Ursula Reinhold - Erzähltes Leben
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Vor mehr als 40 Jahren war ich Kollegin der Frau, die damals wieder und wieder davon erzählte, dass sie mit ihrem Mann, auf der Hochzeit des Paares Erich und Margot Honecker, getanzt hat. Dieser Fakt wäre mir gewiss längst entfallen, wenn ich nicht am Vorabend eine Sendung über das berühmte Ehepaar gesehen hätte, der ihn mir wieder in Erinnerung brachte. Als ich das Paar von Ferne sehe, zögere ich einen Moment, ob ich sie ansprechen soll und fragen, wie es ihnen geht. Aber dann unterlasse ich es, fahre einfach an ihnen vorüber. Mir fiel noch zur rechten Zeit ein, dass sie beide vor zwanzig Jahren eines ihrer Kinder verloren hatten, ein Sohn hatte sich das Leben genommen. Damals wünschten sie keine Nachfrage und die Frau sprach zu niemandem über diesen Tod und wir fragten uns damals, wie sie denn fertig werden mit diesem Schlag.– Heute, wo für sie noch mehr zu betrauern ist, wird sie noch weniger auskunftsfreudig sein, vermutlich.
2005
Eine Frau fürs Leben
Das könnte sie sein, dachte er, noch immer erregt von der Nähe, die sich hergestellt hatte, als er ihr gegenübersaß. Ja, das könnte sie sein, die Frau, nach der er immerfort suchte, ein Leben lang schon. Das war vielleicht die Chance, die er nur zu ergreifen brauchte, um herauszukommen aus seinem Dilemma. Dass er das jetzt hier einfach so benennen konnte, rechnete er sich als eine Leistung an, auf die er stolz war, irgendwie.
Sofort war er beeindruckt von ihrem damenhaften Auftreten, ihrer weiblichen Figur, als er sie auf den kleinen runden Tisch zutreten sah, mit der zusammengefalteten Zeitung in der Hand, in der die Annoncenseite zu sehen war, das verabredete Zeichen. Er sprang auf, stellte sich vor, rückte ihr den Stuhl zurecht, auf den sie sich setzte. Lächelnd, ihr gegenüber, begann er zu schwitzen, während er nach dem Kellner winkte. Er wollte nichts falsch machen. Sie schaute ihn an, dann vor sich auf ihre Hände, die immer noch die Zeitung hielten. Ihn bezauberten ihre langen gebogenen Wimpern über hellen Augen. In ihrem Fall konnte er gar nicht anders beginnen, als mit der Versicherung, dass er einer solchen Frau, wie ihr, noch niemals begegnet sei und dass sie genau die ist, die er immer gesucht hat. Nur flüchtig schoss es ihm dabei durch den Kopf, dass er so meistens begonnen hatte, aber es stimmte diesmal auch. Sie war ganz anders, als alles was er bisher gesehen und erlebt hatte, und das sagte er ihr sofort. Sie blieb freundlich, zurückhaltend, er spürte es wohl, er würde Zeit brauchen, aber anderseits ließ ihn die Erfahrung, die er bisher mit der Damenwelt gemacht hatte, durchaus zuversichtlich sein. Er wusste, Distanz und Widerstand würden schnell dahin schmelzen, sobald jede sich als die einzige angesprochen fühlte und durchdrungen war von der Vorstellung, dass er nur sie meinte. Natürlich musste er sich vorher in Szene setzen. Aber das konnte er, das brachte er routiniert zustande.
Und so begann er dann.
Viel Pech gehabt im Leben, keine Familie, Vater irgendwo auf den Weltmeeren unterwegs, Mutter, hat sich gen Westen verheiratet, da war er erst drei. Ihn ließ sie bei der Großmutter, der lieben Frau, die immer mehr überfordert war, durch ihn, den heranwachsenden Jungen. Ein paar Jahre lang war von Familienzusammenführung die Rede, aber die Großmutter schüttelte den Kopf und es wurde nichts und er blieb im Osten. Von der Kellnerlehre, die er abgebrochen hatte, damals, erwähnt er nichts gegenüber den neuen Damenbekanntschaften. Auch den Zorn der Großmutter darüber, ließ er aus, und dass sie ihm gab, was er brauchte, betonte er stets, immer auch hat sie das Portemonnaie geöffnet, wenn bei ihm das Geld fehlte.
Dass es bei ihm mit dem Geld noch niemals so richtig geklappt hat, behält er natürlich für sich. Er gibt den enttäuschten Idealisten, den Offizier ade. Locker erzählt er vom Dienst bei der NVA, dort war man gern, aber dann, Fahne eingeholt, DDR passé, ja was sollte so einer tun mit gerade mal 40. Natürlich bleibt diese Nummer unbrauchbar für Frauen aus dem Westen. Da war er eben der Anlageberater mit dem sprichwörtlichen Pech, der aber immer noch irgendein Eisen im Feuer hatte. Rührig, flexibel und mit Perspektive trotz aller Nackenschläge. Anders als vor der Wende, da war er eingeengt und frustriert, hatte kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Oberschule und studieren war nicht, für einen mit der Mutter im Westen. Auch sonst nur immer Schwierigkeiten mit dem System.
Natürlich zog er bei solcher ersten Begegnung, wenn er sich vorstellte, nur die großen Bögen seines Lebens. Hatte für jedes Gegenüber eine ganze eigene Version seiner Lebenskurve. Dass es die Großmutter erbittert hatte, als sie ihr Geld nicht wieder sah nach seiner Anlageberatung, das behielt er für sich. Es war klar, dass er sich und seinem Gegenüber Einzelheiten ersparte in diesem Zusammenhang. Denn wen sollte es interessieren, was ihm die alte Frau gesagt hatte, kurz vor ihrem Schlaganfall. „Du bist ein rechter Nichtsnutz“ waren ihre letzten Worte, bevor sie ganz stumm wurde. Er kann sie einfach nicht vergessen, diese Worte, so sehr er sich müht und das schlimme war, er konnte nicht ganz umhin, ihnen zuzustimmen. Ein bisschen jedenfalls. Manchmal!
Aber das gab er sich nur in wenigen Momenten zu, überspielte mit generösen Gesten zudringliche Fragen, die manche Frauen zu stellten sich berechtigt sahen. Wenn eine zu entschieden über Finanzdinge Bescheid wissen wollte, dann war Vorsicht angeraten. Es gab da Frauen, die funktionierten wie Rechenmaschinen, und er fragte sich, wo deren Gefühle saßen. Es mussten gar nicht immer Bankangestellte sein, manchmal kamen sie auch aus ganz anderen Berufen. Da konnte er nur schnell Abstand nehmen, das hatte gar keinen Sinn mit solchen Frauen. Denn er suchte Gefühl, Gemüt, Seelenharmonie. Aber inzwischen hatte er es gelernt, sich in der Damenwelt zurechtzufinden, die verschiedenen Sorten von Frauen recht schnell zu unterscheiden. Wenn er den Damen gegenüber seine unstillbare Sehnsucht nach Zuneigung und Frauenliebe betonte, konnte er gleich bei den ersten Reaktionen Unterscheidungen treffen. Wenn er anfügte, sie sollte auch seine Schwächen lieben können, lächelnd, sagte er das, war gewissermaßen schon die nächste Hürde genommen. Denn die meisten seiner Zuhörerinnen beteuerten gleiche Sehnsüchte. Nur wenige Weibsbilder sprachen von anderem, von ihrem Interesse am Leben, von Tennis, von Pferden gar und ihrer Neugierde auf die Welt. Solche stellten Ansprüche und da war Abstand geboten. Er ging auf die Sehnsüchtigen zu. Von denen suchten einige die zärtliche, die anderen die romantische Liebe. Allesamt zeigten sie sich äußerst überrascht, dass ein solcher Mann wie er, groß und gut gewachsen, schlanke Figur, eben ein Mann mit sehr ansehnlichem Äußeren und überaus sympathischer Ausstrahlung mit solchen Wünschen so ganz und gar ohne Erfüllung geblieben sein sollte. Aus langer Routine wusste er, das blieb der heikle Punkt, an dem er auf der Hut zu sein hatte, hier entschied sich, wie die Sache weitergehen würde. Hatte er es mit einer Frau zu tun, die schlicht von Gemüt und dringlich in ihren Bedürfnissen war, konnte er nun die Version mit der egoistischen, auf Karriere orientieren Ehefrau anbringen, die sich weigerte Mutter zu werden, während er nichts sehnlicher wünschte, als väterliche Obhut spenden zu können für ein kleines Wesen. Dann konnte er auch ganz einfach durchblicken lassen, dass diese Verflossene ihn auch finanziell mitleidlos in den Ruin getrieben habe. Das waren dann die Geschichten, bei denen er schnell zum Zuge kam, ein paarmal Blumen und schon war alles gelaufen.
Aber wenn er ehrlich sein sollte, langweilten ihn solche Dinge, sie stellten zu wenig Ansprüche an ihn und waren dementsprechend schnell vergessen. Spannender waren dagegen Begegnungen, bei denen er die seelische Reserve des Weibes spürte. Das waren die Exemplare der anderen Art, bei denen er sich keine Schwäche erlauben durfte. Sie gaben sich heiter, hielten sich für intelligent und sie waren es vielleicht sogar, und ihre Sehnsüchte hielten sie verborgen, so gut es ging. Aber er hatte Erfahrungen, wusste, die mussten erobert werden. Er spürte, dass auch sie auf der Lauer lagen, Bescheid wissen wollten über ihn, über den Menschen wie sie immer noch betonten, wenn der Mann ihnen schon die Gänsehaut über den Körper trieb.
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