Hanna Engelmeier - Trost

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"Das Bedürfnis, in Geschriebenem Trost zu suchen, mag alt sein. Die feinsinnige Klugheit in diesem Buch ist so ernüchternd wie erbaulich, so überraschend wiegroßartig. Kurzum: zum Niederknien!" Judith Schalansky
Dass Lesen weit mehr ist als das sinnstiftende Erfassen von Buchstaben, zeigen die vier Übungen, die dieser Essay versammelt. Sie führen das Lesen zusammen mit dem Schreiben, dem Hören, dem Beten und dem Genießen: Der heute nur wenigen bekannte Franz Xaver Kappus regte Rilke durch seine Briefe zu einer Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Dichtens an, die bis heute Schreibende (und Lesende) inspiriert. Die Tonaufnahme von David Foster Wallaces Rede «This Is Water» und ein Hörspiel zu Walt Disneys Aristocats zeugen von einem Lesen, das Hören ist. Eileen Myles findet als Kind ein Rollenmodell in der Lektüre eines Johanna-von-Orléans-Comics und Adorno gönnt sich neben Kritik auch mal Eiscreme. In dieser Engführung von Kritik und Enthusiasmus, Kanon und Pop, Alltag und Ästhetik, Persönlichem und Theoretischem offenbart sich mit jedem weiteren Kapitel genau das, was der Titel verspricht: vier Übungen, die klug, voller Witz und doch mit Ernsthaftigkeit Text und Nebentext feiern und sich zu einer leisen,
aber unedingten Leseempfehlung für schwere und nicht ganz so schwere Zeiten fügen.

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Strayed schreibt Bassist, dass sie mit der gleichen Attitüde schreiben solle wie die Bergleute, die einfach graben. »That you’re so bound up about writing tells me that writing is what you’re here to do. And when people are here to do that, they almost always tell us something we need to hear. I want to know what you have inside you. I want to see the contours of your second beating heart. So write, Elissa Bassist. Not like a girl. Not like a boy. Write like a motherfucker.« 21

Knapp 120 Jahre später möchte ich Rilke ein paar Anführungszeichen reichen, die er nach Belieben in seinen Sätzen verteilen könnte, um etwas Gewicht der bleischweren Vokabeln abzufangen, mit denen er Kappus zur Prüfung seiner dichterischen Ambitionen aufruft. Anfangen könnte man vielleicht mit »sterben«. Mir erscheint der Anspruch, die eigene schreiberische Motivation solle entweder existenziell oder wertlos sein, in seinem Pathos mittlerweile leicht bedrohlich. Was ist mit denen, die zwar darauf brennen, zu schreiben (und vielleicht vor allem darauf, dann auch gelesen zu werden), aber auch dann gern leben wollen, wenn die Umstände genau das nicht erlauben?

Lange Zeit wollte ich die Möglichkeit haben, das Pathos immer dann wieder neu anzufachen, wenn seine Flamme vielleicht allzu klein brannte. So trug ich das Buch mit mir herum, um mir im Zweifelsfall Rilkes Worte leihen zu können, als Ersatz für all die, die mir selbst nicht einfielen. Ich konnte so stumm bleiben wie der Leutnant Kappus in meiner Ausgabe und war doch bei großer Dichtung dabei, ich schien kurz davor, selbst welche zu produzieren. Rilke war als »zartester, geisterfülltester Mensch der Welt« mit »all den wunderbaren Ängsten und allen Geheimnissen des Geistes« (Valéry) das Idol, dem sich anzuverwandeln nicht unmöglich sein sollte, bei all den Ängsten und Geheimnissen des Geistes, die ich an mir selbst bemerkte und in zarte und geisterfüllte Texte hineinzuschreiben gedachte.

Aus dieser Hoffnung heraus hat auch Kappus an Rilke geschrieben. Kappus identifizierte sich mit Rilke unter anderem aus dem Grund, dass auch Rilke zunächst eine Militärlaufbahn angestrebt, dann jedoch zugunsten eines Lebens als Dichter aufgegeben hatte. So wollte Kappus es ebenfalls machen. Nach einem Vortragsabend in der Wiener Buchhandlung Heller am 8. November 1907 folgte Kappus Rilke in ein Restaurant: »In dem Lokal ließ er Rilke seine Visitenkarte überreichen, und der Dichter kam auch sofort an seinen Tisch, um sich lange und eingehend zu unterhalten.« 22Kurze Zeit später sandte Kappus seine Verse an den Insel-Verlag, bei dem Rilke publizierte. »Innerhalb einer Woche kam die Absage mit einem Standardschreiben, das auf den Verlagslektor Adolf Hünich zurückgehen dürfte. Dies dürfte auch die Kontakte mit Rilke gedämpft haben.« 23

All das wusste ich nicht, als ich wieder und wieder mein Büchlein aufschlug und las: »Das Mädchen und die Frau, in ihrer neuen, eigenen Entfaltung, werden nur vorübergehend Nachahmer männlicher Unart und Art und Wiederholer männlicher Berufe sein. Nach der Unsicherheit solcher Übergänge wird sich zeigen, daß die Frauen durch die Fülle und den Wechsel jener (oft lächerlichen) Verkleidungen nur gegangen sind, um ihr eigenstes Wesen von den entstellenden Einflüssen des anderen Geschlechts zu reinigen. Die Frauen, in denen unmittelbarer, fruchtbarer und vertrauensvoller das Leben verweilt und wohnt, müssen ja im Grunde reifere Menschen geworden sein, menschlichere Menschen als der leichte, durch die Schwere keiner leiblichen Frucht unter die Oberfläche des Lebens herabgezogene Mann […].« f

Ich hatte lange keine Sprache und vielleicht auch von daher kein Bedürfnis, diese Einschätzung anzuzweifeln, ich wünschte mir, meine Sprache so benutzen zu können wie der, der so über Frauen schrieb.

»The truth: I am sick with panic that I cannot – will not – override my limitations, insecurities, jealousies, and ineptitude, to write well, with intelligence and heart and lengthiness. And I fear that even if I do manage to write, that the stories I write – about my vagina, etc. – will be disregarded and mocked. How do I reach the page when I can’t lift my face off the bed?« 24Als Bassist Strayed im August 2010 schrieb, gab es sowohl die Ratgeberkolumne als auch die Webseite, auf der sie zu finden ist, noch nicht sehr lang. The Rumpus war 2009 die Idee eines Autors namens Stephen Elliott, der seinen Autorinnen- und Autorenfreunden, die genauso arm wie er waren, Gelegenheit geben wollte, Teil eines literarischen Zirkels zu sein. Zunächst übernahm sein Freund Steve Almond die Ratgeberkolumne, und weil er von Elliott »Sugar Butt« (Zuckerarsch) genannt wurde, setzte sich der Name Dear Sugar für den Kummerkasten der Webseite durch.

Almond selbst setzte sich als Ratgeber nicht durch: Er sei kläglich gescheitert an dem Versuch, sich in diejenigen hineinzuversetzen, die irgendwie den Weg auf die Webseite gefunden und sich dann auch noch entschlossen hatten, einer ihnen unbekannten Person namens »Sugar« ebenda ihre Sorgen zu gestehen. Wo sein Herz scheiterte, habe er versucht, mit Witz darauf zu reagieren. 25

An seiner statt fragte Elliott die ihm unbekannte Autorin eines Romans namens Torch an, den er sehr schätzte. Er nahm nicht an, dass sie Zeit haben würde: Almond erwähnt, dass er über Strayed wusste, dass sie ein loses Mundwerk, viele Schulden aus dem Studium, kein regelmäßiges Einkommen als Dozentin an einem Literaturinstitut und zwei kleine Kinder habe, mehr nicht. Doch sie sagte zu. All das ist die Story von »Sugar«, wie sie später in der Einleitung zu der Sammlung ihrer Briefe an Fremde erzählt werden wird, die ihr ihre intimsten, teilweise aber auch alltäglichsten Sorgen schilderten. Mit der Publikation ihrer Kolumnen unter ihrem eigenen Namen stellte Strayed klar, dass nicht »Sugar«, sondern eigentlich Rilke die Kolumnen geschrieben hat: Aus der Einleitung zum Buch und den Interviews mit seiner Autorin geht hervor, dass Cheryl Strayed nicht nur der Name einer Autorin von Ratschlägen, sondern auch der einer Romanschriftstellerin ist. g Als solche spricht sie dieser Tage für die New York Times im Podcast Sugar Calling mit anderen berühmten Autorinnen und Autoren darüber, was sie in Zeiten emotionaler Not tun. Die meisten zitieren wiederum andere Schriftstellerinnen, an deren Texte sie sich wenden. Ein Netz, gewebt aus Zuckerwatte, das sich immer weiter ausdehnt.

Eine Kultgefolgschaft besitze »Sugar«, so Almond, und zwar, weil sie etwas anbiete, was in der amerikanischen Gesellschaft, die derzeit an Einsamkeit krepiere, dringend fehle. Diese Fehlanzeige läuft bei ihm unter »radikale Empathie«, die Strayed in ihren Briefen anbiete. Diese Empathie besteht nicht allein in einem mitfühlenden Tonfall und der Anrede »sweet pea«, mit der die auch Strayed unbekannten Briefautorinnen und -autoren belegt werden. Sie besteht vor allem immer wieder in einem Arbeitsauftrag. »Nicht nur die sprachlichen Mittel tragen dazu bei. Betrachtet man den Text inhaltlich, so fällt eine Forderung ins Auge, die genauso deutlich wie die in der Erbauungsliteratur übliche nach Passivität und Unterwerfung zutage tritt – die Forderung, Sorge um sich selbst zu tragen.« 26Wenn du dich nicht von Gott beim eigenen Namen rufen lassen kannst, weil du nicht oder nicht mehr glauben kannst, dann reicht es vielleicht aus, wenn dich wenigstens eine anonyme Autorin bei einem Kosenamen ruft.

Als Elissa Bassist an Strayed schreibt, läuft die Kolumne schon eine ganze Weile, niemand weiß, wer »Sugar« ist. Bassist fängt ihren Brief damit an, dass sie sagt, sie schreibe wie ein Mädchen. Sie wolle aber nicht wie ein Mädchen schreiben, sondern lieber wie David Foster Wallace, und dies nicht nur deshalb, weil sie glaube, dass ihre Themen (unerwiderte Liebe, ihre Vagina, ungefilterte Emotionen) vielleicht nicht so gut ankämen, sondern auch, weil sie damit ja eine Frauenschriftstellerin würde. Und Frauenschriftstellerinnen endeten meist schlimm, das wisse man, das sei bekannt; dass es mit Wallace auch ein schlimmes Ende genommen habe, das sei weniger relevant angesichts seines Genies. Was genau an seinem Schreiben das Geniale für sie ausmacht, steht leider nicht in dem Brief. Er geht noch eine Weile weiter und enthüllt »Sugar« auch die Depressionen der Absenderin, gegen die sie verschreibungspflichtige Medikamente nimmt. Getrieben wird ihr Brief aber von dem einen verzehrenden Wunsch: Bassist möchte so gern ein Buch schreiben. Dieses Buch, so ist dem Brief zu entnehmen, ist nichts weniger als eine Art Zaubermittel, denn es soll ihr erlauben, anders zu werden: »it’s not that I want to die so much as have an entirely different life« 27. Dieses andere Leben ist das einer Autorin.

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