Reader. Was soll Politische Bildung?

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Die Vorstellungen darüber, was Politische Bildung leisten soll, sind sehr unterschiedlich: Sollen den Lernenden damit staatsbürgerliche Kenntnisse, die Fähigkeit zur Ausübung ihrer demokratischen Rechte oder bestimmte Werte vermittelt
werden ? Dieser Reader stellt elf Konzeptionen der Politischen Bildung anhand von Originaltexten vor. Die Quellen werden jeweils in den historischen Kontext eingebettet und mit aktuellen Kontroversen verknüpft.

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Französische Revolution (1789–1799)

Ein Meilenstein der Französischen Revolution war die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789. In den folgenden Jahren wurde die alte Ständeordnung abgeschafft und es entstanden verschiedene Verfassungen, welche die demokratischen Prinzipien auf unterschiedliche Weise verankern wollten. Unter den Girondisten galt die wesentlich von Condorcet geprägte Verfassung mit strikter Gewaltenteilung in einem repräsentativen System. 1793 wurden die Girondisten durch die noch radikaleren Jakobiner abgelöst. Deren von Rousseau inspirierte Verfassung mit direktdemokratischen Elementen wurde jedoch nie in Kraft gesetzt. Nach weiteren Regierungswechseln gelang Napoleon 1799 an der Spitze des französischen Staates.

Helvetische Revolution (1798)

Die Helvetische Revolution begann Anfang 1798 mit Aufständen in den Untertanengebieten und den gemeinen Herrschaften. Unter dem Druck der vorrückenden französischen Truppen wurden diese Gebiete von den herrschenden Orten in die Unabhängigkeit entlassen. Frankreich besetzte in der Folge die Eidgenossenschaft, plünderte die Staatskasse mehrerer Kantone, diktierte die Verfassung der Helvetischen Republik gemäss dem zentralistischen Vorbild Frankreichs und führte ein einheitliches Strafgesetzbuch ein. Die helvetische Verfassung beruhte auf den Prinzipien der Rechtsgleichheit, Volkssouveränität und Gewaltenteilung. Die Volksschule sollte dabei das Fundament für die Demokratie legen. Die fünf Jahre der Helvetischen Republik (1798–1803) reichten jedoch nicht aus, um das Schulwesen grundlegend zu reformieren (Böning 1998: 227).

2.Position

Kirche vs. Staat

Die Aufklärung im 18. Jahrhundert setzte an die Stelle des Glaubens die Vernunft und die Tugend als handlungsleitende Motive. Dadurch begann der Streit um die Kontrolle der Bildung zwischen Kirche und Staat. Vor 1800 war die Schule konfessionell organisiert. Späni (1999: 300) hat den Idealtypus der konfessionellen Volksschule beschrieben, bei der das Glaubensbekenntnis der jeweiligen staatlichen Religionsgemeinschaft im Vordergrund steht. In der konfessionellen Schule vor der Helvetik beaufsichtigten die Pfarrer die Lehrer, welche den Unterricht der konfessionell homogenen Klassen an den Glaubensdogmen ausrichteten. Die Werte im konfessionellen Bildungssystem wurden vom christlichen Glauben vorgegeben. Einzelne Kantone konnten dieses konfessionelle System bis ins 20. Jahrhundert weiterführen, obwohl während der Helvetik eindringlich – aber weitgehend erfolglos – versucht wurde, den Einfluss der Kirche auf die Schule einzudämmen (Späni 1999: 301). Die Volksbildung stand in der Helvetischen Republik zuoberst auf der Agenda; «Revolution ist Bildung» war das zentrale Schlagwort (Böning 1998: 223).

Es gab während der Helvetik Stimmen, die das Unterrichtswesen zum Staatswesen erklären wollten und den Besuch der Volksschule als Grundlage für das Bürgerrecht formulierten (Bütikofer 2006: 136). Die Ebene der Konzeptionen und diejenige des realen Schulwesens müssen jedoch auseinandergehalten werden. Religion gehörte während der Helvetik unbestrittenermassen in den schulischen Wissenskanon, wenn auch inhaltlich begrenzt (Bütikofer 2006: 247). Auf der politischen Ebene wurde schlussendlich ein Kompromiss gefunden, um die Gegensätze zwischen den Geistlichen und den liberal-republikanischen Kreisen zu überwinden. Philipp Albert Stapfer – Bildungsminister in der Helvetischen Republik – verwendete für seinen Gesetzesentwurf zur Reform der Volksschulen das Konzept der öffentlichen Erziehung nach Condorcet ( vgl. Kapitel 1840: Snell). Die Geistlichen sollten sich in den neu geschaffenen Erziehungsräten einbringen, dadurch in einen öffentlichen Wettstreit treten und ohne institutionellen, staatlichen Zwang für eine religiös-sittliche Erziehung wirken (Osterwalder 2014: 241). Das Gesetz wurde vom Vollziehungsdirektorium (Regierung) der Helvetik im November 1798 dem Grossen Rat überwiesen (Fuchs 2014: 81). Das in Kraft getretene Gesetz hatte allerdings nur provisorischen Charakter. Deshalb nahm im Auftrag des Direktoriums eine Schulgesetzgebungskommission die Arbeit auf, die in der Folge auf Basis einer öffentlichen Vernehmlassung einen Erziehungsplan mit wegweisendem Charakter ausarbeitete. Die in diesem Kapitel abgedruckte Quelle ist Johann Heinrich Zschokkes Beitrag zu ebendieser Vernehmlassung.

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Abb. 1 —Pfarrer als Bettler ; Karikatur von Balthasar Anton Dunker um 1800. Der Pfarrer muss betteln, weil der helvetische Staat mit der Abschaffung der Feudallasten der Kirche die materiellen Grundlagen entzogen hatte. Diese Regelung galt jedoch nur vorübergehend.

Die Position von Zschokke

«Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!» Dies war gemäss Immanuel Kant (1784: 481) der Wahlspruch der Aufklärung. Kant, Condorcet (1966, Original 1792), Zschokke und weitere liberale Vordenker waren überzeugt, dass Aufklärung und Demokratie von der Bildung des Volkes abhängig sind. Neben der Förderung von Verstand und Vernunft ( vgl. Kapitel 1840: Snell) beinhaltete die Volksbildung auch eine Werteerziehung, die mit den Begriffen Tugend ( vgl. Multiple Choice), Sitten ( vgl. Kapitel 1815: Pestalozzi) oder Gesinnung ( vgl. Kapitel 1886: Droz) verknüpft wurde. Die Idee, dass das eigene Handeln auf Vernunft und allgemein geteilten Werten basieren sollte, ist auch heute noch für viele Lehrpersonen und Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker der Politischen Bildung zentral.

Abb 2 Johann Heinrich Zschokke 17711848geboren in Magdeburg studierte - фото 5

Abb. 2 — Johann Heinrich Zschokke (1771–1848),geboren in Magdeburg, studierte Theologie und Philosophie in Frankfurt/ Oder. Sein schriftstellerischer Durchbruch gelang ihm mit dem Roman «Abellino». Eine Reise führte Zschokke 1795 in die Schweiz. In Graubünden wurde er Lehrer und Mitleiter des Instituts Reichenau, von wo er bei Ausbruch der Helvetischen Revolution nach Aarau flüchten musste. 1798/1799 war er Leiter des Bureaus für Nationalkultur im Kulturministerium der Helvetischen Republik.

Zschokke baute während der Helvetischen Republik drei neue Zeitungen auf: Der helvetische Genius, Die helvetische Zeitung und Der aufrichtige und wohlerfahrene Schweizerbote. Seinen Beitrag zur Vernehmlassung der Schulgesetzgebungskommission, die «Ideen zur Verbesserung des öffentlichen Unterrichts in der helvetischen Republik», druckte Zschokke im helvetischen Genius ab. Dieser erschien in zwei Bänden im Februar und Mai 1799 und wandte sich an das gebildete Volk und das ausländische Publikum (Crotti 2007: 77). Die helvetische Zeitung lieferte Berichte aus dem Direktorium und den gesetzgebenden Räten, ging jedoch wegen zu geringer Auflage nach einem Vierteljahr wieder ein (Ort 2013: 255 f.). Wesentlich erfolgreicher war Zschokkes Volksblatt Der aufrichtige und wohlerfahrene Schweizerbote, mit dem er zur Bildung der einfachen Landbevölkerung beitragen wollte. In einfacher Sprache erklärte die Zeitung die Vorteile des neuen politischen Systems. Der Schweizerbote war also auch ein Propagandablatt, das Patriotismus erzeugen wollte (Ort 2013: 257).

In der Schule geht es nicht nur darum, Lesen und Schreiben zu lernen, sondern es werden auch Werte an die nächste Generation weitergegeben. Die Frage ist, um welche Werte es sich dabei handelt oder handeln sollte. Für Zschokke war die Tugend der zentrale Wert, den er in Verbindung mit der Vernunft anstelle des christlichen Glaubens setzte. Die Bedeutung der Tugend zur Zeit Zschokkes wurde auch mit Sittlichkeit, Patriotismus oder vaterländischer Gesinnung umschrieben. Damit orientierte man sich an Montesquieu, der betonte, dass in der Republik – im Gegensatz zur Monarchie – eine Erziehung nötig war, die auf Tugend ausgerichtet war: «Man kann den Begriff der Tugend bestimmen als Gesetzes­treue und Vaterlandsliebe» (Montesquieu 1992: 53).

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