Törichte Annahmen über den Leser Törichte Annahmen über den Leser Vielleicht steht die Pubertät Ihres Kindes unmittelbar ins Haus, vielleicht stecken Sie schon mittendrin. Möglicherweise haben Sie schon ein älteres Kind durch diese aufwühlende Zeit begleitet und es sind Fragen offengeblieben, vielleicht kommen Sie aber auch nach Ihrer eigenen Pubertät zum ersten Mal mit dem Thema in Kontakt. Egal, wo Sie gerade stehen – dieses Buch bietet Ihnen Informationen und Ideen zu typischen Konfliktfeldern zwischen Teenagern und ihren Eltern und regt Sie dazu an, Ihre Situation auch mal aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Statt Sie vor überall lauernden Gefahren zu warnen, möchte es Sie ermutigen und Sie dazu anhalten, sich Hilfe zu holen, wenn Sie nicht mehr weiterwissen.
Wie dieses Buch aufgebaut ist Wie dieses Buch aufgebaut ist Pubertät für Dummies gliedert sich in fünf Teile. Die Kapitel der einzelnen Teile sind einem Oberthema untergeordnet. So finden Sie leichter, was Sie gerade lesen möchten.
Symbole, die in diesem Buch verwendet werden Symbole, die in diesem Buch verwendet werden In diesem Buch begegnen Ihnen immer wieder Symbole, die einzelne Textpassagen hervorheben. Dazu gehören: Diesen Gedankengang sollten Sie unbedingt im Gedächtnis behalten. Oft handelt es sich auch um Zusatzinformationen, die unbedingt bedacht werden sollten. Hier erhalten sie konkrete Vorschläge, was Sie tun können. Zum besseren Verständnis – und damit Sie sehen, dass es vielen anderen Familien ähnlich geht – enthält dieses Buch viele Beispiele. Wenn Sie sich unbedingt vor etwas hüten sollten, zeigt Ihnen das dieses Symbol an.
Wie es weitergeht Wie es weitergeht Wie Sie Ihre Lektüre von Pubertät für Dummies starten, hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Vielleicht haben Sie ein konkretes Problem oder eine Frage, die Ihnen auf dem Herzen liegt. Suchen Sie dann am besten im Inhaltsverzeichnis oder schauen Sie im Index am Schluss des Buchs nach. Wenn Sie sich erst mal einen Überblick verschaffen wollen, können Sie ebenfalls das Inhaltsverzeichnis durchlesen, das Buch zunächst durchblättern oder mit Kapitel 1 beginnen, das Ihnen einen ersten Gesamteindruck verschafft. Vielleicht entdecken Sie beim Stöbern auch neue Aspekte, die Sie bisher noch nicht bedacht hatten und die Ihnen bei Ihrer gemeinsamen Reise durch die Pubertät weiterhelfen.
6 Teil I: Was auf Sie zukommt Teil I
Kapitel 1: Plötzlich ist alles anders Kapitel 1
Der Start in die Pubertät Der Start in die Pubertät Nicht nur den Eltern, auch den meisten Kindern ist gegen Ende der vierjährigen Grundschulzeit bewusst, dass eine Veränderung bevorsteht. In den meisten Bundesländern werden sie bald die Schule wechseln und zu den Älteren gehören, den Teenagern. Das ruft bei vielen Kindern gemischte Gefühle hervor. Den vertrauten Zustand der Kindheit loszulassen und so zu werden wie die Großen, deren Verhalten ihnen immer ein wenig rätselhaft war, ist nicht einfach. Die elfjährige Leonie ist morgens immer gut aus dem Bett gekommen. Frühes Aufstehen hat ihr nie Probleme gemacht. Doch in letzter Zeit will ihr das einfach nicht mehr gelingen. Wenn ihre Mutter morgens in ihr Zimmer kommt und freundlich »Guten Morgen« sagt, meckert sie sie immer häufiger an. »Kannst du nicht einfach still sein? Ich kann deine Stimme nicht ertragen!«, hat sie zuletzt gesagt. Wenn das Verhalten der Kinder sich plötzlich ändert, bemerken das nicht nur die Eltern. Auch sie selbst beobachten sich und stehen der Entwicklung nicht selten hilflos gegenüber. Der Start in die Pubertät ist also sowohl für Eltern als auch Kinder eine Herausforderung. Durch das hohe Konfliktpotenzial, das sich nun ergibt, ist eine gegenseitige Unterstützung aber gar nicht immer so einfach. Das alles ist trotzdem kein Grund zur Verzweiflung! Konflikte, Streit und zeitweise Verständnislosigkeit sind normal und ein Teil des Ablösungsprozesses, der für Kinder und Eltern wichtig ist. Da müssen alle durch! In diesem Buch erhalten Sie Tipps, wie Sie diese herausfordernde Zeit mit mehr Gelassenheit meistern können.
Die häufigsten Krisenherde Die häufigsten Krisenherde Krisen kommen in Familien mit pubertierenden Kindern immer wieder vor. Häufig sind Streit, Entfremdung, Vertrauensverlust und psychische Schwierigkeiten. Krisen müssen aber kein Dauerzustand sein! Mit der richtigen Kommunikation können Sie viel erreichen – und andersherum ist eine fehlerhafte Kommunikation nicht selten ein Auslöser für eine Krise. Sie sollten außerdem nicht vergessen, dass Krisen, so nervenaufreibend sie auch sein können, in dieser Phase des Lebens normal sind und die Jugendlichen im besten Fall daran wachsen. Krisen haben oft etwas mit dem Finden der eigenen Identität zu tun – einem der wichtigsten Themen von Heranwachsenden. Um herauszufinden, wer und wie sie sind, gehen viele Teenager Risiken ein oder tun Dinge, die ihre Eltern nicht nachvollziehen können. Dazu gehören auch der Umgang mit dem eigenen Körper, ihr Essverhalten und die schulischen Leistungen. Ein weiteres großes Konfliktfeld, das in den letzten Jahren immer extremer geworden ist, findet sich im Bereich der Mediennutzung.
Kapitel 2: Ein neuer Lebensabschnitt für die ganze Familie Kapitel 2
Achterbahn der Gefühle Achterbahn der Gefühle Die Gefühlsschwankungen von Jugendlichen können eine große Hürde für ein harmonisches Familienleben darstellen. Lillis Vater hat zurzeit das Gefühl, wie auf rohen Eiern durch die Wohnung zu laufen. Alles scheint falsch zu sein – mal meckert seine Tochter ihn an, weil er sie anlächelt, mal ist sie beleidigt, weil er sie angeblich immer ignoriert. Und egal was er sagt – alles kann jederzeit einen Wutausbruch auslösen. Diese Gefühlsschwankungen können Barrieren zwischen Kindern und Eltern aufbauen. Vielleicht merken Sie als Mutter oder Vater, dass es Ihrem Teenie nicht gut geht, haben aber keine Ahnung, wie Sie ihm helfen sollen, denn er lässt Sie nicht an sich heran. Teenager auf ihre Laune anzusprechen, kann genauso falsch sein wie sie zu ignorieren. Nehmen Sie solche Gefühlsausbrüche nicht persönlich, selbst wenn Ihr Kind Sie dabei beleidigt. Natürlich müssen Sie Schimpfwörter nicht kommentarlos über sich ergehen lassen! Trotzdem sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Ihr Kind sehr wahrscheinlich nur hilflos um sich schlägt. Während eines Wutausbruchs macht Reden keinen Sinn. Warten Sie auf bessere Laune und versuchen Sie es dann noch einmal. Möglicherweise weiß Ihr Kind dann schon gar nicht mehr, was eigentlich los war. Trotzdem ist es wichtig, ihm zu sagen, dass Sie nicht so behandelt werden möchten.
Starke Eltern sein Starke Eltern sein Als Eltern können Sie weder alles wissen noch alles richtig machen. Trotzdem sind Sie für Ihr Kind eine Art Leuchtturm, der ihm hilft, seinen Weg durch eine unübersichtliche Welt zu finden – auch wenn es diesen Anschein in der Pubertät häufig nicht mehr erweckt.
Die ganze Familie im Blick haben Die ganze Familie im Blick haben Gibt es häufig Streit in der Familie oder Anlass zur Sorge wegen riskantem Verhalten eines Teenagers, geraten andere Familienmitglieder leider schnell aus dem Fokus. Häufig ist es auch so, dass die größte Aufmerksamkeit die Person bekommt, die den meisten Streit provoziert oder am lautesten ist. So haben nicht nur jüngere Geschwister Schwierigkeiten, zu ihrem Recht zu kommen, auch solche mit einem eher introvertierten Gemüt können leicht übersehen werden. Und auch Sie als Eltern dürfen sich selbst nicht vergessen! Im Familientrubel gehen eigene Bedürfnisse häufig unter, zu viele Eltern stellen sich selbst hinten an. Dadurch kann Frust entstehen, der auch die Paarbeziehung belasten kann. Nutzen Sie die freie Zeit, die dadurch entsteht, dass Ihr Teenager jetzt viel Zeit mit seiner Clique in seinem Zimmer verbringt, für Ihre Bedürfnisse, Wünsche und zur Stärkung Ihrer Beziehung!
Zusammenleben Zusammenleben Einige Veränderungen, die die Pubertät mit sich bringt, kommen über Nacht, andere schleichen sich nach und nach in den Familienalltag ein. Vergleichen Sie zum Beispiel Ihre Wohnung mit der Zeit, in der Ihr Teenie noch ein Kleinkind war. Vorausgesetzt, er hat keine kleinen Geschwister, sieht sie jetzt wahrscheinlich ganz anders aus. Das Spielzeug hat sich verändert oder ist bereits ganz verschwunden, sein Lebensmittelpunkt hat sich vielleicht vom Wohnzimmer ins Jugendzimmer verlegt. Auch der Lebensrhythmus der Kinder verändert sich. Auf jüngere Kinder müssen Eltern meistens den ganzen Tagesablauf abstimmen: Oft müssen sie früh mit ihnen aufstehen, sie müssen sie in die Kita bringen, sie dabei unterstützen, rechtzeitig in die Schule zu kommen, sie abholen und zu Terminen fahren und abends zur Ruhe und frühzeitig ins Bett bringen. Der Rhythmus von Eltern und Jugendlichen kann sich dagegen stark unterscheiden: Viele Jugendliche bleiben abends lange wach – am Wochenende vielleicht sogar länger als ihre Eltern. Wenn sie freihaben, verschlafen nicht wenige das gemeinsame Familienfrühstück. Sie sind sehr viel selbstständiger geworden und haben meistens Hobbys, die sie allein planen und erreichen können. In vielen Bereichen des täglichen Lebens klaffen auch jetzt die Vorstellungen von Eltern und Kindern auseinander – etwa beim Thema Sauberkeit und Ordnung, das oft für Streit sorgt.
Kapitel 3: Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs
Immer dieser Streit
Provokation – nur von einer Seite?
Wenn die Sorgen nicht wären
Angst vorm Loslassen
Ihre wichtigsten Hilfsmittel: Toleranz und Geduld
Hilfe holen
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