Britta Röder - Das Gewicht aller Dinge

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Wer ist die junge Frau, die eines Morgens auf einer Parkbank aufwacht? Obwohl sie selbst keine Erinnerungen besitzt, löst sie bei jedem, dem sie begegnet, Erinnerungen aus. Ihre Spurensuche wird zum Sammeln fremder Lebensgeschichten.
Oder sind diese anderen Geschichten vielleicht gar nicht fremd? Was verbindet sie mit dem trauernden Hochschullehrer
Rolf? Was hat sie gemeinsam mit Charlotte, die mit ihr Erinnerungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs teilt?
Je tiefer sie in die Leben der anderen eintaucht, desto intensiver kommt sie dem Leben selbst auf die Spur. Und mit der Erkenntnis, dass allem ein Gewicht anhaftet, steht sie schließlich vor der Entscheidung ihres Lebens.

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Maria nickte ihrer Zuhörerin zufrieden zu.

»Wir sollten uns jetzt gute Nacht sagen. Morgen sehen wir weiter. Und natürlich kannst du vorerst hierbleiben.« Sie klopfte auf die Sitzfläche. »Die Couch ist sehr bequem. Du wirst schon sehen.«

Sie wandte sich zur Tür, drehte sich dann aber noch einmal um.

»Wie soll ich dich nennen? Magst du mir nicht doch deinen Namen verraten?«

»Ja schon, aber …« Die junge Frau sah ratlos zu ihr auf. »Ich weiß ihn nicht.«

»Du weißt deinen Namen nicht mehr?« Nur mühsam konnte Maria ihr Entsetzen zügeln.

»Ich weiß ihn einfach nicht«, erklärte die Fremde völlig ruhig.

»Ach Gott, Kind.« Maria nahm wieder neben ihrem Gast Platz. Am liebsten hätte sie die Besucherin umarmt, doch sie hielt sich zurück. »Da lasse ich meinen ganzen Ballast bei dir ab und du, du hast deinen eigenen Kummer.«

»Kummer? Ich bin nicht traurig.«

»Du bist so tapfer, Schätzchen.« Aufmunternd tätschelte Maria ihre Hand. »Alles wird gut. Du wirst schon sehen. Wir finden eine Lösung.« Das ›Wir‹ machte Maria plötzlich stark.

»Angelica«, sagte sie einer plötzlichen Eingebung folgend. »Diesen Namen mochte ich schon immer. Wenn ich dich vorerst so nennen würde, wäre das okay für dich?«

»Angelica.« Die Fremde zögerte erst, dann wiederholte sie den Namen Silbe um Silbe. Der weiche Klang schmiegte sich um sie wie der zarte Stoff eines neuen Kleides. »Angelica«, wiederholte sie, strahlte und nickte.

»Na dann, ist ja alles gut.« Nun erhob Maria sich endgültig, schüttelte ihrem Gast noch einmal die Kissen auf und strich das Laken glatt.

»Gute Nacht, Angelica.«

3

Maria fühlte sich wie neu geboren. Für jemanden verantwortlich zu sein, jemanden bei sich zu haben, der ihr zuhörte und sie respektierte, jemandem Zuneigung zu schenken, all das brachte sie Schritt für Schritt ins Leben zurück. Zwar war Angelica kein Kind mehr, aber in ihrer abwartenden Haltung lag etwas, das Maria anspornte, sie mit der Welt vertraut zu machen.

Noch nie hatte ihr eine andere Person mit solcher Intensität zugehört wie Angelica. Alles, was Maria ihr erzählte, saugte Angelica auf, als höre sie es zum ersten Mal. Sie war wie ein Schwamm, der keinen einzigen ihr einmal gegebenen Tropfen verlor.

Natürlich wunderte sich Maria mehr als einmal über Angelicas Unwissenheit. Im Stillen fragte sie sich, was dem armen Mädchen zugestoßen war, was sie so aus der Bahn geworfen hatte. Angelicas Hilflosigkeit weckte Marias Stärke. Gebraucht zu werden, verlieh ihrem Leben wieder Sinn.

So baute sie ihrem Gast einen neuen Alltag auf. Zeigte ihr, wie man sich etwas zu essen kochte, wo und was man einkaufte und wie man Wäsche wusch. Sie kleidete Angelica ein und verwöhnte sie mit ihren Lieblingsrezepten.

Angelica lernte schnell. Nach nur wenigen Tagen ging sie ihrer Gastgeberin bereits in allen Dingen geschickt zur Hand und in Marias Eifer mischte sich mütterlicher Stolz. Obwohl sie und Angelica auf engem Raum zusammenlebten, kam es Maria so vor, als wäre ihre kleine Wohnung heller und auch größer geworden. Und obwohl die Tage auf einmal im Fluge vergingen, waren sie ereignisreicher und voller denn je.

Abends überließ es Maria dem Fernseher, Angelica die Welt zu erklären. Während sie strickend auf der Couch neben ihrem Gast entspannte und das TV-Programm wie ein plätschernder Bach an ihnen vorüber rauschte, beobachtete sie amüsiert, mit welcher Faszination die junge Frau den bunten Bildern folgte. Als eines Abends eine Quizshow angekündigt wurde, mischte sie sich ein.

»Pass mal auf, hier kannst du jede Menge bei lernen.« Eifrig griff sie zur Fernbedienung und erhöhte die Lautstärke.

Moderator und Kandidat saßen sich im Kreuzverhör auf hohen Stühlen gegenüber, der eine akkurat im Anzug und allwissend lächelnd, der andere leger in Jeans und Shirt, seine Nervosität nur ungeschickt kaschierend. Soeben hatte er sich für das Themengebiet Geografie entschieden und der TV-Profi begann sofort, Fragen auf ihn abzufeuern. Dem Kandidaten blieben nur wenige Sekunden für jede Antwort. Jede richtige Antwort beförderte ihn auf eine höhere Gewinnstufe, jedes Versagen warf ihn gnadenlos zurück. Ein schnelles Wort-Ping-Pong aus Hauptstädten und Ländernamen.

»Frankreich?«

»Paris.«

»Ungarn?«

»Budapest.«

»Norwegen?«

»Oslo.«

Auch Maria riet mit, erfreut über jede Antwort, die sie schneller abgeben konnte als der sichtlich durch Lampenfieber gepeinigte Kandidat.

»Rumänien?«

»Bukarest.«

»Spanien?«

»Madrid.«

»Ägypten?«

»Kairo.«

»Kanada?«

»Toronto«, rief Maria euphorisch, als säße sie selbst im Studio.

»Ottawa«, berichtigte Angelica sie sanft. Der Kandidat zögerte und schwieg. »Ottawa«, bestätigte der Moderator.

»Japan?«

»Tokio.«

»Malaysia?«

»Kuala Lumpur.«

»Australien?«

Wieder zögerte der Kandidat. »Sydney«, dachte Maria und sah zu Angelica. »Canberra«, antwortete diese. »Canberra«, bestätigte der Moderator.

»Montenegro?«

»Podgorica.«

»Burkino Faso?«

»Ouagadougou«.

Während der Kandidat die letzten Antworten schwitzend verschwieg, gab Angelica ganz entspannt Auskunft. Maria musterte sie irritiert von der Seite. Indessen ging das Rateduell weiter. Dank eines Jokers durfte der Kandidat nun doch in die nächste Runde. Diesmal ging es um Geschichte. Historische Ereignisse wurden eingeblendet, denen der Kandidat im Multiple-Choice-Verfahren Jahreszahlen zuordnen sollte.

»Oje«, Maria winkte ab. »Das ist nix für mich. Zu schwer.« Der Kandidat hingegen schlug sich wacker.

»Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus?«, forderte der Moderator.

»1492«, konterte der Mann wie aus der Pistole geschossen.

»Beginn der Französischen Revolution?«

»1789«, antworten Kandidat und Angelica synchron.

»Kennedys Ermordung?«

»22. November 1963.« Diesmal war Angelica schneller.

»Sag mal«, Maria, die zwischen der Entdeckung Amerikas und dem Ausbruch der französischen Revolution längst das Strickzeug zur Seite gelegt hatte, ließ den TV-Ton mit einem Klick der Fernbedienung verstummen, »du hast keine Ahnung wie ein Erdbeereis schmeckt, aber wann Kennedy ermordet wurde, weißt du ganz genau.«

»Er starb mittags um 12 Uhr 32.«

»Findest du das nicht unheimlich? Woher weißt du das so genau?«

»Keine Ahnung. Ich weiß nicht, was ich weiß. Die Antwort ist auf einmal einfach da.«

Marias Gastfreundschaft kühlte schlagartig ab. Nichts über Angelica zu wissen, war kein Problem gewesen, als sie diese bei sich aufgenommen hatte. Angelica war für sie ein unbeschriebenes Blatt gewesen, auf das sie ihr eigenes Bild einer verfolgten Unschuld projiziert hatte. Doch plötzlich begann sie, ihre eigene Gutmütigkeit in Frage zu stellen. Nichts von einer Person zu wissen, bedeutete in der Regel nicht, dass es nichts zu wissen gab. Im Gegenteil. Und je weniger man wusste, desto mehr war möglich. Bis zu diesem Tag hatte Angelica keinen einzigen Versuch unternommen, sich Maria zu erklären. Bis zu diesem Moment war Maria davon ausgegangen, dass Angelica nichts erzählte, weil sie schlicht nichts wusste. Weil sie ein Opfer schlimmer Umstände war, das ihre Hilfe brauchte. Doch genau dieses Bild hatte soeben einen empfindlichen Riss bekommen. Gab sie vielleicht nur nichts von sich preis, weil sie etwas zu verbergen hatte? Maria fügte dem unbeschriebenen Blatt einige hoch beunruhigende Fragen hinzu. Nichts über ihren Gast zu wissen, barg auch ein Risiko.

»Vielleicht ist das ein Hinweis auf dein früheres Leben?«

»Du meinst, zu wissen, wann Kennedy starb, hilft mir herauszufinden, wer ich bin?«

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