Britta Röder - Das Gewicht aller Dinge

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Wer ist die junge Frau, die eines Morgens auf einer Parkbank aufwacht? Obwohl sie selbst keine Erinnerungen besitzt, löst sie bei jedem, dem sie begegnet, Erinnerungen aus. Ihre Spurensuche wird zum Sammeln fremder Lebensgeschichten.
Oder sind diese anderen Geschichten vielleicht gar nicht fremd? Was verbindet sie mit dem trauernden Hochschullehrer
Rolf? Was hat sie gemeinsam mit Charlotte, die mit ihr Erinnerungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs teilt?
Je tiefer sie in die Leben der anderen eintaucht, desto intensiver kommt sie dem Leben selbst auf die Spur. Und mit der Erkenntnis, dass allem ein Gewicht anhaftet, steht sie schließlich vor der Entscheidung ihres Lebens.

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Der Albtraum war vorüber. In dieser Nacht würde er nicht wiederkehren.

Seit über einem Jahr quälten ihn die nächtlichen Bilder und hinderten ihn daran, in Ruhe um Sybille zu trauern. Bestrafte ihn sein Unterbewusstsein? Büßte er so für seine Schuld? Dafür, dass er lebte und sie tot war? Dafür, dass er ihren Tod noch immer nicht akzeptierte? Dafür, dass er sich noch immer nach ihr sehnte? Überhaupt war ihm völlig unklar, wie das gehen sollte, dieses Frieden schließen mit dem, was geschehen war. Wie sollte er seinen Frieden machen mit einem Ereignis, das absolut kein Sinn ergab? Heißt Frieden machen nicht akzeptieren? Einverstanden sein? Wenn das der Preis für seinen inneren Frieden war, dann war er ihm zu hoch. Er hatte diese Sinnlosigkeit vor einem Jahr nicht akzeptiert, er akzeptierte sie noch immer nicht. Es würde keine Zeit kommen, in der er sich dazu herablassen würde.

Der Unfallbericht kam ihm wieder in den Sinn. Dieses völlig absurde Dokument, mit dem die italienische Polizei das Geschehen zusammenfasste, als könnten sauber zu Papier gebrachte Worte dem Ereignis nachträglich einen Sinn verpassen. Ein Lastwagen war an der Unfallstelle ins Schlingern geraten, hieß es darin. Für das entgegenkommende Fahrzeug ein unerwartetes Hindernis, das bei der vermutlich übermüdeten und ortsfremden Fahrerin eine schreckhafte Reaktion hervorgerufen hatte. Während der Lastwagen sich mühelos wieder gefangen hatte, war das Cabrio über die Straße hinausgeschossen und gegen einen Olivenbaum geprallt. Nur einem seltenen Zufall sei es zu verdanken, dass die Beifahrerseite fast unbeschädigt geblieben war, während die Fahrerseite zertrümmert wurde. Ein Wunder, dass der Beifahrer unverletzt aus dem Unfallgeschehen herausgekommen war. Der Tod der Fahrerin bedauerlicherweise unvermeidlich.

Als Rolf den Bericht las, geriet er außer sich. Nichts daran war unvermeidlich gewesen. Er hätte den Wagen steuern müssen. Es war unverzeihlich, schrecklich, unfassbar tragisch und sein Überleben ganz bestimmt kein verdammtes Wunder. Am liebsten hätte er dem italienischen Beamten den Bericht in die kaltschnäuzige Fresse geprügelt.

Seine verbalen Entgleisungen, die man auf der italienischen Behörde nur dem Tonfall nach verstand, hatte man glücklicherweise dem emotionalen Stress zugeschrieben, unter dem er stand. Sein Freund und Anwalt Jochen, eilig nach der Unfallnacht herbeigerufen, hatte ihm geraten, den Bericht zu unterzeichnen, was nötig war, um alle weiteren Formalitäten zu regeln. An der Sache war nichts zu rütteln. Sybille war tot und ihr verstümmelter Leichnam so gut wie auf dem Weg nach Deutschland zu ihren Eltern.

Ohne wirklich begriffen zu haben, was vor sich ging, hatte Rolf sich schließlich Jochens Autorität gefügt und sich kaum vierundzwanzig Stunden später zu Hause wiedergefunden, in der Wohnung, die er nur wenige Tage zuvor noch mit Sybille geteilt hatte.

Ihre gemeinsame Wohnung, der Mittelpunkt ihres Lebens. Als sie sich vor sieben Jahren auf einer Party begegnet waren, hatten sie sofort gewusst, dass sie zusammengehörten. Keine zwei Wochen später war sie bei ihm eingezogen.

Sybille und er waren wie zwei ruhige Flüsse, die zusammengeflossen waren, um gemeinsam einen großen Strom zu bilden. Eine Beziehung wie ein Naturgesetz, elementar und unaufhaltsam. Sybille war eine feste Größe in seinem Leben gewesen, so zuverlässig wie der morgendliche Sonnenaufgang oder der Lauf der Jahreszeiten.

Nichts hatte diesem Weltbild etwas anhaben können. Auch ihre einzige Krise nicht. Im Gegenteil.

Sybille hatte gerade ihr Studium beendet und war für einen Zeitvertrag nach München gegangen. Wie Tausend andere Paare begannen also auch sie, eine dieser aufreibenden Fernbeziehungen zu führen, bei denen man sich die rare gemeinsame Zeit am Wochenende damit verdarb, den fehlenden Alltag krampfhaft kompensieren zu wollen. Eine Weile hatten sie sich die Situation schöngeredet, hatten sich mit wachsendem Bemühen und schwindender Aufrichtigkeit versichert, wie wichtig die neu gewonnenen Freiräume für ihre Karrieren seien und wie problemlos sie mit der Situation zurechtkämen. Am Ende hatte Rolf nicht mehr gewusst, was ihn mehr zermürbte: Ihr vorzuspielen, wie wenig sie ihm unter der Woche fehlte, oder sich selbst.

Bis dahin hatte er immer verschmäht ›Ich liebe dich‹ zu sagen. Diese Formel war ihm wie eine billige Allzweckwaffe erschienen, derer man sich bediente, um Beziehungsrisse und Unebenheiten zu übertünchen, also zu kitten und zu glätten, ohne an die Ursachen zu gehen. Plötzlich hatte er jedoch genau diese Worte empfunden, stärker noch in Sybilles Ferne als in ihrer Nähe. Aber aus Furcht, seiner eigenen Sentimentalität zum Opfer zu fallen, hatte er nicht gewagt, sie auszusprechen, obwohl er gespürt hatte, wie wichtig sie zu diesem Zeitpunkt gewesen wären. Damals war ihm das erste Mal bewusst geworden, wie sehr sie dabei waren auseinanderzudriften.

An einem Freitagabend hatte Sybille dann die Botschaft mitgebracht, dass ihr eine Professur in London angeboten wurde. Sofort hatten sie begonnen, waghalsige Szenarien zu entwerfen, wie sie ihr zukünftiges Leben gestalten würden. Ein verkrampftes Unterfangen, welches am Sonntagabend plötzlich in der Einsicht gemündet war, in Wahrheit nicht ihr Zusammenleben zu organisieren, sondern eine Trennung auf Raten vorzubereiten. Auf einen Schlag war die jahrelang überstrapazierte Selbsttäuschung wie ein riesiger Ballon geplatzt.

Der angestaute Frust war groß gewesen und schließlich war er in einem heftigen Wortgefecht eskaliert, der nur dadurch unterbrochen wurde, dass Sybille aufgesprungen war, um ihren Sonntags-Intercity nach München zu erwischen.

Im Streit waren sie auseinandergegangen. Nie zuvor war ihnen so etwas passiert. Die darauffolgenden Tage waren Rolf unerträglich erschienen. Unaufhaltsam war in ihm die Vorstellung gereift, Sybille verlieren zu können, ja sie vielleicht bereits verloren zu haben.

Doch schließlich hatte ihm seine Angst die Augen geöffnet. Auf einmal war ihm klar geworden, was er zu tun hatte. Nichts und niemand war ihm je wichtiger gewesen als Sybille. Seine bisherigen Bedenken waren ihm plötzlich völlig lächerlich erschienen. Er würde sie einfach begleiten, notfalls auch nach London. Dies zu denken und entsprechend zu handeln, war eins gewesen. Nie zuvor war ihm eine Entscheidung so einfach und natürlich erschienen.

Rolf erinnerte sich noch genau. Es war am Donnerstagabend nach ihrem Streit gewesen. Er hatte erfreut festgestellt, dass er mit etwas Glück und Eile den letzten Intercity nach München noch würde erreichen können. Was er Sybille zu sagen hatte, hatte zu schwer für ein Telefonat gewogen. Er war sich der Dramatik eines spätnächtlichen Auftritts in ihrem Einzimmer-Appartement absolut bewusst gewesen, hielt einen solchen Effekt aber für völlig angemessen. Er hatte sich vorgenommen, ihr noch in dieser Nacht einen Antrag zu machen.

Als er gerade zum Telefon gegriffen hatte, um sich ein Taxi zu bestellen, hörte er das Drehen des Wohnungsschlüssels an der Tür. Müde und abgekämpft und auch ein wenig verlegen hatte Sybille vor ihm gestanden. Nie würde er diesen Moment vergessen, den er fortan zu den kostbarsten seines Lebens zählte.

»Ich wollte dich nicht anrufen. Aber bis Freitag warten wollte ich auch nicht«, hatte sie gesagt. »Wenn London für dich nicht akzeptabel ist, dann lassen wir es eben.«

Wie zwei Überlebende waren sie einander in die Arme gestürzt. Überglücklich hatten sie sich festgehalten. Zwei, die sich gegenseitig gerade noch gerettet hatten. Später, als sie längst zu Bett gegangen waren, hatte sich Sybille ganz dicht an ihn geschmiegt, um ihm ins Ohr zu flüstern: »Ich wünsche mir, dass unser Kind hier groß wird.«

Wie einen tiefen Stich direkt ins Herz hatte Rolf das Glück in diesem Moment empfunden. Ein heftiger Schmerz, dem er völlig schutzlos ausgeliefert war. So fest er konnte, hatte er Sybille in seine Arme gezogen, um sie zu halten und nie wieder loszulassen.

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