John Mair - Es gibt keine Wiederkehr
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Zu Hause wanderte Desmond vor seinen Bücherregalen auf und ab und quälte sich mit der Berechnung, wie viel Zeit und Geld das Lesen ihn gekostet haben mochte. Selig der Mensch, so dachte er, ohne geistige oder körperliche Leidenschaften, der mit gleicher Verachtung an Buchhandlungen, Bordellen und Reisebüros vorbeizugehen vermochte. Eigentlich schade, dass man sich heutzutage nicht mehr dem Teufel verschreiben konnte; der allgemeine Niedergang des Glaubens hatte diesen Markt ruiniert und den Verderbten lediglich die Rolle des verachteten Proletariats zugewiesen; zu verkaufen blieb denen nichts als ihre ohnehin verlorenen Seelen. Faust hatte Juristerei, Medizin, Logik und Philosophie immerhin noch gegen vierundzwanzig Jahre voller Macht und Herrlichkeit eingetauscht; inzwischen steckten alle Hauptstädte randvoll mit Gelehrten, die diese vier Disziplinen und allerlei weiteres Wissen liebend gern für ein paar Schillinge und gelegentliche Vortragsreisen hingegeben hätten. Laster unterlagen einer Überproduktion, wie anderes auch.
Desmond hielt inne, er schwankte ein wenig und starrte seine Bücher traurig an.
«Ach, Platon! Habe ich früher einmal gelesen. Mal schauen, wie er sich gehalten hat.»
Er zog einen Band aus dem Regal und schlug ihn an irgendeiner Stelle auf:
«Wenn einer umgekehrt die Größe des Abstandes des königlichen Individuums von dem Tyrannen hinsichtlich der gediegenen Wahrheit seines Vergnügens mathematisch ausdrücken wollte, so würde er nach angestellter Multiplikation finden, daß Ersterer siebenhundertundneunundzwanzigmal vergnügter, der Tyrann aber um eben diesen Abstand unglücklicher lebe.»
Glücklicher König Georg! Siebenhundertneunundzwanzigmal glücklicher als ein Diktator. Armer Josef, armer Adolf! Desmond begann weiterzulesen, doch die Buchstaben zerliefen ihm in ein Durcheinander. Außerdem war da noch etwas in seinem Kopf. Was konnte das sein? Nach einigem Nachdenken fiel es ihm wieder ein, und er griff nach einem anderen Band. Was mochte da über Mord geschrieben stehen?
«Gerät jemand aber in einen derart wütenden Zwist mit seinen Eltern, dass er es über sich bringt, in seinem wahnhaften Wüten Vater oder Mutter zu töten, dann verfällt dieser Täter gleich mehreren Gesetzen: Dieser Greueltat wegen treffen ihn die härtesten Strafen, zu denen noch hinzutreten Strafen für Gottlosigkeit und Tempelraub, da er seinen Eltern das Leben raubte.»
Was für ein Haufen Unfug! Warum ihn nicht gleich wegen Brandstiftung anklagen, hat er seine Eltern doch ins Höllenfeuer geschickt, oder wegen Behinderung, da er den Herzschlag der Eltern anhielt, oder wegen betrügerischer Umnutzung, hat er doch die Körper der Eltern in Leichen verwandelt?
«… wenn es also menschenmöglich wäre, hundert Tode zu sterben, so wäre es nur allzu gerecht, denjenigen, der Vater oder Mutter im Zorn erschlug, diese hundert Tode sterben zu lassen.»
Hätte er kaltblütig gehandelt, verdiente er vermutlich zweihundert Tode – oder vielleicht auch nur vierzig; bei diesem Platon wusste man es nie so genau. Sollte es der medizinischen Wissenschaft jemals gelingen, Menschen nach einem unangenehmen Tod, sagen wir durch Ersticken, wiederzubeleben, könnte man den Täter wahrhaftig hundert Tode sterben lassen und ihn nach jeder Hinrichtung wieder aufwecken, außer nach der letzten. So ließe sich eine Art Tarifkatalog erstellen, von einem Tod für Taten im Affekt bis zu fünfhundert Toden für vorsätzlichen Raub, Unzucht und Vatermord, begangen an einem hohen Offizier, der gerade im Feld dem Feind ins Auge blickte; sollte die Berufung scheitern, wäre die Strafe zu verdoppeln.
«Wenn ein Sklave einen freien Mann in Selbstverteidigung tötet, unterliegt er den gleichen Gesetzen wie jener, der seinen Vater erschlägt.»
Desmond wurde zornig. «Verfluchter Platon! Und ich habe Jahre darauf verschwendet, einen ungerechten alten Bastard wie ihn zu bewundern!» Er begann, eine Seite nach der anderen aus dem Buch zu reißen, wobei er auf jeder einen Satz las, dann in ein spöttisches Lachen ausbrach und die Blätter ringsum im Zimmer verstreute. Schließlich stieg Übelkeit in ihm auf wie Blasen im Treibsand, und er stolperte ins Bad und übergab sich. Sobald sein Magen sich beruhigt hatte, warf Desmond sich aufs Bett, um zu schlafen, bevor die Übelkeit wieder einsetzte.
Als er am Morgen erwachte, fühlte er sich steif und ermattet wie ein gescheiterter Bergsteiger. Nase und Rachen waren verschleimt, und sein Hemdkragen schnürte ihm den Hals zu. Er stand auf, immer noch ein wenig unsicher, und tappte ins Wohnzimmer hinüber, wo Teppiche verrutscht schienen, ein Tintenfass umgestoßen lag und die ausgerissenen Seiten der wunderschönen Platon-Ausgabe den Boden bedeckten. Warum er dies angerichtet hatte, fiel ihm nicht mehr ein, er war noch zu erschöpft; auch an Anna erinnerte er sich erst, als er den Wasserhahn der Badewanne aufdrehte. Die Erinnerung belastete ihn freilich kaum: Sie war fern und bereits verblasst, so als gehörte sie zu einer längst abgetanen Epoche der Geschichte.

Der Tag im Büro verlief rundum unerfreulich. Desmond, kränklich und von heftigen Kopfschmerzen gequält, hielt sich nur mit Mühe wach, und seine Sekretärin war dermaßen erkältet, dass sie unablässig schniefte, da sie es nicht wagte, ihre Nase mit jenem wenig damenhaften Nachdruck freizuputzen, welchen der Grad der Verschleimung erfordert hätte. Alle paar Minuten sammelte sich ein kristallklarer Tropfen am Rand eines Nasenlochs, und jedesmal beobachtete Desmond ihn mit der matten Angespanntheit eines Spielsüchtigen und wettete gegen sich selbst auf das weitere Anwachsen des Tropfens und dessen vermutete Verweildauer. Druckfahnen wurden hereingereicht, das Telefon läutete und die zehn Stockwerke dieses intellektuellen Produktionsbetriebs liefen auf Hochtouren. Desmond dachte sehnsüchtig an seine Reise nach Missenden am kommenden Wochenende; ein wenig spielte er mit dem Gedanken an einen nervösen Zusammenbruch und ein paar herrlich entspannte Wochen in Irland oder Südfrankreich. Schließlich schüttelte er die Träumereien ab und holte sich ein Glas Wasser.
Nach dem Mittagessen fühlte er sich schon besser, und nun durchsuchte er die Morgenzeitungen sehr gründlich nach einer Meldung über Anna. Er fand nichts; und obwohl der gesunde Menschenverstand ihm nahelegte, dass eine Verzögerung keinen Unterschied ausmachte, sagte ihm ein Instinkt, seine Chancen stünden besser, je länger der Leichnam unentdeckte bliebe, und so hob sich seine Stimmung. Die Rückkehr der Lebensgeister erfolgte im rechten Moment, denn um drei Uhr kehrte Mr. Poole aus seinem Club zurück, in sehr pedantischer Laune.
«Also wirklich, Thane, ich wünsche einfach nicht, dass Sie sich sarkastisch über ernsthafte Dinge auslassen! Was sollte dieser alberne Untertitel in Captain Thompsons Beitrag über die Offensivkraft der deutschen Armee?»
Er wühlte in einem Stapel mit Druckfahnen und fischte triumphierend ein Blatt heraus. «Hier ist es! ‹Träumt nicht den Traum von Maginot›. Was soll das heißen? Heute morgen bekam ich einen Aktenvermerk von Mr. Pink, und der ist ganz meiner Meinung: ‹Was soll das heißen?›»
«Ich dachte nur …», begann Desmond, doch er fühlte sich zu müde für eine Debatte. «In Ordnung», lenkte er erschöpft ein, «ich ändere das. Wie wäre es mit ‹Hitlers Militärmaschine: die wahren Fakten›?»
Mr. Pool schien zufrieden. «Das ist besser, das ist ein guter Titel. Ich mache noch einen echten Journalisten aus Ihnen, wenn Sie nur dieses intellektuelle Zeug hinter sich lassen. Als junger Mann war ich genau wie Sie; ich wollte immer besonders clever sein, aber ich war nicht vernünftig . Und dann erkannte ich eines Tages, dass ich mich für ein fröhliches Bohemienleben entscheiden müsste oder für den Neun-Uhr-Zug jeden Morgen und einen anständigen Beruf. Meine Entscheidung habe ich nie bereut. Sie haben das Zeug dazu, Thane; ich weiß, dass Sie tief drinnen ganz vernünftig sind.»
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