Abwägen und Anwenden

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Die sogenannte Angewandte Ethik erfährt seit Jahrzehnten einen beachtlichen Aufschwung. Ihr Anspruch ist, in konkreten moralischen Problemstellungen einen Beitrag zur Orientierung zu leisten. Dass Ethik einen Bestand an Normen und Prinzipien auf reale Probleme in der Welt anwendet, ist freilich zu einfach gedacht. Denn weder die Problemformulierung noch die einschlägigen moralischen Normen können ohne Weiteres als begründet oder stets akzeptiert vorausgesetzt werden. In diesem Band werden Grundfragen der Anwendung in der Ethik kritisch reflektiert. In der Rechtsprechung ist die Anwendung von Normen zwar gut etablierte Praxis, neue Entwicklungen verlangen aber eine erneuerte methodologische Auseinandersetzung. In der Medizin und dem Bereich der Bildung lassen sich Fragen der ethischen Bewertung jenseits der Anwendung finden. Hier kommt abwägendes Denken über Normen und Werte ins Spiel, das unterschiedliche Wege ethischer Reflexion aufzeigt. Dieser Band trägt dazu bei, ethisches Erwägen konzeptionell und praktisch weiterzudenken und Bedingungen guter Abwägung zu erkunden.

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Ich will im Folgenden einige häufig anzutreffende Strategien zur Beantwortung der Frage, was die sog. „Angewandte Ethik“ bzw. „Ethik in Anwendung“ eigentlich auszeichnet und auszeichnen sollte, auf Leistungen und Grenzen überprüfen. Die Diskussion von fünf Problemfeldern, mit denen sich die philosophische Ausarbeitung einer Konzeption von „Ethik in Anwendung“ konfrontiert sieht, dient einerseits als Darstellung der Defizite bestimmter Konzeptionen. Zugleich entwickle ich daraus im Sinne eines indirekten Arguments eine mögliche Alternativstrategie des Umgangs mit sog. Anwendungsproblemen in der Ethik, die vor allem von der Tradition der Aristotelischen Klugheitsethik und Topik ausgeht. Das Resultat meiner Argumentation ist also zunächst ein negatives, zu einfache Konzeptionen von „Ethik in Anwendung“ werden als widersprüchlich erwiesen und widerlegt. Positiv betrachtet soll jedoch die These verteidigt werden, dass abgeschlossene Modelle von Ethik in Anwendung (z.B. Subsumtion, Urteilskraft, Urteilsbildungsmodelle, realer Diskurs) eigentlich nicht denkbar und der ethischen Reflexion nicht angemessen sind. Das liegt daran, dass diese Modelle die Reflexivität des philosophischen Nachdenkens hinsichtlich seiner immer wiederum nur reflexiv und argumentativ gültigen methodischen Kriterien und Standards nicht abbilden können. Die klugheitsethische und topische Tradition des ethischen Denkens scheint jedoch dem Erfordernis dieser Reflexivität am besten gerecht werden zu können.

1. Reflexivität und Ergebnisoffenheit – das Problem abschließender Antworten

Was ist mit „Angewandter Ethik“ gemeint? Das, was Ethik auszeichnet, lässt sich nicht ohne weiteres an bestimmten Kenntnissen, Inhalten oder Forschungsergebnissen festmachen. Nicht immer, wenn z.B. über Aristoteles’ Nikomachische Ethik oder Kants Konzeption von Autonomie gesprochen wird, wird auch schon in ethischer Hinsicht nachgedacht. Besser geeignet zur Auszeichnung von Ethik scheint die Fokussierung auf eine spezifische Methodizität als einer Weise des geordneten, reflexiven Nachdenkens über Moralfragen – mit dem normativen Anspruch auf Richtigkeit der Aussagen. Nach einer heute gängigen Begriffsverwendung hat „Ethik“ in diesem Sinn als Reflexion moralische Urteile, Moralvorstellungen oder moralische Praxis zum Gegenstand. Dabei gilt „Moral“ als Gesamtheit der tatsächlich anerkannten „gelebten Werte und Normen“ von Individuen oder Gruppen (Düwell et al. 2011; Hubig 2007: 17). Manche Einführungswerke unterscheiden heute eine Allgemeine Ethik und eine sog. Angewandte Ethik. Letztere ließe sich aufgrund ihres Erkenntnisziels, das in einem Beitrag zur Lösung praktischer Probleme besteht, abgrenzen (Fenner 2010: 12f.; Vieth 2006; Bayertz 1991). Begriffliche Differenzierungen und Argumentationen der Angewandten Ethik sollen demnach für die Bewältigung moralischer Fragen und praktischer Probleme nützlich sein und für die jeweiligen Praxisbereiche „angemessene“ Theorievorschläge erarbeiten (Nida-Rümelin 2005: 60ff.).

Besonders trennscharf ist diese Unterscheidung einer Angewandten Ethik von einer Allgemeinen Ethik, die sich gleichsam selbstzweckhaft mit den kanonischen Texten und Argumentationen der Ethik auseinandersetzt, jedoch nicht.

Erstens ist jede wissenschaftliche oder philosophische Untersuchung nur im Ausgang von Problemen denkbar; auch die Auseinandersetzung mit der aktuellen Theoriendiskussion in Fachjournalen oder mit klassischen Positionen der Ethik ist immer nur perspektivisch durch eine zweckbezogen formulierte Problemstellung möglich, die allererst relevantes Material und Gesichtspunkte aufscheinen lässt und auswählbar macht. Jede Überlegung ist problembezogen, nicht nur die einer Angewandten Ethik. Zweitens kann die Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen und das Konsultieren von klassischen Argumentationen der Ethik häufig sinnvoll bzw. „nützlich“ sein, um aktuelle Denk- oder Orientierungsprobleme zum Beispiel hinsichtlich des richtigen Umgangs mit technikwissenschaftlichen bzw. technologisch induzierten Konfliktlagen besser zu verstehen, um alternative Denk- und Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen. Die Unterscheidung einer Angewandten Ethik und einer Allgemeinen Ethik scheint daher, zumindest was ihre Methoden und Erkenntnisziele betrifft, nicht als Artunterscheidung, sondern höchstens als graduelle Differenzierung möglicher Forschungsinteressen möglich (vgl. Salloch 2016: 36f.). Darüber hinaus sind drittens die vorgeschlagenen Differenzierungskriterien wie z.B. „Problemlösung“, „Nützlichkeit“ oder „praktische Angemessenheit“, die einige Autorinnen und Autoren als epistemische Eigentümlichkeit einer Angewandten Ethik herausstellen wollen, zu vage und ambivalent, als dass sie zur Identifikation und deutlichen Differenzierung der methodischen Standards und Kriterien ethischer Reflexion im Konkreten etwas beitragen könnten.

Dass die methodischen Anforderungen und Ziele einer „Angewandten Ethik“ noch nicht hinreichend geklärt sind, zeigt auch die Vielzahl der konkurrierenden Bezeichnungsvorschläge; wobei sich keine Standardbezeichnung etabliert hat (vgl. Kaminsky 2005). Freilich ist die Benennung der Sache nicht wesentlich, der Streit verweist aber doch zumindest darauf, dass es verschiedene Auffassungen von Methode und Zielsetzung des Projekts gibt und die Bezeichnung „Angewandte Ethik“ zum Teil als irreführend oder tautologisch wahrgenommen wird. Die Uneinigkeit über die Bezeichnung kann ein Indiz dafür sein, dass unklar ist, wie der „Praxisbezug“ in der Ethik überhaupt konzipiert werden kann. Die Benennungsvorschläge haben allerdings gemeinsam, dass ethische Reflexion in Anwendung eine Konkretisierung durch praktische Fragen und Zwecke erfährt. Es fällt jedoch nicht leicht, diese Zielsetzung einer „Ethik in Anwendung“ zu konzeptualisieren: Eine abschließende Problemlösung oder eine gleichsam autoritative Beantwortung einer Moralfrage, die alle Uneinigkeit verschwinden ließe und weitere Einwände unmöglich macht, würde der prinzipiellen Ergebnisoffenheit des philosophischen Nachdenkens widersprechen. Zudem würde durch eine autoritative Beantwortung – sei sie auch als Aufklärung oder Orientierungsvorschlag gemeint – die Komplexität einer nichtidealen Welt zugunsten der in philosophischen Überlegungen notwendig vorgenommenen Idealisierungen missachtet (Schramme 2015: 378f.). Die Reduktion von empirischer und theoretischer Komplexität auf eine einzelne Frage bzw. eindeutige Antwort erlaubt zwar die Testung von Theorieansprüchen auf Defizite und Plausibilität, gestattet jedoch nur vermeintlich eine praktische Lösung. Nämlich eine, die über ihre Einseitigkeit keine Auskunft gibt und den Möglichkeiten des Andersseins, der weiteren Ergebnisoffenheit und der Reflexivität des philosophischen Nachdenkens nicht Rechnung trägt. Die Beantwortung der Moralfrage wäre also keine philosophische, sondern eine, die nur beiläufig (womöglich) auch mit philosophischer Reflexion zutun hatte. Positive Einlassungen im Modus inhaltlich moralischer Direktiven, die notwendig einen Abbruch des Denkens bei bestimmten Setzungen erfordern, können nicht Ziel des ethischen Reflektierens sein – wenn dieses auf die reflexive Einsicht in den (nicht abschließbaren) Prozess des besseren Verstehens moralischer Urteile abzielt. Anders gesagt: eine autoritative und abschließende Positionierung angesichts moralischer oder ethischer Unklarheit widerspricht dem philosophischen Erkenntnisinteresse der Ethik. Insofern muss sich ethisches Nachdenken gleichsam auf ein Wissen vom Nichtwissen in Moralfragen fokussieren. Moralische Direktiven kann Ethik dann aber immer nur indirekt und immanent in Bezug auf das moralische Nachdenken oder die Argumentation von Personen vorbringen, z.B. indem diese als widersprüchlich erwiesen werden.1 Die Konzeption einer Angewandten Ethik, die sich durch praktische Relevanz, Nützlichkeit oder Problemlösefähigkeit von einer Allgemeinen Ethik abgrenzen ließe, scheint nicht aussichtsreich. Jedoch kann für ein ethisches Reflektieren im Allgemeinen gefragt werden, wie sich dessen Konkretisierung ohne Relativierung auf subjektive Nützlichkeit, autoritative Antworten oder einseitige Problemlösungsangebote denken ließe.

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