Conny Bischofberger - Eisschwimmen
Здесь есть возможность читать онлайн «Conny Bischofberger - Eisschwimmen» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Eisschwimmen
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:5 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 100
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Eisschwimmen: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Eisschwimmen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Eisschwimmen — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Eisschwimmen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
»Wie geht’s dir eigentlich mit Jay?«, fragte sie.
»Hab sie lange nicht mehr gesehen«, antwortete Prinz. »Vielleicht ist sie schon verheiratet und erwartet ein Kind.«
Er biss in einen Pfefferoni und machte dabei eine abweisende Handbewegung.
»Und bei dir? Denkst du noch an diesen Regner?«
»Öfter als mir lieb ist«, antwortete Isabella ehrlich. »Obwohl es schon über ein Jahr her ist, dass er mich einfach abgedreht hat.« Die Kränkung, die sein plötzliches Schweigen bei ihr ausgelöst hatte, saß noch immer tief. »Ganz ehrlich. Verstehst du, warum er mir das nicht persönlich sagen konnte?«
»Schon«, nickte Prinz. »Er hätte sich selbst eingestehen müssen, dass er ein Gefangener seiner kleinen, biederen Welt ist. Deshalb hat er geschwiegen.« In seinen Augen lag jetzt etwas Spöttisches. »Dieser Mann verbringt ein Leben im Fegefeuer.«
Zögerlich aß Isabella ein paar Scheiben Speck. Er schmeckte nicht so, wie sie sich erhofft hatte. Das passierte ihr beim Essen immer öfter. Der Alkohol entfaltete auch nicht mehr die aufpeitschende Wirkung.
»Ich wünsche mir nur eines«, sagte sie schließlich. »Er soll sich noch ein letztes Mal bei mir melden, damit ich ihm nicht mehr antworten kann.«
Prinz lachte. »Vielleicht bekommst du diese einmalige Chance ja noch.«
Es war inzwischen dunkel geworden. Der Kellner war schon zum zweiten Mal an ihren Tisch gekommen, um anzumerken, dass der Heurige gleich schließen würde. Sie waren die letzten Gäste. »Du bist natürlich eingeladen«, erklärte Prinz. »Ich würde jetzt noch liebend gern einen japanischen Whisky in der Bristol Bar ausgeben, aber ich glaube, du solltest wirklich schlafen gehen.« Wieder einmal war er sich seiner Sache hundertprozentig sicher. Sie widersprach nicht. Dann bestellte Prinz ein Taxi, mit dem er sie bis vor ihre Haustür brachte.
»Have fun, Dearest!«, wünschte er Isabella zum Abschied und schickte ihr einen Kuss. Müde winkte sie ihm nach. Sie ahnte, dass seine Nacht noch nicht zu Ende war.
3
Als Isabella aufwachte, sah sie nur weiß. Weiße Vorhänge, weiße Möbel, weißes Licht. Wo bin ich, dachte sie, schloss noch einmal die Augen und zog sich die Decke über ihre eiskalten Schultern. Sie hatte geträumt, dass eine schwarze Raupe alle Pins, Mails, Fotos und Apps aufgefressen hatte. Reservierungen, Boardingpässe, Coronatests: verschlungen. Isabella stand schreiend daneben und flehte die Raupe an, wenigstens die Telefonnummern wieder auszuspucken. Die Raupe schmatzte und grinste. Dann verwandelte sie sich in einen violetten Schmetterling und flog davon.
Das Gefühl, vollkommen verloren zu sein, saß Isabella noch in den Knochen, als sie sich ins Bad schleppte. Jeder Muskel tat ihr weh. Aus dem Spiegel blickten sie zwei ernste Augen an, ihre Haut sah wie zerknittertes Pergamentpapier aus, blass und mit feinen Linien überzogen. Sie klatschte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Die Hyaluron-Creme, die sie in die Falten klopfte, hatte die Wirkung einer Träne im Ozean.
In der Küche fand sie zwar Kaffee, aber keine Milch und keinen Zucker. Sie schlüpfte in ihre weißen Jeans und die rosa Bluse vom Vorabend, duschen konnte sie auch später noch.
Was mach ich bloß hier, dachte Isabella, als sie aus dem Haus trat. Vor ihren Augen breitete sich die schwedische Insel wie ein Arrangement aus weißen Puppenhäusern aus. In den Vorgärten thronten Relikte aus der Wikingerzeit. Rostige Anker, zu Gartenpavillons umfunktionierte Schiffskabinen. Manchmal glaubte sie, an den Fenstern Umrisse von Bewohnern zu erkennen. Stille. War sie der einzige Mensch auf Vrångö an diesem Montagmorgen? Nur Vogelgezwitscher hörte sie und ein monotones Summen, das Isabella nicht zuordnen konnte. Dann erblickte sie die kleinen, grauen Roboter. Überall krochen sie über die stoppelkurz geschorenen Rasen, kletterten an Steinen vorbei hinter Büsche, fraßen sich munter weiter, summten unaufhörlich dabei.
Isabella lief Richtung Hafen. Auf den Wiesen hatte der Wind die Brombeer- und Hagebuttenstauden niedergepeitscht. Riesige Felsen, die in der Sonne glitzerten, umsäumten das Dorf zum Meer hin, in den Feuchtwiesen blühte der Dost. Bei der Schiffsanlegestelle hörte sie endlich Stimmen. An einem Tisch auf der Terrasse des einzigen Cafés bissen fünf Männer von ihren Käsebroten ab und tranken Cola. »Closed!«, riefen sie, als Isabella sich näherte. Sie musste schon von weitem als Touristin erkennbar sein. »I need milk for my coffee«, rief sie zurück. Der Mattaffär öffne in einer Stunde, wurde ihr gedeutet, der Supermarkt liege am anderen Ende der Insel. Isabella bereute jetzt, hierhergekommen zu sein.
In diesem Moment klingelte ihr Handy. Eine junge Kollegin aus Wien entschuldigte sich für die Störung, aber es sei dringend. »Ich bin grad auf einer Schäreninsel vor Göteborg«, erklärte Isabella, aber das schien die Anruferin nicht zu stören. Auch ihren Hinweis, dass sie erst in zwei Wochen wieder in der Redaktion sein werde, ignorierte sie geflissentlich. »Der Chef vom Dienst lässt fragen, ob du vielleicht Birgit Lauda interviewen könntest?« Die Ehefrau des verstorbenen Formel-1-Weltmeisters und Airline-Gründers war bei den Salzburger Festspielen erstmals wieder mit einem Mann an ihrer Seite erschienen, Isabella hatte es im Flieger nach Göteborg gelesen. »Neue Liebe!«, titelten die österreichischen Zeitungen, und die Society-Reporter lieferten sich ein Wettrennen, wer von ihnen dem frischen Paar als Erstes ein Interview oder zumindest einen Stehsatz entlocken würde. Offenbar erfolglos. Isabella Mahler hatte Niki Laudas Biografie geschrieben, sie sollte die Sache jetzt in die Hand nehmen.
Da stand sie nun auf den Schären, ihr Haar vom Wind zerzaust, auf der Suche nach Milch für ihren ersten Kaffee, und fühlte sich hin- und hergerissen. Der Gedanke, von Schweden aus noch ein Interview zu liefern, einen Coup, mit dem sie in Österreich alle überraschen würde, gefiel ihr. Sie spürte, wie schwer es ihr fiel, loszulassen. Sie verstehe die Lage, erklärte sie nach einer kurzen Nachdenkpause mit fester Stimme. »Ich habe mir aber vorgenommen, eine Pause einzulegen. Und ich bin sicher, dass du es genauso schaffen wirst!«, fügte sie hinzu und sandte der Kollegin den Kontakt der Witwe. Insgeheim befürchtete Isabella, dass wahrscheinlich die deutsche Bild -Zeitung das Rennen machen würde.
Dann nahm sie die Südroute zurück ins Dorf. Vorbei an felsigen Stränden mit Austernkraut und Lavendel, der ins Meer wuchs und das Wasser lila färbte, an Sandbuchten mit Meerroggen, wilden Orchideen und grasenden schwarzen Schafen. Isabella sammelte ein paar Schneckenschalen und Muscheln und Steine, sie würden sie zu Hause am Küchentisch noch lange an diesen Ort erinnern. Als Kind hatte sie Steine aus dem eiskalten Bach neben ihrem Haus »gerettet« und sie nachts im Bett gewärmt. Sie kam an einem Friedhof vorbei und hatte plötzlich Lust, sich auf die mit Moos bewachsene Mauer zu legen. Über ihr wogen sich die Äste der Birken im Wind. Wenn sie den Kopf zur Seite drehte, konnte sie die Tafeln mit den Namen und Berufen der Begrabenen lesen. Olof und Oscar Julin, Litsförmannen . Olle Carlsson und Erik Bolin, Pilotmästare . Sie musste an Igor denken, einen Journalisten, bei dessen Waldbegräbnis sie vor ihrer Abreise gewesen war. »Wollen wir mal einen Kaffee trinken?« Der Kollege hatte sie nicht nur einmal um ein bisschen Zeit gebeten. Isabella hatte immer freundlich genickt. »Machen wir demnächst!« Dann war er gestorben. Ihr war plötzlich elend zumute.
Sie wanderte weiter durch schattige Laubwälder, in denen sie Nachtigallen singen und Turmfalken schreien hörte. Vrångö war ein Natur- und Vogelschutzgebiet, es gab hier Möwen, Sperber, Waldohreulen und Feldlerchen. Keine Autos. Die Insel war mehrfach ausgezeichnet für vorbildliche Umweltschutzmaßnahmen von der Climate Awareness Initiative . Dass sie sich an einen solchen Ort zurückzog, wenn auch nur für drei Tage, würde die Klimaforscherin vielleicht versöhnlich stimmen, überlegte Isabella. Das Thema beschäftigte sie. Die Ausbeutung des Planeten, die Verschmutzung der Meere und der Luft, die Rodung der Regenwälder, all das drang immer mehr in ihr Bewusstsein. Isabella empfand es auch als ihre Verantwortung, umzudenken. Es gab keinen zweiten Planeten. Es ging um den Lebensraum ihrer Kinder und Enkelkinder. In diesem Laubwald in Südschweden dachte Isabella darüber nach, was sie in Zukunft konkret tun könnte, und was sofort. Sie beschloss, während ihrer Reise nur noch öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Eisschwimmen»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Eisschwimmen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Eisschwimmen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.