Pietrek S. 77; Baums ZGR 2011, 218, 272; Kort ZGR 2010; 440 ff.; Kindler/Koch/Ulmer/Winter/ Dreher Die Vorstandsverantwortung im Geflecht von Risikomanagement, Compliance und interner Revision, FS Uwe Hüffer, S. 161, 162; Immenga S. 201; Blasche CCZ 2009, 62 ff.; Bihr/Kalinowsky DStR 2008, 620, 621; Bergmoser/Theusinger/Gushurst BB Special 5 zu BB 2008, 1, 4; Liese BB-Special 5.2008 zu Heft 25, 17, 19; Huth Die Vorstandspflicht zu Risikoüberwachung, 83 f.; Pahlke NJW 2002, 1680, 1681; Hoffmann-Becking ZGR 1998, 497, 513; Hüffer/ Koch § 91 Rn. 8f.; Hirte/Mülbert/Roth/ Kort AktG, § 91, Rn. 55 ff.; MK-AktG/ Spindler § 91 Rn. 16, 27; Bürgers/Körber /Bürgers AktG § 91 Rn. 12; Schmidt/Lutter/ Krieger/Sailer-Coceani AktG § 91, Rn. 14; Spindler/Stilz/ Fleischer § 91 Rn. 35f.; Altmeppen/Fitz/Honsell/ Hüffner Compliance im Innen und Außenrecht der Unternehmen, FS Günther H. Roth, S. 299, 303 f.; Immenga S. 200; vgl. auch OLG Celle AG 2008, 711, 712.
[118]
Zusammenfassend zu einer vermittelnden dritten Ansicht im Schrifttum vgl. Huth Die Vorstandspflicht zu Risikoüberwachung,S. 62 ff. m.w.N.; Romeike/ Lorenz Rechtliche Grundlagen des Risikomanagements, S. 3, 6 ff.
[119]
Spindler/Stilz/ Fleischer § 91 Rn. 50 oder Zöllner/Noack/ Mertens/Cahn § 91 Rn. 34.
[120]
Spindler WM 2008, 905, 906 oder Fleischer CCZ 2008, 1.
[121]
Immenga S. 207.
[122]
Lutter/Hommelhoff/ Kleindiek GmbHG § 43 Rn. 12; Lutter/Hommelhoff/ Lutter GmbHG, § 52 Rn. 18; MK/ Fleischer § 43 Rn. 151; Baumbach/Hueck/ Zöllner/Noack GmbHG, § 43 Rn. 17; Petermann Die Bedeutung von Compliance-Maßnahmen für die Sanktionsbegründung und -bemessung im Vertragskonzern, S. 82 f.
[123]
MK/ Fleischer § 43 Rn. 142 ff.; MK/ Stephan/Tieves § 37 Rn 25 ff.; Campos Nave/Z eller BB 2012, 131; Kort GmbHR 2013, 566; Merkt ZIP 2014, 1705; Rodewald GmbHR 2014, 639; Römermann GmbHR 2014, 1; Fissenewert NZG 2015, 1009.
[124]
Klunzinger § 10 S. 109.
[125]
Klunzinger § 10 S. 109.
[126]
Vgl. dazu eingehend 5. Kap. Rn. 110.
[127]
Baumbach/Hopt/ Merkt § 289 Rn. 5.
[128]
Loitz Wpg 2005, 817, 830.
[129]
Zur Hierarchie der verschiedenen Management- und Kontrollsysteme und der Verortung des Tax Compliance Management Systems vgl. 4. Kap.
[130]
Schneider ZIP 2003, 645, 648.
[131]
Schäfer/Baumann NJW 2011, 3601, 3602; Inderst/Bannenberg/ Poppe 1. Kap. Rn. 43; Lösler NZG 2005, 104.
[132]
Rundschreiben 4/2010, zuletzt geändert am 8.3.2017, „Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion und die weiteren Verhaltens-, Organisations- und Transparenzpflichten nach §§ 31 ff. WpHG für Wertpapierdienstleistungsunternehmen; abrufbar unter www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Rundschreiben/rs_1004_wa_macomp.html.
[133]
Goette/Habersack/ Spindler § 91 Rn. 57.
[134]
BT-Drucks. 17/10974, 108.
[135]
Zöllner/Noack/ Mertens/Cahn § 91 Rn 31.
[136]
Szesny/Kuthe 1. Kap. Rn. 42.
[137]
Vgl. insbesondere Schneider ZIP 2003, 645, 648 f.
[138]
Vgl. Bürkle BB 2005, 565, 567; Hüffer/Koch § 76 Rn. 44; Knierim/Rübenstahl/Tsambikakis/ Potinecke/Block 2. Kap. Rn. 23; Hauschka/Moosmayer/Lösler § 1 Rn. 7.
[139]
Vgl. Streck /Mack/Schwedhelm Kap. 1 Rn. 21.
[140]
Szesny/Kuthe 1. Kap. Rn. 12.
Teil 1 Tax Compliance und Unternehmen› 3. Kapitel Verantwortliche für Tax Compliance
3. Kapitel Verantwortliche für Tax Compliance
Inhaltsverzeichnis
I. Unterschiedliche Arten von Compliance-Pflichten
II. Die materielle Compliance-Pflicht
III. Die delegierte Compliance-Pflicht
IV. Die prozessuale Compliance-Pflicht
1
Die steuerrechtliche Verantwortung des Einzelnen in einem Unternehmen, einer Unternehmensgruppe oder einer anderen Organisation richtet sich nach den unmittelbar bestehenden gesetzlichen Pflichten und den kraft Delegationen entstandenen Beziehungen.
Teil 1 Tax Compliance und Unternehmen› 3. Kapitel Verantwortliche für Tax Compliance› I. Unterschiedliche Arten von Compliance-Pflichten
I. Unterschiedliche Arten von Compliance-Pflichten
2
Zur sachgerechten Handhabung der allgemeinen Frage nach der Verantwortung kann zwischen drei Arten von Compliance-Pflichten unterschieden werden: der materiellenCompliance-Pflicht, der delegiertenCompliance-Pflicht und der prozessualenCompliance-Pflicht.
Teil 1 Tax Compliance und Unternehmen› 3. Kapitel Verantwortliche für Tax Compliance› II. Die materielle Compliance-Pflicht
II. Die materielle Compliance-Pflicht
3
Die Compliance-Pflicht im materiellen Sinne entspricht der Summe der hergebrachten steuerlichen Pflichtendes Einzelnen nach EStG, KStG, UStG, AO usw. und fügt dem Pflichtenkanon im Unternehmen unmittelbar nichts Eigenständigeshinzu. Zu diesen hergebrachten Pflichten zählen beispielsweise die Pflichten zur Steueranmeldung (z.B. Umsatzsteuer, Lohnsteuer) oder sonstigen Steuererklärung (z.B. Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer), die Pflicht zur Anzeige und Berichtigung (§ 153 AO) wie auch die Haftungsschulden nach AO (z.B. §§ 69, 34 f., 191 AO). Die Pflichten können sich auf die eigene Steuerschuld beziehen, z.B. bei einem Einzelunternehmer, oder auf eine fremde Steuerschuld, z.B. bei einem über § 34 AO verpflichteten GmbH-Geschäftsführer.
1. Verpflichtung als Unternehmen/Unternehmer
4
Ausgangspunkt der Betrachtung ist der Begriff des Steuerpflichtigen.
Steuerpflichtiger ist nach § 33 Abs. 1 AO,
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wer eine Steuer schuldet, |
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wer für eine Steuer haftet, |
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wer eine Steuer für Rechnung eines Dritten einzubehalten und abzuführen hat, |
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wer eine Steuererklärung abzugeben hat, |
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wer Sicherheit zu leisten hat, |
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wer Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat oder |
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wer andere ihm durch die Steuergesetze auferlegte Verpflichtungen zu erfüllen hat. |
5
Steuerpflicht setzt Steuerrechtsfähigkeitvoraus.[1] Wer steuerrechtsfähig ist, bestimmt sich nach den jeweiligen Steuergesetzen, auf die § 33 Abs. 1 AO als Blankettnorm verweist. Natürliche Personen, wie z.B. der Einzelunternehmer, der Gesellschafter einer Personengesellschaft oder der Geschäftsführer einer GmbH, besitzen Steuerrechtsfähigkeit von der Geburt bis zum Tod.[2]
6
Bei Organisationen ist zu differenzieren: Juristische Personen, wie z.B. eine GmbH oder AG, besitzen Steuerrechtsfähigkeit, wenn sie nach Gesellschaftsrecht (z.B. §§ 1 ff. GmbHG, §§ 23 ff. AktG) entstanden sind, unter Umständen auch bereits mit Abschluss des Gesellschaftsvertrags.[3] Die Steuerrechtsfähigkeit einer juristischen Person endet mit der gesellschaftsrechtlichen Beendigung, jedoch nicht vor dem Abschluss der Abwicklung ihrer steuerlichen Rechte und Pflichten.[4] Personengesellschaften, wie z.B. eine OHG, KG oder BGB-Gesellschaft, können Steuerrechtsfähigkeit besitzen, und zwar auch unabhängig von der Frage ihrer Rechtsfähigkeit nach dem Zivilrecht. So ist bspw. eine Personengesellschaft steuerrechtsfähig im Hinblick auf die Umsatzsteuer[5] und, wenn ihre Tätigkeit die Anforderungen eines Gewerbebetriebs erfüllt, im Hinblick auf die Gewerbesteuer (§ 5 Abs. 1 S. 3 GewStG). Nicht steuerrechtsfähig ist eine Personengesellschaft im Vergleich dazu, was die Einkommensteuer anbetrifft; einkommensteuerpflichtig ist jeder Gesellschafter für sich selbst.
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