Die Kritik am IWF richtet sich in erster Linie an die wirtschaftstheoretische Konzeption, die hinter den geforderten wirtschaftspolitischen Einzelmaßnahmen steht. Der sog. Washington Consensus forderte regelmäßig Haushaltsdisziplin, Handelsliberalisierung, Privatisierung, Deregulierung und Steuersenkungen, mithin einen Abbau staatlicher Einflussnahme.
Weitere Kritikpunkte betonen das Fehlen länderspezifischer Lösungen, dass also die Besonderheiten der jeweiligen Staaten bei den Auflagen nicht ausreichend berücksichtigt werden und diese somit auch der Souveränität der einzelnen Staaten entgegenstehen. Zudem wird die mit den IWF-Hilfsprogrammen verbundene Verteilungsungerechtigkeit kritisiert und vor allem auch die Gefahr, dass der IWF mit seiner umfangreichen Kreditvergabe Moral-Hazard-Verhalten fördert.
Der IWF hat darauf wie schon zuvor flexibel reagiert und bspw. seine Haltung gegenüber der Rolle des Staates für Wachstum und Entwicklung sowie seine Konditionalität bei der Schuldenvergabe neu überdacht. Er hat zudem sein Engagement für fragile Staaten ausgebaut und sich neuen Herausforderungen wie der zunehmenden Ungleichheit im Einkommen und Vermögen, der Genderproblematik, der Korruption und dem Klimawandel gestellt.
Um den Herausforderungen des sich verändernden Umfelds gerecht zu werden, in dem der IWF agiert, werden neuerliche Anpassungen in der Stimmenverteilung, eine größere finanzielle Ausstattung sowie eine ausgewogenere Besetzung der Spitzenjobs im Wissenschaftsbereich und der Verwaltung diskutiert. Die wesentlichen Veränderungen im Umfeld betreffen die generelle Abschwächung des Globalisierungsprozesses, die Verschiebungen im ökonomischen und politischen Machtverhältnis insbesondere zwischen den westlichen Industriestaaten und China, den zunehmenden Populismus, der sich u. a. aus der Kritik an technokratisch dominierten Entscheidungsprozessen speist, der zunehmenden Digitalisierung der Weltwirtschaft und Fragilität der Finanzmärkte bedingt durch die steigenden öffentlichen Schulden, die prognostizierte »säkulare Stagnation« aufgrund der globalen Nachfrageschwäche sowie den Klimawandel. 147
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