Daniel de Roulet - Kamikaze Mozart

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Fumika, japanische Musikstudentin in Berkeley, verliebt sich in den Schweizer Physiker Wolfgang, der im Team von Robert Oppenheimer an der Atombombe baut. In Japan hat ihre Familie für sie einen Mann bestimmt, den sie noch nie gesehen hat und der Kamikaze-Anwärter bei der Luftwaffe ist. Nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbor wird Fumika mit den andern 130 000 «feindlichen Elementen» interniert. In der Wüste von Santa Fe, wo die Internierten beim Bau von Wolfgangs Reaktor eingesetzt werden, sehen sie sich wieder. Wolfgang hat sich inzwischen ganz in den Dienst der «Bombe gegen die Nazis» gestellt, und die Liebe zu einer «Feindin» bringt ihn jetzt in Schwierigkeiten. «Kamikaze Mozart» ist ein virtuoser Roman über das Wettrennen um die Atombombe: von Lise Meitners Entdeckung der Atomspaltung über den nicht mehr kriegsnotwendigen Abwurf der Atombombe bis zur Kernschmelze in Lucens 1969, in der die Schweizer Träume von der «Bombe» untergingen.

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Wenn dieser Brief Sie erreicht, so antworten Sie mir doch bitte auch auf die beiden Fragen, die ich jetzt noch ansprechen möchte. Zum einen geht es um die Anwesenheit der Brüder Ihres Vaters bei unserer Hochzeit. Da Ihr Vater beim Erdbeben von 1923 ums Leben kam und Ihre Mutter nicht wieder geheiratet hat, findet meine Mutter, es gehöre sich, auch Ihre beiden Onkel mit deren Familien einzuladen. Das ist eine finanzielle Frage, zu der mich Ihre Meinung interessieren würde.

Die zweite Frage betrifft die musikalische Darbietung während des Empfangs, der vor der Trauung stattfinden soll. Es ist ausgeschlossen, dass ich selbst die Tartinisonaten spiele, wie es sich meine Großmutter väterlicherseits wünscht. Wären Sie damit einverstanden, wenn der Vater eines meiner Freunde, ein Bankdirektor aus Nagasaki, dies übernimmt? Es handelt sich um einen gewissen Herrn Hirota. Ich möchte Sie vorwarnen, er ist kein sehr guter Geiger, aber ein Mann mit einer durchaus vorteilhaften Position, die uns bei der Aufnahme des Darlehens, das wir für die Ausstattung meiner radiologischen Praxis benötigen werden, zugutekommen könnte.

Ich kann mich einer Vorfreude auf Ihre Antworten auf meine beiden Fragen kaum erwehren. Ich wünsche Ihnen, dass Sie trotz der schwierigen Lage, in der uns unsere Feinde meinen halten zu müssen, weder den Mut noch den Glauben daran verlieren, dass uns Seine Majestät unser Kaiser den Sieg bringen wird. Ich erflehe Seinen Segen für Sie, in der Gewissheit, dass meine patriotischen Gedanken ihren Weg zu Ihrem Herzen finden werden.

Ihr Verlobter, Tetsuo Tsutsui

5

Der Zug der Evakuierten

Die Soldaten postieren sich in einer Reihe entlang des Zugs, um zu verhindern, dass Gefangene ihr Gepäck auf dem Bahnsteig zurücklassen und fliehen. Fumika findet sie komisch mit ihren Helmen, die wie über den Kopf gestülpte Suppenschüsseln aussehen. Beim Anblick ihrer müden Arme und gemächlichen Bewegungen wird ihr klar: zu schwere Gewehre und viel zu viele Patronen.

Angeblich haben manche von ihnen Frauen, die auf der anderen Seite des Kontinents leben und auf Briefe warten, die nicht kommen. Wenn der Zug abgefahren ist, haben die Soldaten vielleicht den Rest des Tages frei. Dann können sie wenigstens eine Postkarte schreiben, können Grüße und einen Kuss an ihre Frauen oder ihre Töchter schicken. Die bekommen bestimmt gerne mal Post, während sie auf das Ende des Krieges warten.

Fumikas Blick fällt auf die Himmelsgebilde über dem Gefangenenzug. Mehrere Wolkenfamilien sind zur Abfahrt versammelt. Kleine runde Federwolken und etwas tiefer ein zusammenhängendes Band aus weißen Haufenwolken, die dem Blau nur hier und da ein bisschen Platz lassen. Die winzige senkrechte Wolke, die den Federwolken als Lokomotive dient, kann einem solchen Aufgebot an gigantischen Exemplaren nicht Paroli bieten.

Die Fahrt vom Sammelzentrum zum Internierungslager mit der Santa-Fe-Eisenbahn wird voraussichtlich nicht länger als achtundvierzig Stunden dauern. Fumika ist in einen Waggon Dritter Klasse eingesperrt, dessen Fenster außen mit Eisenstäben gesichert sind. Laut den Zahlenangaben auf einem Emailschild gibt es hier neunzehn Raucher- und siebenundzwanzig Nichtraucherplätze, also sechsundvierzig Sitzplätze insgesamt. Aber die Militärs haben sich nicht danach gerichtet. Oder sie können nicht zählen. Deshalb muss Fumika sich auf den Fußboden setzen und an die schmale Toilettentür lehnen. Andauernd steht sie auf, um den Durchgang freizumachen. Und hier riecht es noch übler als in den Ställen.

Wenn sie die Augen schließt, ist sie im Hafen von Nagasaki. Neben dem Fukusai-ji-Tempel ein am Kai vor Anker liegender Flugzeugträger, die Reihe der Giebeldächer, die verschiedenen Ebenen des Parks, in dem Tante Yu ihr die Namen der Bäume und der in bläulicher Ferne liegenden, verschwommenen Berge beigebracht hat. Sie hört das Plätschern der Wellen, in denen die in der Morgendämmerung heimgekehrten Fischerboote hin und her schaukeln. Die Luft riecht nach Gischt. Und auf der Zunge liegt der Geschmack von rohem Seeigel.

Das Knarren einer Bodenplanke im Waggon versetzt sie zurück nach Hause. Sie ist wieder in dem Zimmer in Nagasaki, in dem sie allabendlich ihre Tatami ausrollt. Die papierbespannten Schiebewände gleiten schabend durch ihre Führungsschienen. Jetzt taucht eine noch ältere Erinnerung auf, aus dem hübschen Haus in Osaka, in dem sie vor dem Erdbeben geboren wurde. Ihre Mutter singt ihr ein Wiegenlied. Ihr erschöpfter Vater schnarcht schon. Er ist für den großen Tempel verantwortlich und muss daher immer sehr früh aufstehen.

Der Zug hält oft, immer auf freiem Feld. Dann steht er lange, und die Passagiere bekommen Angst, dass man sie in der Wüste vergessen hat, dass sie verdursten werden. Hat die Lokomotive vielleicht eine Panne? Oder wurde sie abgehängt? Wenn der Zug sich wieder in Bewegung setzt, behaupten die, die eine Katastrophe kommen sahen, das sei nur eine Atempause vor der Hinrichtung gewesen.

Wenn ihre Mutter sie nur sehen könnte. Und ihre Cousins sie hören. Wenn Tante Yu nur hier wäre. Und ihr Klavierlehrer. Wenn nur, denkt sie. Aber sie weiß ja, dass die Menschen zu Hause alle Hände voll zu tun haben mit dem Krieg, dem Kochen und dem Fegen der Bürgersteige vor dem Haus. Ihr Vater ist seit fünfzehn Jahren tot, sein Leib schwebt über den Wolken.

Im Waggon wird die Frage, wer für diese Situation verantwortlich ist, immer heftiger diskutiert. Laut einem Japaner der ersten Generation sind die der zweiten Generation daran schuld, weil sie den amerikanischen Kontinent übervölkert haben. Im Gegenteil, meint ein weißhaariger Herr mit schriller Stimme, die Schuld liege ausschließlich beim Präsidenten der Vereinigten Staaten, der durch seine allzu nachgiebige Politik gegenüber China Seine Majestät unseren Kaiser in den Krieg getrieben habe.

Ein dicker, verschwitzter Koch führt andere Gründe an. Er glaubt zu wissen, dass Hitler mit den Sowjets vereinbart hat, Japan zu umzingeln. Man werde die Auslandsjapaner als menschliche Schutzschilde benutzen, um eine Invasion der Vereinigten Staaten von Amerika durch Japan zu verhindern. Jemand sagt:

«Glauben Sie wirklich, das interessiert uns?»

«Treiben Sie lieber irgendwo Wasser auf.»

«Oder Musik.»

«Legen Sie uns eine Platte von Wolfgang auf.»

«He, Kleine, du bist doch Musikerin.»

«Ich habe in Berkeley Klavier studiert.»

«Gegen den Krieg ist dein Mozart nicht der Rede wert.»

Fumika protestiert. Diese Leute haben ja keine Ahnung von ihrem Wolfgang. Es würde reichen, wenn jeder sich von einer Sonate für Pianoforte und Violine wiegen ließe. Die Ereignisse in der Welt würden zu bloßen Zwischenfällen schrumpfen. Die Essenz des Lebens liegt ganz und gar im mittleren Adagio. Der dicke Koch kichert albern. Fumika schweigt, sie weiß, dass sie recht hat.

Was sie an der Musik so liebt: Musik benötigt keine Worte, um Gefühle auszulösen. Man weint, ohne dass Mozart irgendwelche Geschichten von verlassenen Kindern zu erzählen bräuchte. Man lächelt, auch wenn es gar kein Happy End gibt. Alles geschieht jenseits von Worten und ihrer Bedeutung. Manchmal gibt der Komponist seinen Melodien einen Titel. Im Nachhinein, nur damit man darüber reden kann, nicht weil es da eine Geschichte gäbe, die man kennen müsste, um die Musik zu begreifen. Wenn er die Partitur mit Ah, vous dirai-je, maman überschreibt, kann Fumika sich auch Ah, vous dirai-je, papa vorstellen. Es funktioniert genauso, es tröstet einen. Noch mehr sogar. Der dicke Koch bittet um Stille im Namen derer, die sich ausruhen wollen. Als wäre einer der Evakuierten schuld an den quietschenden Bremsen.

Auf dem Waggonboden sitzend, streckt Fumika einen Finger nach dem anderen aus. Dann in der umgekehrten Reihenfolge. Die Fingerglieder lockern. Der Anschlag ist alles. Dann kommt der Rhythmus, im Dienst der Gefühle. Ihre Finger laufen über eingebildete Tasten. Eine Hand springt über die andere, erstürmt die hohen Töne, läuft über die weißen Tasten zurück, wirft sich auf zwei schwarze, schlägt einen Akkord an, hält gemeinsam mit der anderen Hand inne. So würde der zweite Satz enden, den das kleine Genie zum ersten Mal gespielt hat, als es sein Vater Leopold am Hof eines griesgrämigen Königs dem Publikum präsentierte. Sie stellt sich vor, wie der erste Wolfgang seine Darbietung mit einer Verbeugung abschließt, während hübsche Fürstinnen zu ihm eilen, um ihm über die Wangen zu streichen.

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