Hermann Broch - Der Tod des Vergil

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"Der Tod des Vergil" ist ein Roman, in deren erzählt der Autor von den letzten Lebensstunden des römischen Dichters Virgil im Hafen von Brundisium nach. Virgils gesteigerte Wahrnehmungen während seines Todes erinnern an sein Leben und an die Zeit, in der er lebt. Der Dichter befindet sich in der Zeit zwischen Leben und Tod, so wie seine Kultur zwischen dem heidnischen und dem christlichen Zeitalter schwankt. Während er darüber nachdenkt, erkennt Virgil, dass die Geschichte an einem Scheitelpunkt steht und dass er in seinem Versuch, Schönheit zu schaffen, die Realität verfälscht haben könnte.

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Notwendigkeit des Atems, die Notwendigkeit des kreatürlichen Atems hatte ihn hergetrieben, aber zugleich war es eine unkörperliche Notwendigkeit gewesen, eine Sehnsucht nach dem Sichtbaren, nach der Weltsichtbarkeit, nach dem Atembaren in der Gewißheit des sichtbaren Alls. Erstickungsbetäubt stand er am Fenster, gehalten von der ihn umfangenden machtvollen Hand, und er wußte nicht, wie lange er ßchon so gestanden hatte, es hätten ebensogut Augenblicke wie Stunden gewesen sein können; nur unvollkommen und bruchstückweise floß das Zeitwissen wieder in ihn ein, nur bruchstückweise, auf weite Strecken von der Erstickungsangst, von der Erstickungspein überdeckt, baute sich die Welt wieder auf, wurde Wissen wieder zu Wissen, und bruchstückweise nur wurde er des Geschehenen gewärtig, Stück um Stück begreifend, daß es nicht bloß um die Äneis gegangen war, sondern um etwas, das er erst zu finden hatte.

Still lag nun die Welt vor ihm, nach all dem vorangegangenen und überstandenen Getöse fast überraschend still, und es war vermutlich schon spät in der Nacht, vermutlich ihre Mitte schon überschritten; die Sterne brannten groß in ihrem großen Wandelgang, tröstlich und stark und ruheflimmernd vor beruhigender Wiedererkanntheit, allerdings bei aller Wolkenlosigkeit beunruhigend eingetrübt, als wäre zwischen ihrem Raum und dem der untern Welt mittendurch eine gleichsam hart-undurchdringliche, gerade noch für den Blick durchlässige, trübkristallene Wölbung einverspannt, und fast war es ihm, als ob die dämonische Zonenzerspaltung, der er mitsamt seinem Leib vordem im liegenden Lauschen, im lauschenden Liegen unterworfen gewesen war, sich hier auf die Außenwelt übertragen hätte, ja als ob sie hier so scharf, so unermeßlich geworden wäre, wie er es an sich selber niemals erfahren hatte. Der irdische Raum war derart scharf gegen den oberen abgewölbt und abgekapselt, daß nichts von dem ersehnten Wehen des Grenzenlosen spürbar wurde und nicht einmal der Lufthunger gestillt, nicht einmal diese Pein gelindert werden konnte, da der Dunst, in den die Stadt vorher eingehüllt gewesen, nun trotz der Abendbrise nicht verflüchtigt, kaum zerteilt, vielmehr zu einer Art fiebriger Durchsichtigkeit geworden war, gewissermaßen unter dem Druck der Weltabkapselung zu einer Art dunkler Gallerte gestockt, die unbewegt unbewegbar in der Luft schwebte, heißer als die Luft sich anfühlte und in ihrer Unatembarkeit beinahe ebenso bedrückend war wie die Stickigkeit im Zimmer drinnen. Unbarmherzig war das Unatembare vom Atembaren geschieden, unbarmherzig undurchdringlich war die kristallene Schale dunkel darüber gespannt, eine streng abdichtende Trennungswand für den Vorhof der Sphären, für den Vorhof des Atems, für den Weltenvorhof, in dem er stand, aufgerichtet von der ehernen Hand, gehalten von ihr, und während er einstens, eingeschmiegt ins irdisch Flächenhafte und hinerstreckt über die saturnischen Gefilde, selber die Grenze zwischen dem Oben und Unten gebildet hatte, unmittelbar den beiden Zonen angehörig und ihnen einverwoben, durchragte er sie jetzt als eine zum Wachsen bestimmte Einzelseele, welche in ihrer Vereinzelung und Vereinsamung weiß, daß sie, will sie die Tiefen des Oben und Unten erlauschen, sich selbst zu erlauschen hat: unmittelbare Teilhaberschaft an der Sphärengröße ist demjenigen verwehrt, der in der irdischen Zeit, im irdisch-menschlichen Wachstum steht, wiederbeschenkt mit beidem; nur mit seinem Blick, nur mit seinem Wissen vermag er die unermeßliche Getrenntheit der Sphären zu durchdringen, nur mit seiner schauenden Frage vermag er sie verbindend zu umfassen, nur aus seiner fragenden Erkenntnis heraus und in ihr vermag er die Einheit, die Gleichzeitigkeits-Einheit der Welt und ihrer Sphären wiederherzustellen, nur im strömenden Kreislauf der Frage vollbringt er das Jetzt seiner Seele, ihre innerste irdische Notwendigkeit, ihre Erkenntnisaufgabe von Anbeginn an.

Zeit strömte oben. Zeit strömte unten, die verborgene Zeit der Nacht, wiedereingeströmt in seine Adern, wiedereingeströmt in die Bahnen der Gestirne, raumlos Sekunde an Sekunde gefügt, die wiedergeschenkte, wiedererwachte Zeit, überschicksalshaft, zufallsaufhebend, ablaufsentbunden das unabänderliche Gesetz der Zeit, das ewigwährende Jetzt, in das er hinausgehalten wurde:

Gesetz und Zeit,

auseinander geboren,

einander aufhebend und stets aufs neu sich gebärend,

einander spiegelnd und nur hiedurch erschaubar,

Ketten der Bilder und Gegenbilder

die Zeit umschließend, das Urbild umschließend,

keines von beiden jemals zur Gänze erfassend und dennoch

zeitloser und zeitloser werdend,

bis im letzten Echo ihres Zusammenklanges,

bis in einem letzten Sinnbild

sich das des Todes mit dem alles Lebens vereinigt,

die Bildwirklichkeit der Seele,

ihre Wohnstatt, ihr zeitloses Jetzt und daher

das in ihr verwirklichte Gesetz,

ihre Notwendigkeit.

Und in Notwendigkeit hatte sich alles vollzogen, notwendig war sogar der Weg einer Erkenntnis gewesen, welche das Innen und Außen ins unkenntlich Unermeßliche auflöste, zur völligen Fremdheit zertrennt und zerteilt. Doch ist in dieser unabweisbaren, unentrinnbaren Notwendigkeit nicht auch die Hoffnung auf den Wiederzusammenklang des Seins, auf die Nicht-Vergeblichkeit des Geschehens und Geschehenen beschlossen? in Notwendigkeit sind die Bilder aufgetaucht und in Notwendigkeit führen sie näher und näher an die Wirklichkeit heran! Oh, Nähe des Urbildes, Nähe der Ur-Wirklichkeit, in deren Vorhof er stand -, wird die kristallene Decke der Himmelsverborgenheiten nun zerreißen? wird die Nacht ihm nun ihr letztes Sinnbild enthüllen, ihm, dessen Auge zum Brechen bestimmt ist, wenn sie das ihre aufschlägt? er starrte zu den Sternen empor, deren schicksalsbestimmt schicksalsbestimmender, zweitausendjähriger Umlauf sich nun bald runden mußte, Bahn um Bahn dem Schicksal folgend und selber das Schicksal weitertragend vom Vater zum Sohne hin im Zeitengeschlecht, und es grüßte ihn das Himmelsjetzt, sich ausweitend aus dem Sichtbaren ins Unsichtbare zum vollen Kreis des wiedergeschenkten Wissens, es grüßte ihn drüben am südwestlichen Rande, vertraut und unheimlich, des Skorpionen Schicksalsbild, den gefährlich gekrümmten Leib vom milden Strom der Milchstraße umfangen, es schmiegte Andromeda ihr Haupt an des Pegasus geflügelte Schulter, es strahlte unsichtbar grüßend das Niemalsentschwindende, und aus dem vorväterlich jenseitserschaffenen Äon grüßt zehnfach entzündet das Drachengestirn, verlustig des einstigen Thrones; er starrte empor ins Kühlsteinerne, in dem das Bild des Gesetzes kreist, abgeschieden von ihm der dunkel leuchtende Hauch, abgeschieden von ihm die nimmer sich herabsenkende, immer nur erahnbare Wahrheit in ihrer menschenentrückten Notwendigkeit, und ihr Bild nun sehend, ihr Bild ahnend in der Bilderfülle, die sie ist, wußte er um das in ihm webende Erkennen, wußte er, daß dieses dem Zufall enthoben ist, wußte er um das erwartungslose Warten seiner Erkenntniskraft, befreit von jeder Ungeduld, und er ward bereit für die notwendige Vollendung im Unvollendeten. Da wurde die Hand, die ihn hielt, sanfter und sanfter und wurde Geborgenheit. Und auf den Dächern der Stadt lag grünlich staubkühl das östliche Mondlicht; das Irdische wurde nahe. Denn wer die erste Pforte des Schreckens hinter sich gelassen hat, der ist umfangen vom Vorhof einer neuen und größeren Unbekanntheit, umfangen und befangen von einer neuen Besinnung, die ihn wieder ins eigene Geschehen stellt, ins eigene Gesetz, entlöst dem der Wiederkehr, entlöst dem saturnischen Ablauf, entlöst seiner Lauschens-Ungeduld, er ist der Wieder-Aufgerichtete und Aufwärtswachsende, der zu sich selber zurückfindet, und seine Barke gleitet nur noch mit eingezogenen Rudern dahin, leise und erwartungslos in geschenkter Zeit, als stünde die Landung unmittelbar bevor, die Landung am Ufer zufallsenthobener letzter Wirklichkeit;

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