Nuruddin Farah - Im Norden der Dämmerung

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Das ruhige Leben eines somalischen Paares in Oslo wird durch die Ankunft der Witwe ihres Sohnes und deren Kinder unwiderruflich verändert. Ein wichtiger Roman über Familie, Politik und Gewalt von einem der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Afrikas.
Seit Jahrzehnten leben Gacalo und Mugdi in Oslo, wo sie ein ruhiges und weitgehend assimiliertes Leben geführt und ihre zwei Kinder großgezogen haben. Doch nachdem ihr geliebter Sohn Dhaqaneh sich den Dschihadisten in Somalia angeschlossen hat und bei einem Selbstmordattentat ums Leben gekommen ist, gerät ihre Welt aus den Fugen. Schweren Herzens bieten sie seiner somalischen Familie an, nach Oslo zu kommen.
Als sich aber ihre Schwiegertochter immer mehr in die Religion vertieft, während ihre Kinder sich nach den Freiheiten ihrer neuen Heimat sehnen, gibt es einen Bruch in der Familie, der ihrer aller Leben unwiderruflich verändern wird.
Vor dem Hintergrund realer Ereignisse erzählt Nuruddin Farah eine provokative und umwerfende Geschichte von Liebe, Loyalität und nationaler Identität, die uns die Frage stellt, ob es je möglich ist, einem Erbe der Gewalt zu entkommen – und wenn ja, zu welchem Preis.

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Dhaqaneh war einverstanden. Er dachte, er könne dort seine Sprachkenntnisse vertiefen, Gitarre lernen und dann eigene Songtexte auf Somalisch schreiben. Seine Eltern wussten um sein Interesse an Musik, das noch gestiegen war, als er nach einem Konzert in Köln einen seiner somalischen Lieblingssänger getroffen hatte. Fasziniert hatte er zugeschaut, wie der Musiker ein birnenförmiges Saiteninstrument gespielt hatte, das im Arabischen Oud und auf Somalisch Kaman hieß. Seitdem wollte Dhaqaneh unbedingt dieses Instrument lernen. Er wollte auf Somalisch seine eigenen Songs schreiben und sie singen.

Gacalo und Mugdi freuten sich, dass er darauf brannte, nach Mogadischu zu reisen. Von den musikalischen Ambitionen seines Sohnes war Mugdi allerdings weniger begeistert.

»Und was ist mit Schule?«, fragte Mugdi.

»Keine Schule. Ich will Sänger werden.«

»Dann ist ja alles geklärt«, sagte Gacalo und kaufte in einem libaneischen Laden, der auf arabische Musikinstrumente spezialisiert war, eine Kaman. Zwei Wochen später flogen Mutter und Sohn nach Mogadischu. Dhaqanehs Interesse am Oud spielen und Songs schreiben verflog allerdings schnell, sodass sie keine drei Monate später wieder nach Bonn zurückkehrten. Außerdem war Somalia gar nicht nach Dhaqanehs Geschmack. Er war in Europa geboren und aufgewachsen, und Mogadischu unterschied sich sehr von Moskau, London, Brüssel oder Rom, den Städten, die er von den Botschafterstationen seines Vaters gewohnt war. Weder Gacalo noch Mugdi waren überrascht, als Dhaqaneh sagte, er könne sich Somalia nicht als sein Land vorstellen.

Mugdi musste zugeben, dass Gacalo den Jungen in den frühen Jahren, als er gearbeitet hatte und sie Hausfrau gewesen war, gut erzogen hatte. Als sie die Rollen tauschten und sie für den Broterwerb zuständig war und es ihm zufiel, der geduldige, taktvolle und liebende Ratgeber des Jungen zu sein, hatte er versagt.

Als Mugdi und Gacalo wieder einmal versuchten, die Beziehung zu ihrem Sohn zu verbessern, fing Dhaqaneh an, eifrig und regelmäßig in die Moschee zu gehen. Er verbrachte seine Zeit abwechselnd an der Universität, wo er ernsthaft für seinen Abschluss in Kommunikationswissenschaft arbeitete, und dem Gotteshaus, wo er leidenschaftlich betete. Seine Eltern wussten allerdings nicht, dass dort ein wegen seiner radikalen Ansichten berüchtigter Imam Einfluss auf ihn gewann. Dhaqaneh war in seinem vorletzten Studienjahr, als er erstmals sein Missfallen über das säkulare Leben seiner Familie zum Ausdruck brachte. In den folgenden Wochen wurden seine Kritik immer schärfer und die Differenzen schließlich unüberbrückbar.

Dhaqaneh war immer ein Mensch der Extreme. Oft sagte er: »Ich liebe das und nichts anderes«, oder »Ich hasse das mehr als alles andere.« Beispielsweise hatte er schon als Kind wochenlang nur Spaghetti gegessen, um dann zu verkünden, jetzt wolle er keine Spaghetti mehr, und hat dann auch monatelang keine mehr angerührt. Die Eltern haben sich irgendwann mit seinen Entscheidungen abgefunden.

Dhaqaneh studierte in Mogoadischu, und Mugdi fand, dass ein Gespräch mit ihm dringend nötig sei, sodass er nach Hause kommen musste. Er war inzwischen ein hoch aufgeschossener Mann mit Brille und Vollbart und nach vier Jahren in Mogadischu ruhiger als in seiner Jugend.

Im Laufe dieser Jahre hatte der Einfluss des Imams Wirkung gezeigt. Dhaqaneh liebte jetzt Somalia und kam nur noch zu Besuch nach Oslo, vor allem wenn er Geld brauchte. Bei diesen Besuchen tat er geheimnisvoll, behielt für sich, was er in Somalia tat oder wo er wohnte. Es ärgerte Mugdi maßlos, wenn sein Sohn sich in hochtrabenden Worten darüber ausließ, »den Islam vom westlichen Einfluss, der seine Ursprünglichkeit zugrunde richtete, zu reinigen«.

Eines Abends beim Essen, als sie auf die Bombenanschläge von al-Qaida auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Dares-Salam und auf 9/11 zu sprechen kamen, erklärte Dhaqaneh, nur der Islam könne die Welt und jeden ihrer Bewohner vor der Verdammnis retten, und dass er, falls nötig, bereit sei, für das Erreichen dieses Ziels zu töten.

Ein heftiger Streit entbrannte, hitzige, harte Worte fielen. Gacalo flehte ihren Sohn an, den Vater nicht zu provozieren, und bekniete Mugdi, das alles als das zu betrachten, was es sei: die Loslösung eines Sohnes von seinem Vater, um den eigenen Weg in der Welt zu finden.

Zu dieser Zeit arbeitete Dhaqaneh in Oslo als Freiwilliger in einer islamischen, von den Saudis finanzierten Wohltätigkeitsorganisation, lebte in einer Einzimmerwohnung in der Nähe der Moschee, wo er jungen somalischen Studenten kostenlose Nachhilfe in Mathematik und Naturwisschenschaften erteilte. Außerdem gab er Abendkurse für Erwachsene und fuhr Taxi, womit er gerade genug verdiente, um seine Rechnungen bezahlen zu können. Gacalo spürte, dass Mugdi unglücklich darüber war, dass ihr Sohn keinen Ehrgeiz entwickelte. Aber es freute sie, dass er in der somalischen Community beliebt war.

Als man einige Monate später Dhaqanehs religiösem Mentor am Flughafen die Ausreise verweigerte, weil er verdächtigt wurde, Verbindungen zu den 9/11-Attentätern zu haben, fragte Mugdi seinen Sohn, was er davon halte. Ob er gewusst habe, dass der Imam nach Mogadischu fliegen wollte? »Hattet ihr vor, euch da zu treffen?«, fragte er ihn.

Das folgende Schweigen war so eisig wie vielsagend. Vater und Sohn starrten sich an. Keiner wollte nachgeben.

Mugdi sprach als Erster. Er erinnerte Dhaqaneh daran, dass die Menschen und die Regierung von Norwegen rechten Politikern und Ausländerfeinden unerschrocken die Stirn böten und weiterhin Tausende von Migranten und Flüchtlingen aufnähmen, von denen viele Muslime seien. »Ich hoffe, du und deine gleichgesinnten Freunde wissen die großzügige und linksgerichtete Politik der Regierung zu schätzen.«

»Ich habe keine Ahnung, wovon du redest.«

»Wie sollten deiner Meinung nach Muslime auf Norwegens Willkommenskultur der Offenheit reagieren?«

»Das ist irrelevant«, sagte Dhaqaneh.

»Was meinst du?«

»Für mich sind alle Nichtmuslime Kreaturen ohne Seele, und als solche sind sie auch nicht in der Lage, über ihre Handlungen zu entscheiden. Es ist vielmehr Allahs Wille, dass sie Muslime willkommen heißen und die hungernden Massen in Somalia mit Lebensmitteln versorgen. Kurz gesagt, sie haben gar keine Wahl.«

Das verschlug Mugdi erst mal die Sprache. Dann fragte er seinen Sohn nach den nichtmuslimischen Freunden der Familie, zum Beispiel Johan und Birgitta. »Was ist mit denen? Sind das auch Kreaturen ohne Seele?«

»In meinen Augen sind sie keine vollwertigen Menschen«, sagte Dhaqaneh. »Wenn es darauf ankäme, dann würde ich nicht zögern, sie auszumerzen.«

Wieder kam Mugdi der Gedanke, seinen Sohn aus dem Haus zu werfen und ihn aufzufordern, sich nie mehr blicken zu lassen. Aber er wusste, dass Gacalo da niemals mitziehen würde.

картинка 2

Er geht durch die Ankunftshalle und versucht vergeblich, sich daran zu erinnern, was er direkt nach dieser Unterhaltung getan oder gesagt hat. Gacalo weiß, dass er und Dhaqaneh einen Krach hatten, aber worum es dabei zwischen Vater und Sohn genau ging, das weiß sie nicht. Und nach wie vor ist Mugdi fest entschlossen, es dabei zu belassen.

Mugdi geht in ein Café gegenüber der Fluginformationstafel, holt sich einen Kaffee und ein Croissant und beobachtet die Männer und Frauen, die ebenfalls vor dem Ankunftsgate warten. Manche halten Schilder in die Höhe mit den Namen der Personen, die sie abholen wollen.

Er geht davon aus, dass Waliya und ihre Tochter Saafi aus religiöser Überzeugung den physischen Kontakt zwischen Mann und Frau, wenn sie nicht verheiratet sind, ablehnen. Als er kürzlich einer Frau, die er schon seit Jahren kennt, zur Begrüßung die Hand geben wollte, sagte diese nur: »Tut mir leid, kein Händeschütteln.« Nicht, dass er eine Erklärung verlangt hätte, aber sie sagte: »Früher waren wir keine guten Muslime, aber jetzt wissen wir es besser.« Mugdi glaubte ganz im Gegenteil, dass die Somalis die besseren Muslime waren, bevor der Bürgerkrieg 1991 ihren Geist vergiftet und ihr Herz verdorben hatte.

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