Hunde
Hunde sind faszinierende und meistens liebenswürdige Begleiter von uns Menschen. Trotzdem sollten sie für Beobachtungstouren besser zu Hause gelassen werden: Oft braucht es etwas Geduld und ein Verharren an Ort, was eher schlecht mit dem Bewegungs- und Spieldrang von Hunden zu vereinbaren ist. Hinweise zur Leinenpflicht sind unbedingtzu beachten.
Ausrüstungsliste 
Natürlich sind Beobachtungen auch ohne Spezialausrüstung möglich, doch mit ein paar Hilfsmitteln machen Naturbeobachtungen noch mehr Spaß. Besonders geeignet sind:
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Notizbuch und Schreibzeug |
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Lupe (Becherlupe) |
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Wassernetze |
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Durchsichtige Fangbehälter (z. B. ein Marmeladenglas) |
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Fernglas |
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Kamera (idealerweise spritzwasserdicht oder wasserdicht) |
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Pflanzen- und Tierbestimmungsbücher |
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Taschenmesser |
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Apotheke mit Desinfektions- und Insektenschutzmittel |
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Zwischenverpflegung |
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An den jeweiligen Lebensraum angepasste Kleidung (z. B. Stiefel, Sonnenschutz etc.) |
Städte als Lebensraum für Flora und Fauna
Löwenzahn, Gänseblümchen, Amseln und Stadttaubengehören zu den prominentesten Pflanzen und Tieren unserer Städte. Sie sind allesamt wahrlich keine Publikumsmagneten. Und trotzdem sind gerade Städte für Naturbeobachtungen besonders geeignet: Haben Sie gewusst, dass viele davon zu den besonders artenreichen Lebensräumen zählen?
Stadttauben
Natürlich tragen Tierparks oder Botanische Gärten zur hohen Artenvielfalt bei. Ein bedeutender Teil der städtischen Artenvielfalt ist auch auf die vielen, oft exotischen Arten, die in unseren Häusern und Wohnungen leben, zurückzuführen. Schließlich sollte man auch die zahlreichen durch Handel und Tourismus eingeschleppten Neophytenund Neozoen nicht vergessen. Ein ganz beträchtlicher Anteil des Artenreichtums sind aber auch mitteleuropäische Arten, die sich auf städtischem Gebiet angesiedelt haben oder dieses zumindest temporär nutzen. Untersuchungen haben ergeben, dass dies bei mehreren Hundert Tierarten der Fall ist. Wieso kommen aber Tiere und Pflanzen in die Stadt?
«Problematische Gartenpflanzen»
Städte bestehen nicht nur aus vom Menschen geschaffenen und intensiv genutzten Strukturen (Siedlungen, Industrie, Verkehrswege etc.), sondern umfassen auch Waldgebiete, Gewässer und naturnahe Parkanlagen. Zudem sind Städtedurch sehr viele unterschiedlich genutzte Teilflächen geprägt, was zu einer großen Heterogenität städtischer Lebensräume führt. Aus diesem Grunde finden auf kleinem Raum viele Arten eine Nische zum Leben. Entsprechend sind sogar dicht verbaute Innenstädte und Industriezonen manchmal erstaunlich artenreich. Vielerorts sind es vor allem die Spezialisten unter den Tieren und Pflanzen, die Städte zu besiedeln vermögen, weil die durch Beton und Asphalt versiegelten Flächen hohe Anforderungen an sie stellen. Spezialisten sind oftmals sogar in grünen und vordergründig naturnahen Parkanlagen gefragt, weil die intensiv gepflegten «Englischen Rasenflächen» für die meisten Arten wenig wertvoll und aufgrund der intensiven Pflege schwer zu besiedeln sind. Wesentlich leichter ist dies hingegen in «verwilderten» Gärten und gewissen Industriebrachen. Schliesslich müssen Wildtiere auch mit den Störungen durch die vielen Menschen und deren Haustiere zurechtkommen.
«Stadt und Dorf als Ersatzlebensraum»
Alle diese Flächen und Gebiete sind bei Weitem keine natürlichen Lebensräume. Aber unterscheiden sie sich wirklich so grundsätzlich von ländlichen Regionen? Auch Blumenreiche Wiesen, Weiden und Heckenund sogar die meisten Wälder sind in ihrer heutigen Form durch den Menschen geschaffen worden oder sehr stark durch diesen geprägt; auch hier kann die Natur nicht in ihrer ursprünglichen Form beobachtet und erlebt werden.
«Die Hecke»
Vielleicht sollten wir einmal ganz grundsätzlich die Vorstellung hinterfragen, dass die Stadt ein unnatürlicher Lebensraum ist. Es sind ja nicht nur Menschen, die «künstliche» Strukturen schaffen; Vögel, Ameisen und Dachsetun mit ihren Nestern, Haufen und Bauten genau dasselbe. Und da liegt auch ein zentraler Diskussionspunkt: nämlich die Frage, ob wir uns selber als einen Teil der Natur oder davon losgelöst betrachten wollen. Aus Sicht von Tieren und Pflanzen werden unsere Städte hingegen kaum als naturfremd wahrgenommen, sondern als relativ neuer und schnell wachsender Lebensraum. Einige Arten konnten sich an diesen anpassen und sogar von neuen Möglichkeiten profitieren, während viele andere weichen mussten und sich in die verbleibenden ursprünglichen Lebensräume zurückzogen. Dies ist ein Prozess, der nicht nur in städtischen Lebensräumen geschieht, sondern überall da, wo es zu Veränderungen kommt – seien diese nun natürlich oder «künstlich». Mit diesen Gedanken soll aber keinesfalls die oftmals verantwortungslose Zerstörung der ursprünglichen Lebensräume legimitiert werden. Vielmehr gilt es, mit einer angepassten Raumplanung und entsprechenden Maßnahmen auch in Städten wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und zu schaffen.
Dachs
Das Gänseblümchen (Bellis perennis) ist in Städten häufig zu finden.
Viele Stadtteile weisen eine ausgeprägte horizontale und vertikale Gliederung auf.
Stadt und Dorf als Ersatzlebensraum
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