Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
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1. Auflage 2021
Originalausgabe
Copyright © 2021 Sheema Medien Verlag,
Inh.: Cornelia Linder, Hirnsbergerstr. 52, D – 83093 Antwort
Tel.: +49 (0)8053 - 7992952, E-Mail: info@sheema.de https://www.sheema-verlag.deCopyright © 2021 Anna Platsch
E-Book ISBN: 978-3-948177-96-6
ISBN Buchausgabe: 978-3-948177-13-3
Umschlaggestaltung: Schmucker-digital
Umschlagmotiv: © Liga Lauzuma – Fotolia
Autorenfoto: © 2021 Archiv Anna Platsch
Gesamtkonzeption: Sheema Medien Verlag, Cornelia Linder
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im foyer
sri lanka – mein heiliger anarchist
jerusalem – dorf des friedens
bremen – fließendes licht
antakya – welcome
kreta – ein tanz
ikaria – wegbegleiter*innen
epidaurus – poetisch leben
delphi – urschönheit
meteora – schwebend zwischen himmel und erde
antakya – meine schöne
paola – nicht für mich
bardolio – früchte im großen garten
jerusalem – das neue
avila – teresas vision
planet erde, blau – her-berge
infoteil – literatur, quellen, notizen
vita
Anmerkung der Autorin:
Alle Namen der beteiligten Personen wurden geändert.
Legenden und Geschichten des jeweiligen Kontextes wurden so übernommen, wie sie erzählt wurden.
Originalzitate aus anderen Quellen sind kursiv gesetzt. Die Quellen dazu finden sich im Infoteil.
Dies Menschsein ist ein Gästehaus …
RUMI
VOR VIELEN JAHREN WAR ICH EINMAL mit meinem Mann auf dem Heimweg von einer längeren Reise. Beide waren wir müde und so entschieden wir uns, in der kleinen Stadt, in der wir gerade angekommen waren, noch einmal eine Nacht Station zu machen. Ich spürte etwas Widerstand in mir wegen der braunen Vergangenheit des Ortes, die für mich auch noch wahrnehmbar war, trotz des wunderbaren Sees und der Schönheit der Landschaft. Wir machten uns auf die Suche nach einem Quartier – und fanden keines. Nur in einem edlen Grandhotel gab es noch einige Zimmer. Erschöpft, wie wir waren, ließen wir uns darauf ein und landeten in einem wunderbaren Raum mit einer Fensterfront an zwei Seiten zum See hin, weiter Blick, friedliche Atmosphäre. Vordergründig nahm ich die Situation erst mal, wie sie war, und wir spielten dann am Abend noch echt Grandhotel mit feinem Essen, Cocktail und Tanzen in der Bar.
Nur irgendwo weit hinten in mir hatte ich ein leises Grummeln, nicht nur des Geldes wegen, eher gab es so etwas Verborgenes, das mir die Freude nahm – war dieses Hotel nicht ein ganz ‚unspiritueller‘ Ort? ‚Darf‘ sich eine spirituell Suchende in solchem Luxus bewegen? Auch noch Spaß haben?
Es war eine Zeit, in der ich noch jede Menge Bilder in mir hatte, was spirituell sei, dass etwas irgendwie sein müsste, um ein angemessener Platz für meinen tapferen Sehnsuchtsweg zu sein, dass etwas heilig oder unheilig sein könnte, richtig oder falsch – die Spuren tausendjähriger christlicher oder sonstiger Askese, seiner Abwendung von der Welt und patriarchaler Lehre klebten noch in meinen Zellen. Ich war nicht frei von Vorstellungen und nicht frei in meinem Handeln, einem Handeln aus dem tiefsten inneren Bezugspunkt heraus.
In jener Nacht, in jenem Zimmer eines Grandhotels, in jenem Ort mit Nazivergangenheit, hatte ich dann einen Traum mit hoher spiritueller Energie. Ein weiser, altehrwürdiger Meister, ganz in Weiß gekleidet, steigt würdevoll von seinem Pferd, kniet sich auf den Boden, legt in größter Zärtlichkeit sein Haupt auf die Erde und lauscht.
Unendlicher Friede, unendliche Stille. Himmel und Erde ungetrennt, das männlich geprägte spirituelle Wissen lauscht in Demut dem weiblichen und alles ist mit allem verbunden. Der Raum floss in eine Schönheit, Liebe und Zerbrechlichkeit des Lebens, die Weite hatte sich geöffnet. Alles war mit allem verbunden, nichts war getrennt – ein Raum wahrer Unterscheidungsfähigkeit, ganz auf der Erde, weit im EINEN.
Dies Menschsein ist ein Gästehaus – ein Ort für alle Bewegungen unseres Seins. Heiß alle willkommen, nimm alle auf …
Und Jahre später machte ich mich auf die Reise und nahm dieses Bild des Hotels als unser Menschsein, wir kommen, verweilen eine Spanne Zeit, machen unsere Erfahrungen in all ihrer Fülle und reisen wieder ab. Alles ist willkommen. Die Erde trägt dieses Haus, das uns flüchtig birgt und alles ist durchdrungen von einem einzigen großen Geheimnis, das Menschsein, das Haus, die Erfahrungen, die Erde, die Zeit.
Ein Hotel erinnert mich in besonderer Weise an unser flüchtiges Dasein auf der Erde, an unser stetes In-Bewegung-Sein, unser Kommen und Gehen. Ich bin zu einigen ‚besonderen‘ Orten gereist, war Mystikerinnen und Weisen auf der Spur, suchte nach Wegen des Friedens, auch politischen, nicht nur inneren, verband mich mit der Botschaft der Orte, kam auf eine Weise, wo immer ich war, mit Aspekten und Stationen des inneren Weges in Berührung, lernte, wohnte in einfachen Gästehäusern und großen Hotels.
Manchmal bewegte ich mich ganz vertrauensvoll im lebendigen, inneren Fluss, und manchmal konnte ich lachen über meine Fehler. Ich bin einfach meinem inneren Faden gefolgt, ganz unsystematisch, in Neugier, Nichtwissen und dem großen Staunen.
Die Mystikerinnen und Weisen, Meister und spirituelle Lehrerinnen der Länder und Zeiten waren mir ein besonderes Anliegen. Es sind Frauen und Männer, die ganz bewusst in diesem einen unbegrenzten Sein, jenem Geheimnis, leben. Die aus dieser EINEN Quelle schöpfen und daraus wirken. Die Mystikerinnen waren in vielen Epochen die ersten Frauen, die ihren eigenen Weg gegangen sind, weil sie aus ihrem inneren Verbundensein heraus unerschrocken waren. Wie kann das Weibliche aus dieser EINEN, innersten Quelle wirken und gestalten? Ich glaube, dass es dieser zeitlose, stille Raum der Liebe ist, aus dem heraus unsere Visionen, Kraft und Kreativität fließen, die jetzt unser Leben auf der im Moment so unklaren Welt braucht.
Natürlich ist gott im hotel ein Spiel – Gott fand mich überall – und nirgendwo fand ich ES nicht.
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