Zum besseren Verständnis – und damit Sie sehen, dass es vielen anderen Familien ähnlich geht – enthält dieses Buch viele Beispiele.
Wenn Sie sich unbedingt vor etwas hüten sollten, zeigt Ihnen das dieses Symbol an.
Wie Sie Ihre Lektüre von Pubertät für Dummies starten, hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Vielleicht haben Sie ein konkretes Problem oder eine Frage, die Ihnen auf dem Herzen liegt. Suchen Sie dann am besten im Inhaltsverzeichnis oder schauen Sie im Index am Schluss des Buchs nach.
Wenn Sie sich erst mal einen Überblick verschaffen wollen, können Sie ebenfalls das Inhaltsverzeichnis durchlesen, das Buch zunächst durchblättern oder mit Kapitel 1beginnen, das Ihnen einen ersten Gesamteindruck verschafft. Vielleicht entdecken Sie beim Stöbern auch neue Aspekte, die Sie bisher noch nicht bedacht hatten und die Ihnen bei Ihrer gemeinsamen Reise durch die Pubertät weiterhelfen.
Teil I
IN DIESEM TEIL …
Spätestens wenn zum ersten Mal die Kinderzimmertür zuknallt, wird es offensichtlich – aus dem niedlichen Kind wird ein launischer Teenager. Jetzt ändert sich vieles. Nicht nur Ihr Kind tritt in eine neue Lebensphase ein, auch Sie müssen sich in einer neuen Rolle zurechtfinden. Teil I dieses Buches fasst zusammen, worauf Sie sich in den nächsten Jahren einstellen sollten. Dabei sind Jugendliche natürlich ganz verschieden. Während der eine Teenie jedes Risiko mitnimmt, hockt der nächste gern in seinem Zimmer und muss zu jeder Aktivität motiviert werden. Sie bekommen in diesem Teil erste Tipps für eine gelungene Kommunikation, eine gesunde Streitkultur und Anregungen dazu, die eigenen Einstellungen immer mal wieder zu hinterfragen.
Kapitel 1
Plötzlich ist alles anders
IN DIESEM KAPITEL
Daran erkennen Sie, dass es losgeht
So verläuft die Pubertät
Typische Konflikte – ein Überblick
Die ersten typischen Anzeichen der Pubertät können überraschend kommen. Plötzlich verhält sich ein Kind anders als die Eltern es von ihm gewohnt sind. Nach anfänglicher Verwirrung wird den meisten Müttern und Vätern schnell klar, dass hier Hormone im Spiel sein müssen.
In diesem Kapitel erhalten Sie einen ersten Überblick über das, was mit der Pubertät Ihres Kindes auf Sie zukommen kann. Hier werden typische Konfliktfelder erklärt. Vertiefendes dazu finden Sie in den jeweiligen Kapiteln dazu.
Ihr Kind auf dem Weg zum Erwachsenenalter zu begleiten, kann anstrengend und sicherlich in Phasen auch frustrierend sein. Trotzdem ist es ein spannender Weg, auf dem Sie Ihr Kind noch einmal ganz neu kennenlernen dürfen.
Der Start in die Pubertät
Nicht nur den Eltern, auch den meisten Kindern ist gegen Ende der vierjährigen Grundschulzeit bewusst, dass eine Veränderung bevorsteht. In den meisten Bundesländern werden sie bald die Schule wechseln und zu den Älteren gehören, den Teenagern.
Das ruft bei vielen Kindern gemischte Gefühle hervor. Den vertrauten Zustand der Kindheit loszulassen und so zu werden wie die Großen, deren Verhalten ihnen immer ein wenig rätselhaft war, ist nicht einfach.
Die elfjährige Leonie ist morgens immer gut aus dem Bett gekommen. Frühes Aufstehen hat ihr nie Probleme gemacht. Doch in letzter Zeit will ihr das einfach nicht mehr gelingen. Wenn ihre Mutter morgens in ihr Zimmer kommt und freundlich »Guten Morgen« sagt, meckert sie sie immer häufiger an. »Kannst du nicht einfach still sein? Ich kann deine Stimme nicht ertragen!«, hat sie zuletzt gesagt.
Wenn das Verhalten der Kinder sich plötzlich ändert, bemerken das nicht nur die Eltern. Auch sie selbst beobachten sich und stehen der Entwicklung nicht selten hilflos gegenüber. Der Start in die Pubertät ist also sowohl für Eltern als auch Kinder eine Herausforderung. Durch das hohe Konfliktpotenzial, das sich nun ergibt, ist eine gegenseitige Unterstützung aber gar nicht immer so einfach.
Das alles ist trotzdem kein Grund zur Verzweiflung! Konflikte, Streit und zeitweise Verständnislosigkeit sind normal und ein Teil des Ablösungsprozesses, der für Kinder und Eltern wichtig ist. Da müssen alle durch!
In diesem Buch erhalten Sie Tipps, wie Sie diese herausfordernde Zeit mit mehr Gelassenheit meistern können.
Typische Signale – es geht los!
Der Zeitraum, in dem Sie erste Anzeichen für die beginnende Pubertät erkennen können, liegt in der Regel bei Jungen im Alter zwischen zehn und zwölf und bei Mädchen zwischen durchschnittlich acht und zehn Jahren. In dieser Altersspanne spricht man auch von »Vorpubertät«.
Typische Merkmale sind beispielsweise:
Stimmungsschwankungen
hohe Reizbarkeit
starke Emotionalität
zeitweises Ablehnen von Körperkontakt
häufiger Rückzug ins Kinderzimmer
neue und andere Interessen
Scham – besonders Eltern werden plötzlich peinlich
körperliche Veränderungen – zu Beginn vor allem ein starkes Längenwachstum
Je nach Charakter und Genen der Kinder können einige dieser Merkmale stark ausgeprägt und andere möglicherweise kaum zu bemerken sein.
Kommt Ihr Kind in die Pubertät, wird sich Ihr Familiengefüge in den nächsten Jahren erheblich verändern. Das liegt daran, dass es nun selbstständiger werden will und auch werden muss! Freunde spielen eine immer größere Rolle in seinem Leben und helfen beim Abnabelungsprozess von den Eltern.
Auch seine Interessen verändern sich. Sich auf gemeinsame Familienaktivitäten an Wochenenden und im Urlaub zu einigen, wird immer schwieriger. Zeitweise scheinen Eltern und Kinder in unterschiedlichen Universen zu leben.
Schwierig kann das für jüngere Geschwister werden, die unter Umständen wichtige Spielpartner verlieren und für manche launische Teenager als Blitzableiter herhalten müssen.
Auch Eltern müssen sich meistens auf häufigeren und veränderten Streit einstellen. Ihr Kind ist auf dem direkten Weg in ein mündiges Erwachsenenleben. Regeln, Verbote und Wertvorstellungen werden von ihm hinterfragt. Daher kommt es in vielen Familien vermehrt zu Diskussionen – oft auch über Themen, mit denen sich die Eltern bisher nie auseinandersetzen mussten.
Hier hilft es Ihnen, wenn Sie die Kommunikation mit Ihrem Kind bewusst gestalten, sich also Gedanken darüber machen, wann Sie Dinge am besten ansprechen, welche Wörter Sie gebrauchen und was genau Ihre Ziele sind. Mehr dazu lesen Sie in Kapitel 3und, je nach Thema Ihres Streits, auch in den jeweils dazugehörigen Kapiteln.
Eine große Aufgabe der nächsten Jahre wird das Loslassen sein. Sie haben Ihr Kind in seinen ersten Lebensjahren rund um die Uhr begleitet, haben Entscheidungen für es getroffen, Ihren Tagesablauf mit seinem in Einklang gebracht. Jetzt ist es möglicherweise kaum noch zu Hause. Viele Eltern haben das Gefühl, weniger gebraucht, manchmal sogar weniger geliebt zu werden. Auch wenn weder das eine noch das andere stimmt, kann das belastend sein. In Kapitel 3erfahren Sie, wie Sie gut mit Verlustängsten umgehen können.
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