Alberto Nessi - Terra matta

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In kurzen pointierten Anekdoten und Episoden, wie man sie sich abends in der Runde erzählt, wenn die Rede auf interessante Figuren oder spannende Ereignisse der Region kommt, welche jeder einheimische kennt, berichtet Nessi vom traurigen Leben und wilden Aufbegehren des Tonio Boldini, der für die Republikaner in den Spanischen Bürgerkrieg ging; berichtet er von den harten Handarbeiten in dem Tabakmanufakturen des frühen 20. Jahrhunderts, wie die Frauen zwar zart mit den kostbaren Tabakblättern umgehen konnten, in ihren Streiks aber auch entschlossen mit den Padroni umzugehen wussten; berichtet er von den Hungersnöten Mitte des 19. Jahrhunderts, und wie 300 Mann unter der Führung des Mattirolo aus den Tälern in die Ebene stiegen, um die Lagerhäuser den Armen zu öffnen. Diese Erzählungen sind Poesie, so dicht und farbig diese nur sein kann, und Geschichte, so hart und lehrreich jene für das einfache Volk ja war.

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Tags zuvor hatten sie die Grenze geschlossen vorgefunden, er und seine Gefährten, Maurer aus Vacallo und Sagno, die in jenen Wintermonaten in der Villa des Grafen Bellinzaghi in Cernobbio arbeiteten:

«Kein Durchlass!»

«Was heisst da: Kein Durchlass?»

«Geht doch und fragt eure Regierung, die die Revoluzzer beschützt!»

«Aber es ist doch Zahltag!»

«Wir haben Order, euch zurückzuweisen.»

Die Bauleute blicken zu Mattirolo. Er ist das Haupt der Gruppe und hat vor niemandem Angst. Alle erinnern sich, dass er vor einer Woche einen uniformierten Sprenzling den Abhang hinunterrollen liess, der ihm nicht aufs Wort glaubte und ihn durchsuchen wollte, um zu schauen, ob das, was er unter dem Mantel trug, wirklich ein panettone sei. Aber hier trifft diesen Grenzwächter tatsächlich keine Schuld. Es sind die Österreicher, die es dem Kanton Tessin heimzahlen wollen, und zwar ausgerechnet in den Hungermonaten.

Mattirolo dachte, als er an jenem Morgen durch die kahlen Reben ging, an Szenen zurück, wie er sie in der Lombardei gesehen hatte: geplünderte Ladungen, vom Volk überfallene Brotbäckereien.

Nicht ein Scheffel Mais gelangte nunmehr in den Kanton Tessin, an der Grenze standen Soldaten, und die, die vorher hinübergingen, um Polenta und Reis zu kaufen, assen jetzt Kleiebrot: Die Letzten beissen immer die Hunde. Er schritt rasch aus, und jeder Schritt war ein Mann, der sich der Bande anschloss: Fasola trommelt die Männer aus Balerna und Coldrerio zusammen, Titón die aus Castello, und dann sind da noch der Schneider aus Morbio, diejenigen, welche bis Lugano hinter der Musikkapelle hergezogen sind, um die Revolution mit ihren Ge­wehren zu verteidigen, die, welche den Freiheitsbaum in Novazzano aufgerichtet haben und darauf über das Tal der Mulini hergefallen waren mit dem Ruf: «Es lebe die Reform!», bis unter die Fenster von Monti, dem Schwar­zen aus Balerna. Es waren die, welche im Jahre 1843 mit ihm gezogen waren, um die Pfarrer des Muggiotals zu fassen …

Als er in Santa Lucia angelangt war, hielt er inne, um sich die Schluchten der Breggia näher anzuschauen. Ob man dem Schuster, der auf dem Platz von Vacallo am letzten Tag des Karnevals das Horn gespielt hatte, wohl trau­en konnte?

Die Kapelle von Novazzano war bis in sein Dorf gekom­men, um auf dem Kirchplatz einen Marsch, eine Mazurka, eine Polka und einen Schottisch zu spielen. Und danach einen Halben zu trinken.

Mattirolo hatte die Musikanten beiseite genommen, einen nach dem andern, um sie zu fragen, ob sie auf dem Laufenden seien in der Sache mit dem Korn, und um ihnen zu sagen, dass die Soldini und die Matti die ganze Ware einheimsten:

«Wenn ich euch rufe, werdet ihr kommen?»

«Wir werden sehen», hatte der Schuster zur Antwort gegeben, ohne ihm ins Gesicht zu blicken.

War also Verlass auf ihn?

«Hört mal her!», hatte er dann am Abend auf seinem Rundgang durch die Wirtschaften gesagt, «in den Häusern der Reichen fehlt es nicht an Mais. Wir gehen gemeinsam hin und holen ihn uns. Es genügt, dass man ein bisschen Haare auf den Zähnen hat.»

Mattirolo setzte seinen Weg fort. Durch die vertraute Gegend zu gehen, erhitzte ihm Körper und Geist. Die Preise zu senken, erschien ihm ebenso einfach, wie das Rebmesser zu zücken oder einen Büchsenschuss abzufeuern. Wie leicht war es doch gewesen, vor Jahren, einen protestan­tischen Pastor am Stadtrand von Lausanne mit Steinen zu bewerfen, als er auf der Rückreise von der Saison in Frankreich hungrig an dessen Tür geklopft und um Brot gebeten hatte: der Prediger «Wohlbekomms» hatte ihm vom Fenster aus zur Antwort gegeben, er solle arbeiten gehen, er sei ein Faulpelz!

Hinter Balerna fand er Perginate, so genannt, weil er aus Perginate in der Provinz Como stammte, der eben von den grossen Gütern kam, wo er in den Reben gearbeitet hatte.

«Wir gehen uns am Samstag Mais holen. Komm doch auch mit, wo du doch so viele Kinder hast. Es kommen auch all die Leute aus Morbio Sopra, aus Sagno, Vacallo und Castello …»

Gegen Mittag kam er auf die Piazza in Mendrisio. Vor dem Brunnen, von dem aus eine Talmulde mit noch kahlen Erlen zu sehen war, standen der Bürgermeister, der Rechtsanwalt Beroldingen, der Händler Terraneo und einige andere.

Mattirolo lud Terraneo in die «Cantine» ein. Und wie sie so auf der Strasse, die durch den Flecken führt, davongingen, sagte er zum Ladenbesitzer:

«Nun hat aber die Stunde geschlagen für die Herren von Mendrisio. Jetzt wollen wir einmal hierher kommen und selbst ein bisschen den Herrn spielen, wollen essen und trinken, und sie gehen arbeiten. Mal abwechseln, oder? Wir kommen her und schicken sie für uns die Hasen fangen, den Bauern spielen: überlassen wir es ihnen einmal, den Boden umzugraben!»

Er war wirklich ein spinniger Kerl, eben ein Mattirolo. Alle kannten sie ihn ja.

Eifrig diskutierend, gelangten sie unter die Felsen des Generoso, an dessen Fuss sich die Bacchus-Grotten öffneten.

Der Ladenbesitzer hörte den Worten des Mattirolo aufmerksam zu, weil es ihm nicht gelang herauszufinden, ob er nur im Spass redete. Er hatte ein finsteres Aussehen, der Mann da, ein Wetterleuchten blitzte in seinen Augen unter dem abgerissenen Hut.

In einem Grotto genehmigten sie sich einen Halben.

In diesem Augenblick kam ein Kärrner aus dem Muggiotal dazu, und Mattirolo sagte zu ihm:

«Halte dich bereit! Irgendwann an einem Abend kommen wir da herunter und wischen den Pollini, den Bianchi und den anderen Herrschaften von Mendrisio eins aus.»

Am Samstag um die Mittagszeit spazierte der Vize-Bürgermeister von Morbio Sopra, Carlo Fontana, Schneider und Vater von neun Kindern, auf der Piazza, als plötzlich Mattirolo auftauchte, der gerade die Dörfer diesseits der Breggia abklopfte:

«Kommst du?»

«Wohin?»

«O je, was für ein Einfaltspinsel! Weisst du denn von nichts? Wir gehen und lassen uns die Kornspeicher auf­schliessen.»

«Aber – das ist doch nicht unser Brot. Gebt Acht, was ihr tut!»

«Wenn wir ihn in Händen haben, den Mais, werde ich mich darum kümmern; ich werde ihn der Regierung zurückgeben.»

«Wenn’s so ist, bin ich dabei.»

Er sagte ihm, er solle sich mit den anderen aus dem Dorf in Vacallo einfinden – und setzte seinen Rundgang fort. Er sprach mit den Maurern, den Ziegelbrennern, den Bauern: ein paar Worte genügten.

Wo in Sagno der Saumpfad zu den zugehörigen Maien­­­sässen führte, war er ein paar Tage zuvor gewesen, um mit den jungen Leuten zu reden: Sciavatinell verwahrte zu Hause eine alte Feuersteinflinte, die dienlich sein konn­te.

Um die Männer von Castello würde sich sein Freund Titón kümmern, er hatte ihn beim Einnachten benachrichtigt, als er sich gerade zur Jagd auf einen grossen Vo­gel aufmachte, den die Leute «Jämmerling» nannten, weil er allabendlich in die Nähe von Corteglia kam und seinen Klagevers sang. Und nie gelang es, ihn aufzubringen aus dem wilden Gestrüpp, das die Alpwiesen bis ins Tal hinunter bedeckte. Um die Leute von Balerna kümmerte sich der Schuster Fasola. Die Nachricht war im Umlauf.

Neben der kleinen Kapelle von Vigino traf er Moretto, und sogleich war alles klar zwischen ihnen: Hatte er sie nicht stets im richtigen Moment gerufen, der Mattirolo?

Nachdem er Morbio Sotto, ein Dorf von Schwarzen, links liegen gelassen hatte, trat Mattirolo den Heimweg an, denn schon hatte es zum Ave Maria geläutet.

Vor sich konnte er noch die Ebene von Chiasso erkennen, den Hügel, wo das Mädchen herkam, das er geheiratet hatte, den Monte Lompino und den Turm von Baradello, die Schmugglerwälder: Örtlichkeiten, die er kannte wie seine Hosentasche. Genau wie die Dörfer, die an den bereits violetten Hängen verstreut lagen. Er konnte sie eins ums andere ausmachen, wenn er einen Augenblick stehen blieb und seinen Blick wandern liess. Er stellte sich die Männer vor, die bereit waren, ihm zu folgen, und dachte noch einmal an die gesagten Dinge.

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