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Copyright © 2022 Verlag Die Werkstatt GmbH
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Alle Rechte vorbehalten
Satz und Gestaltung: Die Werkstatt
Medien-Produktion GmbH, Göttingen
ISBN 978-3-7307-0597-1
Inhalt
Vorwort Vorwort Sieben Jahre umfasst diese Auswahl von Zeitungskolumnen. Jahre, in denen täglich irgendwo etwas Neues und Gutes auf die Schachbretter gekommen ist. Jahre, in denen sich der globale Zeitenwandel auch in der Welt des Schachs spiegelt: Vom göttlichen Tiefblick einer Künstlichen Intelligenz inspiriert, stellt sogar Weltmeister Magnus Carlsen seinen Stil ein wenig um. Nebenbei wird der Norweger endgültig zum Global Player und geht mit seinem Unternehmen an die Börse. In europäischen Parlamenten sitzen plötzlich Großmeisterinnen. Und ein zarter Hauch der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ weht in die Bundesliga. Die Netflix-Serie „Das Damengambit“ wird zu einem Welterfolg, der einen Schachboom auslöst. Das Coronavirus sorgt wie andernorts auch unter Schachprofis für etliche Verlierer – und wenige Gewinner. Junge, brillante Köpfe kommen, alte bleiben oder gehen. Eine Begegnung mit Vincent Keymer eröffnet dieses Buch. Der damals 10-jährige Wunderjunge nahm 2014 an der deutschen Meisterschaft teil, neben einigen Profis. Es konnte noch niemand ahnen, dass Vincent schon mit 16 Vize-Europameister werden sollte – und das war nicht mal sein größter Erfolg in diesen sieben Jahren … Die meisten der schlaglichtartigen Momente auf den folgenden Seiten stammen aus Turnierpartien von Großmeisterinnen und Großmeistern. Die Kolumnen sind zwischen dem Jahresende 2014 und 2021 im Berliner „Tagesspiegel“ erschienen, teils auch im Bremer „Weser-Kurier“. Sie können auf verschiedene Weise nachgelesen werden. Der eine interessiert sich vielleicht mehr für die Menschen und Geschichten hinter den erstaunlichen Schachzügen, die andere möchte vor allem die Aufgaben lösen und dabei ihr taktisches Gespür schärfen. Viel Spaß! Martin Breutigam
2015 Sediert an Tisch fünf Draußen ruht das Zwischenahner Meer, das eigentlich ein See ist. Paare gehen mit Kindern spazieren, ein Labrador schnüffelt im Schnee. Drinnen im warmen Saal scheint kaum jemand diese Sonntagmorgen-Idylle zu bemerken. Statt durch die wandhohen Glasscheiben, blicken hunderte Augenpaare stur auf Schachbretter: Nordwest-Cup im niedersächsischen Bad Zwischenahn. An Tisch fünf, beispielsweise, hat es Filiz Osmanodja, die Vize-Jugendweltmeisterin und Medizin-Studentin an der Berliner Charité, mit dem vierfachen bulgarischen Landesmeister Boris Tschatalbaschew zu tun. Keine Spur von Idylle. Der favorisierte Großmeister will sie offenbar im Mattangriff überrumpeln. Er sitzt in dieser kritischen Phase aber schon etwas geduckt da. Osmanodja hingegen wirkt selbstsicher, nur das Wackeln ihrer Beine verrät innere Anspannung. „Ich bin sehr nervös geworden“, wird sie später sagen, „weiß auch nicht, warum“. Hatte sie doch, mit Weiß, zur Ruhigstellung der schwarzen Angreifer die einzig wirksame Medizin verabreicht. Welche war‘s? Lösung: 1.Db5! (Damentausch ist hier die richtige Medizin! Nicht 1.dxe7?! Tfb8!) 1…Sc3+ (Nichts wäre 1…Dxb5? 2.Lxb5 und 3.dxe7.) 2.bxc3 Dxa3 3.Da6! (Damentausch!) 3…Dxc3 (Nun wäre 4.Dd3 gut genug. Oder noch besser 4.Lc4!, Idee Td1-d3, z. B. 4…Lxd4 5.Txd4 und 6.dxe7. Osmanodja machte es mit 4.dxe7?! b3! wieder spannend. Am Ende gewann sie trotzdem.) 1:0. Nervös geworden und ruhig gestellt: Filiz Osmanodja in Bad Zwischenahn
2016 Ein Botschafter des Schachs Neulich schaute Maurice Ashley mal wieder am Washington Square Park in New York vorbei, wo von morgens bis abends gezockt wird. Hier hatte er in seiner Jugend oft gesessen. Diesmal kam Ashley mit dem Kamerateam einer TV-Show und spielte inkognito eine Blitzpartie gegen einen geschwätzigen Zocker, der es, zunehmend in Not geratend, bald mit schmutzigen Tricks versuchte. Vergeblich. Ashley gewann und zog amüsiert weiter. Bei Youtube kam das Video in wenigen Tagen auf mehr als eine Million Klicks, der Großmeister ist eben populär. In der „Ruhmeshalle des US-Schachs“ in St. Louis hängt seit Februar auch sein Bild. Verglichen mit Bobby Fischer ist Ashley zwar ein eher mittelmäßiger Großmeister, aber er versteht es, Menschen zu begeistern, sei es als wortgewaltiger TV-Kommentator oder als Schachlehrer in Harlem. Ashley sieht sich inzwischen selbst „mehr als ein Botschafter des Schachs“. Und was sah er mit Weiß 1993 gegen Alexander Shabalov? Lösung: 1.Te4! (Falls nämlich 1…Lxe4, käme die Dame aufs Schlüsselfeld f4: 2.Df4+ Se5 3.Dxe5+ Kc6 4.Lxe4+ usw.) 1…Sd4 (Auch 1…Dxe4 2.Lxe4 Lxe4 3.Df4+ half nichts. Eine andere Pointe war 1…Dxc5 2.Le5+!, mit Damengewinn, z. B. 2…Kb6 3.Lc7+! Kb5 4.a4+.) 2.Df4+ Kc6 3.Lxd4 Td5 4.Lxg7 Dxc5 5.Tc1 (Shabalov gab auf.) 1:0. Großmeister und sprachgewaltiger Kommentator: Maurice Ashley
2017
2018
2019
2020
2021
Gebrauchsanweisung für Einsteiger
Für Maike, Rike und Lotta
Vorwort
Sieben Jahre umfasst diese Auswahl von Zeitungskolumnen. Jahre, in denen täglich irgendwo etwas Neues und Gutes auf die Schachbretter gekommen ist. Jahre, in denen sich der globale Zeitenwandel auch in der Welt des Schachs spiegelt: Vom göttlichen Tiefblick einer Künstlichen Intelligenz inspiriert, stellt sogar Weltmeister Magnus Carlsen seinen Stil ein wenig um. Nebenbei wird der Norweger endgültig zum Global Player und geht mit seinem Unternehmen an die Börse. In europäischen Parlamenten sitzen plötzlich Großmeisterinnen. Und ein zarter Hauch der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ weht in die Bundesliga. Die Netflix-Serie „Das Damengambit“ wird zu einem Welterfolg, der einen Schachboom auslöst. Das Coronavirus sorgt wie andernorts auch unter Schachprofis für etliche Verlierer – und wenige Gewinner. Junge, brillante Köpfe kommen, alte bleiben oder gehen.
Eine Begegnung mit Vincent Keymer eröffnet dieses Buch. Der damals 10-jährige Wunderjunge nahm 2014 an der deutschen Meisterschaft teil, neben einigen Profis. Es konnte noch niemand ahnen, dass Vincent schon mit 16 Vize-Europameister werden sollte – und das war nicht mal sein größter Erfolg in diesen sieben Jahren …
Die meisten der schlaglichtartigen Momente auf den folgenden Seiten stammen aus Turnierpartien von Großmeisterinnen und Großmeistern. Die Kolumnen sind zwischen dem Jahresende 2014 und 2021 im Berliner „Tagesspiegel“ erschienen, teils auch im Bremer „Weser-Kurier“. Sie können auf verschiedene Weise nachgelesen werden. Der eine interessiert sich vielleicht mehr für die Menschen und Geschichten hinter den erstaunlichen Schachzügen, die andere möchte vor allem die Aufgaben lösen und dabei ihr taktisches Gespür schärfen.
Viel Spaß!
Martin Breutigam
„Bringt mir Schach bei!“
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