Adelheid Duvanel - Fern von hier

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Adelheid Duvanel ist eine Meisterin der kleinen Form. Die radikale poetische Kraft ihrer Sprache macht sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der Schweizer Literatur des 20. Jahrhunderts.
Ihre kurzen Erzählungen sind Momentaufnahmen aus dem Leben von meist versehrten Existenzen, die sich aber in ihren fatalen Verhältnissen mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegen. In ihrem eigensinnigen Beharren auf ihre Sicht der Welt bewahren sie sich ihre Würde gegen die Zumutungen des Lebens. Ja, sie finden gerade in der Abweichung vom Verlangten eine Kühnheit, die den Texten ihre umwerfende Energie gibt. Sie sind von hoher poetischer Präzision, jede Figur «in Einzelanfertigung». Trotz ihres manchmal finsteren Inhalts leben die Texte von überraschenden, absurden Wendungen und einer wunderbaren hintergründigen Komik.
Diese Ausgabe vereinigt erstmals alle in Buchform publizierten und einige der in Zeitschriften und Zeitungen erschienenen Erzählungen Adelheid Duvanels in einem Band, der dieser grossartigen Autorin wieder den Platz in der Schweizer Literatur einräumt, der ihr gebührt.

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«Paul weiß nicht, dass es das Wichtigste ist, den Erwar­tungen zu entsprechen», flüsterte der alte Mann und befeuchtete mit der Zunge die Lippen.

«Er begreift nicht, weshalb jemand sich anmaßt, ihn zu bewerten. Bald wird er seine erwartungsvolle Haltung verlieren, wird sich ungesellig und abweisend gebärden.» – «Hab keine Angst, Vater; ich hole meinen Sohn und werde ihn alles lehren», sagte Anna; ihre Stimme klang sonderbar klar, so dass sie erschrak, und gleichzeitig spürte sie, wie eine unbekannte Freude ihren Körper erwärmte. Als die Tür sich bewegte und Licht durchs Zimmer sprang, wandte sie sich um. «Du bist so schwer und so leicht wie mein Herz», dachte sie und betrachtete das Kind, das zögernd mit kurzen Schritten näherkam und verständnislos zu ihr aufblickte. Als sie Paul den Korb mit dem Kaninchen zeigen wollte, versteckte er beide Hände hinter dem Rücken, streckte den Kopf vor und schnupperte.

Die goldene Naht

Hannes steht am Fenster. Heute feiert er seinen vierten Geburtstag; die Mutter hat den gestern gebackenen Kuchen am Nachmittag, als Robert kam (ein magerer, kraushaariger Mann, den Hannes nicht mag), auf den Tisch gestellt. Doch Robert aß nichts davon, sondern sagte drohend zur Mutter: «Wenn du deine Meinung nicht änderst, bin ich heute zum letzten Mal hier – und das schwöre ich.» Dann tätschelte er ihren seit einiger Zeit merkwürdig vorstehenden Bauch und ging.

Der Wind zerrt eine finstere Wolke auseinander, und Hannes sieht für einen Augenblick die Sonne, die einbusige Mutter, deren warme Milch in die Erde sickert und flimmernd über den Asphalt fließt; die Sonne ruht auf hellen Kissen und wird geliebt, ohne es zu ahnen, denn sie ist blind, taub und ohne Gefühl.

Hannes stellt sich vor, die Wohnung sei ein Blumenkelch, die Mutter eine Wespe und er ein Bienchen; schläfrig krabbelt er über den Teppich, rollt sich auf den Rücken und blinzelt in einen süßen, weichen Bilderbuchhimmel, der die Lampe mit den falschen Kerzen verdeckt.

Die Mutter geht durchs andere Zimmer; er hört ihren nervösen Schritt – nun bleibt sie stehen. Bald wird die Nähmaschine surren; neugierig dreht er den Kopf und sieht durch die geöffnete Tür, wie sie nach der Schere greift; sie hält inne und starrt gegen die Wand. Lange Sekunden steht sie so; das tut sie oft, dann hat Hannes Angst und verhält sich still. Nach einer Weile setzt sich die Mutter auf den Stuhl neben der Schneiderpuppe. Fassungslos betrachtet sie wieder die Wand, vor welcher Hannes überlebensgroß zu sehen gewesen war – ein verstörtes, kniendes Kind, über dessen Stirne Blut rann.

Sie entgeht ihm nicht; wenn sie sich von ihm abwendet, holt er sie ein wie eben jetzt, und in der Nacht rollt er aus ihr als endloser Filmstreifen; anhand der Bilder kann sie seine schlaftrunkenen Seufzer und sein leises Aufschluchzen deuten.

Das Bild vor der für einige Augenblicke aufgelösten Wand ist in sie hineingesunken.

Hannes schläft im Esszimmer auf der Couch, wo er seine Welt, der ihren gegenüber, hütet. Wenn er die Puppe mit dem Stoffbauch schlägt oder liebkost, wenn er verträumt über den Bilderbüchern sitzt oder zornig sein sorgsam aufgebautes Schloss zerstört, möchte sie aufschreien; die Zärtlichkeit und das verzweifelte Sichwehren des einsamen kleinen Menschen tun ihr weh, die Bilder in den Büchern aber entführen ihn; fern von ihr hüllen sie ihn ein mit einer Liebe und Güte, wie sie vielleicht Engel kennen. Immer wieder erinnert sie sich an jenen Tag, als Hannes beinah zwei Jahre alt war und Robert am Telefon gesagt hatte: «Er oder ich. Gib den Bastard in ein Heim, dann wird alles gut. Wir werden heiraten, und du wirst von mir einen Sohn haben, mit dem sich dieser widerliche Balg nicht wird messen können.» Sie antwortete nicht und hängte den Hörer auf, doch einige Minuten später, als sie die Windeln des Kleinen in der Küche wusch, wurde sie von einem sonderbaren Krampf geschüttelt. Sie rannte mit tropfenden Händen ins Zimmer und sah den leeren Blick des Kindes, in dem sich Erstaunen, dann ein Lächeln ausbreitete, als sie ihr Entsetzen und ihre Wut hinausschleuderte, wie man einen Stein in ein ruhiges Wasser wirft. Hannes verstand den Sinn ihres zur Fratze verzerrten Gesichts noch nicht, hielt ihre Raserei vielleicht für Scherz und schmun­zelte, wie er es beim Anblick eines unbekannten Tieres getan hätte. Eine unschuldige, ihr unverständliche Heiterkeit, ein fremdes Paradies leuchtete in seinen Augen. Außer sich schlug sie zu; sein Kopf stieß gegen den Türrahmen. Als er sich weinend an ihr Bein klammerte, riss sie ihn weg und warf ihn in eine Ecke, wo er wimmernd liegenblieb. Sie fühlte ihre Knochen wie zu einem Brei auseinanderfließen, und der Geruch und die grobe Wolle des Teppichs füllten ihren Kopf, dann wurden diese Empfindungen kleiner und verschwanden – als sie zu sich kam, lag sie auf dem Rücken und blickte in entsetzt aufgerissene Augen; das bleiche Gesicht des Kindes war nass von Tränen und aus seinem Haar sickerte Blut.

Hannes steht auf und geht leise zum Fenster. Der Wind hat die Wolke wieder zusammengefügt; sie kommt näher und verdunkelt die Straße. Hannes fröstelt und wendet sich um. Auf dem Tisch stehen die Schuhe der Mutter; das Leder ist alt und rissig, aber Hannes hat es heute eingefettet und mit einem Lappen so lange gerieben, bis es wunderbar glänzte. Er möchte der Mutter eine Freude machen. Plötzlich fährt er zusammen; die Mutter schreit: «Nimm die Schuhe vom Tisch!» Zitternd vor Wut steht sie unter der Tür; ihre rechte Hand, mit der sie sich leicht gegen den Türrahmen lehnt, zuckt. Dann starrt sie auf seinen von Schuhwichse verschmierten Pullover, sieht die geöffnete, fast leere Dose am Boden, kommt näher und packt das Kind, das sich duckt und schützend die Arme über den Kopf hält. Ohne den Blick zu heben, weiß Hannes, dass ihre Augen zustechen wie zwei Messer; sein Herz wird vor Angst kalt. Bevor die Schläge auf ihn niederprasseln, fällt ihm ein, dass durch die schwarze Wolke, in welche sich die Sonne hüllt wie in einen zottigen Pelz, eine goldene Naht läuft; dort schimmert ihr heißer Körper durch.

Die Wünsche des Heiratsschwindlers

Die Dame, die einige Wochen vor Weihnachten in eine der Wohnungen im neuen, noch leeren Miethaus am Fluss eingezogen ist, bittet den Heiratsschwindler, ihr bei der Arbeitssuche behilflich zu sein. «Ich bin nicht verschuldet», glaubt sie erklären zu müssen, «und ich habe ein wenig Vermögen. Ich tippe außerordentlich schnell, fülle stundenlang und pausenlos viele Blätter mit vielen Sätzen; auch mit unbegreiflichen. Die Kopfschmerzen am Abend …» Sie verschweigt, dass sie schon seit zwei Tagen nichts gegessen hat; der Hunger gräbt ihr Inneres um, als suche er den Schatz, der auf jedem Grunde glänzt. Sie erzählt einige Male, sie zürne ihrem Freund, einem Schriftsteller, der ihre Person gestohlen und entstellt habe und auf dreihundertdreiundfünfzig Buchsei­ten gefangen halte. Sie zürnt auch ihrem alten Vater, der sich jeder Verantwortung entzieht und ­behauptete, dem Tee, den sie ihm dreimal täglich ans Bett brachte, entströme Men­schengeruch. «Er spricht sonst nichts mehr», beklagt sie sich, «und ich schenkte ihm von meiner Zeit so viel; er hätte sich endlich rechtfertigen können. Aber er zog es vor, zu meckern, statt zu lachen, und zu meckern, statt zu weinen.» Der Hei­rats­schwindler macht sie darauf aufmerksam, dass die Zeit, die sie dem Vater anbot, nicht ihre Zeit gewesen sei; sie gehöre – um Beispiele zu nennen – auch dem Föhn, dem Ros­marinstrauch und den Katzen. Die Dame sieht ein, dass sie sich den Teil nimmt, den sie zu benötigen glaubt. «Ich stecke mir auch den Raum ab», sagt sie, «den aber jedermann ungestraft überqueren kann. Mein Herz ist trotz vielem Unge­mach nicht eng geworden; im Gegenteil. Aber man bedrängt mich. Man will, so glaube ich, meinen Tod.»

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