Daniel de Roulet - Kamikaze Mozart

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Fumika, japanische Musikstudentin in Berkeley, verliebt sich in den Schweizer Physiker Wolfgang, der im Team von Robert Oppenheimer an der Atombombe baut. In Japan hat ihre Familie für sie einen Mann bestimmt, den sie noch nie gesehen hat und der Kamikaze-Anwärter bei der Luftwaffe ist. Nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbor wird Fumika mit den andern 130 000 «feindlichen Elementen» interniert. In der Wüste von Santa Fe, wo die Internierten beim Bau von Wolfgangs Reaktor eingesetzt werden, sehen sie sich wieder. Wolfgang hat sich inzwischen ganz in den Dienst der «Bombe gegen die Nazis» gestellt, und die Liebe zu einer «Feindin» bringt ihn jetzt in Schwierigkeiten. «Kamikaze Mozart» ist ein virtuoser Roman über das Wettrennen um die Atombombe: von Lise Meitners Entdeckung der Atomspaltung über den nicht mehr kriegsnotwendigen Abwurf der Atombombe bis zur Kernschmelze in Lucens 1969, in der die Schweizer Träume von der «Bombe» untergingen.

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Eine vom Meer herüberwehende Brise lässt die Wipfel der Birken schaukeln. Bei minus fünfzehn Grad und ohne das kleinste Wölkchen am Himmel liegt der Djurgården wie eine weite weiße Ebene da. Das flach einfallende Licht lässt kleine Erhebungen hervortreten. Die Spuren der Wege haben sich verwischt. Kreuz und quer laufen die Spaziergänger über den harschen Schnee. In der Ferne deutet eine Baumreihe an, wo das Meer beginnt, wenn das Eis schmilzt.

Er wiederholt Professor Scherrers Angebot. In Zürich warte der Beschuss der Atome immer noch auf eine Erklärung. Statt zu antworten, beginnt sie, ihm den offiziellen Teil ihres Lebens zu erzählen, als müsse sie vor einer Zusage ihren Lebenslauf präsentieren. Sie spricht, ohne außer Atem zu geraten, in kurzen, klaren Sätzen, ohne Versprecher.

Geboren ist sie 1878 in Wien. Als das neue Jahrhundert begann, war sie so alt wie Wolfgang jetzt. Der Vater Rechtsanwalt, acht Kinder, alle musizierten. Sie hat Klavier gespielt und Mathematik gelernt. Wie all ihre Geschwister ließ sie sich schließlich taufen. Katholisch, jüdisch, protestantisch, was macht das schon? Anfang des 20. Jahrhunderts sahen viele Wiener Juden ihre Taufe nicht als Lossagung von ihrem Glauben, sondern als Schritt in die Moderne. Sie ist nicht gläubig, außer was die Wissenschaft betrifft. Aus Liebe zur Mathematik ging sie zur Universität. Junge Mädchen wurden nur mit Sondererlaubnis zum Studium zugelassen. Professor Boltzmann, einer der ersten Atomphysiker, ließ sich überzeugen. Er hatte einen sehr eigenwilligen Unterrichtsstil. Im Hörsaal sprach er mit ungewöhnlicher Überzeugungskraft über Physik, sagte, die Geheimnisse der Wechselwirkungen der Teilchen könne man nur mit größter Leidenschaft durchdringen, einer Leidenschaft, die jene zwischen zwei Menschen weit in den Schatten stelle. Seine Selbstmordversuche unternahm Boltzmann nicht aus Liebeskummer, sondern weil die Theorie sich ihm verweigerte. Die Positivisten machten sich über ihn lustig: «Haben Sie denn jemals ein Atom gesehen?» Die Entdeckung der Radioaktivität kam zu spät, um Boltzmann recht zu geben. 1906 setzte er seinem Leben ein Ende, kurz nachdem er Lise Meitner die Doktorwürde verliehen hatte.

Wolfgangs Augen folgen ihr voller Bewunderung. Sie stellt ihm Fragen zu seinen musikalischen Vorlieben, beglückwünscht ihn dazu, dass er immer noch Geige spielt. Die Schatten über dem Djurgården werden länger, als hätte die Sonne mit den nordischen Regionen abgeschlossen. Lises und Wolfgangs Gesichter, zwei Silhouetten, treffen sich nur am Horizont. Hinter den beiden ist der Himmel von einem nicht ganz so kräftigen Rosa wie jenem, das Wolfgangs Geburtsstadt an Winterabenden verschönert. Das behält er für sich, La Chaux-de-Fonds wird Lise wohl nicht kennen.

Ihrer beider Atem gefriert auf jedem noch so kleinen Härchen. Sogar Lises Augenbrauen über der schwarzen Brille, die einen Teil ihrer Backenknochen verbirgt, haben sich weiß verfärbt. Wolfgang zögert, seine Skier auszuziehen. Wäre es weniger lächerlich, sie auf der Schulter zu tragen und neben Lise herzulaufen? Sie will wissen, wie sehr er die Nazis ablehnt.

Er hasst Hitler, das haben die Zürcher Nazisympathisanten ganz richtig erkannt. Mit zwei abgebrochenen Zähnen ist er davongekommen, hat den Schaden noch nicht reparieren lassen. «In Ihrem Alter schließt sich eine solche Lücke noch, auch der Bart wächst nach», sagt Lise.

Seit seiner Ankunft in Stockholm vergangene Woche dreht er sich manchmal nach den großen Schwedinnen um, die entschlossenen Schrittes an ihm vorbeigehen. Sie sind in seinem Alter und vergnügt, mit ihren fast weißen Zöpfen und ihren Wollhandschuhen für Schneeballschlachten. Heidis im Riesenformat gewissermaßen. Genau das Gegenteil von Lise, dieser energischen und zugleich süßen Frau, die ihn durch die glitzernde Kälte hindurch anlächelt.

Auf einer etwas längeren Steigung kann er nicht mehr Schritt halten. Sie macht sich lustig über ihn. Schmunzelnd, ätherisch, auf halber Höhe auf ihn wartend. Ihr helles Lachen klingt noch leichter, als seine Skier sich verheddern. Der Pinguin fällt in den Schnee. Als Entschuldigung müssen die alten Bindungen mit ihren völlig morschen Lederriemen herhalten. Während Wolfgang seine Skier losmacht, lacht sie noch immer wie eine freche kleine Schwester und sagt, dafür gebe es keine Entschuldigung. Mit einundzwanzig habe man das Leben noch vor sich.

Sie reicht ihm die Hand und hilft ihm auf. Da überkommt ihn eine jähe Lust, die Professorin zu küssen, einfach so, damit sie ihm verzeiht. Natürlich traut er sich nicht. Sie hilft ihm, den Schnee von den Schultern zu klopfen, streicht sich eine Haarsträhne aus der Stirn, rät ihm, beim nächsten Mal ohne Skier zu kommen. «Machen Sie nicht zwei Dinge gleichzeitig, Wolfgang, schauen Sie auf das Gelände, nicht auf mich.»

Lise geht weiter, er hinterher. Während sie von den Anfängen des Nationalsozialismus am Berliner Institut erzählt, zieht ein riesiger Eisbrecher am Horizont entlang. Unheimliches Krachen des aufgeschlitzten Meeres. Lise bleibt stehen, um sich das Schauspiel anzusehen. Er nutzt die Gelegenheit, um wieder zu Atem zu kommen. Eine wahre Opernkulisse. Die bläuliche Masse eines überdimensionalen Schiffs, gefolgt von mehreren in seinem Kielwasser fahrenden Fischerbooten. Er fragt Lise, warum sie so lange in Deutschland geblieben sei.

Weil die Politik sie weniger interessiert habe, sagt sie, als die Radioaktivität. Unverhoffte Perspektiven hätten sich ihr eröffnet. Nach und nach seien ihre früheren Annahmen über die Existenz von Elementarteilchen gebröckelt. Ihrem Kollegen Otto Hahn schlägt sie vor, Uran mit Neutronen zu bombardieren, eine Eingebung, deren Resultat beide überrascht. Sie staunen über das, was sie ausgelöst haben, verirren sich in den Mäandern der Chemie, sogar der Alchemie. Der Anschluss Österreichs macht Lises Ausreise unumgänglich. Sie flieht erst nach Dänemark, dann nach Schweden. Dieses Land hat soeben fünfhundert jüdische Kinder aufgenommen, da wird es auch einer alten Dame Zuflucht gewähren. Aus der Ferne entwickelt sie weitere Hypothesen zu den durchgeführten Experimenten. Otto schreibt ihr lange Briefe, in denen er von den Aktivitäten im Labor berichtet, schildert die Ratlosigkeit der Forscher angesichts der neuen Ergebnisse. Der Beschuss von Uran setzt nicht nur Radioaktivität frei, sondern auch unvermutete Gase. Lise fragt sich, wo der Fehler liegen mag.

Täglich sucht sie nach einem Begriff, mit dem sich das Phänomen besser beschreiben ließe. In der Biologie bezeichne man so etwas als Spaltung, sagt sie und macht Wolfgang auf den Klang des Wortes aufmerksam. Mitten im Djurgården bleibt sie stehen und wiederholt:

«Spaltung.»

Wolfgang ermisst die Kraft ihrer Intuition: Der Beschuss des Kerns führt dazu, dass er zerbricht. So werden große Entdeckungen gemacht. Das spürt er, während Lise spricht. Im Bann dieser kleinen Frau, die ihm den Weg weist, folgt er ihr, wiederholt das Wort Spaltung. Als genügte es, das Phänomen zu benennen, um es zu beherrschen. Noch heute Abend werde sie an Otto Hahn schreiben, sagt sie, beschleunigt ihren Schritt, will den Djurgården verlassen.

Sie kehren zurück ins Hotel, lassen sich in der großen Eingangshalle, wo im Kamin ein Feuer brennt, in die Sessel sinken. Er macht ihr zaghaft den Hof. Lise lächelt, aber über die Eleganz der Wissenschaft. Er wagt es nicht, ihr zu sagen, was er empfindet. Mit den Frauen ist er nicht so geschickt wie mit den Atomen. Er findet Lise aufregender als all die großen Schwedinnen, die mit ihren wippenden hellblonden Zöpfen im Schnee spielen. Der kleine Schuss hochprozentigen Alkohols im Tee steigt ihm zu Kopf. Sie schaut ihn zärtlich an, nimmt ihre schwarze Brille ab, fragt ihn, wie er sich entscheiden würde zwischen Wissenschaft und Musik.

«Eindeutig für die Wissenschaft.»

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