Daniel de Roulet - Kamikaze Mozart

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Fumika, japanische Musikstudentin in Berkeley, verliebt sich in den Schweizer Physiker Wolfgang, der im Team von Robert Oppenheimer an der Atombombe baut. In Japan hat ihre Familie für sie einen Mann bestimmt, den sie noch nie gesehen hat und der Kamikaze-Anwärter bei der Luftwaffe ist. Nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbor wird Fumika mit den andern 130 000 «feindlichen Elementen» interniert. In der Wüste von Santa Fe, wo die Internierten beim Bau von Wolfgangs Reaktor eingesetzt werden, sehen sie sich wieder. Wolfgang hat sich inzwischen ganz in den Dienst der «Bombe gegen die Nazis» gestellt, und die Liebe zu einer «Feindin» bringt ihn jetzt in Schwierigkeiten. «Kamikaze Mozart» ist ein virtuoser Roman über das Wettrennen um die Atombombe: von Lise Meitners Entdeckung der Atomspaltung über den nicht mehr kriegsnotwendigen Abwurf der Atombombe bis zur Kernschmelze in Lucens 1969, in der die Schweizer Träume von der «Bombe» untergingen.

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In einer Kurve fährt der Zug wieder an. Am immer blauer werdenden Himmel zieht sich, vom Fenster eingerahmt, der Dampf der Lokomotive in die Länge. Weil die Luft trocken ist, sagt der alte Herr. Es gibt für alles eine Erklärung, das Blau am Firmament ist kein Wunder. An der Brust einer Nachbarin hat ein Säugling seine Milch ausgespuckt. Fumika singt ihm leise ein Wiegenlied. In dem Alter verstehen Kinder noch kein Englisch.

Gegen Abend hält der Zug abermals mitten in der Wüste. Kein Lebenszeichen außer Telefonmasten, die wohl ein Wutausbruch des Himmels aus dem Boden gerissen hat. Soldaten mit Hunden, wie aus dem Nichts aufgetaucht, öffnen die Türen und brüllen: «Sanitätskontrolle!» Einer von ihnen steigt in den Waggon. Er trägt eine Stoffmaske vor Mund und Nase, fragt, ob es Notfälle gebe, Leute mit Fieber. Niemand meldet sich. Wäre jemand krank, müsste er in Kauf nehmen, von seiner Familie getrennt zu werden. Die alte Dame, die vorhin gejammert hat, sie werde sterben, hütet sich tunlichst, den Sanitäter auf sich aufmerksam zu machen. Die Tür wird von außen wieder verriegelt. In der von den vergitterten Fenstern in Scheiben geschnittenen Abendröte bellen die Hunde. «Abendrot, Gutwetterbot», hat Tante Yu immer gesagt.

Die ganze Nacht bleibt im Waggon das Licht an. Aber mehr noch raubt einem das plötzliche Ruckeln den Schlaf, der sich ständig ändernde Rhythmus. Ein Witzbold meint, Pearl Harbor liege nun schon ein Jahr zurück, und wie man höre, sei der Krieg jetzt pazifistisch, wegen besagtem Ozean. Niemand lacht, der Witz ist zu abgedroschen.

Der Zug rollt gen Westen, meidet die bewohnten Gegenden. Man könnte glauben, die Vereinigten Staaten seien nichts als eine weite, kakteenbewachsene und mit ausgeblichenen Skeletten einstiger Haustiere verzierte Steinwüste. Vielleicht werden sie bei ihrer Ankunft alle erschossen. Auch egal, Hauptsache, es ist vorbei, sagt eine junge Mutter, deren Kind pausenlos fragt: «Mama, wann kommen wir an?»

Der weißhaarige Herr mit der hohen Stimme erzählt, dass er 1917 in einer Kupfermine in Compton, Arizona, gearbeitet hat. Zu Tausenden hätten sie gestreikt. Man habe sie in Viehwaggons gepfercht und tausend Meilen weg von zu Hause gebracht. Es sollte ihnen eine Lehre sein. Jemand bittet ihn, zu schweigen und lieber etwas von seinem restlichen Wasser abzugeben.

Zwar haben alle die im Sammelzentrum ausgehängten Anweisungen befolgt und vorgesorgt, aber inzwischen sind sämtliche Getränkebehälter leer. Mit den Lebensmitteln sieht es kaum besser aus. Als der Zug hält, hört man lautes Klagen aus einem der Nachbarwaggons. Eine Frau scheint die Nerven zu verlieren. «Wasser, Wasser! Macht auf!», schreit sie. Niemand beruhigt sie, da sie im Namen aller klagt.

6

La Chaux-de-Fonds

Wolfgang Steinamhirsch wird am 1. März 1917 in La Chaux-de-Fonds geboren. Alljährlich feiern die Einwohner an diesem Tag ihren Aufstand gegen den preußischen König. Dann schließen die wenigen Aristokraten, die ihr Adelsprädikat behalten haben, zum Zeichen der Trauer ihre Fensterläden und gehen den ganzen Tag nicht aus dem Haus. Daher lässt auch der Arzt, ein gewisser de Rougemont, an diesem Tag Gebärende mit der Hebamme allein. An einem 1. März wird nicht entbunden, damit das klar ist.

Wolfgangs Vater ist der Besitzer der Buchhandlung Librairie du Progrès. Seine Mutter hat auf eine Karriere als Pianistin verzichtet, um vier Kinder zur Welt zu bringen. Erst Wolfgang, dann drei Mädchen, die nach dem Willen des Vaters Alpha, Beta und Gamma genannt werden. Die Mutter ist nur stolz auf ihren Ältesten, will einen Dirigenten aus ihm machen. Deshalb lernt er neben Latein, Griechisch und Englisch auch Geige. Das Konservatorium übernimmt es, sein musikalisches Talent zu fördern. Er lässt nicht gerne starke Gefühle zu. Sein Geigenlehrer regt sich auf: «Mehr Inbrunst, weniger Technik, lass dich mitreißen, Wolfgang, verflixt nochmal!»

Schon als Kind begeistert er sich für die Wissenschaft, liest keine Romane, weil darin erfundene Geschichten erzählt werden. Die Wahrheit steht in wissenschaftlichen Handbüchern.Physikbücher zum Beispiel erklären, warum Körper fallen. Wäre ein Roman je in der Lage, die Anziehungskraft des Kerns auf die Elektronen zu erforschen? Jedes Jahr zu Weihnachten dürfen die Kinder sich im väterlichen Geschäft ein Buch aussuchen. Die drei Mädchen begnügen sich mit Heidis Abenteuern in den Alpen. Ihr Bruder bevorzugt eine Logarithmentafel oder das Periodensystem der Elemente, zur Not eine Gelehrtenbiografie.

Eines Tages liest er ein Buch über das beispielhafte Leben von Edison, dem Vordenker, der die Menschheit mit Hilfe des Gesetzes des geringsten Widerstands um mehrere erhellende Erfindungen bereichert hat. Dem jungen Edison ist es gelungen, ohne die Wärme einer Henne Eier auszubrüten, Wolfgang macht es ihm nach. Bei einer Bäuerin, die jeden Montag auf dem Marktplatz steht, besorgt er sich zwei frische Eier. Er versteckt sie unter seiner Bettdecke und sorgt dafür, dass sie dort in gleich bleibender Wärme liegen. Tagsüber wickelt er jedes Ei in eine Socke und steckt sie sich in die Taschen. Seinen Berechnungen zufolge müssten die Küken am Sonntag schlüpfen. Er wird also ausgiebig Zeit haben, ihnen dabei zuzusehen. Leider besteht die Mutter am Samstag darauf, dass er kurze Hosen ohne Taschen trägt, sodass es den Eiern an Wärme fehlt. Den Mangel meint er ausgleichen zu können, indem er sie eine Zeit lang in heißes Wasser legt, im Glauben, die doppelte Temperatur in der halben Zeit führe zum gleichen Ergebnis. Resultat: Weder am Sonntag noch an den folgenden Tagen schlüpfen die Küken aus ihrer Schale. Wie hat Edison das bloß geschafft?

Wolfgang macht weitere Experimente zum Flug von Fledermäusen, die er tagsüber weckt, mit unsichtbarer Tinte, mit dem zweiten Hauptsatz der Wärmelehre. Er kommt zu vorhersehbaren Ergebnissen, zu Variationen über ein gegebenes Thema, macht jedoch keine Entdeckung. «Nichts Neues unter der Sonne», bestätigt seine Mutter. Worauf ihr Mann zu ergänzen wagt: «Außer dem Fortschritt, mein Schatz.» Trotz aller Bewunderung für seine Mutter weiß Wolfgang, dass sie kaum an die Erzeugung eines Kükens fern der Wärme einer Glucke glaubt. Er möchte für sie etwas Neues erfinden oder entdecken, dann würden sie gemeinsam den Nobelpreis in Stockholm abholen.

Seine erste Freundin lernt Wolfgang auf dem Jahresabschlussfest kennen. Heidi, die älteste Tochter des Pfarrers, trägt denselben Namen wie das kleine Waisenmädchen, das immer krank wird, wenn es seinen Großvater und die Alpenluft verlassen muss. Wie im Bilderbuch seiner Schwestern hat auch diese Heidi schöne blonde Zöpfe, aber wenig Talent zum Lernen. Einmal in der Woche verabredet Wolfgang sich nach seiner Geigenstunde mit ihr im Cafè Moreau an der Avenue Lèopold-Robert. Dort setzen sie sich nebeneinander, um die Passanten besser beobachten zu können, benoten deren Aussehen und dichten ihnen eine Biografie an. Aber es fehlt ihnen an Fantasie, außer bei Paaren, bei denen sie rasch einen möglichen Trennungsgrund ausmachen.

Wolfgang hat keinen Freund. Er hat das Gefühl, nur junge Mädchen könnten ihm eine angenehme Gesellschaft leisten, sie verstehen das Innere der Dinge. Will man wissen, um wie viel Uhr ein Zug abfährt, ist das Geschlecht des Auskunft Erteilenden ziemlich egal, geht es aber um Stimmungen, um Gefühle und vor allem um Unsagbares, wendet man sich lieber an eine Frau. Nur Frauen stellen sich dieselben Fragen wie er: Wo ende ich, und wo beginnt die Welt?

Bei Heidi weiß er nicht so recht weiter. Ausgerechnet über ein Thema kann er nicht mit ihr sprechen, nämlich: Sollte man seine Liebe gleich zu Beginn offenbaren? Oder macht man sich damit lächerlich? Und dann diese tausendmal gewälzte Frage: Wird die Liebe die Freundschaft töten?

Da er beides noch nie erlebt hat, sind seine Sorgen rein theoretischer Natur. Für den Fall, dass eines Tages die Wirklichkeit ins Spiel kommen sollte, macht er sich jetzt schon auf Schwierigkeiten gefasst. Seine Mutter ist ihm dabei keine Hilfe. Anfangs, als sie noch nicht weiß, dass ihr Sohn sich auf eine ernsthafte Beziehung vorbereitet, fragt sie ihn, ob er nicht ein wenig, wie soll man sagen, den Jungen zugeneigt sei. Wolfgang errötet, gerät ins Stottern und beflügelt den mütterlichen Verdacht nur umso mehr.

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