Deshalb geht es bei der Behandlung immer darum, das aus dem Lot geratene Gleichgewicht wiederherzustellen, so die Selbstheilungsfunktionen des Körpers zu wecken und den Fluss der Lebensenergie Qi anzuregen. Zwar sind die Aussagen über den menschlichen Körper und seine Störungen in der TCM nicht objektivierbar in einem naturwissenschaftlichen Sinne. Dennoch handelt es sich hier um eine analytische, systematische Erfahrungsheilkunde, in der Materielles und Energetisches, Körperliches und Seelisches teilweise ungetrennt enthalten sind. Dieses Buch bietet Ihnen einen umfassenden Leitfaden zur Einführung in die chinesische Medizin. Sie finden hier die Konzepte und Ideen, auf denen die Traditionelle Chinesische Medizin beruht. Wenn Sie die Unterstützung durch einen TCM-Arzt bei einem gesundheitlichen Problem in Erwägung ziehen, so erfahren Sie hier, was zur Diagnose und Behandlung gehört. Darüber hinaus bietet dieser Ratgeber eine Fülle von praktischen Anregungen, mit denen Sie sich und Ihre Familie bei verschiedenen Alltagsbeschwerden sanft und ohne Nebenwirkungen stärken und wieder ins Gleichgewicht bringen können.
Kapitel 1: Die Grundpfeiler der chinesischen Medizin Kapitel 1 Die Grundpfeilerder chinesischen Medizin Die Traditionelle Chinesische Medizin besteht aus einem vielschichtigen System aus Diagnose- und Behandlungsformen, das sich über 3.500 Jahre hinweg immer weiterentwickelt hat. Eine der wesentlichen philosophischen Grundlagen dieser Heilkunde ist die Einheit von Körper, Geist und Seele. Diese Einheit bildet jeder Mensch – und dieser wiederum ist Teil des von Energie erfüllten Universums, unseres Planeten und der uns umgebenden Natur. Diese spirituellen Einsichten entstammen dem so genannten Daoismus. Innerhalb dieser Weltsicht hängt alles voneinander ab und ist miteinander verwoben. Ein Leben im Einklang mit allem, was lebt, sowie die Erlangung der Unsterblichkeit stehen im Zentrum dieser Lehre. Aus diesem gedanklichen System entwickelten sich höchst verfeinerte Techniken zur Vorbeugung und – wenn es dafür zu spät ist – für die ganzheitliche Behandlung von Krankheiten Dazu gehören Akupunktur, Heilkräuter, Ernährung, Meditation und Körperübungen. Zweifellos hat die westliche Schulmedizin großartige Erfolge in vielen Bereichen, insbesondere in der Diagnostik und der Chirurgie, erzielt. Bei Alltagsbeschwerden, aber auch bei Stoffwechselkrankheiten oder Schmerzen kann sie jedoch allenfalls die Symptome lindern. In den letzten Jahrzehnten erfreuen sich deshalb auch in westlichen Ländern insbesondere die Akupunktur, Akupressur, aber auch Heilkräuterkunde, Tai Chi Quan, Qi Gong und Meditation wachsender Beliebtheit. Lao-tse ist der Begründer des Daoismus. KONFUZIUS Der chinesische Philosoph Konfuzius. Auch der Philosoph Konfuzius (551 – 479 v. Chr.) prägte das Menschenbild im alten China. Innerhalb seiner Lehre stand der Mensch als Teil einer Gesellschaft mit Rechten und Pflichten im Mittelpunkt. So sicherte er ein soziales System, und jenes wiederum gab ihm Schutz. Von ihm ist das Zitat überliefert: „Ein Mann ohne Beharrlichkeit kann weder ein guter Schamane noch ein guter Arzt werden.“
Die ganzheitliche Sicht Die ganzheitliche Sicht Innerhalb des Universums sind Körper, Geist und Seele bestimmte Ausprägungen der universellen Lebenskraft. Bei der Diagnose von Beschwerden sieht ein TCM-Arzt deshalb immer die Abhängigkeiten seelischer Symptome, Gefühle und Umweltfaktoren. So erkennt er, wie mögliche Disharmonien entstehen konnten Ziel einer Behandlung ist dann die Wiederherstellung des energetischen Gleichgewichts des Menschen, der sich in seinem Umfeld wohl und gesund fühlt. Dabei wird ein gutes Maß an Selbstverantwortung und Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und seinem Umfeld groß geschrieben. Ideal ist die Verbindung von westlicher Medizin mit chinesischem. Heilwissen So kann eine TCM-Behandlung beispielweise nach einer Operation oder einer medikamentösen Behandlung ausgleichend und regenerierend wirken. LEBENSREGELN UND NATURVERSTÄNDNIS Innerhalb der chinesischen Medizin steht die Vermeidung von Krankheiten im Vordergrund. Daher gehören bestimmte Lebensregeln und das Naturverständnis zu ganz natürlichen täglichen „Übungen“, die der Vorbeugung dienen. So werden Heilkräuter auch beim Kochen verwendet und Tai Chi ist ein beliebter Frühsport – nicht nur für bewegliche Senioren. Diese Alltagstauglichkeit bildet wiederum die Grundlage des Heilsystems. Denn der Schutz der Gesundheit sichert das eigene Wohlergehen, die Erhaltung der Leistungsfähigkeit und der Schaffenskraft des Einzelnen, der Familie und letztlich auch der ganzen Gesellschaft. Betrachten Sie diesen Schriftzug in aller Ruhe. Allein sein Anblick und die Versenkung in seine Idee versprechen eine heilende Erfahrung. Das chinesische Schriftzeichen bedeutet zu Deutsch „Heilung“.
Geschichte und Gegenwart
Die Lehre von Yin und Yang
Die Lehre von den Fünf Elementen
Der Shen-Zyklus
Der Ko-Zyklus
Die Grundelemente
Das Meridiansystem
Das Zang-Fu-System
Wie Krankheiten entstehen
Traditionelle chinesische Diagnoseverfahren
Kapitel 2: Traditionelle chinesische Heilmittel
Pflanzen
Tierische Bestandteile
Mineralien
Chinesische Heilmittel von A bis Z
Sonderseiten: Chinesische Kräutertees
Kapitel 3: Akupressur und Heilmassagen
Die Akupunkturpunkte
Moxibustion
Schröpfen
Selbstbehandlung mit Akupressur
Selbstbehandlung mit Tuina-Massage
Kapitel 4: Qi Gong und Tai Chi Quan
Zwei Arten des Qi Gong
Der Atem beim Qi Gong
Die Wirkung von Qi Gong
Qi-Gong-Übungen für jeden Tag
Heilgymnastik Tai Chi Quan
Die Wirkung von Tai Chi Quan
Tai-Chi-Quan-Übungen für zuhause
Kapitel 5: Ernährung nach den Fünf Elementen
Das Temperaturverhalten der Nahrungsmittel
Die Geschmacksrichtungen der Nahrungsmittel
Immunstärkende Sieben-Tage-Ernährungskur nach den Fünf Elementen
Kapitel 6: Alltagsbeschwerden mit TCM behandeln
Beschwerden des Atemsystems
Erkrankungen der Sinnesorgane
Beschwerden von Herz und Kreislauf
Beschwerden des Verdauungssystems
Nieren- und Blasenbeschwerden
Frauenbeschwerden
Beschwerden des Bewegungsapparats
Hautbeschwerden
Beschwerden des Nervensystems
Zum Autor
Anhang
Fünf-Elemente-Meditationen
Heilmassagen
Herz-Meditation und Bittentherapie
Adressen, die weiterhelfen
Bücher, die weiterhelfen
Stichwortregister
Rezeptregister
Vorwort
Machen wir uns auf die Spurensuche: Wenn wir versuchen, die wesentlichen Unterschiede zwischen der modernen westlichen Medizin und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zu benennen, so fallen zwei Punkte ins Gewicht. Im Mittelpunkt der jahrtausendealten Heilkunde Chinas steht die ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen. Und die Diagnostik von Beschwerden und Krankheiten sowie ihre Behandlung erfolgen immer mit Blick auf die Natur, aus der wir stammen. Das bedeutet zum einen, dass jeder Mensch eine organische Einheit bildet Seine Organe – dabei handelt es sich um Speicher- wie um Hohlorgane (chin Zang fu) – im Inneren werden durch Leitbahnen verbunden. Diese Meridiane spielen in der Akupunktur, der Akupressur, der Heilmassage, aber auch in der Heilkräuterkunde eine wichtige Rolle Auf ihnen fließt die Lebensenergie Qi. Die chinesische Medizin deutet zum anderen alle Phänomene, die in der Welt vorkommen, also alle Lebewesen, alle tote Materie und damit natürlich auch den Menschen und die ihn umgebende Natur als Gegensätze zwischen den Polen Yin und Yang. Bei jeder Beschwerde, sei sie körperlicher oder seelischer Natur, liegt eine Störung dieses Gleichgewichts zugrunde. Deshalb geht es bei der Behandlung immer darum, das aus dem Lot geratene Gleichgewicht wiederherzustellen, so die Selbstheilungsfunktionen des Körpers zu wecken und den Fluss der Lebensenergie Qi anzuregen.
Читать дальше