Als du deinen Rucksack öffnest und hineinschaust, glaubst du, deinen Augen nicht zu trauen: Er ist leer! Alles, was sich darin befunden hat, ist verschwunden. Diavlik muss, während du fasziniert die Karte gemustert hast, deinen Rucksack aufgeschnürt und dich bestohlen haben.
Wutentbrannt reißt du die Tür zum Aufenthaltsraum auf, dicht gefolgt von Kjara – und fährst schockiert zurück: Auf dem Platz, wo vor wenigen Augenblicken noch der kleine, geduckte Mann saß, der sich Diavlik nannte, kauert jetzt eine gehörnte Gestalt mit knallroter Haut, ledrigen Schwingen und einem gepfeilten Schwanz! Grinsend wühlt die Kreatur in einem Haufen von Gegenständen, in denen du dein Hab und Gut erkennst sowie weitere Dinge, die vermutlich aus dem Besitz der anderen Passagieren stammen. Als das Wesen Kjara erblickt, verzieht sich sein Gesicht voller Hass. Ein hohes Kreischen dringt aus seinem mit nadelspitzen Zähnchen besetzten Maul. »Alvenbrut!« , heult es, reißt das Fenster auf und flattert taumelnd in den Regen hinaus.
»Was … was war denn das?«, hauchst du verwirrt. »Und was ist aus Diavlik geworden?«
»Das war Diavlik. Ein Teufling«, erwidert Kjara und landet auf dem Tisch zwischen dem Diebesgut. »Eine Kreatur der Unterwelt, die menschliche Gestalt angenommen hat, um Unschuldigen böse Streiche zu spielen und sich am Leid seiner Opfer zu weiden. Ein Glück, dass er die Flucht ergriffen hat! Diese Burschen können mitunter ganz schön lästig werden.«
»Aber wieso ist er …«
»Geflohen? Die Teuflinge hassen uns Alven seit Anbeginn der Zeit. Sie können unsere Gegenwart nicht ertragen.« Kjara deutet auf deine Besitztümer und grinst. »Steck dein Zeug wieder ein. Ich habe das Gefühl, unsere Mitreisenden werden heilfroh sein, wenn wir ihnen ihre Wertsachen zurückgeben …« Weiter bei 99 .
Wie ein endloses Band schlängelt sich die Große Allee durch die Eintönigkeit der kargen Steppenlande dahin. Zum Glück hat Kjara daran gedacht, Lebensmittelvorräte aus Alvona mitzunehmen, die sie mittels Alvenmagie auf einen Bruchteil ihrer normalen Größe verkleinert hat. So kann sie Brot, Schinken, Zwieback und mehrere Wasserschläuche bequem in ihrem winzigen Hüftbeutel mitführen, wo der Proviant zudem vor deinem gefräßigen Vetter sicher ist.
Am Mittag des zweiten Tages erspähst du am östlichen Horizont eine wirbelnde Staubwolke, die sich langsam in eure Richtung zu bewegen scheint.
»Könnte eine Herde von irgendwelchen Tieren sein«, murmelt Bolko, dankbar für die kurze Verschnaufpause. Möchtest du von der Straße abweichen, um die Erscheinung näher in Augenschein zu nehmen (weiter bei 26 ), oder ziehst du es vor, die Wolke nicht zu beachten und weiter nach Süden zu ziehen ( 211 )?
Polternd kommt der Planwagen über das unebene Kopfsteinpflaster heran. Er wird von zwei Maultieren gezogen, auf dem Kutschbock sitzt ein dicker Mann mit Halbglatze in einem weiten braunen Gewand. Hinter ihm, unter der bogenförmigen Stoffabdeckung seines Wagens sind Obstkisten, prall gefüllte Säcke und diverse Holztruhen zu erkennen. Es scheint sich tatsächlich um einen fahrenden Händler zu handeln. Als der Mann euch sieht, hält er an und bedenkt euch mit einem fragenden, nicht unfreundlichen Blick. Bevor du ein Wort des Grußes loswerden kannst, tritt Bolko bereits auf den Fremden zu und holt tief Luft. Willst du ihn das Gespräch führen lassen, weiter bei 97 . Misstraust du seinen diplomatischen Fähigkeiten und möchtest lieber selbst mit dem Händler reden, weiter bei 127 .
Schweigend greift der Dämon nach einem weiteren Kiesel und kontert deinen Zug:
Mal-Swoob könnte nun eine diagonale Dreierreihe vollenden, daher setzt du ohne zu zögern deinen zweiten Kristall nach links oben. Weiter bei 78 .
Zitternd holst du die beiden Bruchstück des Zauberstabs aus deinem Rucksack, die du gefunden hast. Du starrst sie an und schluckst heftig – zwei Teile werden nicht ausreichen, Konduula zu retten! Weiter bei 162 .
»Achtung!« , gellt Bolkos Stimme in deinen Ohren, dicht neben dir siehst du Kjaras winziges, angstverzerrtes Gesicht – dann fährt dir ein fürchterlicher Schmerz in die Seite! Stöhnend brichst du zusammen, während sich weitere Speerspitzen aus magisch gehärtetem Eis in deinen Körper bohren.
Du hauchst dein Leben in einem kalten Korridor des Plateaus von Ann’Tonn aus. Was mit deinen Freunden geschieht, ob sie ebenfalls getötet werden oder in einem Kerker aus Eis landen, ob sie fliehen und Konduula möglicherweise ohne dich retten können, wirst du nie erfahren. Dein Abenteuer endet hier.
Nach einer Weile erweitert sich der Weg zu einer fast runden Lichtung, in die aus verschiedenen Richtungen Wildpfade münden. Riesige Pilze wachsen hier im Schatten der Bäume, viele Dutzend an der Zahl, jeder größer als ein erwachsener Mann. Ihre ausladenden Schirme sind von einem ungesunden Grün und glitzern feucht. Die Luft riecht faulig. Jenseits der Pilze, am anderen Ende der Lichtung, erkennst du eine kleine Hütte aus grob behauenen Steinplatten. Sie ist über und über mit Moos bewachsen und hat eine niedrige Tür. Sie steht offen. Während du noch überlegst, was du unternehmen willst, nähert sich Bolko unauffällig dem nächsten Riesenpilz. »Meinst du, man kann die essen?«, fragt er und schnüffelt interessiert am schmierigen Stamm der Pflanze. »Ich bin so hungrig, ich könnte einen ganzen von diesen Burschen allein verdrücken.«
Willst du deinen Vetter von einem der Pilze probieren lassen, weiter bei 47 . Hältst du das für keine gute Idee, kannst du vorschlagen, dass ihr euch die Steinhütte genauer anschaut ( 116 ). Andernfalls verlasst ihr die Lichtung über einen breiten, nach Süden führenden Pfad ( 67 ).
Keuchend folgt ihr einem hohen Flur, dessen Wände mit Eisschnitzereien verziert sind. »Ich kann nicht mehr!«, ächzt Bolko an deiner Seite. Sein Gesicht ist knallrot und schweißüberströmt, und du ahnst, dass er kurz davor ist zusammenzubrechen. Aber wenigstens sind hinter euch jetzt keine Schritte mehr zu hören – ihr scheint die Eis-Elben fürs Erste abgehängt zu haben. Als der Tunnel wenig später in eine weitläufige Höhle mündet, fällt dir ein Stein vom Herzen: Der teuflische Irrgarten der Eis-Elben liegt hinter euch! (Von nun an darfst du dir wieder mehr Zeit für deine Entscheidungen lassen.)
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