Britta Röder - Das Gewicht aller Dinge

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Wer ist die junge Frau, die eines Morgens auf einer Parkbank aufwacht? Obwohl sie selbst keine Erinnerungen besitzt, löst sie bei jedem, dem sie begegnet, Erinnerungen aus. Ihre Spurensuche wird zum Sammeln fremder Lebensgeschichten.
Oder sind diese anderen Geschichten vielleicht gar nicht fremd? Was verbindet sie mit dem trauernden Hochschullehrer
Rolf? Was hat sie gemeinsam mit Charlotte, die mit ihr Erinnerungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs teilt?
Je tiefer sie in die Leben der anderen eintaucht, desto intensiver kommt sie dem Leben selbst auf die Spur. Und mit der Erkenntnis, dass allem ein Gewicht anhaftet, steht sie schließlich vor der Entscheidung ihres Lebens.

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»Falls du herausfindest, warum du es weißt.«

Angelica zuckte müde mit den Schultern.

»Vielleicht sollten wir etwas unternehmen, um deine Identität zu klären.« Maria setzte sich auf. »Wir könnten zur Polizei gehen.«

»Nein!«

Die Heftigkeit, mit der Angelica reagierte, überraschte Maria. Sie fühlte sich in ihren Bedenken bestätigt.

»In Ordnung.«

Sie holte tief Luft und griff schließlich nach ihrer Handarbeit. Die Stricknadeln klapperten zwischen ihren Fingern, während sie mit jedem Faden, den sie in die nächste Masche schob, einen weiteren Gedanken sortierte. Sie wollte und brauchte keinen Ärger. Daher wurde es Zeit, sich von ihrem Gast zu verabschieden. Je länger sie Angelica beherbergte, desto größer wurde das Risiko, in ihre Probleme verstrickt zu werden. Dennoch war sie ihr zu großem Dank verpflichtet. Die Fremde hatte sie gerettet. Ja, wenn sie Angelica fortschickte, dann nur, indem sie dabei ihre Schuld beglich.

Plötzlich hatte sie eine Idee. Die Lösung lag auf der Hand und erschien Maria ebenso patent wie ihr Strickmuster.

»Sehen wir das Ganze als positives Zeichen. Dein Gedächtnis kehrt zurück. Vielleicht findest du am ehesten zurück in dein Leben, wenn du anfängst, auf eigenen Füßen zu stehen.«

Angelica nickte.

»Ich kenne jemanden, bei dem du arbeiten könntest. Ist zwar nur ein Putzjob, aber dafür werden keine Fragen gestellt. Das wäre ein guter Anfang, oder?«

Zufrieden ließ Maria den stillgelegten Ton ihres Fernsehers wiederaufleben.

»Wenn du einverstanden bist, gehen wir morgen gleich mal hin.«

4

So richtig recht war Boško dieser Neuzugang nicht. Er musste vorsichtig sein. Mitarbeiter, die keine gültigen Papiere besaßen, verschafften ihm zwar eine ganz ordentliche Gewinnspanne, aber sie einzustellen, war riskant. Die Steuerfahndung saß ihm quasi ständig im Nacken. Vertrauen war eine Investition, die er sich genauso wenig leistete wie Mitleid. In erster Linie war er Geschäftsmann und kein Wohltätigkeitsheini. Emotionalitäten lagen ihm nicht. Boško genoss den Ruf, ein harter Hund zu sein, und unternahm alles, um diesem auch gerecht zu werden. Nun war er Maria allerdings noch etwas schuldig und in diesem Sinne war das zwischen ihm und ihr geschäftlich.

Boško knirschte mit den Zähnen, während er die junge Frau musterte, die Maria in seinem Büro abgesetzt hatte und der er nun einen Job in seiner Putzkolonne überlassen sollte. Allerdings währte sein Misstrauen nicht lange. Vielleicht lag es daran, dass die Neue eine so verblüffende Ähnlichkeit mit Tara besaß. Sie hätte ihre Tochter sein können. Die gleichen grünen Augen, die für eine so zierliche Frau sehr große Nase, derselbe Rotstich im blonden Haar. Die Erinnerung an Tara, die ihm vor einundzwanzig Jahren das Herz gebrochen hatte, und seine Vorstellung von ihrer Tochter, die er nie gesehen hatte, ließen seine Knie weich werden.

Boško musste sich setzen. Natürlich war sie nicht die Tochter seiner großen Liebe, die eigentlich seine hätte werden sollen. Taras halbverwaiste Tochter, das wusste er aus sicherer Quelle, studierte Architektur in Serbien, in Niš, um genau zu sein. Ganz sicher war sie nicht auf billige Putzjobs angewiesen. Davor bewahrte sie das Geld ihres Vaters, dieses neureichen Opportunisten Peta, den Tara ihm einst vorgezogen hatte und der seiner Tochter nach dem frühen Krebstod seiner Frau jeden nur erdenklichen Wunsch von den Augen ablas.

Eine Sekunde lang barg Boško das Gesicht in seinen Händen und atmete tief durch.

Die junge Frau wartete geduldig darauf, dass er sie wieder ansah. Natürlich war sie nicht Taras Tochter. Er war nur übermüdet und seine Sinne hatten ihm einen Streich gespielt. Wenn man aufmerksam hinschaute, dann fiel einem auch sofort auf, wie gering die Ähnlichkeit tatsächlich war.

Aber da war es schon zu spät. Er war bereits von ihrem Äußeren eingenommen. Außerdem besaß sie den typischen Zungenschlag seiner Heimat.

»Sag mal, von wo aus Serbien kommst du eigentlich? Du klingst so, als kämst du direkt aus der Gegend von Niš.« Die junge Frau schlug verlegen die Augen nieder und sofort bereute er seine Frage. Er wusste doch, dass diejenigen, die sich bei ihm ohne nennenswerte Referenzen bewarben, meistens ihre kleinen Geheimnisse mitbrachten.

»Sei es drum, Kleines«, sagte er ungewohnt väterlich. Und weil ihn die junge Frau so unendlich rührte, fügte er noch ein ihn selbst überraschendes »Aber wenn du mal in der Klemme bist, kannste gerne zu mir kommen« hinzu.

Eine der erfahrensten Kräfte in Boškos Team war die Albanerin Aferdita. Boško rief sie zu sich und wies sie an, Angelica unter ihre Fittiche zu nehmen. Mit ihrer robusten Art war Aferdita für jeden Neuling eine echte Bewährungsprobe. Wer sich von ihr nicht abschütteln ließ, das wusste Boško, war auch den übrigen Zumutungen des Jobs gewachsen. Der perfekte Weg, um Angelica möglichst nahtlos in sein Putz-Team zu integrieren.

Seit drei Jahren lebte Aferdita in Deutschland und fast auf den Tag genauso lange arbeitete sie für Boško. Drei Jahre, in denen ihre schroffe Art wie eine Austernschale gewachsen war, um sich vor der Außenwelt zu schützen. Die regelmäßigen Vorurteile der Deutschen prallten inzwischen fast spurlos von ihr ab. Sie machte sich kaum noch etwas daraus, wenn man ihr mit schlecht versteckter Verachtung oder Hass begegnete.

Sie nahm den Auftrag ihres Chefs entgegen, ohne mit der Wimper zu zucken. Zwei ungeübte Hände an ihrer Seite, auf die sie auch noch achten sollte, waren eine Belastung, auf die sie gern verzichtet hätte. Aber sie war zu müde, um sich darüber aufzuregen.

Aferdita nickte nur und verließ wortlos Boškos Büro. Vor der Tür wartete bereits die Neue. Aferdita schenkte ihr kaum Beachtung. In den letzten Jahren hatte sie schon so viele Gesichter kommen und gehen sehen, dass sie ihre Reserven für Neugier und Anteilnahme restlos aufgebraucht hatte.

»Los, komm mit!«, befahl sie in ihrem hart klingenden Deutsch.

Sie stiegen in den grauen Firmen-Transporter, der draußen im Hof wartete, und ließen sich mit fünf anderen Boško-Leuten in die Innenstadt bringen. Vor einem Bürokomplex mit schicker Glasfront wurden sie abgesetzt. Hier war die Versicherung untergebracht, deren Räume Boškos Firma regelmäßig reinigte. Zehn Etagen, das waren hundertsechs Räume mit insgesamt zweihundertzwei Schreibtischen, zweihundertzwanzig Mülleimern, acht Teeküchen, neun Waschräumen und vierzig Toiletten. Viel Dreck für wenig Zeit. Aferdita und ihre Kollegen kämpften jeden Tag gegen die Uhr. Ein Kampf, den man auf Dauer nur überlebte, wenn man nicht versuchte, ihn zu gewinnen.

»Sei so schnell du kannst, aber nur so gründlich wie du musst«, sagte Aferdita. »Ansonsten schau einfach, was ich mache, und mach es nach.«

In der ersten Stunde folgte ihr Angelica auf Schritt und Tritt und beobachtete jeden ihrer Handgriffe. In der zweiten Stunde arbeitete sie bereits völlig autark. War etwas neu, kam sie kurz, fragte und arbeitete weiter. In der dritten Stunde war es Aferdita, die die Neue beobachtete. Angelica arbeitete so effizient, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. Dabei wirkte sie völlig entspannt und zufrieden. Manchmal lächelte sie Aferdita zu, aber ansonsten war sie still.

Gegen Ende ihrer Schicht bemerkte die Albanerin, dass sie ihre Handschuhe verlegt hatte. Angelica reichte ihr ungefragt das eigene Paar.

»Danke, falemnderit«, rutschte es Aferdita heraus.

»Ju lutem«, antwortete Angelica auf Albanisch mit der gleichen Selbstverständlichkeit. Aferdita stutzte und sah die Neue das erste Mal richtig an. Einen Augenblick lang wunderte sie sich darüber, wie sehr die Fremde ihrer Freundin Elvana ähnelte, die vor über zwanzig Jahren bei einem Autounfall gestorben war. Seit Jahren hatte sie nicht mehr an Elvana gedacht und darüber fast vergessen, wie stark sie ihre Freundin noch immer vermisste.

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