Britta Röder - Das Gewicht aller Dinge

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Wer ist die junge Frau, die eines Morgens auf einer Parkbank aufwacht? Obwohl sie selbst keine Erinnerungen besitzt, löst sie bei jedem, dem sie begegnet, Erinnerungen aus. Ihre Spurensuche wird zum Sammeln fremder Lebensgeschichten.
Oder sind diese anderen Geschichten vielleicht gar nicht fremd? Was verbindet sie mit dem trauernden Hochschullehrer
Rolf? Was hat sie gemeinsam mit Charlotte, die mit ihr Erinnerungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs teilt?
Je tiefer sie in die Leben der anderen eintaucht, desto intensiver kommt sie dem Leben selbst auf die Spur. Und mit der Erkenntnis, dass allem ein Gewicht anhaftet, steht sie schließlich vor der Entscheidung ihres Lebens.

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Die Stimme, die ihre Einsamkeit unterbrach, war rau. Aus dem Schatten eines Mauervorsprungs tauchte eine graue Gestalt auf, das Gesicht halb verborgen hinter einer Sonnenbrille. Die Sonnenbebrillte, eine Frau mittleren Alters, kam näher.

»Hat man denn nirgends mehr seine Ruhe?«, schimpfte sie und nahm ihre schwarzen Gläser vom Gesicht, um der jungen Frau einen wütenden Blick zuzuwerfen.

»Guck nicht so blöd!«, fuhr sie verärgert fort. »Das ist ganz alleine meine Sache, was ich hier mache. Und wenn ich springen will, dann springe ich halt.«

Sie stützte sie sich erschöpft auf das Brückengeländer.

»So geht das nicht«, murmelte sie. »Ich muss allein sein. So geht das einfach nicht.« Sie weinte.

Das Mädchen zu ihren Füßen schwieg.

»Hau endlich ab!« Erneut machte sie einen Schritt in Richtung der ungebetenen Zuschauerin, die nur dasaß und sie ansah. Voller Wut beugte sie sich über das junge Gesicht und erstarrte. Es war wie der Blick in einen Spiegel.

Dieses unschuldige Gesicht wiederzuerkennen, war ein Schock. Die braunen Augen, die schmale, etwas zu lange Nase, das blonde Haar, die ungleichmäßig geröteten Wangen.

Fassungslos taumelte sie zurück.

Natürlich war das Mädchen da zu ihren Füßen nicht sie selbst. Wie sollte das auch gehen? Und wenn man genauer hinsah, dann bemerkte man auch, dass die Augen nicht wirklich braun waren, die Nase kürzer war und das Haar dunkler. Aber nun war es zu spät. Wer immer auch diese Fremde sein mochte, nichts änderte sich daran, dass sie gerade eben sich selbst erblickt hatte, so wie sie früher einmal gewesen war. Eine Ausreißerin auf der Straße.

Konnte es einen solchen Zufall überhaupt geben? An Wunder glaubte sie schon lange nicht mehr. Aber ein bisschen wie ein Wunder war diese Begegnung, ausgerechnet jetzt, in diesem Moment. Und mehr noch. Ein Ausweg. Ihr Selbstmitleid verwandelte sich in Mitleid für das fremde Mädchen. Plötzlich war da ein Sinn, nach dem sie greifen konnte. Denn die junge Frau im hellen Kleid schwebte in Gefahr. Niemand wusste besser als sie, wie schnell man aus der Verzweiflung heraus in der Kriminalität, in der Prostitution und am Ende in einem ruinierten Leben stranden konnte. Niemand wusste das besser als sie und darum konnte auch niemand besser helfen.

»Haste dich verlaufen?« Ihre Worte klangen fast wie ein Vorwurf. Im Freundlichsein war sie völlig aus der Übung. Selbstlose Freundlichkeit war keine Währung, mit der man in ihrer Welt zahlen konnte. Um ihre gute Absicht zu betonen, versuchte sie sich an einem Lächeln.

Plötzlich fühlte sie sich nackt. Der Blick des fremden Mädchens durchdrang sie schonungslos. Doch sie hielt mit aller Kraft stand. Nun war sie sich sicher. Sie würde die Kleine retten. Das war sie sich selbst schuldig.

»Hab keine Angst.« Behutsam beugte sie sich der Ausreißerin entgegen. »Du kannst mit mir kommen. Dich ausruhen. Was essen.« Mit einer leichten Kopfdrehung deutete sie in Richtung Stadt.

»Übrigens, ich bin Maria«, sagte sie und hatte auf einmal das Gefühl, der Fremden mit ihrem Namen ihr Leben zu Füßen zu legen. So wie man einem Kind die Hand entgegenstreckt, hielt sie der Fremden die Hand entgegen. Ohne zu zögern, griff die Ausreißerin zu.

»Und wie heißt du?«, fragte Maria, während sie durch eine schmale Gasse liefen.

Es überraschte sie nicht, dass die Fremde schwieg. »Du musst es mir nicht sagen. Ist schon okay.«

Nur wenige Straßen weiter erreichten sie ein dichtbebautes Wohnviertel. Graffitibesprühte Hauswände, aber auch Blumenkästen an den Fenstern. Sie betraten ein Mehrfamilienhaus. Vor dem Gebäude befand sich ein Spielplatz. Ein Rosenbeet zierte den Eingangsbereich.

Marias Wohnung wirkte wie ein gut gehütetes Geheimnis. Sie war winzig, aber sehr gepflegt. Ein Ort, an dem man sich sofort geborgen fühlte.

In der Küche setzte Maria Wasser auf und deckte den Tisch.

»Setz dich«, bat sie ihren Gast. »Ich weiß ja nicht, was du so magst.«

Eine tiefe Zufriedenheit erfüllte sie – das fast vergessene Glück, etwas uneigennützig Gutes zu tun. Nachdem sie gegessen hatten, führte sie die Fremde in ihr Schlafzimmer zum Kleiderschrank.

Schnell fand sich ein passendes Outfit. Eine Jeans, ein T-Shirt, eine Strickjacke und ein paar flache Schuhe.

Noch immer hatte die junge Frau kaum gesprochen, hatte außer ›danke‹ so gut wie kein Wort hervorgebracht. Dafür sprach Maria umso mehr. Schon lange hatte ihr keiner mehr richtig zugehört. Und Zuhören, das konnte diese Fremde. In ihren Augen lag etwas, das ihr nahezu grenzenlos Trost schenkte.

Inzwischen war es Nacht geworden und Maria deutete auf die Couch. »Du kannst hier übernachten«, sagte sie und bereitete ihrem Gast mit einem Kissen und einer Decke ein Bett.

»Ich war auch mal in so einer Situation wie du. Wäre froh gewesen, wenn mir jemand geholfen hätte.« Seufzend nahm Maria neben dem fremden Mädchen Platz. »Ich bin von zu Hause weg, weil ich mit dem neuen Freund meiner Mutter nicht klarkam.«

Plötzlich war alles wieder da. Die Wut, die Angst, die Verzweiflung, die Scham. Ihre Hände zitterten, Tränen schossen ihr in die Augen. Maria nahm ihre ganze Kraft zusammen. Es war ein Kampf gegen sich selbst. Ein letztes Aufbäumen gegen die Flut lang angestauter Erinnerungen, aufgewühlt durch den Anblick der Fremden. Ein Wirbel in ihrem Innern, ein Tosen, ein Sturm. So sehr sie sich auch wehrte, jetzt brach der Damm.

»Ich war vierzehn, als er mich das erste Mal angefasst hat.«

Abwartend, fast unbeteiligt, sah die Fremde sie an. Ihre Zurückhaltung verlieh Maria Sicherheit. Vor ihr musste sie sich nicht beherrschen und so sank sie schluchzend in sich zusammen. Minutenlang heulte sie hemmungslos, den Kopf im Schoß der Fremden, die ihr mit mechanischen Gesten übers Haar strich. Zwischen ihr und ihrem Gast war nichts, das sie trennte. Marias Vertrauen war grenzenlos. Wie von alleine flossen ihr die Worte von den Lippen.

»Meine Eltern haben sich früh scheiden lassen. Meinen Vater kenne ich gar nicht. Viele Jahre haben meine Mutter und ich alleine gelebt. Doch dann tauchte dieser neue Kerl in Mamas Leben auf. Ich konnte ihn von Anfang an nicht ausstehen. Ständig hat er sich eingemischt. Hat geglaubt, er könne mir Vorschriften machen. Okay, vielleicht habe ich es meiner Mutter nicht immer leicht gemacht. In der Schule lief es nicht so rund. Ich hatte auch ein paar schräge Freunde. Aber ist das nicht normal, wenn man dreizehn ist? Irgendwann fiel mir auf, dass er immer dann besonders streng zu mir wurde, wenn Mama in der Nähe war. So als wolle er sich ihr gegenüber stark zeigen. Doch sobald ich mit ihm alleine war, wurde er ganz sanft und nachsichtig. Und irgendwann rückte er mir dabei sogar richtig auf die Pelle. Anfangs hielt ich das für Zufall. Aber mit der Zeit gab es keine Zweifel mehr. Der Typ baggerte mich an, sobald meine Mutter nicht in der Nähe war.«

Maria richtete sich auf und schnaubte empört auf. Dann warf sie ihre Haare in den Nacken und wurde wieder zu dem aufbegehrenden Mädchen von damals.

»Schließlich nahm ich allen Mut zusammen und erzählte meiner Mutter davon. Aber die flippte völlig aus. Sie hielt meine Geschichte für eine Lüge, einen pubertären Trick, um ihren Freund zu vergraulen. Von da an wurde alles nur noch schlimmer. Zwischen meiner Mutter und mir herrschte Eiszeit. Zwar hatte ich das Gefühl, dass sie uns ab und an beobachtete, aber ihr Macker war nicht so dumm gewesen, sich mir zu nähern, solange sie in der Nähe war. Also hielt sie ihn weiter für unschuldig. Dafür hatte sie jetzt ständig etwas an mir auszusetzen. Nichts konnte ich ihr mehr recht machen. Und dieser Kerl war clever genug, das für sich auszunutzen. Wenn Mama mal besonders in Fahrt kam und mit mir schimpfte, dann sprang er auf einmal für mich ein. Tat so, als wäre er der verständnisvolle Erwachsene. Ein, zwei Mal haben sie sich sogar wegen mir gezofft. Das führte dazu, dass meine Mutter noch wütender auf mich wurde. Für sie war klar, dass ich versuchte, einen Keil zwischen ihr und ihn zu treiben. Ich war völlig allein. Mama wollte mir einfach nicht glauben. Was hätte ich denn tun sollen?«

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