Nicole Braun - Endstation Nordstadt

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Kassel 1992. In der Nordstadt regiert Kiezgröße Horst Scharpinsky, dessen Großschuldner nacheinander von einer Selbstmordwelle ausgelöscht werden. Da er nicht an Zufall glaubt, setzt er den spielsüchtigen Anwalt Meinhard Petri darauf an, der Sache nachzugehen. Petris Auftrag führt ihn direkt ins Visier eines Serienmörders. Der selbsternannte Racheengel »Azrael« lädt Petri ein, die Seite zu wechseln. Als der ablehnt, beginnt ein Spiel um Menschenleben.

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»Wie kommt es, dass eine Frau wie Sie sich in solchen Kreisen auskennt?«

Aus ihrem Blick sprach eine Mischung aus Skepsis und Amüsement. »Das erfährt man alles aus der lokalen Presse. Ich wiederum frage mich, warum ein Anwalt für Strafrecht sich mit diesen Menschen abgibt.«

Jetzt musste ich lachen. »Sie haben ja gar keine Ahnung, mit was für Menschen sich ein Anwalt für Strafrecht abgeben muss.«

»Ja, sicher.« Sie lächelte verständnisvoll. »Aber Scharpinsky ist nicht Ihr Mandant, wenn ich das richtig verstanden habe, sondern Ihr Auftraggeber.«

Ich hatte keine Lust, mich zu rechtfertigen, und startete ein Ablenkungsmanöver. »Ihr Mann hatte ja offensichtlich auch Kontakt zu Scharpinsky.«

»Das stimmt leider. Und ich würde zu gerne wissen, warum. Vor allem, warum er das hinter meinem Rücken getan hat.«

»Und die Antwort auf diese Frage erwarten Sie von mir?«

»Das wäre schön.«

»Da lauert ein Interessenskonflikt, wie Sie sich sicher denken können.«

Ohne ein weiteres Wort öffnete sie ihre Handtasche, zog ein Bündel Geldscheine heraus, stand auf und legte es auf die Zeitung.

Ein Herr auf braunem Untergrund schaute ernst vom Schein zu mir herauf, als ahne er, was eine Eins mit drei Nullen in meinem Hirn für einen Wirbel veranstaltete. Ich wagte gar nicht zurückzusehen. Mir wurde schwindelig.

»Könnte das Ihren Interessenskonflikt mildern?«

»Sie wissen, dass mich das in riesige Schwierigkeiten bringt.«

»Wenn ich die Sachlage richtig einschätze, stecken Sie bereits bis zum Hals drin.« Sie setzte sich wieder auf den Stuhl, schlug die Beine übereinander und guckte unschuldig. »Ich habe keine Ahnung, was geschehen ist. Warum mein Mann glaubte, mit diesen Leuten Geschäfte machen zu müssen, und warum er jetzt tot ist. Ich will es einfach verstehen. Und der Einzige, der mir dabei helfen kann, sind Sie. Sie sollen nichts Ungesetzliches tun. Ich möchte nur denselben Wissensstand wie Ihr Auftraggeber, mehr nicht.«

»Es ist ungesetzlich, als Anwalt zwei Parteien in derselben Sache zu vertreten.«

»Sie geben mir, was Sie können, ohne in Teufels Küche zu kommen. Wäre das in Ordnung?«

Ich spürte, dass ich nickte, während mein Blick über die Scheine glitt. Der Teufel hatte gerade einen Stuhl für mich an den Küchentisch gestellt.

10

Das bärtige Gesicht des Mannes vom 1.000-Mark-Schein hatte mich in der Nacht im Traum verfolgt. Nachdem Riva Levin gegangen war, hatte ich sämtliche Scheine vom Tisch genommen und sie in eine Schublade gestopft. Erst ihr Bündel Tausender und obendrauf die Hunderter von Sharp. Ich hatte noch mal einen Blick darauf geworfen und gespürt, wie mir eine Gänsehaut über den Körper gejagt war. Eine Mischung aus Angst und Erregung. Rasch hatte ich die Lade zugeschoben. Dort ins Dunkel, dort gehörten die Scheine hin. Bevor ich doch noch irgendwelche Dummheiten damit anstellte, war ich lieber nach Hause gefahren und hatte alle weiteren Nachforschungen auf den nächsten Tag verschoben.

Der Gedanke, bereits so kurz nach Schuhmanns Ableben seiner Witwe einen Besuch abzustatten, kam mir komisch vor. Das hatte Zeit. Es gab ja noch zwei weitere Kandidaten, oder vielmehr ihre Witwen, um die ich mich kümmern musste. Auf Sharps Liste fand ich Sandro Rat­stetter, einen Galeristen, und Michael Zanetti, hohes Tier bei der Gewerkschaft und Pendler mit Wohnsitz in Bayern. Eine illustre Gesellschaft hatte sich dort versammelt. Von den beiden Lebenden kannte ich Richter Peter Drömer. Der Name Hans Vaas sagte mir nichts. Ich überlegte kurz, ob man die Herren darüber informieren sollte, dass sie auf einer Todesliste standen, aber vermutlich wussten sie das bereits. Dass sie alle Schuldner bei Sharp waren, erzählte ja nur die eine Hälfte der Geschichte, die andere lag zumindest vor mir im Verborgenen. Ich ahnte, dass die, die noch am Leben waren, nicht preisgeben würden, welches Geheimnis sie verband. Ich musste also herausfinden, ob die Toten auskunftsfreudiger waren. Zuerst besuchte ich die ehemalige Galerie von Sandro Ratstetter.

Die Galerie lag am Weinberg zwischen den wenigen Jugendstilgebäuden, die vom Krieg verschont geblieben waren. Eine piekfeine Adresse. Blitzblankgeputzte Schaufenster boten Einblick in großzügige, weißgetünchte Räume mit spärlicher Ausstattung.

Ich drosselte das Schritttempo, bevor ich den Eingang erreichte, atmete tief durch und öffnete die Glastür.

Der Empfangsraum war an Reinheit schwer von einem OP zu überbieten. Der meterhohe Vorraum mit makellos weißen Wänden war spärlich möbliert: Rechts eine Art überdimensionaler Tresen – eine dicke Holzplatte auf Steinstelen – und gegenüberliegend eine gleichermaßen gestaltete Sitzbank ohne Polster. In den großformatigen glattpolierten Fußbodenfliesen spiegelte ich mich wie ein grauer Geist. Darüber hinaus war der Raum leer. Über breite, offene Treppenstufen gelangte man wohl in die Ausstellungsräume, aber von hier aus konnte man die Größe der Galerie allenfalls erahnen. Es roch nach frischer Farbe und – das bildete ich mir zumindest ein – einem leichten Hauch von Haarspray. Ich überlegte noch, ob meine Stimme wohl ein Echo erzeugen würde, wenn ich nach jemanden riefe, als ich ein leises Räuspern links neben mir vernahm.

Ich drehte mich um und bemerkte einen kleinen, dürren Mann hinter dem Tresenungetüm. Obwohl mein Blick bereits ein paarmal über diese Stelle geglitten war, hatte ich ihn zuvor übersehen. Kein Wunder. Das Gesicht des Männleins war so knitterfrei und weiß wie die Wand hinter ihm, und der Rest von ihm wurde beinahe vollständig von dem Tresen verdeckt. Er verließ die Deckung. Seine Füße hoben sich nicht beim Gehen, sie wischten über die Fliesen wie über eine Eisfläche. Für einen Moment hatte ich Sorge, dass er ungebremst in mich hineinrauschen würde, aber er blieb mit einer eigenartig eleganten Stoppbewegung stehen.

Jetzt roch ich es ganz deutlich. Haarspray. Unmengen davon musste er verwandt haben, um eine Frisur zu kreieren, die so elegant in Wellen lag, dass sich kein Härchen traute, die Perfektion zu stören. Seine Kleidung sah nicht weniger eigentümlich aus als meine – ein Pullunder mit Burlington-Muster über einem hellblauen Button-down-Hemd, eine braune Feincordhose und dunkle Mokassins – der Unterschied lag darin, dass die Sachen an ihm wirkten, als verdienten sie die Bezeichnung »ausgefallen«, während meine Kleidung einfach nur schäbig war.

Er bedachte mich von schräg unten mit einem Wackeln des Kopfes, als schnuppere er an mir. »Was kann ich für Sie tun?«, fragte er nasal, ohne den Mund wirklich bewegt zu haben.

Schwul wie zehn Mann, kam es mir in den Sinn, und ich schämte mich sofort dieses vorschnellen Urteils. Leider hatte man als Rechtsanwalt irgendwann hinter jede Fassade und in jeden menschlichen Abgrund geschaut und gelernt, dass die allermeisten Klischees eben doch zutrafen. Männer wie ihn hatte ich schon einige vertreten. Er war keiner von den jungen hippen Homosexuellen, die sich einen Teufel um die Vorurteile der Gesellschaft scherten. Sicher hatte er sich Jahrzehnte hinter einer biederen Fassade verstecken müssen, vielleicht gab es sogar eine Ehefrau und Kinder aus einer früheren Beziehung. So jemand vergnügte sich nicht in einschlägigen Darkrooms, sondern war durch die ihm auferlegte Heimlichtuerei dazu genötigt, sich klammheimlich einen Stricher aufzugabeln, um ihn in einem Hotelzimmer mit Schampus und Austern zu füttern und sich anschließend einen blasen zu lassen. Wie oft standen um Worte ringende Mandanten in meiner Kanzlei, wenn sie aus Versehen an einen minderjährigen Stricher geraten und dabei erwischt worden waren. Ich kannte ihre allgegenwärtige Verzweiflung, zwischen sozialer Anerkennung und sexuellem Verlangen hin- und hergerissen zu sein, und so manch einer bezahlte diese Zerreißprobe mit dem Leben. Das Auftauchen von HIV hätte einen offeneren Umgang der Gesellschaft verlangt, aber das Gegenteil war geschehen: Die Krankheit hatte die heimlich schwul lebenden Männer nur immer tiefer in die Ausweglosigkeit getrieben.

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