Adelheid Duvanel - Fern von hier

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Adelheid Duvanel ist eine Meisterin der kleinen Form. Die radikale poetische Kraft ihrer Sprache macht sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der Schweizer Literatur des 20. Jahrhunderts.
Ihre kurzen Erzählungen sind Momentaufnahmen aus dem Leben von meist versehrten Existenzen, die sich aber in ihren fatalen Verhältnissen mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegen. In ihrem eigensinnigen Beharren auf ihre Sicht der Welt bewahren sie sich ihre Würde gegen die Zumutungen des Lebens. Ja, sie finden gerade in der Abweichung vom Verlangten eine Kühnheit, die den Texten ihre umwerfende Energie gibt. Sie sind von hoher poetischer Präzision, jede Figur «in Einzelanfertigung». Trotz ihres manchmal finsteren Inhalts leben die Texte von überraschenden, absurden Wendungen und einer wunderbaren hintergründigen Komik.
Diese Ausgabe vereinigt erstmals alle in Buchform publizierten und einige der in Zeitschriften und Zeitungen erschienenen Erzählungen Adelheid Duvanels in einem Band, der dieser grossartigen Autorin wieder den Platz in der Schweizer Literatur einräumt, der ihr gebührt.

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Die Thymianbüsche leuchten wie violette Monde. «Der Rosmarinstrauch hat Geburtstag», denkt Catalina, «er duftet ganz allein und freut sich.»

Auf dem flachen Dach steht eine mit feuchten Tüchern umwickelte Wasserflasche – eine Idee von Onkel Manuel; das Wasser werde so eiskalt, versicherte er immer wieder, doch kälter als kühl wurde es bis jetzt nicht.

Catalina knipst das Radio aus und legt sich auf ihre mit einem weißen Leintuch bedeckte Matratze; ein richtiges Bett hat sie nicht. Die Mutter bemüht sich in der Stadtwohnung im Norden und hier in ihrem Sommerhaus, das sie von ihren Eltern geerbt hat, einen gepflegten Haushalt vorzutäuschen, doch Catalina weiß: Wenn heute Nacht oder morgen Onkel Manuel wiederkommt – die Mutter rechnet fest damit –, läuft er mit seinen Schuhen über das Leintuch, klopft die Asche auf den Teppich, wirft die Zigarettenstummel auf den Boden und schüttet den Wein auf das Tischtuch. Onkel Manuel kommt und geht, wie es ihm passt. Er gibt der Mutter nie Geld, das hat Catalina herausgefunden, nur Geschenke; aber die Mutter gibt ihm Geld, wenn sie nicht alles für sich verbraucht hat. Wenn sie keines mehr hat, wird Onkel Manuel sehr böse; dann weint die Mutter. Catalina ist sicher, dass sie ihn liebt; nur ihn und keinen der andern Männer.

«Lieben heißt besitzen wollen», sagt Catalinas Mutter.

Catalina denkt an das Kätzchen – weshalb hat sie es laufen lassen? Weshalb hat sie nicht eine Weile mit diesem tänzelnden Geschöpf in seinem hellen Samtkleid gespielt, es liebkost, über seine Barthaare, die der Wind streichelte, gelacht? So ist Catalina; letztes Jahr hat die Mutter ihre einzige Spielgefährtin aus der Stadt hierher in die Ferien eingeladen; die schöne, große Maria, von der sie weiß, dass die dicke Ca­talina sie liebt. Aber weil Catalina sie liebt, wollte sie sich fernhalten; schon nach kurzer Zeit war Maria verwirrt und schmollend abgereist.

Der Abend ist hellgrün und schaukelt den ertrinkenden Mond. Der Wind bürstet die Pinien; wenn Catalina jeweils die Musik laut spielen lässt, drehen sie sich hin und her und möchten mit den Füßen stampfen, doch der Fels hält sie fest. Am Tag ist der Himmel wie ein heißer Betonboden, über den die Flugzeuge rasen, und im Garten ragen überall tonlos schreiende Felsengesichter aus der trockenen Erde – selbst im leeren Schweinestall.

Catalina dreht sich auf den Bauch. Die Matratze ist dünn und uneben; Catalina erwacht jeden Morgen, als ob sie im Traum verprügelt worden wäre. Dann sagt sie zu ihrer Mutter: «Eigentlich habe ich nicht geschlafen; die Sterne stachen.» Die Mutter schüttelt den Kopf und denkt, Catalina sei nicht nur beschränkt, sondern auch wunderlich.

Ein Motorrad stöhnt auf und die Uhr ist stehengeblieben. Catalina will schlafen; der geplättelte Boden ist nah beim Gesicht und steigt, bis er die Wand berührt. Die gespaltene Kerzenflamme schlängelt, ohne sich fortreißen zu können – ihre Nahrung ist der Docht; sie braucht ihn, um zu leben, so wie die Mutter Onkel Manuel oder einen anderen Mann braucht und wie Catalina die Mutter braucht – die Frau, die für sie Butterbrote streicht und ein Taschentuch leiht, wenn Catalina weint.

Catalina liegt wie ein Tier; sie hat Arme und Beine von sich gestreckt, die Stirn in Falten gelegt und die untere Gesichtshälfte im Kissen vergraben. Die Matratze ist ihr Planet, das Haus ihre Welt; sie kreist. Sie trägt eine Pyjamajacke ihres verstorbenen Vaters und hat ihr Gesicht geschminkt; morgen wird die Mutter schimpfen, weil sie den verschmierten Kis­senüberzug waschen muss. Immer stiehlt Catalina Lippenstift, Puder, Lidschatten und Wimperntusche aus Mutters Toilettentäschchen, setzt sich vor den halbblinden Spiegel in der Küche und macht sich das Gesicht, von dem sie denkt, dass ein Mann es rauben würde, während sie schläft oder vorgibt zu schlafen. Schenken wird sie sich nie, aber stehlen lassen. Ihre Mutter verkauft sich. Catalina denkt, was man stehle, liebe man mehr, als was man sich schenken lasse oder kaufe. Sie möchte einem Mann gehören, der sie bei sich versteckt und sie nicht zu andern Männern schickt, wie Onkel Manuel dies mit der Mutter tut. Für ihn würde sie tun, was er von ihr verlangt: Purzelbäume schlagen oder Kopfstehen – das kann sie lernen, so plump sie auch ist. Und waschen und putzen und bügeln und vielleicht Kinder und Katzen füttern und streicheln. Was verlangt ein Mann mehr von einer Frau? Sie weiß es, aber sie will nicht daran denken. Sie wird warten; sie wird immerzu auf dieser Matratze liegen mit ihrem runden, bunten Gesicht. Sie denkt an Onkel Manuel, der ihr einmal ein Fläschchen Parfüm mitbrachte und mit einem unschönen Auflachen zur Mutter, deren Mund plötzlich ganz klein und faltig geworden war, sagte: «Sie wird besser als du; du wirst schon sehen, du alte Ziege.»

Es ist so still, als ob ein Würger über das Land geschlichen wäre und die Menschen und Tiere erdrosselt hätte. Sein Schatten ist so riesengroß, dass er sogar den obersten, letzten Himmel verdunkelt. Catalina hört seinen leisen Schritt; er tritt ins Haus. Sie schläft; eine Fliege sitzt auf ihrem festen, dunkelbraunen Oberschenkel. Er wird ihr Gesicht rauben und es in die tiefen Träume der Menschen und Tiere tauchen.

Der Brief

Wenn Hans Sauser, Damencoiffeur in einem nüchternen «Salon» mit Neonlicht, das auf seinen schon leicht kahlen Schädel pocht und in die Augäpfel beißt, in seinem Wagen nach Hause fährt, denkt er an den Brief, den er seiner schönen, fernen Braut schreiben wird. Jede Nacht, während der Himmel ein funkelndes Rad schlägt, schreibt er den Brief und zerreißt ihn dann. Heute Abend beschreibt er, wie er langes Frauenhaar wäscht und in einem summenden Ofen bäckt. Die Haut der Frau rötet sich. Sauser erzählt, bedächtig und mit runden Buchstaben, wie die Haut sich unter Einwirkung der Hitze vom Gesicht löst und er sie in Fetzen abzieht; eine nackte Fleischkugel beugt sich nun über die illustrierte Zeitschrift und liest, glücklich lächelnd, über Prinzen, Königinnen und Filmstars. Sauser zerreißt den Brief um Mitternacht und steht vom Tisch auf. Er fühlt sich wie ein undichtes Gefäß, dessen Inhalt langsam und stetig ausläuft. Seine Gedanken treiben nach allen Seiten, so dass er fürchtet, plötzlich – wie ein leeres Paket ohne Adresse und ohne Absender – als Hindernis übrigzubleiben. Er wünscht, seine Verlobte möge ihm ausweichen, ihn überhüpfen oder zur Seite schieben.

Er zieht sich mit trägen, aber exakten Bewegungen aus und begibt sich zu Bett. Vor dem Einschlafen denkt er zuversichtlich an den Sonntagnachmittag; da wird er Mutter in der psychiatrischen Klinik besuchen, wo sie sich zusehends verändert, sich in ein fremdes, kleines Mädchen verwandelt, das er kennenlernen möchte. Es ist, als sänken die harten Züge auf ihrem Gesicht durch eine Erschütterung ein, und aus den Wangen leuchten Blumen. Als Kind konnte Sauser nicht mit Mutter sprechen und sie redete nie zu ihm. Nun spricht sie in sonderbar verstellter Sprache; nicht, als verstecke sie etwas, sondern, als decke sie etwas auf, das niemand erfahren kann. Es ist, als führe sie ihn an der Hand durch ein großes Haus ohne Dach; der Himmel fällt mit seinen hellen Welten herein. Im weiten Park sind Netze gespannt, in denen sich seine Kindheit verfangen hat; Sauser erkennt sie aber noch nicht.

Der ungewöhnliche Junge und das besondere Mädchen

Wenn der Abend sich hinter den Tannen aufschichtete, die nasse, spiegelnde Eisfläche weiß und hart wurde und die Schlittschuhläufer wie Schwalben umherflitzten, wunderte ich mich, dass sie nie aneinanderstießen. Ich lauschte ihren hohen, spitzen Schreien und beobachtete die kleinen Kinder, die wie junge Bären zu tanzen anhoben. Rolf zog seine Kreise immer noch sorgfältig und sein Gesicht blieb unnahbar. Ich selber wagte mich nie aufs Eis; ich hinkte wegen einer Schwäche in den Gelenken von Tag zu Tag stärker. Ich schämte mich deshalb, denn ich wäre gerne gewandt aufgetreten wie meine Freundin, die ich bewunderte – oder wie Rolf.

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