Adelheid Duvanel - Fern von hier

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Fern von hier: краткое содержание, описание и аннотация

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Adelheid Duvanel ist eine Meisterin der kleinen Form. Die radikale poetische Kraft ihrer Sprache macht sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der Schweizer Literatur des 20. Jahrhunderts.
Ihre kurzen Erzählungen sind Momentaufnahmen aus dem Leben von meist versehrten Existenzen, die sich aber in ihren fatalen Verhältnissen mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegen. In ihrem eigensinnigen Beharren auf ihre Sicht der Welt bewahren sie sich ihre Würde gegen die Zumutungen des Lebens. Ja, sie finden gerade in der Abweichung vom Verlangten eine Kühnheit, die den Texten ihre umwerfende Energie gibt. Sie sind von hoher poetischer Präzision, jede Figur «in Einzelanfertigung». Trotz ihres manchmal finsteren Inhalts leben die Texte von überraschenden, absurden Wendungen und einer wunderbaren hintergründigen Komik.
Diese Ausgabe vereinigt erstmals alle in Buchform publizierten und einige der in Zeitschriften und Zeitungen erschienenen Erzählungen Adelheid Duvanels in einem Band, der dieser grossartigen Autorin wieder den Platz in der Schweizer Literatur einräumt, der ihr gebührt.

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Als der Vater zögernd die Tür öffnete und sie sein ratlos lächelndes Gesicht über dem zerknitterten Kragen des Schlafanzugs sah, ertappte sie sich dabei, dass sie versuchte, ihn mit den Augen der jungen Frau im Flimmerkleid zu sehen; sie erschrak. Vaters Gesicht war weich und weißlich-grau. Als wen sah er sich wohl? Als Mörder seiner Frau? Ganz plötzlich klebte dieser Einfall wie ein breites Band auf ihrem Hirn, so dass sie Vaters Frage, ob sie gut geschlafen habe, nicht aufnehmen konnte; das Band verdeckte jeden Eingang und ließ auch keine andern Gedanken heraus als: «Vater, du bist schuld, dass meine Mutter tot ist.» Er starrte sie an. Hatte sie diesen Satz wirklich gesagt? Mit einer ganz harten, trockenen Stimme, die nicht aus ihm zu sprechen schien, nicht aus Luzias Vater, wie sie ihn kannte und liebte – vielleicht aus Mutters Mann? Oder aus dem Geliebten der Flitterfrau? Oder aus dem Vertreter für Kunstbücher? – antwortete er: «Du bist eifersüchtig. Kannst du nicht einsehen, dass ich es schwer habe? Bist du so auf dich selber konzentriert, dass du mir mein Glück nicht gönnen kannst? Meine Frau ist tot, meine Tochter ist ein Krüppel – das habe nicht ich verschuldet: den Ursprung dieser mysteriösen Krankheit wird der Arzt noch aufklären. Was kann mir Freude bereiten? Auch ohne deine Einwilligung werde ich Brigitte heiraten.»

Hätte er in ergreifendem, weichem Ton zu ihr geredet, wäre sie in Tränen ausgebrochen, hätte die Arme nach ihm ausgestreckt, um Vergebung gebettelt und um Verständnis gebeten, doch als der Türrahmen leer war, als ob jemand ­Vaters Bild herausgebrochen hätte, schienen alle Farben dieses Morgens erloschen; wie in einem steinernen Gefängnis blickte sie sich um.

Neid

Am Radio wurde das Signalement meiner vermissten Schwes­ter durchgegeben: trägt einen Regenbogenmantel; grün mit rotem Glanz oder rot mit grünem Glanz – bat jeden Tag, man möge ihr ein Schloss im Garten hinter dem Haus bauen; schleppte schließlich den rostigen, zerbrochenen Eisentisch aus dem Gestrüpp und behauptete, er sei ihr Palast – Trägt kleine, goldene Ohrringe – bewegt sich sonderbar ruckartig, wenn sie ins Innere einer Straßenbahn tritt; hält sich an einer Stange bei der Tür fest, schluckt krampfhaft und wirkt, als habe man sie in einen engen Kissenanzug gesteckt und sich schamlos auf sie gesetzt – hat die ganze Welt zum Kata­strophengebiet erklärt und versucht, sich darin einzurich­ten – nagt blitzschnell an Äpfeln, Karotten und Seifen mit ihren merkwürdig halbkreisförmig gekrümmten Schnei­dezähnen –

Das Haus, in dem meine Schwester und ich eine Ein­zim­merwohnung gemietet haben, steht an einer Kreuzung; wenn Lastwagen oder die Straßenbahn vorbeifahren, zittert der Boden unseres Zimmers. Er ist vier Schritte breit und fünf Schritte lang und neigt sich; aus diesem Grund kann man die Tür nicht offen lassen; nach einer Weile schließt sie sich sachte. Dass sie es wagt, ungefragt und trotzdem höflich das Zimmer zu verschließen, ärgert mich; ich brauche den Ausblick in den Korridor, weil das Zimmer beengend wirkt und im Korridor der Kohlenofen steht, der es heizt. Als ich meine Schwester fragte, ob das Tun der Tür sie nicht störe, antwortete sie, sie sei kein Mensch. Ich schwankte zwischen Mitleid und Neid. Eines Nachts schoben sich die langen Vorhänge auseinander und meine Schwester stand auf, um sie zuzuziehen; kaum lag sie wieder im Bett, öffneten sie sich von neuem. Sie erzählte mir dieses Ereignis am Morgen und ich weinte beinah, weil ich nie etwas Ähnliches erlebt hatte.

An jenem Sonntag im Oktober erreichte der Lichtschirm, der über die Stadt sank, den Boden nicht. Meine Schwester und ich saßen im Zimmer und spielten Eile mit Weile; sie verlor und ging davon, ohne ein Wort zu sagen. Ich suchte sie im Keller und auf dem Dachboden und lief schließlich in den nahe gelegenen Park. Ich hörte Rufe und rannte in jene Richtung, doch dann setzte ich mich unter einen Baum, der von einer rotglühenden Kletterpflanze umwickelt war. Der Wind blies Blätter über den hohen Zaun. Die meisten Stühle standen verlassen. Eine Frau schob, sich verkleinernd, einen Kin­derwagen gegen das offene Tor. Manche Bäume grimassierten, als seien sie gezwungen, unter Wasser zu lächeln, und die Nacht rollte einen schwarzen Teppich über den Rasen. Von weitem bemerkte ich ein großes, rattenähnliches Tier, das zwischen den Bäumen lief; als es mich erblickte, stellte es sich auf die Hinterbeine und pfiff; deutlich sah ich goldene Ringe in seinen Ohren. Als ich mich erhob, rannte das Tier davon.

Lange Zeit stand ich erstarrt und spürte die Kälte, die sich über meinen Körper tastete. Fern und klebrig wie der Staub, der Trauben und Schmetterlinge weiß pudert, füllte der Nebel alle Löcher und bedeckte die Augen der Menschen.

Ich tastete mich nach Hause. Jedermann gab vor, meine Schwester zu suchen. Da ich weiß, dass sich Ratten für verschiedene Versuche eignen und die Wissenschaftler an ihnen Interesse haben, berichtete ich einige Wochen später der Polizei aus Neid, was sich im Park zugetragen hatte. Falls es gelingt, meine Schwester einzufangen, wird man versuchen, einen Menschen aus ihr zu machen.

Catalina

Letzte Woche wurde Catalina dreizehn Jahre alt und bekam von Onkel Manuel, der eigentlich kein richtiger Onkel ist, ein gebrauchtes Radio geschenkt. Ein Radio hat sie sich schon lange gewünscht, weil ihre Freundin Maria auch eines besitzt. Wenn Catalina auf die rote Taste drückt, strömt Musik aus den Büschen, unter den Steinen und zwischen den Gräsern hervor. Das Radio steht draußen auf einem umgekehrten Blumentopf. Nun kauert Catalina neben der offenen Tür auf dem schmutzigen Teppich und schnuppert an ihren Knien; sie sind braunrosa und duften nach Schweiß, Seife und Mandeln. Die Mutter ist weg; sie macht Einkäufe und wird dann im Dorf mit Touristen tanzen; sie ist als gute Tänzerin bekannt. Schon oft fragte sie Catalina: «Willst du nicht mitkommen?», doch Catalina bleibt lieber im Haus und träumt. Im Garten nistet ein alter Vogel, und der Himmel ist am späten Nachmittag wie mit Ruß verschmiertes Wachs; aufrecht feiern die Agaven ihr Sterben. Eine unbekannte Katze mustert den kalten Gasofen, auf dem eine zusammengeknüllte Wolldecke liegt, dann geht sie davon und betupft mit dem Kinn den Boden; ein weißer Fleck schimmert einen Augenblick bei der Gartenmauer, dann ist Catalina wieder allein.

Die Mutter sagt: «Ich brauche Menschen; solche, die wie Mauern um mich stehen, und andere, die wie offene Türen sind.» Catalina braucht nur sich; Menschen sind fremd und machen Angst. Die getrocknete Muränenhaut über der Tür klappert im Wind und klingelt leise; Onkel Manuel hat ein Glöckchen an ihr befestigt. Onkel Manuel hat ein kleines und ein großes Ohr; er bedeutet für Catalina Härte und eine wilde, rohe Lustigkeit. Manchmal sehnt sie sich nach Weichheit und Zärtlichkeit; besonders dann, wenn unverhofft Traurigkeit über sie fällt wie eine finstere Masse, in der sie zu ersticken droht. Immer waren nur ältere Menschen («vom Leben gezeichnete», wie ihre Freundin Maria sich ausdrückt) um Catalina; nie war sie mit unbeschwerten, jüngeren Spielgefähr­ten zusammen. Ihr Bruder und ihre Schwester sind schon vor einiger Zeit wieder in die Stadt im Norden zurückgereist, wo sie arbeiten; sie haben der Mutter ein wenig Geld geschickt, doch die Mutter brauchte sofort ein neues Kleid, einen Hut und anderes mehr; falls Mutter keinen Liebhaber findet, müssen auch sie bald abreisen; es ist nicht mehr viel Geld da. Die Mutter arbeitet nicht und Catalina besucht keine Schule: «Sie ist viel zu dumm dazu», erklärt die Mutter.

Die Antenne des Radios besteht aus einem rostigen Stück Eisen, das an einem Draht befestigt ist, den Onkel Manuel durch den Garten zog und am Balkon des Hauses und an einer Pinie festband.

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