Was fehlt?

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In einer wirklich existentiellen Krise scheint die wissenschaftliche Theologie in unseren Breiten nicht zu sein. Sie funktioniert kirchlich wie universitär ebenso gut wie weitgehend geräuschlos.
Gerade dieser Normalbetrieb lässt fragen: «Was fehlt?» Was fehlt, bezogen auf ihren Gegenstand und ihre grundlegende Aufgabe? Dieser Frage gingen zu Ehren des emeritierten Eichstätter Philosophen und Theologen Alexius Bucher im Herbst 2014 Schüler, Freunde und Kollegen beider Fächer nach. Es geht darum, wie man sich Theologie auch anders vorstellen könnte und welche Themen dann anstünden. Es geht darum, über das gegebene Design der Theologie hinaus zu denken und einen Möglichkeitsraum zu eröffnen, der sich nicht an dem orientiert, was ist, sondern an dem, was sein könnte und begründet sein sollte.
Dass der Blick in den Rücken der eigenen Arbeit nur versuchsweise, exemplarisch und mit großem Risiko möglich ist, ist offenkundig. Der vorliegende Band zeigt, dass er sich dennoch lohnt.

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3.Theologie in der Katholizität des Lebens

Was in Theologie und Kirche fehlt, ist das ganze Leben, die Katholizität des Lebens und damit auch des Glaubens, eine Theologie weit in die Rat-, Ausweg-, Sinnlosigkeiten des Lebens hinein. Katholische Kirche und Theologie als ihr elementarer Lebensakt zimmern sich dagegen ihre Lebenswelten selbst, schnitzen sich ihre Gläubigen, haben sehr viel damit zu tun, Zugehörigkeiten und Ausschlüsse zu regeln, um angebliche Wahrheiten oder angeblich Wahrheiten zu schützen, ohne zu merken, dass sie sich in der Selbstbespiegelung verlieren, an der Wahrheit des Evangeliums vorbeischauen, an den Lebensrealitäten und -fragen, -versuchen und -antworten der Menschen und damit an Gott.

Die „Wahrheit des Evangeliums unterscheidet sich von allen anderen Wahrheiten dieser Welt sehr penetrant dadurch, dass sie die Wahrheit des Wortes vom Kreuz ist. Und das Kreuz stört. Das Kreuz weist in einer die Weisheit dieser Welt irritierenden Weise darauf hin, dass nichts in unserer Wirklichkeit die Welt im Innersten zusammenhält – auch der höchste Gedanke, auch die tiefste Einsicht nicht. Die Wahrheit des Wortes vom Kreuz steht quer zu allem, was sonst in der Welt auf Wahrheit Anspruch erhebt.“ 7Ist sich Theologie ihrer Bedeutung für Welt und Wissenschaft bewusst? Weiß sie darum, elementarer Lebensakt der Kirche zu sein? Weicht sie mit der Kirche der Wahrheit des Kreuzes aus? Macht sie sich zum weichspülenden Erfüllungsgehilfen und traut sich das Widerstehen im Angesicht anderer Wissenschaft nicht zu?

Mit Eberhard Jüngel wird im Folgenden an einer Theologie gedacht, die in die Leerstellen des Lebens das Kreuz stellt, denn: „Gibt es in einer von den Mächten des Verderbens durchwalteten Welt einen Weg zu Gott, dann besteht Grund zu der Annahme, dass Aporien, wenn man sie sich nur eingesteht, sich zu einem Problembewusstsein verarbeiten lassen, das weiter führt. Theologie weiß, dass die Aporie des Denkens Leidenschaft ist. Von solcher Leidenschaft bewegt, fängt die Theologie immer wieder auf’s neue an, dem Worte Gottes nachzudenken.“ 8Dieses Nachdenken erfordert ein schonungsloses Exposure, ein Sich-Aussetzen und Ausgesetztsein. Die Schonungslosigkeit des Todes, des Kreuzes, Gottes auszuhalten und zu durchdenken, zu Ende zu denken, nicht einzuknicken und weichzuspülen, nicht zu vereinfachen und nicht zu vertrösten, ist die Aufgabe der Theologie. Ihre Aufgabe ist es, sich der Ausweglosigkeit des Kreuzes auszusetzen, der Undenkbarkeit Gottes, der Unverfügbarkeit von Auferstehung – und nicht einen Gott aus dem Hut zaubern, der im Letzten dann doch die Position wechselt und der Übervater wird, der ER, der Mann, der er immer war, der liebe Gott mit der Hand, in die man fällt, der Richter, der die Freien nicht an seiner Seite sitzen lässt, weil sie sich gegen ihn entschieden haben, weil der Ahnung nicht getraut wird, werden kann, Gott als das ganz Andere zu denken, bedingungslos, sperrig gerecht, ein Geheimnis, die Wahrheit des Evangeliums, ein sich hartnäckig entziehendes Mysterium, unlösbar verbunden mit dem Risiko der Sinnlosigkeit – eine Ahnung, eine Idee, eine Erzählung – die keinen Absolutheitsanspruch erhebt, sondern als Ferment wirkt.

4.Exposure-Theologie

Wo ist die schonungslose, widerständige, sich aussetzende Theologie wider alle Vernunft als elementarer Lebensakt der Kirche aller Menschen und als elementare Life Science, eine Wissenschaft mit Option, für die Menschen, gegen Vereinfachung und Banalisierung, für die Komplexität des Über-, Quer- und Hinter-Allem – ein offener Denkraum, in dem in Musing und Abduktion Transformation erwartet wird, eine Wissenschaft, die weiß, dass „Gotteserkenntnis schon immer unthematisch und namenlos gegeben [ist] – und nicht erst dann, wenn wir anfangen, davon zu reden. Alles Reden darüber, das notwendig geschieht, ist immer nur ein Verweis auf diese transzendentale Erfahrung als solche, in der sich immer der, den wir ‚Gott‘ nennen, schweigend dem Menschen zusagt – eben als das Absolute, Unübergreifbare, als das nicht eigentlich in das Koordinatensystem einrückbare Woraufhin dieser Transzendenz, die als Transzendenz der Liebe auch eben dieses Woraufhin als das heilige Geheimnis erfährt.“ 9

Wo ist Gott? Wo ist Gott in der Theologie? Eberhard Jüngel beschreibt die Situation der Theologie, wie sie in Gesellschaft und wissenschaftlicher Community gesehen wird. „Vielfach und auf vielfältige Weise hat das Reden von Gott den menschlichen Geist in Verlegenheit gebracht. Am Ende einer langen Geschichte des Redens von Gott scheint die Verlegenheit heute zur Ausweglosigkeit geworden zu sein. […] Denn das scheint ausgemacht zu sein. Wir leben im Zeitalter der sprachlichen Ortlosigkeit Gottes. Ihr entspricht die immer noch zunehmende Undenkbarkeit Gottes und die – auch unter ihrem Gegenteil schlecht verborgene – Sprachlosigkeit der Theologie. Diese ist übel dran.“ 10

Die Theologie ist übel dran, weil sie, auch sie, nicht von Gott sprechen, Gott nicht denken kann, nicht unter den Bedingungen postmoderner Moderne, nicht so, dass das Denken und Sprechen ernst zu nehmen wäre im Kreis der Wissenschaften, eine Relevanz entwickeln würde für den Menschen von heute. Der Theologie fehlt Gott. Selbstverständlich fehlt ihr nicht das Wort, aber was bezeichnet das Wort „Gott“? Was bezeichnet Theologie mit dem Wort „Gott“? Eberhard Jüngel leitet sein Denken und Sprechen von Gott von den Grundsätzen der Sprache und Sprechakte her. „Die Zeichen geben also zu denken. Sie geben jeweils etwas zu denken, nämlich genau das, was sie bezeichnen. […] Das Wort ist also das für die Funktion des Bezeichnens bezeichnendste Zeichen.“ 11Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet Gott „etwas Unüberbietbares […]: Gott kann alles. Gott entscheidet alles. Gott wirkt alles. Gott ist alles, ist schon immer alles in allem. Ja, Gott ist ‚mehr‘ noch als ‚alles‘. […] Gott ist in jeder Hinsicht perfekt – wobei die temporale Komponente durchaus mitzudenken ist: Gott kann immer schon ganz und gar auf sich zurückblicken, sein Sein ist frei von Werden. […] Gott ist über allem , er ist also auch über uns , er ist uns schlechthin überlegen . […] Was das Wort ‚Gott‘ als Zeichen zu denken gibt, ist dann im Grunde unausdenkbar , ist auch durch Denken nicht zu erfassen, ist nur als das Unbegreifbare zu begreifen.“ 12Die Theologie ist übel dran, denn damit steht sie an ihrem Ende. Was ist ihr Inhalt und ihr Anspruch, wenn sich ihr Gegenstand nicht denken lässt? Theologie als Leerstelle.

Jüngel sieht die Theologie an dieser Stelle in der Sackgasse der mächtigen augustinischen Tradition. 13Den Ausweg entdeckt er in einer weiteren Funktion der Sprache neben der des Bezeichnens. Sprache spricht an. „Im Sprachereignis wird vielmehr das Sein eines Sachverhaltes so zur Sprache gebracht, dass es das Sein des Menschen anspricht und dieser durch das ihn anredende Wort aus sich herausgerufen und in dem ihn anredenden Wort zu sich selber gebracht beziehungsweise von sich selber entfernt wird.“ 14Gott als eine Funktion, ein Ereignis von Sprache? Wenn Gott sich in der Sprache des Menschen ereignet, ist es nicht mehr möglich, Gott über dieser Sprache und damit über dem Menschen zu denken. Im Sprechereignis „Gott“ sprechen Gott und Mensch und geben sich – die Theorie konsequent weitergedacht – gegenseitig zu denken, gehen über sich selbst hinaus und geben sich Anteil aneinander. Das Evangelium als Zentrum christlicher Theologie verkündet den Menschen Jesus als Wort Gottes. „Das Menschsein dieses Menschen ist für das, was das Wort ‚Gott‘ zu sagen hat, nach neutestamentlicher Auffassung von äußerster Relevanz. Und das nicht nur im Blick auf das Leben, sondern erst recht auf den Tod dieses Menschen. Deshalb haben wir uns bei dem Versuch, Gott als den sich im Menschen Jesus Mitteilenden und Aussagenden zu denken, stets der Tatsache zu erinnern, daß dieser Mensch gekreuzigt wurde, daß er im Namen des Gesetzes Gottes getötet wurde.“ 15

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