Gottesgedanken als auch dem Denken gegenüber zu einer Kritik zu verhelfen, die Gott in neuer Weise denkbar werden läßt. […] In unserem Zusammenhang ist die Glaubensgewißheit aber vor allem deshalb von Bedeutung, weil sie das Ich in eine andere Einstellung als die der Sicherstellung bringt. […] Sicherstellung ist die methodische Konsequenz des Zweifels und die existentielle Folge des Mißtrauens. […] Wo aber Vertrauen von Vertrauen getragen wird, bedarf es der Sicherstellung nicht. […] Demgemäß kommt der Theologie in einer durch sicherstellendes Denken bestimmten geschichtlichen Konstellation die Aufgabe zu, dem denkenden Ich inmitten seiner Sicherstellungen zugleich eine Entsicherung zuzumuten, die das Denken verantworten kann und die Gott als den zu denken erlaubt, der er ist. [… Es] bedarf […] einer genaueren Besinnung auf die entsichernde Gewißheit des Glaubens.“ 42

10. Entsicherung inmitten von Sicherstellungen

Verharrt Theologie nicht in der Leerstelle, beharrt sie nicht auf dem gesicherten Raum, wird sie Teil des Tosens, des Zerreibens, des Chaos, des Sterbens und Gebärens, des Schöpfens, wird Teil und Motor des Werdens. Wie praktische Ästhetik nach Ziemer, so denkt auch Theologie „nicht nur über Verletzbarkeit nach, sondern produziert diese selber im Aufbrechen angestammter Verfahren mit und verabschiedet sich damit zwangsläufig aus dem erhöhten Status einer allwissenden Disziplin zugunsten einer Öffnung gegenüber Alltagserfahrungen und künstlerischen Interventionen. Auch das theoretische Selbstverständnis basiert also auf dem Sensorium der Verletzbarkeit. […] Verletzbarkeit […] anzuerkennen und als Moment gesellschaftlicher Organisation zu stärken, ist das Ziel dieser Reflexion. Die Verletzbarkeit des Körpers […] zeigt uns, wie gefährdet die eigene vermeintlich gesicherte Position ist und welchen Wert es haben kann, diese entgegen allumgreifender Sicherheitsdispositive stark zu machen. Die Bezugsgröße der Verletzbarkeit vergegenwärtigt uns eine ästhetische, künstlerische und nicht zuletzt auch zutiefst ethische Haltung, die das Andere und Fremde als solches sichtbar macht, es als Differentes stehen lässt und auf Augenhöhe positioniert.“ 43

Diese Leerstelle ist der wunde Punkt, die entscheidende Frage für die Theologie, die Kirche, den Menschen. Eberhard Jüngel macht eindringlich deutlich, „daß ein total sichergestellter Mensch aufhörte, Mensch zu sein. […] Ein total sichergestellter Mensch wäre ein bloßes Stück Welt, ein roboterhafter Doppelgänger des Menschen, eine schauerliche Karikatur des Menschen. Denn – und das ist unser positives theologisches Argument, nun auch positiv ausgesprochen – der Mensch ist darin Mensch, daß er sich auf einen anderen als er selbst zu verlassen vermag. Dazu gehört aber, daß er sich selbst zu verlassen vermag. Menschsein heißt: sich verlassen zu können.“ 44

Theologie in diesem existentiell notwendigen Sinne heißt, die Leerstelle, das Tote zu verlassen, aufzuhören, abgesicherte Leerstellen in die Leere der Undenkbarkeit Gottes hinein zu produzieren, sondern sich im Denken des Glaubens selbst zu entsichern, um sich mitnehmen zu lassen in das Leben und um mitnehmen zu können in die Begegnung des Wortes Gottes. „Nur dem aus sich herausgesetzten Ich ist Gott gegenwärtig.“ 45Das gilt analog für die Theologie. Um diese ausgesetzte und aus sich herausgesetzte Wissenschaft zu werden, braucht sie riskante Denkgesprächsräume statt universitär gesicherter Lehrstühle, deren Gestalterinnen sich in Form und Inhalt der Räume der Fermentierung verpflichten. Die Praktische Theologie braucht durchlässige Wissenschaftsräume, die durch die Gegensätzlichkeit von Theorie und Praxis hindurchgehen, sich nicht auf der einen oder anderen Seite gegen die jeweils andere positionieren, sich nicht abgrenzen und isolieren, sondern es zu ihrem Profil machen, selbstverständlich überkonfessionell, interreligiös, interkulturell, interaktiv mit allen theologischen Disziplinen, anderen Wissenschaften, mit den Menschen Aporien nicht zu überspringen, sondern sie zu vollziehen, und darin dem Druck, schnelle und einfache Antworten und Ordnungen zu liefern, widerstehen. Theologie kann Nachdenklichkeit kultivieren als das Denken eigener Wege – öffentlich, in der Gesellschaft, in der universitären Betriebsamkeit, nachdenklich, gar schweigend sich der Schonungslosigkeit des Kreuzes aussetzen, dem Tod und von daher die Wahrheit des Evangeliums suchen, eine Wahrheit auf Bewährung, ratlos mit offenem Ausgang, vielleicht ohne Ergebnis, ohne Trost.

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