Duri Rungger - Der afrikanische Janus

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Das zurückgezogene Leben des in Zürich wohnhaften Hans Keller, Kunsthistoriker und Sammler afrikanischer Stammeskunst, wird durch gelegentliche Bewusstseinsstörungen empfindlich durcheinander gebracht. Er versucht diese Gedächtnislücken zu verdrängen, doch als Jack, ein anderer Kunstexperte, Lebemann und Kampfsportler, wegen einer Expertise Kontakt mit ihm aufnimmt, beginnen sich die Ereignisse zu überstürzen. Bald wird klar, dass die zwei so unterschiedlichen Charaktere mehr verbindet, als ihnen lieb ist – so auch drei ungeklärte Todesfälle. Ein spannender Krimi über Selbsterfahrung und Verdrängung – nach «Kein Fall in Disentis?» (2010) und «Chur im Blues» (2013) der dritte Krimi von Duri Rungger bei orte.

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Weit brauchte er nicht zu gehen. Bondolfi sass in einer Wegbiegung auf einem Stein und hatte auf ihn gewartet. «Komm, setz dich zu mir. Ich habe mir Vorwürfe gemacht, weil ich dich im Stich gelassen habe. Ist es gnädig abgelaufen?» Bondolfi war der einzige, der die Schüler bis zur Matura duzte, und keiner hatte sich je beklagt. Dazu war der gemütliche Biolehrer zu beliebt.

Gion brauchte ein Weilchen, bis er zögernd antwortete: «Er hat mich am Ohr gerissen und gedroht, mich von der Schule zu schmeissen. Dann ist ein Fremder dazugekommen und hat ihn abgelenkt. Ich habe die Gelegenheit benutzt und bin abgehauen.»

«Na ja, dann wird er wohl bald hier auftauchen. Gehen wir zur Klasse. Sie wartet vorn am Höheggen. Du setzt dich dann besser ein wenig hinter die andern, wo Sattler nicht gleich über dich stolpert, wenn er ankommt, sonst glaubt er noch, du hättest ihm absichtlich ein Bein gestellt …»

Die Mädchen und Burschen warteten auf dem Aussichtspunkt, wo der Abstieg nach Wiesen begann. Ausnahmsweise waren sie still und musterten neugierig Gion, der mit eingezogenem Kopf zwischen ihnen hindurchschlich. Es war seinen Kollegen anzusehen, dass sie gerne erfahren hätten, wie seine Auseinandersetzung mit Sattler abgelaufen war, doch keiner fragte. Sie wussten alle, dass er sowieso nicht antworten würde. Nur Ursina, die ihn ängstlich anstarrte, deutete er mit einer beruhigenden Geste der Hand an, dass er sie nicht verraten hatte. Ihr dankbares Lächeln entschädigte ihn für die erlittene Erniedrigung.

Sattler kam nicht. Bondolfi wurde unruhig und bat drei Burschen, zum letzten Rastplatz zurückzueilen und nach ihm zu sehen. Er merkte nicht einmal, dass er in der Aufregung den Vermissten Satyr nannte. Nach einer knappen halben Stunde kamen die drei atemlos angerannt, und Marcel keuchte: «Sattler ist tot! Er liegt im Geröll unter der kleinen Kuppe, auf der wir unser Picknick gegessen haben – und neben ihm liegt ein Stück Holz mit einer darauf aufgemalten, grässlichen Fratze!»

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Bondolfi schickte die Klasse zum Bahnhof von Wiesen, um die Polizei zu verständigen. Er selbst kehrte mit Gion zur Unfallstelle zurück, wo er ihn ausser Sichtweite am Wegrand warten liess. Sattler lag mit eingeschlagener Schläfe etwa fünf Meter unterhalb des Wegs im Geröll. Bondolfi rieb sich verzweifelt die Nase. Nichts sprach gegen einen Unfall, wenn nur die blöde Geschichte mit dem Fremden, der sich eingemischt haben sollte, nicht gewesen wäre …

Er zündete sich eine Zigarette an und brütete vor sich hin. Die roh skizzierte Fratze auf dem Stück Holz neben Sattlers Kopf brachte ihn aus der Fassung. Sie schien seinem Kollegen aus dem Gesicht geschnitten. Das musste das Stück Holz sein, das Gion noch in der Hand hielt, als Sattler ihn anging. Hatte der verängstigte Bursche es tatsächlich fertiggebracht, seinen Peiniger umzubringen und dieses höhnische Zeichen zu hinterlassen? Bondolfi kratzte sich ausgiebig am Kopf. Dann fasste er einen Entschluss. Es war wohl besser, wenn die Polizei diese Botschaft, wenn es überhaupt eine war, nicht zu sehen bekam. Er hob das Holzstück auf und warf es in weitem Bogen den Abhang hinunter. Dann ging er zum wartenden Gion zurück, setzte sich neben ihn und sagte eindringlich: «Merke dir gut, was ich sage: Sattler hat dich zu sich gerufen, weil er glaubte, du hättest ihn verspottet.»

Bondolfi hob den Zeigfinger um die Wichtigkeit der nächsten Aussage zu unterstreichen: «Ich bin bei euch geblieben. Sattler war zu erregt, als dass ich euch hätte allein lassen können. Trotzdem hat er dich gehörig angeschrien. Du hast ihm versichert, die freche Bemerkung, die ihn derart aufbrachte, nicht gemacht zu haben. Ich habe dich unterstützt und behauptet, es sei eine Mädchenstimme gewesen. Er wurde über meinen Verrat noch wütender, hat dich aber laufen lassen. Danach hat er mich angebrüllt, ich solle gefälligst verschwinden, er wolle allein sein.»

Die Geschichte schien glaubhaft. Bondolfi nickte befriedigt und fuhr leichthin fort: «Wahrscheinlich hat er danach einen tüchtigen Schluck Cognac genommen, ist prompt gestolpert und hat sich an einem Stein die Schläfe eingeschlagen.» Er liess seine Botschaft einsickern, bevor er eindringlich beifügte: «Ein Fremder ist nie vorbeigekommen, verstanden?»

Gion sah seinen Lehrer mit grossen Augen an. Es war ein wunderbares Gefühl jemanden zu haben, der ihm helfen wollte. Ausser seiner Mutter hatte das noch nie jemand versucht – bis vorhin der Fremde, der ihn von Sattler befreit hatte. Doch diesmal brauchte er keine Hilfe. Er war sicher, eine Stimme gehört zu haben, die Satyr anbrüllte. Schüchtern brachte er seinen Einwand vor: «Ich bin Ihnen sehr dankbar, nur – ich habe Sattler nichts getan.»

«Das glaube ich dir, doch was hält wohl die Polizei von deiner Geschichte? Ein zorniger und als unbeherrscht bekannter Lehrer ruft vor der ganzen Klasse einen Schüler zu sich, um ihn für eine freche Bemerkung zu massregeln. Der feige Klassenlehrer lässt die beiden allein. Später kommt der Schüler allein nach und behauptet, ein Fremder habe sich in den Streit eingemischt – beschreiben kann er ihn aber nicht, und von uns andern hat ihn keiner gesehen. Später findet man den Lehrer mit eingeschlagenem Schädel unter einem Felsen, und der fremde Schutzengel ist spurlos verschwunden. Das glauben sie dir niemals!» Bondolfi schaute Gion prüfend an, dann fügte er verschwörerisch bei: «Meine Version ist viel überzeugender und angenehmer – für uns beide.»

Gion war beim blossen Erwähnen der Polizei der Angstschweiss ausgebrochen. Ein Verhör würde er, ob schuldig oder unschuldig, niemals durchstehen. Trotz seiner Panik stieg ihm plötzlich der Gedanke hoch, der fremde Helfer könnte Bondolfi gewesen sein. Gesehen hatte er den Fremden nicht, aber die Stimme, die er gehört hatte, war hell und klar. Bondolfis Stimme dagegen war rau und tief. Gion nickte. «Verstanden … aber nochmals, ich habe Sattler nicht umgebracht!»

Bondolfi hatte richtig überlegt. Nachdem er seine Geschichte vorgebracht hatte, fand es die Polizei nicht einmal nötig, Gion separat zu vernehmen. Die Leiche Sattlers wurde in den Helikopter geladen. Zwei Polizisten blieben zurück und begleiteten Bondolfi und Gion bis Wiesen. Dort befragten sie die Klasse gemeinsam. Zum ersten Mal hatte Gion das beglückende Gefühl, dass seine Kollegen zu ihm standen. Eifrig und einstimmig beteuerten sie, Sattler sei schlecht zu Fuss und wahrscheinlich wie immer angetrunken gewesen. Deshalb sei er wohl gestolpert und vom Weg gestürzt. Die Fratze auf dem Holzstück wurde mit keinem Wort erwähnt.

Als der Pathologe reichlich Alkohol im Magen der Leiche fand, wurde der tragische Tod des ehrenwerten Herrn Professor Kurt Sattler als Unfall eingestuft und der Fall diskret geschlossen.

Deble MörserStatue Senufo Elfenbeinküste Grassi Museum für Völkerkunde - фото 4

Deble, Mörser-Statue

Senufo, Elfenbeinküste

Grassi Museum für Völkerkunde Leipzig,

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Die Trösterin

Der fahlblaue Himmel war wolkenlos, und nur ein feiner Dunstschleier lag über der Limmat. Es war aussergewöhnlich warm für Mitte Februar. Die Tischchen vor dem Gran Café und dem Café Rathaus waren dicht besetzt mit Leuten, die sich in der frühlingshaften Sonne räkelten.

Vorsichtig wie er war, hatte Keller bis jetzt nicht gewagt, ins Freie zu sitzen, doch heute hatte der laue Tag selbst ihn aus seiner Höhle gelockt. Höhle war zwar nicht der richtige Ausdruck für seine grosszügige Wohnung im Haus 29 an der Schipfe. Eine grosse Südterrasse über dem Anbau des Hauses gehörte zu seiner Wohnung, und er hatte sich dort seinen Arbeitsplatz eingerichtet – vorsichtshalber unter dem Sonnenschirm. Damit schützte er sich nicht nur vor schädlichen Strahlen, sondern, was für ihn noch wichtiger war, auch vor neugierigen Blicken der Touristen oder Junkies, die vom Lindenhof herunterglotzten.

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